Die Liebe in den Zeiten der Coronakrise.

(Ganz neue) Szenen einer Ehe.
München, im März 2020, ein relativ gewöhnlicher Dienstagmorgen.
Der Gatte kehrt vom morgendlichen Ausritt mit dem kleinen Jagdhund zurück, dreht sich auf dem Absatz wieder um und ruft voller Tatkraft treppabwärts sprintend, er begäbe sich nun direkt ins nahegelegene Jagdrevier, um dort gleich in der Früh sein Glück zu versuchen (seit Wiedereinzug in unserer Wohnung fehlen uns ja ein paar essentielle Utensilien im Haushalt, wir berichteten hier).

Eine halbe Stunde später sperrt er die Wohnungstür wieder auf und ich höre den Erfolg seines Jagdausflugs schon vom Arbeitszimmer aus auf dem Parkett aufschlagen, springe hoch, laufe ihm durch den langen Flur entgegen, sehe die Beute auf dem Boden liegen – und falle ihm freudig um den Hals.

Der Held des Tages aus der Münchner Ludwigsvorstadt und sein Riss.

Auch die Liebe verändert ihr Antlitz in den Zeiten der Coronakrise:
Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich einen Mann küsse, weil er mir Klopapier nachhause bringt!
Und das erste Mal, dass in unserem Haushalt zwei Packungen von dem weißen Gold, wie es die Leute hier im Viertel bereits nennen, vorrätig sind.

Sollten Sie keinen so beherzten Gatten im Haus haben, der frühmorgens zur Jagd geht oder es bei Ihnen aus anderen Gründen zu einem Toilettenpapier-Engpass kommen – ich kann Ihnen nun gern mit einem Röllchen aushelfen!