It’s raining cats and dogs.

Den dritten Tag in Folge ist alles grau in grau, nasskalt, verregnet. Keinen Hund möchte man da vor die Tür scheuchen (und sich selbst erst recht nicht).

Perfektes Steuererklärungswetter, da ich aber in einer zurückliegenden Regenphase schon vorgearbeitet hatte, ging das nun erstaunlich flott.

Ideale Witterung auch für Freibadbesuche während der bayerischen Sommerferien – man kann im menschenleeren Becken ausgiebig an der Technik feilen, wenn das Thermometer nur schlappe 13 Grad anzeigt.

Ebenfalls eignet sich so eine Auszeit, die der Sommer sich mal wieder nimmt, hervorragend zum Ausprobieren neuer Herbstrezepte: die Kürbis-Mangold-Lasagne gestern war ein Traum. Und zwar ein so großer, dass wir ihn nach der Rückkehr des Gatten vom DFB-Pokal-Glotz-und-Besprech-Nachmittag beim Nachbarn gleich weiterträumen werden, bevor wir dann zur 4. Abendsitzung in Folge auf die Couch sinken, um uns ganz „Elementary“ hinzugeben (nein, kein erotikbefeuerndes Spiel für Paare, sondern unser aktueller Serien-Favorit, in der 3. Staffel).

Oder man liest die Geschichten, die man selbst erlebt und verfasst hat…

…als einen noch die Sommersonne auf der Haut kitzelte und die Bergluft durch Haar und Fell blies.

Die neue WUFF wartet sogar schon mit Herbst- und Winterthemen auf…

… so dass sich die Lektüre auch für all jene lohnt, die an einem verregneten Wochenende gern mal die Stricknadel schwingen (oder Perücken basteln). Cuique suum.

Herzlich grüßt euch

Die Kraulquappe.

Die Nasenkongestion.

Heute habe ich ein neues Wort gelernt.

Statt zu sagen „Meine Nase ist zu“ oder „Ich bin verschnupft“ kann man auch von einer „Nasenkongestion“ sprechen.
Das klingt distinguierter, weil es sozusagen weniger rotzig daherkommt.

Diese kleine Erweiterung meines Wortschatzes bescherte mir Amazon, genauer: Eine Produktbeschreibung auf Amazon. Noch genauer: Die Produktbeschreibung zu einem Seitenschläferkissen.

Auf diese Kissenkonstruktion bin ich gestoßen, weil ich seit Wochen nach etwas suche, das meine nächtlichen Schulter-Rücken-Nacken-Kiefer-Beschwerden lindert. Wenn ich mich umdrehen möchte, wache ich vor lauter Schmerzen auf, morgens bin ich wie gerädert. An eventuelle psychosomatische oder präklimakterielle Einflüsse soll an dieser Stelle mal kein Gedanke verschwendet werden. Ich habe nämlich beschlossen, es ist in erster Linie ein orthopädisches Problem – und zwar keines von mir, sondern von meiner Schlafstatt.

Erst haben der Gatte und ich die Matratzen getauscht, weil ich der Ansicht war, die meine sei zu weich und der Gatte hätte es besser, weil fester, erwischt. Fehlanzeige. Testweise habe ich dann eine Nacht auf der Gästecouch verbracht, die das härteste Stück Bett ist, das es in unserem Haushalt gibt (nach 2-3 darauf verbrachten Nächten reist selbst der Tapferste freiwillig wieder ab). Hat auch nichts gebracht.

Anschließend habe ich „Schlafen ohne Hund“ ausprobiert, da dieser eine nicht unerheblich große Fläche des Bettes zu okkupieren imstande ist, wenn Herrchen/Frauchen nur tief genug schläft. So ein Dackeltier, ab dem menschlichen Steißbein (irgendeine Kontaktstelle muss stets gegeben sein) im 90°-Winkel komplett ausgestreckt liegend, benötigt gut einen Meter Spannbreite bis zur Bettkante, man selbst quetscht sich dann etwas verhutzelt auf einen 40cm breiten Restmatratzenstreifen an die Wand. Auch die hundelosen Nächte brachten keine Verbesserung.

Der nächste Verdacht fiel auf meine Kissen (40×40 und 80×40), mit denen ich nachts tatsächlich oft herumhantiere, um die schmerzende Schulter abzupolstern oder den ganzen Arm etwas erhöht legen zu können oder den Nacken einigermaßen bequem zu betten oder sie ganz beiseite zu legen. Nicht ideal, dieses Umschichten und Herumstopfen mitten in der Nacht. Immer verrutscht was. Vielleicht ist also die Kissensache die Wurzel des ganzen Übels?

Ich machte mich auf die Suche nach einer Alternative. Und stieß auf nie geahnte Möglichkeiten: Es gibt Kissen in H-Form, in I-Form, in J-Form und in U-Form. Nach einigen Recherchen fiel meine Wahl auf ein U-förmiges Seitenschläferkissen für Schwangere (die Dinger sind allesamt für werdende Mütter, aber was soll’s). Die sollen hervorragend entlasten, wenn einen Rücken, Nacken und Schultern plagen, man kann sich an allen nur erdenklichen Stellen abpolstern und sie versprechen Komfort in jeder Position (vermutlich möchte man sie nach kürzster Zeit auch tagsüber permanent um und mit sich haben).

In Kürze werde ich also meine Schlafversuche in diesem wattierten Rahmen starten, der mich sanft umarmen und stützen wird, werde dabei wie hingegossen und wie engelsgleich in einer Wolke schlummernd aussehen (sofern das weiße Nachtkleidchen mit Rüschenborten in der Lieferung enthalten ist).
Noch dazu spart man mit diesem Kissen 52%, und in seinen herrlichen Maßen von 130x70cm sind sogar alle meine Lieblingszahlen enthalten – das nenn‘ ich Fügung!

Ach ja, zurück zur Nasenkongestion, diesem wunderbaren Begriff, den ich bei der näheren Beschäftigung mit diesem Produkt kennenlernen durfte.

Das Seitenschläferkissen kann nämlich eine ganze Menge:

Dieses Wunderkissen beugt somit auch Beschwerden vor, die ich noch gar nicht hatte: Nächtliches Sodbrennen wird mich nun niemals heimsuchen, ebensowenig Genosse Ischias, und stets wird ein Licht am Ende des Karpaltunnels aufscheinen, so viel ist gewiss. Und auch Nasenkongestionen hätten keine Chance, mir meine Nächte zu verderben. Für diesen vierten Prophylaxe-Punkt musste ich Wikipedia bemühen und erfuhr, dass es sich hierbei um Verstopfungen der Nase handelt. Nie mehr morgendliches Nasefreiputzen und womöglich überhaupt nie mehr einen Schnupfen?!

Ein Kissen für oder gegen nahezu alles. Das wäre ja was.
Die Unbilden des Alltags und des Lebens verschnupfen mich nämlich schon genug, da erspare ich mir gerne jeden unnötigen Rotz. Dazu ein andermal. Jetzt freue ich mich erstmal auf meinen neuen Bettgefährten.

Allzeit beste Nachtruhe und ein schönes Wochenende wünscht euch
Die Kraulquappe.

Schläft immer und überall problemlos: Das Dackelfräulein.

High above it all.

Pippa kurz vor dem Seekarkreuz.


Erkenntnis des Tages:

Am Vortag eines wichtigen Termins gibt es keine bessere Ablenkung als eine Bergtour (aber auch ohne jeglichen Termin morgen wär’s ein toller Tag gewesen).
Raus aus dem Kopf, rein in den Körper und die Natur.
Auch so ein steifes Schulterblatt verfliegt im Nu durch den stundenlangen Stocheinsatz. Super.


Bilder des Tages:

Start in Lenggries, Ortsteil Hohenburg.

 

Trinkpause am Hirschbach.

 

Die Rückansicht des vorigen Bildes.

 

Von Wasserfällen begleitet geht’s den Sulzersteig bergauf.

 

Ganz da hinten irgendwo: Der Gipfel vom Seekar (grüne Kuppe mit Kreuz drauf).

 

Anflugschneise zur Lenggrieser Hütte.

 

Zweite Trinkpause. Rüsten für den Gipfelsprint.

 

Das Dackelfräulein mal wieder topfit: Über 900 Höhenmeter, wie eine Nähmaschine!

 

Seekarkreuz erreicht! Spitzen-Aussicht von da oben (Richtung Tegernseer Tal).

 

Die Rückansicht des vorigen Bildes (Richtung Lenggries).

 

Und nochmal runter zur Hütte. Diesmal richtig Pause.

 

Echt jetzt? So schmecken die Berge?!

 

Da fällt die Entscheidung schwer!

 

Am besten nimmt man einfach eine halbe (!) Portion von beidem.

 

Aussicht von der Terrasse der Hütte (Richtung Sylvenstein, Karwendel und Wetterstein).

 

Über den Grasleitensteig geht’s zurück ins Tal.

 

Blick auf den Hausberg von Lenggries: Das Brauneck.

 

Wieder unten! Am Mühlbach, schönster Ortsteil von Lenggries.

 


Song des Tages: „Like a rock“ (Bob Seger)

I stood proud
I stood tall
High above it all
I still believe in my dreams

Das nächste Mal laufen wir da komplett rüber und besuchen den Papa in Rottach.

Von Alpen, Hörnern und Beschaulichkeit.

Heute kamen wir zunächst etwas schwer aus den Federn. Der gestrige Hitzemarsch steckte uns noch arg in den Knochen…

…so dass ich um ein Haar dem auffälligsten und am unstressigsten wirkenden Wegweiser gefolgt wäre…

…wenn das Dackelfräulein nicht plötzlich so verdammt fit gewesen wäre…

…und munter von Alpe zu Alpe bergauf wieselte und nur an manchen Gefahrenstellen mein Geleit suchte.

Nachdem ich 7 kg Dackel durch mehrere Kuhherden und meine müden Gebeine samt des vollen Rucksacks die 850Hm zum Immenstädter Horn geschleppt hatte, dankte ich beinahe dem Herrn, dass wir Gipfel Nr.1 sogar noch vor dem 12 Uhr-Läuten erreicht hatten.

Von den 3 Litern Wasser wurden wir hier oben die Hälfte los…

…danach ging’s weiter, und wenn ich etwas in den Bergen nicht mag, dann sind das Zwischenabstiege, bei denen man den nächsten Anstieg samt Ziel permanent vor Augen hat…

… so wie in dem Fall das Kemptener Naturfreundehaus, dessen Erreichen bei üblem Unterzucker und hochsommerlichen Temperaturen heute echt eine harte Nuss war…

…so hart, dass die eine oder andere schöne Aussicht kaum noch gewürdigt werden konnte.

Bei der Hütte angekommen, mussten zunächst noch die Nachbarschaftsverhältnisse geklärt werden…

…dann ließen wir uns zur wohlverdienten Stärkung nieder und wurden nicht enttäuscht: Bei der Portion hätte glatt noch ein Bernhardiner mitfuttern können!

Mit neuer Energie ausgestattet packten wir noch den Gipfel des Gschwender Horns und sogar den langen Abstieg in praller Sonne…

…die einzige Etappe, auf der ich mich heute besser schlug als mein Hund!

Dank einiger Bäder in Viehtränken hat Pippa dennoch tapfer durchgehalten…

…und geschafft und zufrieden kamen wir beide wieder beim Parkplatz an.

Game over!

Für die Madame hieß es, 2 Stunden bis München gemütlich auf der Rückbank durchratzen, während ihre verklebte, müde Chauffeuse erneut Fußarbeit leisten musste (wg. Landstraßen, Traktoren, LKWs, Entenfamilien).

Schön war’s im Allgäu, wir kommen auf jeden Fall wieder – der Grünten fehlt uns noch und auch Oberstdorf müsste man sich ja endlich mal im Sommer anschauen.

Als irgendwo hinter Huglfing der erste Blick auf Heimgarten, Jochberg und Benediktenwand möglich ist, da kriecht es massiv in mir hoch: Das Gefühl von Heimat, von Nachhausekommen, von Zugehörigkeit. Je älter ich werde, desto häufiger und deutlicher spüre ich das. Vor nicht allzu langer Zeit war mir das noch peinlich, mittlerweile kann ich es genießen.

Eine gute Nacht wünscht

Die Kraulquappe.

PS: Ach ja, liebe Allgäuer, erklärt mir doch bitte mal, was ein „beschaulicher Fußgänger“ sein soll?! Wir haben das Strandpromenaden- und Badevolk gründlich beschaut…

… und waren recht froh, dass wir kein Miteinander mit denen hatten.

Himmel der Bayern (24): Des möcht i ned Missen.

Da samma wieder!

Terminierte Arbeiten erledigt, einigen Ärger und Frust gehabt, ätzende Regenwoche durchgestanden, viel Grundsätzliches durchdacht, mit wenigen Ergebnissen. Den Pony selbst gekürzt. Das Auto endlich gereinigt. Erfreulichen Besuch aus Braunschweig und der Schweiz gehabt. Im See geschwommen, im Freibad sowieso.

Bevor es ab Freitag weitergeht mit so entzückenden Angelegenheiten wie der Steuererklärung 2016, Fensterputzen, Keller ausmisten und dem Termin mit dem Gutachter der Versicherung des Umzugsunternehmens, sind das Dackelfräulein und ich noch schnell für 36 Std ausgeflogen.

Der bayerische Himmel erstreckt sich ja bis ins Allgäu, das in meiner ganz persönlichen Heimatgeografie ein sehr stiefmütterliches Dasein fristet.

Zu Unrecht, denn die Wanderwege sind mal eine willkommene Abwechslung zum Altbekannten daheim im Oberbayrischen. Nur den Dialekt hier, den bräucht‘ ich nicht. Aber auf der 16km-Tour haben wir außer Kühen eh niemanden getroffen (was auch gereicht hat, so wie die uns verfolgt haben).

Luft-Kuh-Ort im Allgäu.

Aus Missen – im Herzen des Allgäus (Geburtsort des Alpkönigs Carl Hirnbein!?!) – grüßt euch

Die Kraulquappe.

Der Tag in Bildern:

Der Wandertag beginnt auf kritischen Pfaden…

…wird dann aber wunderschön.

Blick auf die Allgäuer Alpen. Ned schlecht.

Jede schattige Wiese zum Kühlen nutzen.

Weiter geht’s! Scheiß-Hitze.

Zwischenziel auf dem Weg zum Hauchenberg.

Ahh – das da hinten ist also der Grünten!

Das Ziel zum Greifen nah: Aussichtsturm „Alpkönigblick“.

Ganz da hinten irgendwo: Die Zugspitze.

Kuhnigundenweg 😄! Ich liebe diese schlichten Sprachspiele.

Ein Hydrant, ein Hydrant! (Mit den besten Grüßen nach Paderborn.)

Brauereigasthof Schäffler, unsere Schnäppchenpreisbleibe für 1 Nacht.

Ein adäquates Nachtlager für uns zwei.

That ragged, jagged melody still clings to me like a leech. Zum 13. Juli 2017.

Jetzt hab‘ ich’s doch weitestgehend so gemacht, wie ich’s oft mache, am 13. Juli.

Nach dem Aufstehen erstmal das Telefonkabel wieder eingesteckt: Der Papa ruft sonst um 7 Uhr an, um der Erste zu sein. So ist er um 8 Uhr immer noch der Erste, sofern man den Hund nicht mitzählt, aber der begrüßt einen ja sowieso jeden Tag als wär’s ein Feiertag.

Morgengassi: Die Münchner Boulevardpresse begegnet meinem Altern mit Zuckerbrot und Peitsche.

Hurra – auch in 5 Jahren besteht noch Hoffnung.

Öha! Wie gut, dass ich mich aktuell etwas schone.

Frühstück: Kaffee und Müsli mit Quark und Heidelbeeren, das erinnert an Schweden. Dabei Päckchen ausgepackt und Post gelesen. Jedes Jahr ein Mix aus Überraschungen und Vertrautem, das finde ich gut.

Wer hat hier eigentlich Geburtstag?

Mit den Danksagungen dauert’s diesmal etwas. Dass da bitte niemand beleidigt ist. Ich darf nämlich übers Wochenende verreisen. Zumindest hat der Gatte das so durchklingen lassen.

Das Geschenk (Hotelgutschein? Bahnticket? Kreuzfahrt?) sollte ich suchen, er hatte es vor seiner Abreise in der Wohnung versteckt, aber der einzige Tipp, der mich zum Versteck hätte lotsen können, war dieses lausige Foto, das er mir frühmorgens whatsappte.

Galvanisierter Fahrradsattel auf Bernsteinbrei.

Dieser Ort liegt angeblich innerhalb unserer Wohnung! Mir war nicht klar, was für scheußliche Winkel es bei uns daheim gibt. Offenbar übersehe ich die selbst beim Putzen.

Nach 1 Stunde mühseliger Detektivarbeit unter Zuhilfenahme des Werkzeugkastens habe ich frustriert aufgegeben. Die Bude liegt jetzt in Schutt und Asche, schließlich hab ich gründlich gesucht. Soll er dann aufräumen. Schließlich hat mich diese Aktion um das Weißwurstfrühstück gebracht, das ich mir eigentlich gegen 11 Uhr gönnen wollte.

Zum Trost ins geliebte Schwimmbad: Ausweis vorgezeigt, freier Eintritt, wie immer mit diesem Kindheitsgefühl. Spind 137 war auch frei, nix los an so ’nem Donnerstag. 2.000m geschwommen, bei Sonnenschein.

Mittags das geliebte Dackeltier eingepackt und mit Lieblingsmusik rausgefahren an den Lieblingsort im Umland.

Odel und Jodel zwischen Jägersbrunn und Maising.

Anderthalb Stunden Seeumrundung, 2x Anti-Brumm nachgesprüht, dann im Seehof eingekehrt, auch hier nix los. Den tollen Streuselkuchen und eine leichte Weiße bestellt, mit mir selbst angestoßen und mir das Allerbeste gewünscht. Man muss gut sein zu sich. Ist besser als drauf zu warten, dass die anderen einem das abnehmen. Erkenntnisse aus dem therapeutischen Begleitprozess zu der Zeit als ich den Dienst zu quittieren wagte.

Same procedure as every year.

Freunde tauchen auf, bleiben, tauchen ab, verschwinden, kommen wieder oder auch nicht, manchmal versteh‘ ich’s, manchmal auch nicht. Ich glaube weniger als früher an diese Konstanten, obwohl’s doch ein paar davon gibt, um die ich froh bin. Immerhin ich bleibe mir erhalten, aller Voraussicht nach.

Jetzt noch ein bisschen geradeaus gucken, die Madame darf derweil im Schilf herumkruscheln, irgendwann dann heimwärts fahren, unter die Dusche und danach – mal sehen.

Der Gatte kommt heute extra früher aus Frankfurt heim. Entweder koche ich selbst ein Lieblingsessen, weil das eh besser schmeckt als im Lokal oder ich fahre über Zwischenstopp Hauptbahnhof in die alte Gegend zum Lieblingsitaliener (@Gatte im ICE: jawoll, ich weiß es immer noch nicht, aber irgendwo werden wir was essen).

Danke, liebe D., da ist wirklich alles drauf!

Ich mag diesen Tag, so mitten im Sommer. Sogar mich mag ich an diesem Tag, meistens.
Das allein kann man durchaus ein bisschen feiern – und nebenbei auch das Ende dieser Geburtstagsserie.

Denn ein Jahr ist rum bzw. vor dem Geburtstag von meinem großen Freund S. , mit dem die Serie begann, gibt’s niemanden mehr, den ich beehren könnte oder wollte, daher bilde ich nun selbst das Schlusslicht.

 

That ragged, jagged melody still clings to me like a leech.

In diesem Sinne: Ein Prosit auf das Leben, den Streuselkuchen, den Sommer und die Musik!
Die Kraulquappe.

PS: Und eines schwör‘ ich, spätestens im nächsten Leben treff‘ ich die richtige Berufswahl: erst Byzantinistik und dann…

Hund haben (6).

[Gestern.]

Hat man einen ausgewachsenen Hund, der einigermaßen sozialverträglich ist, darf man gelegentlich an Welpensozialisierungs-Events teilnehmen. Welpenbesitzer freuen sich dann, wenn sie ihren Kleinen mal unter Aufsicht eines Großen frei laufen lassen können. Und man selbst freut sich, weil junge Hunde nun mal entzückend sind, erst recht beim Spielen.

Hier um die Ecke wohnt die Mutter einer Schulfreundin und die hat seit 4 Wochen einen kleinen Norwich-Terrier, 13 Wochen alt ist der Kerl. Paco heißt er.

Pippa sauste zwei Runden mit Paco, stellte aber fest, dass sie viel schneller ist und ging dann Mauselöcher schnüffeln. Der Kleine wich ihr nicht von der Seite, unternahm permanent Überzeugungsversuche, dass man doch mit ihm spielen solle. Irgendwann hat sie sich dann breitschlagen lassen. Rumbalgen, Wälzen, Ohrennagen, Lefzenlecken – das volle Programm.

Und was war der Dank dafür?

Der Kleine ging nahtlos über zum ersten Erproben seiner männlichen Identität!
Mannomann. Reichst du den Kerlen eine Pfote, nehmen sie gleich die ganze Hundedame.

[Heute.]

Das Thermometer klettert schon vormittags über die 30°C-Marke. Als Gassirunde kommt nur ein Wassermarsch in Frage.

Von Schäftlarn nach Icking gelaufen, zu unserer geheimen Bucht, in der selbst an Wochenenden nichts los ist, wenn sie am Flaucher Handtuch an Handtuch liegen. So eine Idylle aber auch.

Doch der Schein trügt.

Was man auf den Fotos nicht sieht: Ich stinke von oben bis unten nach Anti-Brumm, weil in den Isarauen die Bremsen in Scharen unterwegs sind. Die mitgenommene Brotzeit lockt Wespen an, der Hund bricht in Panik aus. Nach einem Bad in der Isar übergieße ich mich erneut mit Anti-Brumm. Dann üben wir 30 Minuten lang „Ruhe geben“. Kein Plantschen, kein Buddeln, keine Uferinspektion, sondern einfach nur Daliegen und Ruhe geben. Nach 15 Minuten kapiert der Hund, dass es mir ernst damit ist und quetscht sich – nass und dreckig wie er ist – zu mir aufs Handtuch. Das lockt nach ein paar Minuten die ersten Fliegen an, der Hund bricht erneut in Panik aus. Also dann doch mal zusammengepackt.

Im Stechschritt, um nicht gestochen zu werden, durch die Auwälder zurück nach Schäftlarn marschiert. Dort wartet das Auto, mit einer Innentemperatur von ca. 65°C. Also erstmal alle 4 Türen aufreißen und die Hitze rauslassen. Pippa muss vor dem Auto warten. Wieder surren Viecher herum. Hund bricht abermals in Panik aus. Schnappt nach einer Biene oder Wespe. Erwischt sie beim zweiten Mal auch. Jetzt breche ich in Panik aus, ein Stich in den Rachen kann gefährlich werden. Ich reiße dem Hund das Maul auf, die Biene kommt mir entgegen und sticht mich in die Fingerkuppe. Mit den Schneidezähnen ziehe ich den Stachel raus, dann schmeiße ich alle 4 Autotüren wieder zu und wir rennen zum nahgelegenen Kloster. Nicht, weil ich denke, Gott könne mir jetzt helfen, sondern weil ich davon ausgehe, dass die in einer dermaßen beliebten Ausflugsregion für solche Fälle vorgesorgt haben. Kalter Schweiß klebt mir auf meiner von Anti-Brumm eh schon verklebten Stirn, die Hand ist bereits dick geschwollen, am Arm sind die ersten Quaddeln.

Im Kloster haben sie alles da. Erst bekomm ich Cortison, dann ein Kühlgel, abschließend noch ein Anti-Histaminikum, ganz wie gewünscht. Auf den medizinischen Cocktail folgt ein Kloster-Weißbier, für die Nerven und überhaupt.

Für Pippa holt die Wirtin gegrillten Fisch und abgekochtes Rindfleisch, eine große Portion, umsonst, versteht sich.
Weil „Da arme Waki wär ja beinah stochn wordn!“. Oh mei oh mei.

Es lebe der Hund, resp. der Dackel.

[Morgen.]
Hundefrei. Der Gatte darf übernehmen. 🙂

Prolaktinsenkende Naturheilmittel.

Es geht bergauf – und zwar in jeder Hinsicht.

Auf dem Weg zur Benediktenwand (26.06.17)

Elende Anstrengung!

Wand und Hund in der Mittagssonne.

Nusskuchenstation erreicht!

Jede Woche zwei Bergtouren – ich bin jetzt fit wie ein Turnschuh (oder besser: wie ein Approach-Schuh).
Unterwegs reichlich alpine Animation für die Hundedame im Hormontaumel: allerorten fröhlichen Kuhfladenslalom, Kühen ausweichen, Seilbahn fahren, Hängebrücken überqueren, Suchspiele auf der Almwiese, Gipfelklettereien, Wildbäche durchqueren etc.
An den Tagen zwischen den Bergtouren möglichst oft zum Erlebnisparkour in die Wälder und Flüsse rund um München.

Aufstieg übers Ettaler Mandl zum Laber (04.07.17) oder: Jakobsweg ist überall.

Nochmal Innehalten: Schon wieder Kuhpassage und Kuhfladen.

Tanztheater im Voralpenland: Kann man verbellen.

Wenn man mit uralten Karten geht oder: Da unten war mal der Soilasee. Schade auch.

Je nach Tagesgestaltung war sie abends so platt, dass sie ihre imaginäre Welpenschar schlicht vergessen hat, keine Energie mehr hatte, um Wurfkistenbauversuche im Körbchen, auf dem Sofa, im Bett oder auf dem Badvorleger zu unternehmen und brav mit dem kalten Waschlappen auf dem Bauch (auch so eine Maßnahme…) einschlief und 8 Std. durchschnarchte.

Mein fast 3-wöchiges Prolaktinsenkungsprogramm war also von großem Erfolg gekrönt!

Das Ettaler Mandl vom Laber aus und aus Dackelperspektive.

Kurz vor dem Ziel: Erster Blick zum Wank und ins Karwendel.

Mein Berglauf-Partner: Philippa vom Schwindauer Land.

Aussicht ins Ammertal und zum „Wellenberg“, das Freibad aus Kindertagen (türkiser Punkt etwa in Bildmitte).

Der verregnete Sonntag vorgestern, den wir mehr daheim als draußen verbrachten, war nochmal ein Test: Wie verhält sich die Madame nun? Kehrt der Hormonirrsinn zurück, sobald an der Ausflugsfront etwas Ruhe herrscht? Und – hurra: Das Verhalten war annähernd normal! Einzig die Milchbar ist noch leicht gefüllt, aber das gibt sich auch bald.

Für 2017 haben wir’s hinter uns mit den Hormonen (zumindest mit denen vom Hund) 🙂

Sonnenterrasse Laber-Bergbahn: Blick auf Wettersteingebirge und Zugspitze (in Wolken).

Fliegende Schirme und müde Gämsen.

Schweinehunde.

Vielleicht sollte ich mal wieder eine neue Serie beginnen. Titel: „Begegnungen am Stadtrand“ oder „Randbegegnungen“ oder so.
Denn hier, wo wir nun wohnen, ist das ja eher eine ungewohnte Mischpoke, der man so begegnet.

Ein würdiger Auftakt zur Serie wäre die heutige Begegnung beim Mittagsgassi allemal gewesen.
Wir trafen nämlich den Wiggerl und seinen Lebensgefährten, den Odin. Ebenfalls beim Mittagsgassi, mit Frauchen.

Pippa war hin und her gerissen zwischen Neugier und Irritation, zwischen Bellen und Beschnuppern.

Etwas, das mit dem Schwanz wedelt und auf demselben Feldweg spazieren geht wie man selbst, muss doch eigentlich ein Hund sein?!

Dem Odin war das ganze Theater ziemlich wurscht. Und zu warm war’s ihm auch.

Einen Gott der Kampfeslust, der Raserei und Ekstase stellt man sich irgendwie anders vor. Sein Namensvetter würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn er ihn so sähe!

Nun gut, das Dackelfräulein hat ihrem Wesen nach mit der Etymologie ihres Namens (Philippa = Pferdefreundin) ja auch nicht viel zu tun (mit der emotionalen Bewertung des Namens dafür umso mehr!).

Einen schönen Mittwoch wünscht
Die Kraulquappe.

Lass ma‘ chillen!

Back in Neuhausen, für einen Vormittag!

Erst zum Tierarzt des Vertrauens, dem Einzigen, der diese Scheinschwangerschaftszeiten nicht dazu missbraucht, uns eine Kastration aufzuschwatzen.

Die Hormon-Drama-Queen liefert eine beeindruckende Vorstellung ab: Zittert wie Espenlaub und wimmert herzzerreißend! Dabei hat der gute Dr. Doolittle NUR GEGUCKT, zugehört und am Schluss mal kurz abgetastet, sonst nix. Die Chemiekeule (Prolaktinhemmer) haben wir mal mitgenommen, kommt aber nur zum Einsatz, falls die Madame nächste Woche immer noch nicht runter ist von diesem „Trip“.

Ablenkung ist die beste Medizin, sagt Dr. Doolittle wie immer, ja aber Herrschaftszeiten, man kann jetzt auch nicht täglich 8 Std Berge besteigen oder Seen aufsuchen oder Besuch einladen… (auch wenn’s funktioniert).

Merke: Den nächsten Urlaub so legen, dass er diese Phase komplett abdeckt. Also 2-4 Wochen Fernwanderweg oder so, das wär’s. Nur wenn’s blöd läuft, hilft auch das nix, denn schließlich ist das Hundehirn ja in der Lage, diesen Hormonirrsinn zu verschieben, wie man sieht. Der Umzugsstress hat es nur unterdrückt, die Hypophyse sagt dann „Ja mei, ist eh schon genug Trubel, dann hauen wir die Hormone halt erst ein paar Wochen später raus, auch recht!“.

Im Alltag hilft also nur: Möglichst wenig daheim sein, viel raus gehen, viel Neues erleben, den Hund überall hin mitnehmen.

Daher gleich nach dem Tierarzt zum Friseur des Vertrauens, auch im ehemaligen Viertel. Nach fast 4 Monaten endlich mal wieder Haareschneiden! Bei 32°C ist der Segen sofort spürbar.

Danach eine Runde durch den Olympiapark und weiter zum Mittagsimbiss beim Österreicher in den alten Gefilden. Die machen jetzt einen auf hip hier (kaum ist man weg!). Chinchilla to drink – mit Gemüse und Kräutern. Brrr! Aber die gerösteten Knödel mit Gemüse sind immer noch da, bodenständig und gut.

Anschließend geht’s weiter zum See, damit das Hormonbündel seine Milchbar kühlen kann. 

Nicht auszudenken, man hätte einen regulären Job, mit geregelten Arbeitszeiten und so. Angestellten empfehle ich klar einen Rüden, am besten kastriert!

Ich arbeite jetzt nachts zwischen 21 und 1 Uhr, wenn die Hundedame nach ihrem abwechslungs- und ereignisreichen Tagwerk mal etwas ruht (ohne zu jammern). Anschließend bin ich wieder mit Ablenken und kalten Umschlägen beschäftigt. Wenn’s gut geht, mache ich für 4-5 Stunden mal ein Auge zu, bevor das nächste Ablenkungsprogramm startet. Der Gatte hat sich wohlweislich aus dem Staub gemacht und schwitzt in Oldenburg vor sich hin. Angeblich eine Tagung. 

Ein Prosit auf diese chillige Zeit!