Sitzt!

Liebe D.,

zum Morgengassi bei minus 6 Grad war es nun soweit!

Die Madame zwar wenig begeistert, als ich ihr die Pelle drüberzog, aber draußen dann ohne Zittern emsig und fröhlich vorausgedackelt.

Dank deines Näheinsatzes verrutscht da jetzt nichts mehr, die Morgentoilette lässt sich gut eingepackt – aber ohne eingeschnürt zu sein (die neue, dehnbare Lasche, eine wunderbare Idee!) – verrichten und auf dem Rückweg heimst man gleich noch ein paar Komplimente ein.

Schwänzchen stolz und munter in die Höh‘, keckes Popowackeln und ein kurzer Blick, aber dann zack, zack, heim zum Morgennapf!

Das hast du toll gemacht, wir danken dir sehr (und denken ernsthaft drüber nach, im Herbst ein maßgeschneidertes Schutzhöschen…, weil das jetzige, naja, das ist eher Model „Stringtanga“ und hat so seine Tücken…, die nächste Läufigkeit erwartet uns jedenfalls mit dem Nikolasstiefel) und wünschen dir einen sonnigen Tag!

Natascha & Pippa.

Song des Tages (1).

 

Ein Top-Song!

Spiegelt in Text, Farben, Rhythmus und Intonation exakt meine Stimmung wider. War nämlich auch ein Top-Tag.

  • 7:00 Uhr, für unsere Verhältnisse früh aufgestanden. Um richtig was zu schaffen.
  • Entdeckung: Warm ist außer dem Morgenkaffee nichts. Heizung kalt, Wasser kalt. Ich dann auch kalt.
  • In Wolldecke gehüllt und mit Heizkissen unterm Hintern mit der Arbeit begonnen.
  • Um Punkt 8 Uhr Hausverwaltung zusammengefaltet.
    (Das mit den Stadtwerken war eine Lüge. Seit Montag wissen sie, dass der Gasbrenner der Heizungsanlage irreparabel defekt ist, am Dienstag lügen sie einen an, schieben alles auf die Stadtwerke und vertrösten einen, gestern ist der geizigen Hausbesiterin dann klar geworden, dass man den Brenner nicht mehr reparieren kann, also hat sie den billigsten Ersatzbrenner auftreiben lassen, der seit heute Morgen um 9 Uhr von einem Stümper eingebaut werden soll. Stümper deshalb, weil der Typ entweder Pause macht und raucht oder zum Baumarkt fährt, weil irgendein Teil fehlt.)
  • Kurze Konsultation des Tierarztes als Kreislauf-In-Schwung-Bringer eingeschoben, da sich gestern im Wald eine kleine Katastrophe ereignet hatte, deren Nachwirkungen ich dann doch lieber den Fachmann begutachten lassen wollte.
  • 10:30 Uhr, genug gefroren, als Eiszapfen zum Schwimmbad gefahren. Unter der Dusche aufgetaut, geschwommen, nochmal heiß geduscht. Danke, Stadtwerke!
  • 12:30 Uhr, Aufbruch zum großen Gassi. Mit großem Rucksack, um groß einzukehren, irgendwo, wo’s warm ist.
  • 13:30 Uhr, Mittagsmenü in der Menterschwaige. Beilage ist nur lauwarm, ich beschwere mich, denn meine Geduld für falsch Temperiertes ist heute bereits überstrapaziert.
  • Nach dem Essen einfach sitzengeblieben, Sachen aus dem Rucksack geholt – Lammfellmatte für Pippa, Laptop für mich – und dort ein bisserl gearbeitet. Kellner spendiert einen Kaffee, als Entschuldigung für das laue Gemüse. Kaffee ist sogar warm.
  • 15:00 Uhr, weiter an der Isar entlang. Nachbarin eine WhatsApp geschickt, ob die dämliche Heizung wieder läuft. Nein. Im Keller herrscht Ruhe, antwortet sie. Der Stümper ist vermutlich beim Zigarettenholen, denke ich. Ich warne den Papa vor, dass ich vielleicht heute noch zu Besuch komme.
  • 15:30 Uhr, Ankunft im Café Isarfräulein, wo das Dackelfräulein Stammgast ist. Matte und Laptop wieder ausgepackt. Tee bestellt. Dackelfräulein knurrt, weil der Rüde der Cafébesitzerin dauernd lüstern rüberschaut. Das Gezicke beende ich, indem ich verfrüht die Futterbox aus dem Rucksack hole. Hab‘ alles dabei – zur Not können wir über Nacht hier campieren.
  • 16:15 Uhr, WhatsApp von der Nachbarin. Die Heizung sei nun lauwarm. Wir packen langsam zusammen. Nochmal 30 Min Fußmarsch bis zum Auto. Dann stehen wir im Stau. Aber mit Sitzheizung. Und Tom-Waits-CD.
  • 17:30 Uhr, Ankunft daheim. Die Heizung läuft. Bis der Gatte nachher aus Frankfurt heimkommt, wird’s warm sein in der Bude.
  • Richtig was geschafft heute, wirklich.

Alternative Fakten.

Liebe Abendzeitung,

nix für ungut, aber das ist blanker Unsinn:

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Pippa und ich frieren völlig anders, da hättest du dir die Lila-Töne sparen können und bei der Überschrift hätte ein Wort genügt: „Eisbilder“.

Man merkt, dass du nicht in Ruhpolding warst, wo einem bei Minus 18 Grad der R… in der Nase ebenso gefroren ist wie Hände, Füße, Pfoten und Popo, sondern irgendwo in der kuschligen Münchner Fußgängerzone, wo Frauchen sogar noch im Röckchen hat rumstehen können.

Aber schön, dass du mir jede Woche einen Anlass bietest, dich in meinem Blog zu zitieren.

Deine Kraulquappe, nun wieder mit warmen Stadt-Flossen.

Zu Ende gezittert oder: Die warme Wollwurstpelle.

Fünf Winter lang haben wir uns hartnäckig dagegen gewehrt.

Die Argumente waren:

  • „Hundemäntel sehen affig aus und sind überflüssig!“
  • „Die friert schon nicht – ein Rauhaardackelfell hat schließlich genug Unterwolle!“
  • „Bei so viel Bewegung kühlt sie nicht aus!“

Bislang hat das auch immer weitgehend so gestimmt. Unser Dackelmädchen liebt Schnee und hat in den vergangenen fünf Wintern nur ganz selten gezittert. Wenn wir mal an der Tramhaltestelle warten mussten oder die Rotphase an der Ampel arg lang war. Ansonsten alles soweit in Butter, wenn man unterwegs immer mal wieder die Schneekügelchen von Bauch und Pfoten entfernt hat.

Gestern, irgendwo zwischen Tief Axel und Hoch Angelika, war dann aber Schluss mit lustig. Pippa bibberte draußen ganz erbärmlich. Sogar beim langen Mittagsmarsch gab es Momente, in denen sie ihr Sausen unterbrach, stehenblieb und zitterte. Heute beim Morgengassi hat sie sich vor lauter Zittern beeilt wie noch nie, um zurück ins Warme zu kommen.

Danach hat es mir gereicht. Ich schnappte mir den vom Gatten frisch aussortierten Wollpullover, eine Schere, ein Maßband, einen Stift und den inzwischen wieder aufgetauten Dackel.

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Zehn Minuten später die erste Anprobe.

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Und man muss sagen: So ein Herrenwollpullover ist ideal dafür geeignet, ihn auszuweiden. Man kann aus den beiden Ärmeln ja gleich zwei wärmende Wursthundpellen schneidern. Super.

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Fräulein Zitter hat also ausgezittert!

Apropos: An dieser Stelle bietet sich ein Querverweis auf den von mir sehr geschätzten Blog „Herr Zitter zitiert“ an, dem ich wünsche, dass sein Tag für Tag inspirierendes Gezitter noch lange anhalten möge (er hat’s ja schön warm, so eingebettet in die Word_Presse).

Ein warmes Wochenende wünscht euch
Die Kraulquappe.

86 / 1.800 / -2

Da rafft man sich 1x auf, den Morgenschwimmertarif zu nutzen, d.h. im Halbschlaf zum Schwimmbad zu fahren, die Nacht also mit einer Erfrischung zu beenden und in fließender Bewegung den Morgen zu begrüßen – und dann DAS.

Ein Zettel begrüßt einen mit dem Hinweis auf eine „technische Störung“…

… naja, denkt man sich, ist bestimmt nur halb so schlimm, 26 Grad klingt doch eigentlich ganz kuschelig und außerdem steht ja „behoben“ dabei.

Nur bedenkt man nicht mit, dass es sich um ein sehr großes Schwimmbecken im Freien handelt, in dem man sich ja nicht am Boden des Beckens, sondern knapp unter der Wasseroberfläche aufhält, wo es natürlich bei Minus 2 Grad Außentemperatur, durch die man zähneklappernd zum Beckenrand eilte, keine 26 Grad hat, sondern gefühlte 16 Grad, was zwar Einbildung sein mag, aber sich eben so anfühlte.

Vorteile: Nix los, keine Rentnergymnastik in den Sportbahnen, keine 3-Bahnen-belegenden Ratsch-Frauen, sondern 20 Bahnen zur freien Wahl, Rückenschwimmen theoretisch auch diagonal möglich, praktisch aber unmöglich, da die Minus 2 Grad am Bauch und im Gesicht sowas von unangenehm sind, also doch lieber Kraul und Brust im Wechsel, in der Hoffnung, es mögen sich keine Eiszapfen an den Ellenbogen bilden, denn die Schnellste bin ich ja nicht. Größter Vorteil: persönliche Jahres-Bestzeit auf 1.800m, da einem sonst einfach nicht warm würde.

Nachteil: Macht keinen Spaß das Ganze, schon gar nicht zur frühen Morgenstund‘ an diesem 13. Dezember bei Eiseskälte. Die 2.000m daher nicht geschafft und das beim 86. Schwimmen in diesem Jahr, das nun zu plötzlich und zu früh endet, um noch auf die 100 zu kommen.

Statt Bade-Spaß eher Adé Spaß. Immerhin bin ich jetzt wach.

Taufrische Grüße von
Der Kraulquappe.

Keep it warm & make a change.

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Stone, the world is stone
It’s no trick of the light
It’s hard on the soul

 

In the grey of the streets
In the neon unknown
I look for a sign

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That I’m not on my own
That I’m not here alone.

Dann wollen wir uns mal warm einpacken und an Gegenwart und Zukunft weiterstricken.

Aus München grüßt euch bei Null Grad,
Die Kraulquappe.