Hund haben (8).

Eigentlich bloß ein Nachtrag zu meinem vorigen Beitrag, in dem ich etwas arg achtlos und nebenbei diesen Werbeaufkleber an der U-Bahnstation Thalkirchen erwähnte:

Mittlerweile hab‘ ich die „Couture“ recherchiert und traute meinen Augen kaum.
Es gibt wirklich nichts, was es nicht gibt, aber sehen Sie selbst:

Homepage der Dachshund-Couture.

Luxusprobleme: Bavarian vs. Chagall coat.

240€ ?!? So teuer ist ja mein eigener Wintermantel nicht…

Be the center of attention!

Das ist ja bitter. Da liegen wir also mit unserem letztjährigen 35€-Fleece-Fetzen (wegen dessen Anschaffung ich schon schwer mit mir gerungen habe) quasi unter C&A-Niveau, was die Dachshundmode angeht. Au weia!

(@Freundin D.: Vielleicht kannst du diese erschütternde Tatsache beim demnächst geplanten Engernähen des Fetzens irgendwie berücksichtigen? Eine Edelweiß-, Brezen- oder Weißwurstappliaktion aufnähen oder so? Ginge das?)

Alpine Anmut oder: Der Hundsarsch.

Die Bergwelt bietet ja zahlreiche Highlights, auch im sprachlichen Bereich.
Bei der Planung des allwöchentlichen alpinen Ausflugs hatte ich diesmal eigentlich eine Tour ins Auge gefasst, die ich beruflich hätte nutzen können. Südlich von Füssen, was ja von München aus schnell erreicht ist, wollte ich in die Tannheimer Berge gehen, also ins bayrisch-tirolerische Grenzgebiet und zwar auf die Otto-Mayr-Hütte, die – man halte sich fest! – als vermutlich einzige Hütte des Alpenvereins eine „Hundesuite“ anbietet. Man wäre einmal das leidige Hoffen auf die Gnade, zusammen mit seinem Vierbeiner wenigstens in den verwanzten Winterraum verbannt zu werden, los (ebenso das, gar ein Zweierkammerl zu ergattern, in dem man gemeinsam nächtigen darf). Wau!

Eine Hundesuite!
Laut Schilderung der Hüttenwirtin handelt es sich um ein eigenes Häuschen mit Doppelbett und großem Hundekörbchen, Holzboden und Kleiderablage, Fenster und Vorhang (und bestimmt auch einem Kruzifix an der Wand). Sofort dachte ich mir: „Da gehst du hin und machst einen Beitrag draus!“. Was ich auch weiterhin vorhabe, nur eben nicht diese Woche umsetzen kann, da die Suite leider ausgebucht ist. Muss man mit mehr Vorlauf planen, denn der einzige Hort der Hundefreundlichkeit im bayrisch-tirolerischen Alpenland ist natürlich sehr begehrt und wird bereits wochenlang im Voraus reserviert.

Schade dennoch, denn das Wetter hätte in den nächsten Tagen gut gepasst, Mr. Speedhiking hätte uns begleitet und gemeinsam hätte man glatt noch einen spektakulären Abstecher zum in 1.600m Höhe gelegenen Hundsarschjoch einbauen können, mindestens aber zur Hundsarschalpe (ich empfehle, diese Worte mehrfach hintereinander laut zu sprechen, sie gewinnen mit jedem Mal an erquickendem Wohlklang).
Des Dackelfräuleins knackiger Popo, wie er die letzten, felsigen Meter zum Hundsarschjoch hinaufwetzt – ich sah das Foto schon vor mir!

Nun denn, hoffentlich klappt es in den nächsten Wochen noch mit dieser Unternehmung.

Das hoffe ich wirklich, denn auch ein anderes Vorhaben, die Watzmann-Besteigung, fällt leider ins Wasser. Es herrscht generelles Hundeverbot auf dem Watzmannhaus seit letztem Jahr – wegen schlechter Erfahrungen (keine Bürste/Handtuch dabei, überall Dreck, Hundekot im Zimmer, vor der Hütte etc.). Immer ein paar Deppen, die ihren Hunden kein Benehmen beibringen, selbst auch keines haben, und es mit den daraus resultierenden Generalverboten allen anderen versauen.
Mittelfristig plane ich ein Ehrenamt als Hütten-Botschafterin für Hunde zu bekleiden, um mit allen Mitteln diesen unsäglichen Missstand zu bekämpfen (an beiden Fronten, versteht sich).

Statt einer Hüttentour, die mir momentan aufgrund immer noch zu überbrückender Wartezeit auf Entscheidungen, die sich meinem Einfluss entziehen, als Ablenkung sehr gut gepasst hätte, backen wir diese Woche also etwas kleinere Bergbrötchen und marschieren morgen aufs Hörnle.
Dies erfreulicherweise ebenfalls mit Herrn Speed und mit Einkehr auf einer Hütte, aber eben ohne Übernachtung. Das Hörnle stand ja sowieso auf der To-hike-Liste 2017. Schöne Rundtour mit 2,5 Gipfeloptionen.

Und der Hüttenwirt Seppi Schwinghammer bietet zumindest namentlich einen halbwegs würdigen Ersatz für die Hundsarschalpe unterhalb des Hundsarschjochs.

Jetzt ein bisschen die Pfoten hochlegen bis morgen Früh und hoffen, dass die einzige plötzlich verschollene Wanderkarte in meinem Bestand (Murnau/Kochel) sich noch wiederfindet.

Einen angenehmen Dienstagabend wünscht –
Die Kraulquappe.

Das Problem mit/an/bei der Präposition.

Oder: Wenn Redakteure sich nicht an die vom Autor vorgegebene Überschrift halten 😦

Da freu‘ ich mich übers Kuvert mit dem Belegexemplar von „Mein Hund & ich“, blättere zu Seite 70 und kann es nicht fassen: Keine Socke wandert „in“ der Benediktenwand, man wandert „zur“ Benewand oder „auf“ dieselbe, meinetwegen läuft man auch „unter“ ihr herum. Ein paar Geübte gehen „in“ ihr Klettern, das aber hoffentlich niemals zusammen mit ihrem Hund.

Dabei hockt die Redaktion auch noch hier in München und müsste diesen Hausberg eigentlich kennen, zumal der Verlag haufenweise Wanderführer produziert…

Naja, vielleicht waren sie grad so gut drin im Überschrifteln. Titelthema des Hefts „Wecken Sie das Genie in ihrem Hund“. Anderes großes Thema: „Dog-Trekking in der Natur“. Da war es dann nicht mehr weit „in“ die Benediktenwand.

Zweiter faux pas: Bildunterschriften. Manche davon sind glatt gelogen.

Der Hund war topfit. Der hätte locker noch den Gipfelgrat gepackt.

Sei’s drum. Die neue Gästeschlafcouch kann man trotzdem davon bezahlen und außerdem war’s ein Herzensthema.

Einen grünen Donnerstag wünscht

Die Kraulquappe.

Nothin‘, it ain’t nothin‘, honey, if it ain’t free. Zum 10. April 2017.

Lieber Bobby,

lang, lang ist’s her, leider!

Aber ich hab‘ den Tag nie vergessen, an dem wir uns zum ersten Mal gesehen haben, bei unserem Blind Date, dort oben in Nörten-Hardenberg.

    

Es hätte der Beginn einer großen Hundeliebe werden können, wenn sie uns nicht nach diesem einen Tag schon wieder auseinandergerissen hätten!

Seither sieht die Situation so aus: 603 Kilometer voneinander entfernt döst jeder einsam vor sich hin…

  

… und sieht den anderen bestenfalls in irgendeinem Hundejournal.

  

Das ist doch kein Zustand!

Ich kann nur hoffen, dass wir uns im Herbst tatsächlich in der Rhön treffen, so wie unsere MamasFrauchen es schon ausgemacht haben. Dann scheuchen wir die beiden den Kreuzberg hinauf, abgemacht? Lassen sie kurz ihr Klosterbier runterkippen und weiter geht’s! Es gibt schließlich viel Aufregenderes als Rumhocken in Lokalen. Ich hab‘ da schon eine Menge Ideen, was wir anstellen können…

Für deinen heutigen Ehrentag wurde mir bei der Songauswahl freie Pfote gelassen, und weil ich dauernd diesen Bruce hören muss, hab‘ ich gedacht, ich wähle mal eine Frauenstimme, das erfreut einen Kerl wie dich bestimmt mehr als männliches Gebell, denn das kannst du schließlich selbst 😉

Ich habe mich für einen meiner All-time-favorites entschieden, weil mich der Text ein bisschen an uns erinnert.

I pulled my harpoon out of my dirty red bandana
I was playin‘ soft while Bobby sang the blues
Windshield wipers slappin‘ time
I was holdin‘ Bobby’s hand in mine
We sang every song that driver knew

Freedom’s just another word for nothin‘ left to lose
Nothin‘, it ain’t nothin‘ honey, if it ain’t free
And feelin‘ good was easy, Lord, when he sang the blues
You know feelin‘ good was good enough for me
Good enough for me and my Bobby McGee

Gut, wie man auf den Fotos sieht, war es eine hellblaue Bandana. Und deine Pfote ist viel zu groß als dass ich sie je in meiner halten könnte. Außerdem saßen wir auch nur zusammen in einem VW-Bus, und der Fahrer war eine Frau.

In meiner Erinnerung haben wir trotzdem zusammen gesungen – und vor allem haben wir unsere Freiheit genossen. Als hätten wir nichts zu verlieren, als ginge es nur um diesen Moment, diese Ackerfurche, diese Hasenfährte, diesen Pferdeapfel oder diesen Knochen…
Das können wir schließlich viel besser als die Menschen!

Für dein neues Lebensjahr wünsche ich dir daher stets genug Freiheit, Freilauf, Freiraum und freie Wahl beim Fressen!

In diesem Sinne: A very happy Dogday & see you on the trail!
Deine Pippa.

Wuff, wuff – hurra!

Drei neue Themen am Wickel, und zu jedem einen Auftrag an Land gezogen 🙂
Das Dackelfräulein wird nun auch außerhalb Münchens, Bayerns und Deutschlands berühmt!

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Wir recherchieren, marschieren und fabrizieren jetzt für WUFF, die auflagenstärkste Hundzeitschrift Österreichs.
Dazu eine Bitte an die Hundehalter in der Leserschaft: ich brauche euren Input!

Seid ihr ein Paar und habt euch gemeinsam einen Hund zugelegt? Wenn ja, dann schreibt mir doch zu folgenden 3 Fragen:

1. Hat der Hund eure Beziehung verändert?
2. Welche waren/sind die positiven und/oder negativen Einflüsse des Hundes auf eure Partnerschaft?
3. Habt ihr das vorher geahnt, dass es sich so entwickeln würde?

Unter kraulquappe@web.de freue ich mich auf eure Antworten. Selbstverständlich wird jede Information absolut vertraulich behandelt. Das heißt ihr werdet nirgends namentlich geoutet, so dass die Welt erführe, dass Fifi, Lumpi, Wastl etc. bei euch Bett schlafen oder euch nur unter „Mami“ und „Papi“ kennen. Es geht mir ausschließlich darum, meinen eigenen Hundebesitzerhorizont um fremde Erfahrungen und Erlebnisse zu erweitern, und diese Erkenntnisse dann in meine Arbeit einfließen zu lassen.

Vielen Dank bereits im Voraus, falls ihr euch zu einer Mail aufschwingt!

Und die Dusche funktioniert auch wieder. Sauber und warm lässt es sich einfach besser freuen & arbeiten. Großen Dank an D. fürs angebotene Duschasyl hier um die Ecke, gleich neben dem Lieblingsbäcker.

Einen schönen Mittwoch wünscht euch
Die Kraulquappe.

So nicht. Oder: Das Nobelsofa.

Ein paar Tage zwischen Mängelbeseitigungsaufforderung, fruchtloser Korrespondenz mit der Hausverwaltung, Rechtsberatung beim Mieterverein, Vorsorgevollmachtstermin (den Papa betreffend), neuen Arbeitsaufträgen und sogar normalem Alltagskram hin und her geeiert, während Lkws in Weihnachtsmärkte rasen, der Tag naht, an dem mein im Januar gestorbener Freund nicht mehr 55 werden wird und mir vorhin die Nachbarin so ganz nebenbei im Treppenhaus berichtet, dass ihre beiden Kater am Wochenende aufs Nobelsofa von Ligne Roset gepinkelt haben („Das hat 5.000€ gekostet!“) und gestern auf die Marmorplatte der Kommode („Die sind vielleicht verhaltensgestört!“), weshalb sie nun eine Anzeige aufgegeben hat („So kann es unmöglich weitergehen!“), um die Kater abzugeben („Natürlich nur in gute Hände!“).

Die beiden sind 12 und die Nachbarin hat sie von klein auf. Da bleibt einem doch echt die Spucke weg.

Fast bin ich geneigt, ihr zu wünschen, dass man sie auch eines Tages abgibt, falls sie aus psychischen oder altersbedingten Gründen ins Bett pinkeln sollte. Aber vielleicht haben es die beiden, nachdem sie 12 Jahre stinklangweiliges Katzenleben allein in der Wohnung verbringen mussten, nie raus durften und während der zahlreichen dreiwöchigen Urlaube ihres Frauchens 1x am Tag von einem Katzensitter ihr Futter in die Schüssel geworfen bekamen, anderswo eh besser. Hoffentlich.

Und hoffentlich bringt sich die Nachbarin dann nicht ein neues Tier von einem dieser Urlaube mit, die sie gern mal in Länder wie Rumänien, den Irak oder die Türkei unternimmt („Da ist alles so schön, weil noch so ursprünglich!“), an dem sie dann ihre mehrfach lautstark kundgetane große Tierliebe („Ich hätte ja sooo gern ganz viele Tiere!“) ausleben könnte („Diese Straßenhunde sind ja so süß und so arm!“). Sie ist bewegungsfaul und fett korpulent, die Nachbarin, möge sie also bloß die Welpen verschonen.

Na gut, ich gebe es zu: Meine ohnehin schon angeknacksten Filter sind jetzt definitiv zu durchlässig geworden. Da brennt die Sicherung dann schneller durch als üblich.
Daher schließe ich mich nun doch den zahlreichen Bloggerkollegen an, die über Weihnachten die Schotten dicht machen.

Euch allen schöne und friedliche Feiertage, mit oder ohne Weihnachtsfest, mit oder ohne Familientrubel, mit oder ohne Geschenke.

Manchmal ist weniger ja mehr und Hauptsache, der Stress bleibt mal für eine Weile draußen vor der Tür (wie die Eiseskälte ja auch), so dass ihr es drinnen gemütlich und kuschelig warm habt, allein, mit euren Lieben und Haustieren. Das ist doch dann schon was.
Sogar verdammt viel, finde ich.

Gute Zeit für euch – wir hören und lesen uns wieder in alter oder neuer Frische ab dem 27.12.!
Eure Kraulquappe.

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(© Dorthe Landschulz)

We told each other that we were the wildest… (The Bobby&Pippa-Theme)

Die neue Woche beginnt mit einem gemütlichen Hund-Mensch-Frühstück an einem eigens hergerichteten Tisch in der Lobby. Und sie beginnt sonnig.

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Beste Voraussetzungen also für ein BDBD, das für heute anberaumt war. BDBDs sind Blog-Dog-Blind-Dates, die sich aus der Bloggerei von Hunden und ihren Haltern ergeben, wenn die zentralen Interessen „matchen“ (wie man in der Partnerbörsensprache so sagt).

Für die Hunde-Singles wird von den jeweiligen Besitzern ein Treffen arrangiert, bei dem es Einiges zu beachten gilt:

  • stabile Wetterlage, denn niemand möchte seinen potentiellen Gefährten im Pissregen kennenlernen, wo es einem die Frisur verhagelt
  • gute Beschnupperbedingungen, d.h. kein Aufeinandertreffen in beengten Verhältnissen oder Räumen, in denen einer der beiden bereits Revieransprüche anmelden könnte
  • adäquater Spazierweg für einen ausgedehnten, leinenlosen Ausflug – möglichst auch ohne Konfrontation mit anderen Hunden, Katzen, Hasen, Rehen, Wildschweinen oder Fliegen, die das Kennenlernen stören könnten
  • ausreichend Zeit und Ruhe, um einander besser kennenzulernen als es z.B. das sogenannte Speed-Dating erlaubt, das ja mehr auf Quantität denn auf Qualität setzt

Mensch kümmert sich also um diese Parameter, während Hund Zeit hat, sich in aller Ruhe auf das Date vorzubereiten.

Bei den Damen geht es um Fragen wie „Auf welches Parfum fährt der Rüde wohl ab – soll ich vorher noch duschen oder wälze ich mich besser in Kuhfladen?“, „Ist es geschickter, wenn ich mich bei der Begrüßung stürmisch gebe oder empfiehlt es sich, ein bisschen desinteressiert zu tun?“ und „Trage ich das lange Ohr eher offen oder bedeckt?“.

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Derweil wälzt der Herr Überlegungen wie: „Was mach‘ ich nur, wenn sie sehr klein sein sollte und ich spontan große Gefühle mit noch größeren Gesten zeigen will?“, „Wie lange muss ich wohl abwarten, bis ich endlich überall an ihr riechen darf?“ und „Welches ist das Outfit, in dem ich am besten als Gentleman rüberkomme und einen manierlichen Eindruck mache?“.

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Um 13 Uhr ist es dann soweit.

Das bayrische Isarfräulein Pippa und der gestandene Harzer Wanderkaiser Bobby treffen bei der alten Mühle des Burghotels Hardenberg – romantischer könnte die Kulisse kaum sein! –  aufeinander.

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Die Menschen haben eine 2,5 stündige Wanderung zur Nachbar-Burg Plesse vorbereitet und so zog man – nachdem die ersten aufgeregten Botschaften an das Brücklein und in die Wiese geschrieben und kommentiert worden waren – in zwangloser Runde plaudernd und einander beschnuppernd los.

Herrliche Waldwege luden ein zu ersten gemeinsamen Sprints, freie Felder animierten zur Teamarbeit bei der Mäusesuche und einige längere Steigungen sorgten auf natürliche Art und Weise für Gesprächspausen, in denen man auch mal schweigend nebeneinander her hecheln und den anderen dennoch an seiner Seite spüren konnte.

Fiel Pippa aufgrund ihrer kurzen Beinchen mal ein Stück zurück, wartete Bobby geduldig oder ging nach ihr schauen und kam gemeinsam mit ihr zurück. Als zwei Handtaschenhunde unseren Weg kreuzten und sich anschickten, ihre Nasen Richtung Dackeldame zu recken, intervenierte der selbstbewusste Labradoodlerüde umgehend und brachte dadurch unmissverständlich zum Ausdruck, dass die Kleine seine Verabredung war und die anderen nichts, aber auch gar nichts anging.

Und, was soll man sagen?! Hoch oben auf der Burg Plesse angekommen war alles geritzt. Einträchtig saßen die beiden nebeneinander…

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… man brauchte sie gar nicht mehr getrennt voneinander befragen, ob ihnen die andere Hälfte des Herzblatts zusagte …

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… denn während wir alle auf den Hotel-Shuttle-Bus für erdverkrustete Hunde und verschwitzte Menschen warteten, der uns zurück zur Burg Hardenberg kutschierte (kostenloser Service des wunderbaren Hotels!), wurden sowohl Wassernapf als auch Würstchen friedlich geteilt.

Nur schade, dass man den gelungenen Tag nicht noch gemeinsam bei einem anständigen Wildschweinragout in der Keilerschänke und anschließendem Kuscheln vor dem Kaminfeuer ausklingen lassen konnte, sondern die Menschen der Ansicht waren, dass man es beim ersten Mal nicht gleich übertreiben sollte.

So ging die Sonne schließlich hinter der Burgruine von Hardenberg ebenso einsam unter…

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… wie sich Pippa auf ihrem Lesesessel niederließ, um Bobby noch intensiv nachzuträumen.
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Ich schlich mich leise zu ihr hin, legte mein Ohr ganz sacht an ihres, und – siehe da! – ich konnte sie hören, die Melodie ihres Traumes.
Komponiert von den Erlebnissen des Tages und vollendet intoniert von der Atmopshäre an diesem magischen Ort, an dem nicht nur der große Bobby zu Besuch war, sondern auch the Boss himself, die beiden einander so ähnlich hinsichtlich Kraft, Vitalität und Energie – und so labradoodelte es in ihr:

Yeah, we told each other that we were the wildest
The wildest things we’d ever seen…

…. now I wished you would have told me
I wished I could have talked to you
Just to say goodbye Bobby (Jean).

Schön war’s, ihr beiden.
Danke, dass ihr hier wart & wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen!

Die Kraulquappe & ihr Dackel.

Himmel der Bayern (3): Hirschberg bzw. „Mei, da Waki!“

An sich war das gestern ein fast friedlicher und perfekter Ausflugstag.

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Tegernseer Tal, vom Hirschberg aus betrachtet.

Pippa topfit, ich Voltaren forte, ansonsten genug Sonne, 23 Grad, Parkplatz in Kreuth geradezu leer. Kreuth liegt südlich von Rottach-Egern, dem Ort am südlichen Ende des Tegernsees, wo mein Papa lebt, den wir zuletzt am Vatertag besucht haben. Es wurde also mal wieder Zeit.

Davor ging es auf den Hirschberg (schließlich will das abendliche Wunschgericht, das der Papa kocht, erstmal verdient sein).

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Von Kreuth-Scharling marschierten wir in knapp 2 Std auf den Gipfel. Pippa immer etliche Dackellängen voraus. Da wir erst mittags aufgebrochen waren, kamen uns beim Aufstieg all jene Bergsteiger entgegen, für die exakt das Diktum zu gelten schien, mit dem mich der Papa die gesamte Kindheit lang terrorisiert hat: „Bergtour = Abmarsch um spätestens 8 Uhr“ (am Parkplatz wohlgemerkt, nicht daheim in München). Alles andere war indiskutabel (seit ich erwachsen bin, gehe ich einfach los, wann ich mag, und bin noch nie in der Mittagshitze verkokelt, wegen später Ankunft an der Hütte verhungert oder beim Abstieg im Dunkeln verloren gegangen).

Das Auftauchen jeder neuen Truppe von Wanderern, kündigte sich mir stets dadurch an, dass das Erscheinen meiner Vorhut bei den Leuten jedes Mal einen Kommentar provozierte. Wirklich jedes Mal. Ich meine, dafür dass so ein Hund ja kein Wort sprechen kann, prasseln ganz schön viele Worte auf ihn ein.

Gestern hab‘ ich mal gesammelt.

Absoluter Spitzenreiter war: „Mei, da Waki!“ (was auch immer dieser Ausruf genau bedeuten soll). Für die Preußen unter den Lesern: Der Dackel an sich heißt in Bayern pauschal Waki, Waldi oder Wastl, unabhängig von Rau-, Kurz- oder Langhaar und Geschlecht. Und weil jeder seinen Namen kennt, muss ihn wohl auch jeder anquatschen (so meine Theorie).

Dicht auf „Mei, da Waki!“ folgten „Mei, da muass da Waki aba schnaufn!“ (offen gestanden habe ich gestern deutlich mehr geschnauft, aber das interessiert halt kein Schwein) sowie „Ja, wen hamma denn do? Wos deasdn du do herobn?“ (ja, wen sollen wir da schon haben, wer zum Teufel ist überhaupt „wir“ und woher nehmen die Leute eigentlich das Recht, eine erwachsene Hundedame zu duzen?).

Weitere Kommentare waren: „Mei, da arme Waki, mit de kurzn Haxn…“ (äh ja, wie man sieht geht das erstaunlich gut und flink, aber die Stummelbeinchen erregen fast immer Spott, Erstaunen oder Mitleid).

Nettes Erlebnis dann mit einer vor Entzücken tirilierenden Familie aus Holland: „Ou, ein echte Teckel, können wir Foto machen?“ (klaro, ich mag Holländer, wenn das semmelblonde Quartett samt Dackel fotografiert werden möchte, jederzeit, was ich dann auch tat, als Entschädigung durften sie mir was zu den Hundestränden in Zeeland erzählen, wohin wir schon lange mal verreisen wollen).

Aber auch Unverschämtheiten begegneten uns: „Der muss ja aufpassen, dass er sich nicht auf die Zunge tritt, hahaha!“ (Depp, damischer, noch nie was davon gehört, dass Hunde sich nur so etwas Kühlung verschaffen können?)

Und natürlich die unvermeidbaren Frauen-Kommetare: „Ja schau, ein Dackele, wie süss, die sieht man ja nur noch so selten, dabei sans so liab!“ (hat aber nix mit den Bergen zu tun, hören wir auch anderswo ständig).

So war die herrliche Ruhe auf dem Berg immer wieder unterbrochen von derlei ungebetenen Äußerungen, man hat dann die Wahl, ob man darauf eingeht (denn eigentlich richtet sich der Ausruf ja an den Hundehalter) oder stumm vorbeistapft (wozu ich tendiere, obwohl man dann zu spüren bekommt – durch Grummeln und Grunzen oder einen weiteren Spruch -, dass sie einen für einen Stoffel halten, was mir aber wurscht ist).

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Auf dem Gipfel haben wir kaum Platz, weil eine ganze Schulklasse sich gackernd dort tummelt, aber auf der Hütte war dann genug Stille – außer uns nur ein Lüneburger Vater mit seinem Sohn, die ihre Rast auf meherere Stunden ausdehnten, da der Sohnemann keine Lust hatte, den doofen Weg, den er sich hinauf gequält hatte, auch wieder hinunter zu gehen (angeblich war ich auch mal so, wenn man meinem Vater Glauben schenken will, falls das stimmen sollte, wird es daran gelegen haben, dass man mich im Tiefschlaf auf den Berg gescheucht hat).

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Pippa und ich teilten uns zwei Weißwürste, füllten die Flüssigkeitsvorräte auf, machten ein Nickerchen und traten dann den Rückweg an (ich würde sagen, die Konditionskrise des Dackels ist endgültig überwunden und die Ball-Entwöhnung steht kurz vor dem erfolgreichen Abschluss, wir geben uns aber auch alle Mühe, ein attraktives Alternativprogramm anzubieten, also da kann uns keiner Faulheit oder Ideenlosigkeit vorwerfen).

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In Rottach erwarteten uns nach einer Dusche leckere Wiener Schnitzel – „uns“, weil der Papa immer ein paar Rand-Stückchen für den Hund beiseitelegt – mit selbstgemachtem Kartoffelsalat und einem kühlen Hopf-Bier (ich muss gestehen: wenn der vegetarische Gatte auf Tagungsreise ist, unterlaufen mir manchmal solche „Fleisch-Tage“).

Die Heimfahrt nach München ging – der EM sei Dank! – so zügig wie noch nie, auf der A8 und dem Mittleren Ring gähnende Leere, ein Traum! Beim 2:0 der Franzosen ruhten Waki und ich bereits in Morpheus‘ Armen (seit ich im Tippspiel irgendwo zwischen Rang 10 und 13 liege, hat mein EM-Interesse schwer nachgelassen).

Einen guten Start in eines der wenigen Sommer-Wochenenden 2016 (und meiner Freundin B. eine gute Fahrt ins Land der voraussichtlichen EM-Sieger!) wünscht euch –
Die Kraulquappe.

Himmel der Bayern (2): Olympic spirit for dogs.

Man muss nicht immer ins Auto steigen, um zu schönen Fleckchen zu gelangen. Die gibt es auch vor der Haustür.

Beispielsweise auf unserer Alltagsrunde durch den Olympiapark.

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Zu oft „Schau her!“ gesagt, daher Turmspitze abgeschnitten.

 

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Zu freundlich „Nein“ gerufen, doch noch reingesprungen.

 

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Gar nichts gesagt, trotzdem von Peter Maffays Pfoten auf dem „Walk of Stars“ abgewendet.

 

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Zu spät „Halt!“ geplärrt, nochmal in den See gesprungen.

 

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Zur Strafe besteigen wir den höchsten Berg im Gelände und üben „Platz und bleib“.

 

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„Bring die Frisbee!“ klappt auch noch nicht wirklich…

 

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… stattdessen zeigt sie mir die Zähne (groß zoomen!).

Nach 14.000 Schritten bei Sonnenschein und 3 Stunden im Park kommt uns der Olympic spirit allmählich abhanden. Die Dackeldame hechelt und mir tut wieder die Schulter weh, ich schiebe es mal aufs Frisbee-Werfen.

Aber wir müssen im Training bleiben, der nächste richtige Berg ruft.

Einen schönen fußballfreien Sommerabend (ja, man kann endlich wieder rausgehen!) wünscht euch

Die Kraulquappe und ihr Waldi.

 

Gen Süden?!

Heute im Englischen Garten…

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…findet Pippa ein weggeworfenes Plastiksäckchen (eines von denen, die in Österreich mit „Ein Sackerl fürs Gackerl“ beworben werden)…

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…starrt mich an und scheint „Guck du dir das mal an!“ zu sagen. Also gucke ich’s mir an.

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Aha!
Wussten wir das? – Nö.
Wollten wir das wissen? – Nö.
Mir doch wurscht, ob der Hund eine Kompassnadel im Popo hat oder nicht.

Was sollen wir denn noch alles beachten, wenn wir unsere Viecherl spazieren führen? Speziell verdauungsfördernd ausgerichtete Alleen wählen?

Sogar für den Scheiß gibt es eine App: „MagnOr“ für iPhone und für Android. Da kann jeder Hundehalter mitmachen und mit seinen Ergebschnissen das Forschungsprojekt an der Uni Duisburg-Essen unterstützen. Über 7000 Probanden sind bereits beim Häufchenmachen analysiert worden!

Ich werde mich in derlei Forschung erst einklinken, wenn eines Herbsts berichtet wird, dass bereits 7000 Hunde gesichtet wurden, die in die Lüfte abheben und sich den Zugvögeln anschließen, um gen Süden zu fliegen.

Schönen Samstag allerseits!
Die Kraulquappe

PS: Noch ein Hinweis für die, die sich die App gleich downloaden und mitmachen. Die Studie hat auch ergeben, dass Hunde sich bei ihrem Geschäft nur dann richtig einnorden, wenn das Magnetfeld sich ruhig verhält, was bei Tageslicht nur in etwa 20 Prozent der Zeit der Fall ist. Außerdem sollte ihr Frauchen/Herrchen sie nicht stören. Also erst nachts mit dem Hund und der App raus auf die Wiese und losforschen.