Himmel der Bayern (41): Blö.

Wochenlang nicht hier gewesen. Unverzeihlich!

Das Schilf zwischenzeitlich meterhoch. Der Biergartenkies erneuert. Das Badevolk im Wasser. Die Bremsen rudelweise unterwegs. Das Biersortiment um zwei Sorten erweitert. Und Werbepostkarten hat sich der Wirt jetzt zugelegt. Ja sowas. Sogar mit Dackel drauf.

Nur der Himmel ist noch, was er immer war, wenn wir hier sind: blö.

So möge er sich erhalten bis wir in wenigen Tagen den Löwenanteil der vielen Renovierungsarbeiten erfolgreich hinter uns haben und an diesem schönen Orte allen Paraskavedekatriaphobikern und Altersringen trotzen werden.

Prosit & ein schönes Wochenende wünscht

Die Kraulquappe.

Verloren.

Mein Ellenbogen und ich auf dem Weg in die orthopädische Praxis. Mal wieder.

Als ich in Großhadern aus der U-Bahn steige und die Treppe zum Ausgang hinaufschnaufe, höre ich ein vertrautes Schimpfen. Tschätschätschätschätschä schallt es mir von oben entgegen. Es klingt nah. Sehr nah sogar. Nach über 30-jährigem Zusammenleben in der Vergangenheit weiß ich a) sofort, wer der Verursacher ist und b) was das Gemecker zu bedeuten hat: Ein Wellensittich ist mit irgendetwas nicht einverstanden – und äußert das in aller Deutlichkeit (eine Deutlichkeit, die ich 12 Semester lang auf meiner Schulter oder der Schreibtischlampe sitzen hatte, während ich Seminararbeiten schreiben musste).

Auf den letzten Treppenstufen gucke ich bereits neugierig nach oben, dort ein nah gelegenes Wohnhaus vermutend, in dem auf einem Balkon der unteren Stockwerke ein Käfig zu sehen sein wird, in dem der kleine, energische Grantler hockt.

Stattdessen sitzt er auf dem Treppengeländer des U-Bahn-Aufgangs.

Grün-gelb ist er, dünn vor Schreck oder Aufregung und seine Füßchen finden nicht richtig Halt auf dem glatten Handlauf des Metallgeländers. Für den Bruchteil einer Sekunde haben wir Blickkontakt, dann rutschen seine streichholzdünnen Beinchen endgültig ab und er flattert davon.

Ich renne ihm hinterher. Erst zur Mauer, dann zur Kastanie, doch von dort fliegt er in den Hinterhof einer Wohnanlage.

Der Hausmeister ist nicht da. Ein anderer Bewohner, bei dem ich läute, schnauzt mich an, dass ich mir fürs Hausieren eine bessere Story ausdenken müsse. Der dritte Versuch ist erfolgreich: eine Omi lässt mich ins Haus. Ich irre durchs Erdgeschoss und finde die Tür zum Hinterhof. Es ist ein riesiger Hof, mit vielen Bäumen. Ich stelle mich in die Mitte der Anlage und lausche. Fünf Minuten hoffe ich inständig, dass ich das Tschätschätschätschätschä höre. Nichts.

[Ganz schnell muss ich dann einen Gedanken verdrängen, der immer hochkommt beim Thema „entflogene Vögel“: Die Ex-Schwägerin, die sich zur Unterstützung in einer ihrer labilen Phasen mal ein Wellensittichpärchen angeschafft hatte, dann aber bald von Gezwitscher und Käfigputz überfordert war und den beiden vom Balkon ihrer Wohnung aus, die im 12. Stock eines Erlanger Hochhauses lag, „die Freiheit schenkte“, wie sie es damals relativ ungerührt berichtete und wäre es nicht das Kaffeekränzchen zum 70. der Ex-Schwiegermutter gewesen, hätte ich sie vermutlich angeschrien oder geohrfeigt (oder am liebsten beides).]

Ich verlasse den Hof wieder und trotte traurig die Straße entlang. Verloren ist er, der kleine Kerl. Mit großer Sicherheit ist er verloren.

Es sind oft diese kleinen Erlebnisse, die mir das Herz brechen, so unerwartet und mitten im Tag.

St. Rway.

There’s a sign on the wall, but she wants to be sure
Cause you know sometimes words have two meanings
In a tree by the brook, there’s a songbird who sings
Sometimes all of our thoughts are misgiven

Bauruine im Loisachfilz bei Penzberg.

Aus der Serie „Innen & Außen im Einklang“.

Himmel der Bayern (23): Auslüften.

Part I: Urban style.

Part II: Alpine style.

Himmel der Bayern (17): Dante.

Steh wie ein fester Turm, dem nimmermehr die Spitze schwankt in sturmbewegten Tagen.
(Dante Alighieri, hoffentlich im Jahre 1307.)

Ich versuch’s ja.

Spitzen und Fixpunkte: Turm, Stadionscheinwerfer, Thermometer.
20 Grad zeigt es, man muss 4 abziehen für die Hauswand, sagt der Bademeister, aber auch dann sieht’s ja noch nach Frühling aus.

Beim Reingehen.

 

Beim Rückenschwimmen.

 

Beim ersten Barfußlauf über die Wiese.

 

Beim Blick aufs Thermometer (exakt in Bildmitte, neben dem „Restaurant“).

Nur Schwimmen, nichts denken. Wenn’s klappt, ist’s prima.

Himmel der Bayern (14): Muddy waters & whirlwind.

Das herrliche Glitzerweiß hat in schlammiges Graubraun gewechselt. (Passendes Wetter zur Schlammschlacht des Tages mit der Hausverwaltung.)

Wind pfeift unangenehm durch die Mütze. Vielleicht der Vorbote von Blizzard Egon? (Was für ein unwürdiger Name für einen Blizzard).

Ein lichter Fleck am verhangenen bayrischen Himmel als einzige Reminiszenz an hellere Tage…

…and the whirlwind is in the thorn tree,
it’s hard for thee to kick against the pricks…

… mit herzlichen Grüßen an Gerhard, seinen Flow und die Drinks!
Die Kraulquappe.

Himmel der Bayern (1): Mit Pippa auf den Pürschling.

„Was?!? Da soll ich hoch???“
image

Nur Mut! Na bitte. Geht doch.
image

Vorbei die Zeiten, in denen ich über 600 Höhenmeter unter einer Stunde zurücklegte.
Vorbei die Zeiten, in denen eine Tour unter 1.000 Höhenmeter unter meiner Würde war.
Seit der Meniskussache ist nix mehr wie es vorher war. Ich bin nun definitiv in den Dunstkreis der Genussbergsteiger eingetreten, um es mal positiv auszudrücken.
Unser Dackelmädchen unterstützt diesen Paradigmenwechsel, wo immer sie kann.

Schnuppern auf den Almwiesen…
image

… Baden in den Gumpen …
image

… Innehalten bei jeder Kuh und Kapelle.
image

Kleinigkeiten am Wegrand werden zur Attraktion.
image

Unser Tempo nicht.
Aber was soll’s. Der Weg ist das Ziel.
image

Unter anderem 🙂
image

Denn ein weiteres Ziel ist momentan, ein bisschen zu trainieren für eine erste gemeinsame Hüttentour diesen Sommer.

Heute 700 Hm durch die Schleifmühlenklamm zum Pürschling. Als nächstes 1100 Hm von Ohlstadt zum Heimgarten. Dann eine Hüttenübernachtung im Karwendel austesten, Falkenhütte oder so.

Und vielleicht in näherer Zukunft mit dem Zamperl auf die Zugspitze. Sofern die DAV-Hütten sich gnädig zeigen und den Hund zulassen…

Dem Himmel der Bayern ganz nah grüßen euch vom August-Schuster-Haus –
image

die Kraulquappe und der Kraxeldachs…

image

… ganz allein am Stammtisch.

A.E.I.O.U. (4)

Und weiter geht’s mit „Austriae est imperare orbi universo“ !

Teil 4: Top-Final-Knocks.

20160607_185959

(Stallburggasse, 1.Bezirk)

 

20160607_143759

(Kaunitzgasse, 6.Bezirk)