Tacktacktack.

Die Menschheit räumt die Supermärkte leer als stünde der Ausbruch einer mehrwöchigen Katastrophe bevor, die man nur mit entsprechender Bevorratung (und selbst dann nur vielleicht) überleben kann. Da sind wir mit der recht überschaubaren Bestückung eines Kühlschranks für lediglich drei Tage und unseren Zwei-Personen-Haushalt plus Hund vergleichsweise gut dran, meine Taschen sind auch so schon schwer genug, die Schlepperei und das Aufsuchen von vier Läden reicht mir bereits vollauf.

Die Weihnachtspost fällt heuer ebenfalls übersichtlich aus. Heute purzelt nur ein einziges Kuvert durch den Briefkastenschlitz in den Flur, das müssen die Karten für eine Veranstaltung sein, die ich vorgestern bestellt habe.
Wundere mich beim Öffnen kurz über die Geschenkverpackung, die ich mir selbst eigentlich nicht dazubestellt hatte, zumindest nicht wissentlich.
Klappe das Mäppchen auf und finde drinnen nicht meine Tickets vor, sondern einen Gutschein, den ich mir definitiv nicht bestellt habe, da ich mir üblicherweise selbst keine Überraschungen beschere, denn dafür sorgt ja das Leben mit all seinen Zu- und Unfällen – da braucht man gar nix ordern, das kommt ganz von allein daher.

In all den Papieren, die in dem Geschenkumschlag stecken, muss man lange und gründlich suchen, bis man im Kleingedruckten schließlich einen Hinweis auf den noblen Gutscheinschenker findet und ohne Brille fände man ihn überhaupt nicht.

Ja sowas (ja is‘ denn heut schon Weihnachten?!?): M. spendiert 50 Öcken für meine zukünftige musikalische Erbauung und bezeichnet diese wunderbare Gabe als Dankeschön für die Bloglektüre, die er so sehr schätzen würde.
Wow, das gab’s ja noch nie, dass das Bloggen mal konkret was abwirft, also was Materielles, meine ich – ein ganz neues Gefühl!

Wenn das Schule machen würde, so denke ich einige Stunden später, als ich meine Bahnen im vorweihnachtlich leeren Schwimmbad ziehe und genüsslich Zeit habe für solche Gedankenspielchen, wenn also von den knapp 300 Followern meines Blogs auch bloß all diejenigen, die wirklich regelmäßig meine Ergüsse liken oder sogar lesen, sagen wir mal: so etwa 30 bis 40 Leserinnen und Leser, wenn die sich dazu entschließen würden, mir zu Weihnachten einen solchen Gutschein zuzusenden, und meinetwegen sogar den Betrag des heutigen Gutscheins halbieren würden, ja dann könnte ich glatt die gesamte Europatour 2020 von Mr. Springsteen begleiten und Sie könnten sicher sein: ich würde Sie zuschütten mit Konzertberichten voll lodernder Leidenschaft und lyrischer Luftsprünge, womöglich bedeutete das dann wiederum mehr traffic und mehr follower, und folglich zum nächsten Weihnachtsfeste noch mehr Gutscheine, und das brächte die Aussicht mit sich, Mr. Springsteen bis zu seinem Renteneintritt überall hin folgen zu können, was nun nicht die schlechteste Aussicht wäre, wenn ich ehrlich bin.

Aber Schluss damit – Weihnachten ist ja nicht das Fest der Gier und des Kalküls, sondern der Liebe. Und Freundschaft ist auch eine Erscheinungsform der Liebe, also danke ich M. für den Konzertgutschein, für die kontinuierliche und treue Lektüre meines Blogs und für unsere Verbundenheit über die Jahrzehnte, denn es war schließlich ein langer Weg von Richard Marx bis hierher, über 30 Jahre sind vergangen, seit wir uns so blutjung und blauäugig in Lenggries über den Weg liefen, mittlerweile betrachte ich ja solche Wegstrecken und die Tatsache, dass man sich unterwegs nie verloren hat, schon als Wert an sich.

Ach ja, falls Sie sich über den Beitragstitel wundern: das ist Schwedisch, denn nur so geht er als phonetische Analogie des vorigen Beitragstitels durch.

Nun wünsche ich Ihnen und Euch allen einen guten Rutsch in die Weihnachtstage, und ganz gleich ob Sie die nun im Großrudel oder auch allein im Körbchen verbringen, Hauptsache, Jingle bells!

(c) Dorthe Landschulz (unbedingte Empfehlung: „Ein Tag, ein Tier“)

Hier bellt noch niemand, sondern wir sammeln uns alle ein wenig, denn es stehen die Rauhnächte bevor, der Berg ruft, die dritte Matrjoschka scharrt schon mit den Hufen, Besuch aus der Hauptstadt naht und die Geburtstagsparty fürs Dackelfräulein will vorbereitet werden.

Auf bald,
Ihre/Eure Kraulquappe.

Knollenprodukte.

Ich hasse es, wenn sich Bestellhinweise als fiese Lügen entpuppen. 

Konkret: „1. Artikel wird bis in die Wohnung geliefert. 2. Keine Montage nötig.“ 

Realität: Unsere Wohnung beginnt seit Neuestem an der Bordsteinkante (diese Erweiterung erklärt erstmals die teure Miete). Und: Artikel, resp. Balkontisch musste sehr wohl noch montiert werden. 

Ich hasse Aufbauanleitungen in jeder Variante. 

Konkret: Wenn ich da geduzt werde, geht mir das auf den Zeiger. Wenn ich die entscheidendenden Details der Abbildungen nur mit Lupe – und auch dann nur undeutlich – erkennen kann, werde ich grantig. Wenn man mir die Kleinteile (Schrauben, Imbusschlüssel etc.) in ein Stoffsäckchen packt und mit einem ökologischen Bastbändchen samt Anleitung um ein Stuhlbein drapiert, hebt das meine Stimmung um keinen Millimeter. Wenn die Montagehinweise dann noch in einer Formulierung daherkommen wie 3x vom Google-Translator hin und zurück übersetzt, ist der Ofen aus und ich werfe den ganzen unverständlichen, ärgerlichen Schrott zurück in den Karton.

Was ich aber liebe, sind die unverhofften, sprachlichen Nebenerzeugnisse solcher Zumutungen: 

„Nach wie Knollen Produkt“
„Speicherung als Sie zunächst“

Tiefsinnige Bonmots oder Appelle, die einen justament innehalten lassen. Mitten in solch ungeliebter Werkelei versinkt man in Kontemplation über die eigene kleine Existenz und das große Ganze (ein Geschenk in diesen hektischen Umzugswochen!).

Man taucht erfrischten Geistes wieder auf, fuchtelt angeregt noch 2x mit dem Werkzeug herum – und schon ist das Tischlein fertig.

Fast fühlt man sich ihm sogar ein wenig verbundener als hätte man es nur aus seiner Umverpackung schälen und ohne jede Mühe hinstellen können.

Speichern Sie sich also ruhig mal zwischendurch. Tut gut, wirklich. Das Knollenprodukt wartet derweil auch geduldig auf Sie. 

Namasté & einen gelungenen Dienstag wünscht 

Die Kraulquappe.