It’s raining cats and dogs.

Den dritten Tag in Folge ist alles grau in grau, nasskalt, verregnet. Keinen Hund möchte man da vor die Tür scheuchen (und sich selbst erst recht nicht).

Perfektes Steuererklärungswetter, da ich aber in einer zurückliegenden Regenphase schon vorgearbeitet hatte, ging das nun erstaunlich flott.

Ideale Witterung auch für Freibadbesuche während der bayerischen Sommerferien – man kann im menschenleeren Becken ausgiebig an der Technik feilen, wenn das Thermometer nur schlappe 13 Grad anzeigt.

Ebenfalls eignet sich so eine Auszeit, die der Sommer sich mal wieder nimmt, hervorragend zum Ausprobieren neuer Herbstrezepte: die Kürbis-Mangold-Lasagne gestern war ein Traum. Und zwar ein so großer, dass wir ihn nach der Rückkehr des Gatten vom DFB-Pokal-Glotz-und-Besprech-Nachmittag beim Nachbarn gleich weiterträumen werden, bevor wir dann zur 4. Abendsitzung in Folge auf die Couch sinken, um uns ganz „Elementary“ hinzugeben (nein, kein erotikbefeuerndes Spiel für Paare, sondern unser aktueller Serien-Favorit, in der 3. Staffel).

Oder man liest die Geschichten, die man selbst erlebt und verfasst hat…

…als einen noch die Sommersonne auf der Haut kitzelte und die Bergluft durch Haar und Fell blies.

Die neue WUFF wartet sogar schon mit Herbst- und Winterthemen auf…

… so dass sich die Lektüre auch für all jene lohnt, die an einem verregneten Wochenende gern mal die Stricknadel schwingen (oder Perücken basteln). Cuique suum.

Herzlich grüßt euch

Die Kraulquappe.

Weit, weit weg. (Und wieder da.)

Da bin ich wieder.

Nach der langen Zeit des Unterwegsseins war es kein so leichter Einstieg hier. Oder sagen wir es wie im Radio: Durchwachsen mit sonnigen Abschnitten. Immerhin hatte ich damit gerechnet, so dass es mich nicht wie aus dem Hinterhalt angesprungen hat.

Sonniges:
Das Zuhause, der Gatte, der liebevoll gefüllte Kühlschrank, die im Hotelstil gefaltete Bettwäsche mit Kokoskugel auf dem Kissen, das Willkommenskärtchen vom Gatten und von Freundin D., die Resonanz im Blog.
Der umgehende Anruf vom Papa, der sich dann doch irgendwie gesorgt hatte (die Tochter, allein und so).
Die Brezen vom Neulinger am ersten Morgen. Drei sind eigentlich zu viel, aber trotzdem so lecker.
Der nächste Artikel kurz vor der Veröffentlichung – ein echtes Herzensthema: das Karwendelgebirge.
Die Wochenendspazierrunde bei Weßling inklusive Streuselkuchen beim Sepperlwirt und buntem Herbstlaub überall.
Das ersehnte Schwimmbad steht noch und hat das beste, weichste Wasser und die beste, klarste Luft und auf dem Rücken schwimmend bietet es Aussicht auf den Olympiaturm. Auch das ist Heimat.
Und nicht zu vergessen: die vielen Erlebnisse der Reisewochen in mir.

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Steg. Nun wieder in Bayern.

Durchwachsenes:
Die Heizung einschalten, das Winterbett rausholen. Nebenbei 8 Maschinen Wäsche waschen.
Wieder Ärger mit der Hausverwaltung, ein unendliches Thema, kein Ende in Sicht.
Wieder Ärger mit der Schulter, ich dachte, das sei ausgestanden.
Versuch, Zukunftsüberlegungen anzustellen ohne sich im Kreis zu drehen oder gegen Wände zu laufen.
Lauter Kleinkram, der Alltag eben. Von Reifenwechsel über Zahnarzt und Speicherausmisten bis hin zur Beseitigung der seit Monaten bestehenden massiven WLAN-Probleme. So prickelnd, dass man gar nicht weiß, was man zuerst tun soll.
Derweil wirft der Ginkgo alle Blätter ab und verlangt nach einem milden Eckchen für den Winter.
Ein gewisser Großstadt-Schock. So viele Menschen, so viel Verkehr, so viel Trubel.
Der Papa hat Geburtstag und hat Parkinson, immer wieder ein Erschrecken bei mir, wenn sich mit dem einen auch das andere jährt. Aber nach drei Todesfällen in einem Jahr bin ich für die nächsten Jahre von sowas verschont, so meine persönliche Kalkulation, die ich per Einschreiben an das Schicksal geschickt habe (ohne Rückschein, ich will dieses Jahr nix mehr zu tun haben mit dem Genossen Schicksal).

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Dieses Baums Blatt, der, von Osten… – ach, lassen wir’s einfach.  Jedenfalls nicht so erbaulich wie bei Goethe.

Trübes (fast schon Schwarzes):
Die für immer verwaiste Tür gegenüber. Leere, Stille, Endgültigkeit. Nie mehr Opern hinter dieser Tür, nie mehr der kluge Peter, nie mehr hängen wir sonntags die Semmeltüte an diese Tür. Schwer vorstellbar.
20 Nachrichten auf dem Anrufbeantworter eines Gestorbenen, der ein Freund war, abgehört. Von der Fußpflegerin über dreifache Geburtstagsgratulanten bis hin zur Klinik, die wissen will, was mit dem Restguthaben auf der Telefonkarte passieren soll.

Heute Abend zum Ausbalancieren und Abschalten eine Dosis Musik, die jetzt und hier an damals und dort erinnert.
An Wien und K., an Studium und P., an Sommer. Und das mitten im Münchner Spätherbstgrau.

(Bitte bis mindestens nach dem Gitarrensolo anhören. Oder halt gar nicht, wer’s nicht Alpenländisch ertragen kann.)

Jedenfalls: hier ein erster Gruß „back home“ von
der Kraulquappe.

Sei jedem Abschied voraus!

(Titelzitat: Rainer Maria Rilke)

Die 8 Kostbarkeiten des Tages:

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Letztes Sonnenbad: Alle Fünfe gerade sein lassen und bei 17 Grad im gräflichen Park rumlungern.

 

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Letzte Wanderung: Alle Wege rund um den Hardenberg und schließlich zur Hardenburg hinauf.

 

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Letzte Fotosession:Burgruine Hardenberg mit Standesamt und Festwiese.

 

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Letzte Entdeckungen: Ja ist denn heut‘ schon Weihnachten?

 

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Letzter Sommerkäfer: Ladybug on his way to the top.

 

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Letzte Ölung: Im selben Whirlpool gesessen wie… (vor Aufregung Bild verzittert und Blitz vergessen)

 

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Letzte Lektüre: Kapitel 49, Heimwärts.

Wo Akka das Land verließ oder: Aufbruch.

Bei immer herbstlicherer und stürmischerer Witterung winken wir von Smygehuk aus…

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Südlichster Punkt Schwedens: Smygehuk.

… den letzten Zugvogelschwärmen nach, die eilig das Land verlassen und ihre Reise in den Süden antreten.

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Das kleine Denkmal für die große Akka von Kebnekaise.

Auch wir nähern uns allmählich der Rückreise in den Süden (in dem es aktuell leider noch kälter ist als hier). Bloß noch ein Tag an der Südküste, danach ein weiterer in Malmö – bis der Gatte abends zurückfliegt.

Und vielleicht bedurfte es dieser Abschiedsstimmung und des rauen Klimas, um endlich gemeinsam mit Pippa in einem Café Einlass gewährt zu bekommen.

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Nach der Nachsaison & bei 11 Grad: Cafés öffnen ihre Türen.

Am Donnerstag brechen wir unsere Zelte hier auch ab, und nach langem Hin und Her, Für und Wider, Planen, Verwerfen und Neu-Planen steht die Reiseroute seit heute endlich fest: Keine Fähre mehr, sondern Brücken über Brücken (über den Öresund und den Großen Belt).

Außerdem: In aller Ruhe nach München zurück, 4-5 Tage Zeit lassen, kein Kilometerabspulen, sondern langsam reisen und unterwegs gleich noch ein paar Wünsche realisieren.

Die da wären:

– in Betten mit festen Matratzen und ohne wabbelige schwedische Hygieneauflagen schlafen
– Frühstück mal nicht selber machen
– in eine Scheibe heimisches Vollkornbrot beißen
– ungesalzene Butter auf dieses Brot streichen
– abends nicht den Kochlöffel schwingen
– Pippa ins Restaurant mitnehmen ohne dass irgendwer krumm guckt
– nach fast 4 Wochen endlich wieder in einem 50m-Becken schwimmen
– die Kieler Förde anschauen
– einmal im Leben im selben Hotel übernachten wie Bruce Springsteen (nur leider nicht zeitgleich)
– Pippa zu einem Date mit einem feschen Rüden begleiten, den sie übers Bloggen kennengelernt hat

Das sind schöne Aussichten – ganz egal, bei welchem Wetter.
Aufbruch!

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Reminiszenz an den Sommer: Statue vom bekannten Künstler Axel Ebbe am Hafen von Smygehuk (Modell stand die Großmutter von Uma Thurman).

Tschechow meint: Wer – wie die Zugvögel – durch Ortswechsel Rettung sucht, findet sie nicht.

Ich meine: Wer durch Ortswechsel bloß Abstand und Ruhe, neue Impulse und Perspektiven sucht, kann da schon mehr Glück haben.

In der Hoffnung auf ein gutes letztes Viertel der Reise grüßt euch
Die Kraulquappe.

Wallander-City: Ein Streifzug.

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Ystad – Pilgerstätte für Krimifans.

Weltweit populär geworden durch die Romanfigur Kommissar Wallander schieben sich im südschwedischen Ystad in den Sommermonaten die Touristen durch die Straßen.

An einem kühlen Oktoberfreitag haben wir das  Städtchen mit seinen mittelalterlichen, pastellfarbenen Häusern, Kopfsteinpflastergassen und sonnigen Plätzen fast für uns allein.

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Es lebe die Nachsaison: Stressfreier Spaziergang mit Hund durch Ystad.

 

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Der Turm der Marienkirche – Wahrzeichen der Stadt.

 

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Die Altstadt von Ystad – so sauber und ruhig, dass grausame Verbrechen kaum vorstellbar sind.

 

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Schwedische Scheinheiligkeit: Willkommensleckerli draußen vor der Zoohandlung.

 

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Drinnen: Wieder mal gibt es keine Gemüsemixflocken, dafür allerlei Schweinereien (auch vom Rind).

 

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Schwedische Seltenheit: Hund in Geschäft gesichtet. Weder ein Klassiker, noch ein Trend.

 

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Schwedische Mogelpackung: Als Imbiss getarntes, mit Sicherheit zwielichtiges Etablissement.

 

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Schwedische Buchhandlung: Für jeden von uns die passende Lektüre.

 

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Sonnenpäuschen im Garten des Franziskanerklosters.

 

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Westlicher Stadtrand mit Mariagatan – Wallanders städtisches Zuhause bevor er raus nach Svarte zog.

 

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Typisch schwedisch: Beflaggung an jedem Haus, in jedem Hinterhof, in jedem Garten.

 

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Wallanders Lieblingscafé, in dem es die „Wallander bakelse“ gibt: Eine pappsüße Torte mit polizeiblauem Marzipan überzogen (Marzipanhasser wie wir essen Wienerbröd, auch pappsüß).

 

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Einheimische in Fridolfs Konditori geben uns Tipps für weitere Wall(ander)fahrten.

 

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Aber für heute – Schwimmen, Strandspaziergang, Stadtbesichtigung – reicht’s erstmal. Wir kommen wieder!

Herbst in Schweden: Curcubita infiltratia.

Auf dem Weg nach Smygehuk über ein Kürbis-Selbstbedienungs-Zelt gestolpert…

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… ausgiebig und arglos das Sortiment inspiziert …

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… überlegt, ob es der Krummhalskürbis (oh nein, wie schade, er heißt doch nur Schraubenhalskürbis) sein soll …

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… oder ob uns der Turbanpumpa mehr anspricht …

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… und erst in letzter Sekunde gecheckt, dass es sich bei dem ach so schnucklig feilgebotenen Kugelgemüse …

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… um eine perfide Infiltration des herbstlichen Kochtopfs durch Scientology handelt (der Physiognomie nach vielleicht sogar um Rons Wiedergänger?).

Mittwoch (1): Draußen.

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Ein neuer Tag. Er beginnt mit gutem Wetter und ohne Knieschmerzen!

 

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Hurra. Nix wie raus zum Frühsport!

 

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Anschließend ausgeflogen zu Schloss Svaneholm.

 

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Dort gemütliche Seeumrundung auf Natur- und Gesundheitspfad mit Einblick …

 

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… in landestypische pädagogische Maßnahmen, wenn die Brut nicht spurt …

 

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… und Ausblick auf das hübsche Schlösschen, natürlich in Privatbesitz, so dass  man nur von außen gucken kann.

 

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Durch die schwedische Idylle weitergefahren …

 

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… zu Kurt Wallanders Wohnort Svarte …

 

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… in dem es außer seinem Haus am Meer …

 

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… eigentlich nur ein paar Überreste einer Schiffssetzung zu sehen gibt.

 

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Aber der Strand von Svarte, an dem schon Jussi hinter Kurt hertrabte, der macht richtig Laune, wenn man jung ist und heile Knie hat!

 

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Überall werden die Insignien des Sommers entfernt …

 

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… oder geschickt verstaut, auf dass man einander wärme an den kühleren Tagen.

 

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So wandern wir einsam von Svarte bis Ystad und zurück …

 

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… erledigen danach noch den Großeinkauf bei ICA …

 

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… trudeln am Nachmittag wieder in Abbekås ein …

 

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… kriechen mit 30km/h den Fiskarevägen entlang  …

 

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… bis wir unser Domizil erreicht haben, das wir seit vorgestern ganz alleine bewohnen, da die Vermieter in ihr Sommerhaus geflohenfahren sind.

 

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Nach der großen Haushaltsarbeitseinheit schnell nochmal zum Abendgassi raus …

 

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… und zur Belohnung einen tollen Sonnenuntergang bekommen.

Vad me(e)r kan man vill? –
fragt sich die Kraulquappe.

Kvinnan med kris.

Tja, solche Tage gibt’s eben auch. Kvinnan med tax war heute eher kvinnan med kris (inkl. tax).

Aufgestanden, Knie tut weh. Beim Morgengassi im Regen dann die ernüchternde Feststellung: es sind sogar beide Knie, die weh tun. Zu viel gejoggt, zu viel gegangen, das Alter,…? Der Regen entwickelt sich noch während der Morgenrunde zu Starkregen. Beim Abtrocknen des Hundes bzw. in die Hocke gehen noch mehr Knieschmerzen. Schlechte Laune zieht auf.
Als nächstes kocht die blöde Milch über. Ceranfeldputzen ist totaler Mist, wenn dieser Spezial-Schaber nicht im Haus ist. Dann halt den Kaffee mit kalter Milch getrunken.

Den Vormittag mit Arbeiten verbracht. Das Grau der Wolken geht nahtlos in das Meeresgrau über, eigentlich ist auch die Wiese grau. Dahin ist sie, die grandiose Aussicht, und mit ihr auch die Inspiration.

Mittags mit dem Auto ein Stück gen Westen, wo es einen 6km langen Sandstrand gibt. Extra für das Dackelfräulein und trotz des miesen Wetters – sie soll ja ihren Spaß haben. Der Dank dafür? Die Madame nagt an einem toten Fisch rum, was ich zu spät merke, da ich mit den Engerzurrgummis meiner blöden Kapuze beschäftigt bin. Sauteurer Regenparka und dann ein so dämliches Zurr-Ösen-Glump. Auch sonst folgt der Hund heute gar nicht. Alles ist spannender als ich (was mir heute im Grunde ja genauso geht, aber ich fress‘ deshalb trotzdem keinen verdorbenen Fisch).

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Nein, ich sehe und rieche gar nichts, kein einziges Stück Krabbe, echt nicht, nirgends!

Wieder daheim den dreckigen Hund geduscht. Erneut Kniestechen, diesmal mit Aufschreizwang. Und nun? Ich hatte heute Ystad geplant, das tolle Schwimmbad. Endlich mal wieder Bahnenschwimmen außerhalb der Provinz. Egal, mach‘ ich trotzdem. Oft geht’s mir nach dem Schwimmen besser, mit allem.

Die Reichsstraße Nr.9 führt in 12km direkt nach Ystad. Das geht eigentlich ruckzuck, wenn man nicht hinter einem Schwertransporter herkriechen muss. Immerhin, ich finde in Ystad das Schwimmbad sofort wieder, obwohl der letzte Besuch 2 Jahre her ist.

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Arena Ystad.

Ja, die Schweden können auch schöne Schwimmhallen bauen. Die Ystad Arena ist wirklich top! Und der Eintritt ist sogar günstiger als in Bromölla, dieser Provinzschwimmhölle.

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Eingangsbereich mit Kasse.

Als Entschädigung für den bis 14:30 Uhr eher bescheidenen Tag erwartet mich ein fast menschenleeres Becken: 3 Bahnen für mich allein, und im Wasser tun nicht mal die Knie weh, herrlich! Ich sag ja immer: Sportarten wählen, die man bis ins hohe Alter und trotz diverser Gebrechen meist noch (oder schnell wieder) ausüben kann!

Danach heimgeflitzt, nun auch Knieschmerzen beim Kupplungtreten, dafür kein Schwertransporter unterwegs, also nur 20 Minuten gebraucht, es muss ja fix gehen. Schließlich wartet der Hund allein daheim, der hoffentlich den verfaulten Fisch noch nicht ausgekotzt hat. Hat er nicht. Dafür lag er auf dem Sofa und hat dort seinen Restsand vom mittäglichen Strandvergnügen verteilt. Nun ja, gibt Schlimmeres.

Nächster intensiverer Spaßpunkt nähert sich aber bereits. Das Abendessen will vorbereitet werden. Ich hatte mittags kurz bei einem Bauern angehalten, weil mich diese „potatis och pumpor“-Schilder so ansprachen (vor allem vom Klang her). Also habe ich Kartoffeln und Kürbis gekauft, sogar bio. Für einen riesengroßen Gratin.

Dafür müssen die Kartoffen geschält und in Würfel geschnitten werden, auch der Kürbis wird gewürfelt, ich hatte gleich eine doppelte Portion vorgesehen, damit es morgen dasselbe gibt und ich nicht Kochen muss.
Nur: Schält mal 800 Gramm Kartoffeln ohne Sparschäler! Es gab zwar einen, aber der war stumpf. Ich fluche selten, aber da habe ich geflucht. Der Hund legte die Ohren an, fühlte sich wie immer gemeint, und verzog sich sicherheitshalber in seinen Korb, sich wohl daran erinnernd, dass die Stimmung zwischen uns ja seit dem Strandspaziergang – na sagen wir es mal milde – etwas in Schieflage geraten war.

Das einzige kleine Gemüsemesser hatte seine besten Zeiten auch hinter sich, aber mit viel Gekratze und Druck ging es dann irgendwie. Vermutlich waren danach nur noch 500 Gramm Kartoffeln übrig. Trotzdem teile ich alles auf zwei Portionen auf. Die Auflaufform ist eh winzig, das geht also gut. Kokosmilch drüber – und ab in den Ofen.

In der Ofenzeit mit dem Hund raus. Hurra, der Regen ist vorbei! Sogar so vorbei, dass die Sonne wieder scheint. Und ganz neue Perspektiven aufzeigt.

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Kvinnan med tax – und langsam nachlassender Krise.

Hungrig kehren wir nach einer Stunde nachhause zurück…

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… und geschlagene zwei Stunden nach Zubereitungsbeginn ist der Gratin dann auch fertig…

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Hart erarbeitetes Abendessen.

… und weder verbrannt, noch versalzen, sondern einfach nur lecker.

Mit den Möwen ist die Krise hoffentlich auf und davon geflogen.

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Nur die Knie, die fliegen nirgendwohin, sondern ziepen und stechen. Nun bei fast jedem Schritt.

Es wird höchste Zeit für eine Gehhilfe. Die habe ich in Deutschland geordert. In 48 Stunden landet sie in Kopenhagen, in 50 Stunden hole ich sie am nächstgelegenen Bahnhof ab (wenn ich bis dahin die Kupplung noch treten kann).

Der Gatte kommt 🙂 🙂 🙂 !!!

Ehrlich gesagt kommt er gar nicht wegen meiner Knie oder als Dogwalker, davon weiß er nämlich noch gar nichts, sondern es war ausgemacht, dass er uns vor Semesterbeginn eine Woche hier in Schweden besucht – und übermorgen ist es soweit.

Jedenfalls: Selten so gefreut auf den Partner!
Und gleich noch eine Mail losgeschickt, dass er bitte den Sparschäler und ein vernünftiges Gemüsemesser von daheim mitbringen solle. Dann haben wir wieder alles, was wir brauchen.

Mit dieser schönen Perspektive und Störtebeker sinke ich nun auf die Couch und wünsche euch einen gemütlichen Feiertagsabend!
Die Kraulquappe.

PS: Da einige Leser gespannt in Sachen Restaurantbesuch nachfragten: Ja, es hat gestern wirklich geklappt. Und die Unternehmung ist sogar gleich noch ins andere Extrem gekippt. Pippa wurde nicht nur überschwänglich begrüßt, sondern der Koch kam später höchstpersönlich am Tisch vorbei, um ihr ein Schälchen Tartar und Wasser zu servieren („Napf“ wäre tatsächlich das falsche Wort).

Das hab ich noch nie erlebt, hätte auch nicht sein müssen – lieber wär’s mir, man könnte mehrere Lokale mit Hund aufsuchen, als nur ein einziges, das dann gleich den Delikatessenschrank für den Hund plündert. Seltsames Land!

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Einen Extra-Stern für das Restaurant in Abbekas!

 

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2 Sekunden später…

Zwischenbilanz (1): Du kan förändra världen!

Guten Morgen von der sonnigen Terrasse in der Örnbräkenstigen!

Die erste längere Etappe meiner Zeit in Schweden geht heute zu Ende. An einem Samstag. Eigentlich Tag des Autoputzens (was ich bereits gestern erledigt habe), in Reisezeiten aber Tag des Quartierwechsels. Wir ziehen um.

Gelegenheit, bei einer Tasse Kaffee kurz innnezuhalten und eine kleine Zwischenbilanz zu ziehen. Eine sehr kleine.
Denn: Es war nahezu paradiesich hier. Die Hütte, der Garten, die Lage, die Nachbarschaft, die Gegend, das Wetter, die Verpflegung, der Schlaf, die Stimmung, die Ruhe.

Was hat gefehlt?

Ein Wäscheständer, ein Dressingshaker, ein CD-Player, drei Kleiderbügel mehr, Topflappen, ein helleres Nachttischlicht.

Alles Kinkerlitzchen. Im Garten gab’s ’ne Wäscheleine, das Dressing kann man auch mit der Gabel anrühren, Musik im Auto und auf dem iPod hören, Klamotten stapeln, die Auflaufform mit Geschirrtüchern dem Ofen entnehmen und Lesen auf der Couch.

In diesem Sommerhäuschen könnte ich es mühelos einen ganzen Sommer (oder Herbst) lang aushalten. Pippa sowieso – allerdings sähe der Garten dann wie nach einem Meteoriteneinschlag aus (der Abreisemorgen ging komplett für Ausbesserungsarbeiten in der Wiese drauf 😦 ).

Verabschieden möchte ich mich mit ein paar Innenbetrachtungen.

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Die Küchenfensterbank. Carpe diem oder carpe Spülbürste?

 

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Die Rückseite der laminierten Hinweise meiner Vermieterin. Ein besseres Motto hätte ich mir nicht wünschen können!

 

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Affront im Küchenregal. Habe aus Trotz Hundeflocken eingefüllt.

 

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Best Türstopper ever! Wurde erst verbellt, erwies sich dann aber als brauchbarer Spielgefährte.

 

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Schweden ist farbenfroh. Auch wenn’s ums Erschlagen geht.

 

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Mein Lieblingsplatz drinnen.

 

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Mein Lieblingsplatz draußen.

 

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Spät bemerkt: Sogar ein echter Kraulquappen-Hausschlüssel.

Und das Beste wie immer zum Schluss: Die Aussicht vom Klo auf den gegenüberliegenden Boiler.

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When shit happens, change the subject. Or even the world.

Wohin die Reise nun geht?

In die Heimat von Kurt Wallander. Nicht direkt nach Ystad, wo er zuerst lebte, sondern ein paar Kilometer westlich von Ystad an die Küste, wo er sich mit seinem Hund Jussi in einem Haus am Meer niederließ.
Wir sind schon gespannt, wie es sich dort so lebt und buddelt!

Trevlig helg & bye för nu!
Die Kraulquappe.

Herbststurm & Ohrwurm

Gestern hat der Herbst nun endgültig Einzug in Südschweden gehalten.

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Erfreulicherweise regnet es nicht und ist weiterhin sehr mild, am Himmel wechseln sich wilde Wolkenformationen und Sonnenfenster munter ab – und zu all dem bläst ein heftiger Küstenwind.

Es ist exakt die Witterung, die ich für diese Reise erwartet hatte (und nebenbei: für die ich auch gepackt habe!).

Und offenbar das passende Wetter für eine weitere Sportart, zu der ich praktisch keinen Zugang habe, zumindest aber eher als beim Sportangeln nachvollziehen kann, dass das Spaß machen kann.

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Rasmus hatte seinen jedenfalls seinen Spaß.

Und das nur deshalb, weil ich Pippa gerade noch rechtzeitig aus seinem Kite-Schirm herausrupfen konnte, den sie für ein am Strand liegendes, sich wüst aufbäumendes Monster hielt und daher umgehend töten wollte, um mich zu beschützen.

Es dauert übrigens gut 30 Minuten, bis man mit dem ganzen Glump im Wasser ist und mit dem Surfen beginnen kann – ich persönlich mag ja keine Sportarten, für die man so viel Krempel und Vorlauf braucht, bis es mal losgehen kann.

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Den gesamten Strandspaziergang über hatte ich diesen Song im Ohr und auf den Lippen.
Zuhause angekommen behielt ich ihn auch noch bei – in seiner Gleichförmigkeit eignet er sich nämlich hervorragend zum Kartoffelschälen und Gemüse-Kleinschneiden:

Not a word was spoke between us, there was little risk involved
Everything up to that point had been left unresolved
Try imagining a place where it’s always safe and warm
“Come in,” she said, “I’ll give you shelter from the storm”
(…)
Now there’s a wall between us, somethin’ there’s been lost

I took too much for granted, got my signals crossed
Just to think that it all began on a long-forgotten morn
“Come in,” she said, “I’ll give you shelter from the storm”

Der Wind peitscht um unsere kleine Hütte und wir verkrümeln uns jetzt mit einer DVD und einer Pulle Störtebeker aufs Sofa.

Viele Grüße in die noch sommerliche Heimat und einen schönen Abend für euch!
Die Kraulquappe.