Sie hat manchmal wollen den Sonnenschein auf ihren Hut stecken und die Abendröte umarmen.

[Blogbeitragsüberschrift frei nach Adalbert Stifter]

Weil die liebe B., die derzeit in N. auf U. weilt, sich schon latent sorgt, ob wir womöglich im See oder Freibad ertrunken sein könnten, weil es hier derzeit etwas ruhig geworden ist, nun ein kleines Lebenszeichen in Bildern, quasi eine Dokumentation so mancher Stationen oder Aktivitäten der letzten Tage:

Ausflug an den Ammersee: Diesmal Westufer, wieder viele Fotos, vor allem von Fräulein Seehund…

…aber auch von den Sehenswürdigkeiten in Dießen.

Erstes Selfie mit dem neuen Handy: Schön schattig, das kaschiert fast alle Falten.

Begleitung hatten wir auch: Meinen großen Freund S. und seine Kamera, die viel besser ist als meine.

Wanderung von Dießen zur Schatzbergalm: Könnte eine sehr schöne Tour sein, wenn wir nicht auf dem Schatzberg von einer Mückeninvasion heimgesucht worden wären.

Szenen auf dem Tisch: Die König-Ludwig-Desinfektion der Mückenstiche von innen.

Szenen unter dem Tisch: „Warum esst ihr was und ich krieg nur einen doofen Napf voll Wasser?“

Der Sommerhitze trotzen: Erfrischung, und zwar für alle (sagt auch die Abendzeitung – ich check nur nicht, was die Gourmets mit Baden zu tun haben).

Absurd: Die längste Hundewurst der Welt, aus ihrem 60cm x 75cm-Korb gerutscht.

Mein erstes Erfolgserlebnis auf Balkonien (von der blauen Hortensie wollen wir lieber schweigen).

Pfingsten in München: Englischer Garten, große Gassirunde, Rast im Aumeister.

Clever Shoppen: Am Tag nach dem Mega-Unwetter im Münchner Westen in einen Pflanzenmarkt im Münchner Westen fahren und die wegen Topf- und Blattschäden stark reduzierte Ware als Ersatz für so manch misslungenes Balkonprojekt mitnehmen.

Unterschlagen wurden in dieser bunten Auflistung:

  • diverse langweilige Büroarbeiten
  • stundenlange Recherchen für den nächsten Magazinbeitrag
  • einige Akquisitonstätigkeiten
  • Matthias Forenbacher in Endlosschleife hören
  • zeitaufwändiges Einbalsamieren der zehn fetten Mückenstiche nach dem Ausflug mit S.
  • alle weiteren Haushaltstätigkeiten der letzten sechs Tage
  • zwei Läufe im benachbarten Park
  • zwei Schwimmbadbesuche, einer davon mit Kampfeinsatz (Pfingstandrang, Beckenquallen, Randspringer)
  • Kauf und Zubereitung eines sündteuren Bio-Rindersteaks zur Aufrechterhaltung des Ferritinwerts
  • kontemplative Stunden mit Sonne und Weißbier auf der Parkbank vorm Haus
  • Installation eines neuen Handys inkl. Datenübertragung vom alten Handy
  • Reiseplanungen für den Spätsommer samt haarsträubender Mailkommunikation mit etlichen Hotels im Ausland, die sich erdreisten, für einen kleinen Dackel pro Nacht 25€ kassieren zu wollen, was jeweils in keiner Relation zum Zimmerpreis für den Menschen steht
  • extensiver Konsum von Huberbuam-DVDs in den späteren Abendstunden, um den nachfolgenden Träumen ein paar neue Impulse zu geben (leider die 3D-Brille nicht vertragen)

Herzliche Grüße an die Leserschaft & der lieben B. noch eine erholsame Zeit an der Ostsee!
Die Kraulquappe.

Schon das Leben ist ja kurz…

…aber das Jetzt ist wahrlich noch kürzer.

Ein langer Spaziergang mit dem Dackelfräulein durchs Isartal: Zum Auslüften der Atemwege nach der Chlorbleichenhölle. Zur Nervenberuhigung. Zum Innehalten.

Kalt isses geworden.

Danke an D., für gestern.

Knollenprodukte.

Ich hasse es, wenn sich Bestellhinweise als fiese Lügen entpuppen. 

Konkret: „1. Artikel wird bis in die Wohnung geliefert. 2. Keine Montage nötig.“ 

Realität: Unsere Wohnung beginnt seit Neuestem an der Bordsteinkante (diese Erweiterung erklärt erstmals die teure Miete). Und: Artikel, resp. Balkontisch musste sehr wohl noch montiert werden. 

Ich hasse Aufbauanleitungen in jeder Variante. 

Konkret: Wenn ich da geduzt werde, geht mir das auf den Zeiger. Wenn ich die entscheidendenden Details der Abbildungen nur mit Lupe – und auch dann nur undeutlich – erkennen kann, werde ich grantig. Wenn man mir die Kleinteile (Schrauben, Imbusschlüssel etc.) in ein Stoffsäckchen packt und mit einem ökologischen Bastbändchen samt Anleitung um ein Stuhlbein drapiert, hebt das meine Stimmung um keinen Millimeter. Wenn die Montagehinweise dann noch in einer Formulierung daherkommen wie 3x vom Google-Translator hin und zurück übersetzt, ist der Ofen aus und ich werfe den ganzen unverständlichen, ärgerlichen Schrott zurück in den Karton.

Was ich aber liebe, sind die unverhofften, sprachlichen Nebenerzeugnisse solcher Zumutungen: 

„Nach wie Knollen Produkt“
„Speicherung als Sie zunächst“

Tiefsinnige Bonmots oder Appelle, die einen justament innehalten lassen. Mitten in solch ungeliebter Werkelei versinkt man in Kontemplation über die eigene kleine Existenz und das große Ganze (ein Geschenk in diesen hektischen Umzugswochen!).

Man taucht erfrischten Geistes wieder auf, fuchtelt angeregt noch 2x mit dem Werkzeug herum – und schon ist das Tischlein fertig.

Fast fühlt man sich ihm sogar ein wenig verbundener als hätte man es nur aus seiner Umverpackung schälen und ohne jede Mühe hinstellen können.

Speichern Sie sich also ruhig mal zwischendurch. Tut gut, wirklich. Das Knollenprodukt wartet derweil auch geduldig auf Sie. 

Namasté & einen gelungenen Dienstag wünscht 

Die Kraulquappe.