In eigener Sache oder: Eget beröm luktar illa.

Hallo, liebe zwei- und vierbeinige Leser dieses Blogs!

Seid ihr heute auch mal wieder mit zerknautschtem Gesicht aufgewacht?

Oder an diesem verregneten Sonntag einfach nicht in die Pötte gekommen?

Womöglich den halben Tag auf der Couch verdödelt und vom letzten Urlaub geträumt?

So muss das nicht bleiben!

Runter vom Sofa, raus aus dem Haus und rüber zum Kiosk:
Die neue „Dog and Travel“ ist da!

Titelthema: „Dackelfräulein Pippa an der Südküste Schwedens“ – meine große Reise vom letzten Herbst.

Natürlich mit vielen Fotos von mir und meinen Mega-Stöckchen, meinen riesigen Sandburgen, meinem tollen Papa und meinen sportlichen Heldentaten.

Und wer nicht gern reist, sondern ausschließlich daheim herumhaart, kann in der aktuellen Ausgabe einen sensationellen und sauteuren Tierhaar-Akku-Stielstaubsager von Black+Decker gewinnen. Es lohnt sich also in jedem Fall, das Heft zu kaufen.

Viel Spaß beim Lesen & einen schönen Sonntag noch!

Eure Pippa.

Wo Akka das Land verließ oder: Aufbruch.

Bei immer herbstlicherer und stürmischerer Witterung winken wir von Smygehuk aus…

dsc03300

Südlichster Punkt Schwedens: Smygehuk.

… den letzten Zugvogelschwärmen nach, die eilig das Land verlassen und ihre Reise in den Süden antreten.

dsc03294

Das kleine Denkmal für die große Akka von Kebnekaise.

Auch wir nähern uns allmählich der Rückreise in den Süden (in dem es aktuell leider noch kälter ist als hier). Bloß noch ein Tag an der Südküste, danach ein weiterer in Malmö – bis der Gatte abends zurückfliegt.

Und vielleicht bedurfte es dieser Abschiedsstimmung und des rauen Klimas, um endlich gemeinsam mit Pippa in einem Café Einlass gewährt zu bekommen.

dsc03307

Nach der Nachsaison & bei 11 Grad: Cafés öffnen ihre Türen.

Am Donnerstag brechen wir unsere Zelte hier auch ab, und nach langem Hin und Her, Für und Wider, Planen, Verwerfen und Neu-Planen steht die Reiseroute seit heute endlich fest: Keine Fähre mehr, sondern Brücken über Brücken (über den Öresund und den Großen Belt).

Außerdem: In aller Ruhe nach München zurück, 4-5 Tage Zeit lassen, kein Kilometerabspulen, sondern langsam reisen und unterwegs gleich noch ein paar Wünsche realisieren.

Die da wären:

– in Betten mit festen Matratzen und ohne wabbelige schwedische Hygieneauflagen schlafen
– Frühstück mal nicht selber machen
– in eine Scheibe heimisches Vollkornbrot beißen
– ungesalzene Butter auf dieses Brot streichen
– abends nicht den Kochlöffel schwingen
– Pippa ins Restaurant mitnehmen ohne dass irgendwer krumm guckt
– nach fast 4 Wochen endlich wieder in einem 50m-Becken schwimmen
– die Kieler Förde anschauen
– einmal im Leben im selben Hotel übernachten wie Bruce Springsteen (nur leider nicht zeitgleich)
– Pippa zu einem Date mit einem feschen Rüden begleiten, den sie übers Bloggen kennengelernt hat

Das sind schöne Aussichten – ganz egal, bei welchem Wetter.
Aufbruch!

dsc03296

Reminiszenz an den Sommer: Statue vom bekannten Künstler Axel Ebbe am Hafen von Smygehuk (Modell stand die Großmutter von Uma Thurman).

Tschechow meint: Wer – wie die Zugvögel – durch Ortswechsel Rettung sucht, findet sie nicht.

Ich meine: Wer durch Ortswechsel bloß Abstand und Ruhe, neue Impulse und Perspektiven sucht, kann da schon mehr Glück haben.

In der Hoffnung auf ein gutes letztes Viertel der Reise grüßt euch
Die Kraulquappe.

Walk tall oder: Der Elch-Test.

Zweite größere Körperkrise dieser Reise. Gehört wohl dazu, so jenseits der 40 (wo man die kleineren Gebrechen schon gar nicht mehr erwähnt).

Beginn: Wieder morgens nach dem Aufstehen, damit auch ja der ganze Tag versaut ist.
Symptome: Diesmal nicht die Knie, sondern mittelschwere HWS-Blockade, stocksteif im Schulter-Nacken-Bereich.

dsc03427

Auslöser: Mitten in der Nacht schief aufgesetzt und mit dem falschen Arm den Dackel vom unteren Drittel der Bettdecke an den Bettrand verschoben, damit man unter der Decke endlich mal wieder die Beine komplett ausstrecken kann.

Abhilfe: Trotzdem Joggen & Spazierengehen. Ganztags den Gatten und den Dackel volljammern. Starkes Öl als Muskelrelaxans.

dsc03431

Hat funktioniert.
(Frage mich nur manchmal, wie Besitzer schwererer Hunderassen derlei Probleme lösen, ohne zum orthopädischen Wrack zu werden.)

Nach bestandenem Elch-Test grüßt
Die Kraulquappe.

Kasewood: Nix Holz, alles Steine.

Nach Morgenlauf und Sonntagsfrühstück schon am Samstag stand heute das 20km östlich von Ystad gelegene Kåseberga auf dem Programm, einer dieser Musst-du-gesehen-haben-Orte an der Südküste.

Und das nicht etwa wegen des weltbekannten Kåseberga Signs in den berühmten Kåseberga Hills…

dsc03412

… oder der prominenten Anwohner in den Hills …

dsc03410

… oder am Walk of Fame im Hafen.

dsc03416

Kåseberga hat noch viel mehr zu bieten: Das schwedische Stonehenge.

dsc03407

700m vom Ort entfernt befindet sich „Ales stenar“, die größte Schiffssetzung Schwedens.

dsc03356

Heißt übersetzt vermutlich „Alles Steine“…

dsc03375

… animiert zu weiteren Ausgrabungsarbeiten …

dsc03404

… und bietet von der Steilküste einen tollen Fernblick auf die Ostsee.

dsc03409

Zum Tagesausklang dann im einzigen hundefreundlichen Restaurant Schwedens alle zusammen wieder gut gespeist.

Ein schönes Wochenende wünscht euch
Die Kraulquappe.

Weitermachen oder: The Mum&Dog-experience.

Es war ein Tag des Abschieds, innerlich wie äußerlich, und so kam ich gestern Nachmittag etwas gerädert und verheult in Abbekås (gesprochen: Abbekoos), ein paar Kilometer westlich von Ystad, an.
Aus Solidarität weinte auch der Himmel ein bisschen mit.

dsc03098

Abendstimmung an abbekåsischen Küste.

Wieso Abbekås – wo Ystad doch so viel netter klingt?

dsc03103

Fischerdorf Abbekås in der Gemeinde Skurup.

Weil hier die „Reichsstraße 9“ (für deutsche Ohren gefälligerer Name: „Südküstenstraße“) nicht den Ort halbiert und zugleich weitmöglichst von der Küste entfernt verläuft.
Anders gesagt: Wohnt man in Abbekås am Meer, hat man die Küstenstraße nicht im Nacken und hört sie nicht. Die ist zwar nur während der Hauptsaison wirklich stark befahren, aber ganz ohne Autogeräusche ist’s mir lieber.

Diese Pendanterie bei der Ortswahl und Quartiersuche rächt sich natürlich. Zwar bin ich es gewöhnt, für meine Spießerattitüden und Zwanghaftigkeiten vom Schicksal einen Klaps zu bekommen, aber es ist immer wieder spannend zu sehen, welcher Gestalt der Klaps wohl sein mag. Und diesmal war es sogar ein Doppelklaps.

Die Wohnung im Erdgeschoss eines Hauses auf dem Grundstück des pensionierten Schuldirektors und seiner Gattin (die im Nebenhaus leben), das am Ende einer Sackgasse liegt, ist von außen betrachtet ein Glücksgriff, vor allem für den überaus günstigen Nachsaison-Mietpreis. Außerdem sind wir die einzigen Gäste, so dass in der anderen Ferienwohnung über uns auch Ruhe herrscht.

dsc03122

Im Garten: Bälle, Äpfel und noch keine Krater.

Was die Inneneinrichtung angeht, so wirkt das Interieur wie ein Streifzug durch etliche Generationen von Familienumzügen, Entrümpelungen und Renovierungsanfällen. Schönes Bad, schöne Küche, trostloses Schlafzimmer, zwei Wohnräume mit Stilmix, aber auch gemütliche Ecken und Plätzchen, alles in allem ein Kompromiss, aber ein guter.

Die Vermieter sind ausgesprochen freundliche Endsechziger, meine Befürchtung, sie könnten mir zu sehr auf die Pelle rücken (zumal das auch noch der Vorname des Schuldirektors ist), zerstreut sich bereits in den ersten Minuten des Kennenlernens. Sie zeigen mir die Wohnung, erläutern alle Besonderheiten und stellen Pippa und mir auch ihren Mini-Pudel vor, einen 8 Jahre alten, lebenslang von pädagogischen Maßnahmen verschonten Kläffer, der gelegentlich auf den Namen Diesel hört (gesprochen: Diiisssälll), aber bei Pippas Anblick tatsächlich sowohl verstummt als sich auch wie ein Kavalier zu benehmen weiß.

Der Garten, den wir in Gänze mitnutzen dürfen, endet – und das ist das Highlight der Unterkunft – im bzw. am Meer. Durch die Sackgassenlage des Grundstücks latscht einem da auch niemand durchs Bild, d.h. freie Sicht aufs Wasser, vom Esstisch aus, von der Couch aus.

dsc03127

Blick durch die fast bodentiefen Fenster in den Garten und auf die Ostsee.

Eine Oase der absoluten Ruhe und der schönen Aussicht, offensichtlich eine gute Wahl.

Von zwei Kleinigkeiten abgesehen, eben jenem eingangs erwähnten Doppelklaps. Während der Stunden des Auspackens, Umräumens und Einrichtens werde ich mit solchen Mengen und Schichten an Staub konfrontiert, dass ich erstmal alle Schränke, Schubladen, Flächen und Gegenstände zu entstauben beschließe. Entweder bin ich so ein übertriebener Sauberkeits-Fan oder die Gäste vor mir waren spezielle Schmutzfinken (hier übernimmt der Gast die Endreinigung, schlechtes Konzept).

Als der Staubsauger in den spätereren Abendstunden längst wieder verstummt ist, wundere ich mich, dass ich noch immer ein Dröhnen in den Ohren habe. Ich gehe dem anhaltenden Brummton nach und lande vor dem Kühlschrank. Der Kompressor macht ein Dauergeräusch, das störender ist als jede 500m entfernte Küstenstraße!

Dummerweise steht der Kühlschrank in einer Nische direkt neben der Tür zum Schlafzimmer. Selbst bei geschlossener Schlafzimmertür dringt das Dröhen unüberhörbar durch dieselbe, sogar den Ohrstöpsel-Test meistert es mit Bravour.
Was tun? Den Kühlschrank ausschalten? Die Schlafzimmertür mit den Matratzen aus dem Babybett abdichten? Im Garten schlafen? Heimfahren?

Die Lösung liegt quasi in der Luft. Die Gastgeberin hat es gut gemeint und die Bleibe für die Feriengäste mit einem Raumduftspray bearbeitet. Statt der herrlichen und kostenlosen Meerluft durchzieht ein Hauch von unnatürlicher Apfelfrische (ich tippe auf Granny Smith) die gesamte Wohnung.

Ich lüfte sofort nach der Schlüsselübergabe überall. Für Stunden. Ist zwar abends ganz schön frisch draußen, aber da ich ja durchs Putzen gut in Bewegung bin, ist mir herrlich warm.

Als wir ins Bett gehen, will ich das Schlafzimmerfenster schließen.

Und da bemerke ich’s: Man hört das Meer rauschen, und wie! Ein kraftvolles, rhythmisches wusch-wusch-wusch. So laut, dass es sogar den Kühlschrank übertönt! Wir kuscheln uns in dem kühlen Raum unter der Decke eng aneinander – auf volle Länge ausgeklappt ist so ein Dackel eine Wärm-Wurst von über einem Meter! – und schlafen bei offenem Fenster, staub- und apfelfreier Luft sowie Meeresrauschen ein.

Beim Sonntagsfrühstück kratze ich nach dem Motto „Neuer Ort, neues Glück“ meinen Mut zusammen und riskiere bei den zwei Lokalen im Ort die Nachfrage, ob man mir samt Hund für die Dauer eines Abendessens Asyl gewähren würde. Fünf Minuten später antwortet das erste Restaurant:

Hej hej,
thank you for your e-mail.
Of course, you can bring your dog!
All doggies are welcome along with Mum & Dad 😉

Wishing you a warm welcome and let us know if you want to book a table.
Med vänlig hälsning
Erik.

Einerseits: Hurra. Andererseits: was soll dieses with Mum&Dad?! Hoffentlich genügt es auch with Mum 🙂
Aber ich werd‘ hingehen, in gut zwei Stunden, und wenn man uns nun die Tür weist, weil der Dad fehlt, also dann, liebe Schweden, dann könnt ihr mich endgültig mal gern haben mit euren schrägen Zugangsbestimmungen für eure überteuerten Restaurants!

Einen ebenfalls spannenden Sonntagabend wünscht euch –
Die Kraulquappe.

Zwischenbilanz (1): Du kan förändra världen!

Guten Morgen von der sonnigen Terrasse in der Örnbräkenstigen!

Die erste längere Etappe meiner Zeit in Schweden geht heute zu Ende. An einem Samstag. Eigentlich Tag des Autoputzens (was ich bereits gestern erledigt habe), in Reisezeiten aber Tag des Quartierwechsels. Wir ziehen um.

Gelegenheit, bei einer Tasse Kaffee kurz innnezuhalten und eine kleine Zwischenbilanz zu ziehen. Eine sehr kleine.
Denn: Es war nahezu paradiesich hier. Die Hütte, der Garten, die Lage, die Nachbarschaft, die Gegend, das Wetter, die Verpflegung, der Schlaf, die Stimmung, die Ruhe.

Was hat gefehlt?

Ein Wäscheständer, ein Dressingshaker, ein CD-Player, drei Kleiderbügel mehr, Topflappen, ein helleres Nachttischlicht.

Alles Kinkerlitzchen. Im Garten gab’s ’ne Wäscheleine, das Dressing kann man auch mit der Gabel anrühren, Musik im Auto und auf dem iPod hören, Klamotten stapeln, die Auflaufform mit Geschirrtüchern dem Ofen entnehmen und Lesen auf der Couch.

In diesem Sommerhäuschen könnte ich es mühelos einen ganzen Sommer (oder Herbst) lang aushalten. Pippa sowieso – allerdings sähe der Garten dann wie nach einem Meteoriteneinschlag aus (der Abreisemorgen ging komplett für Ausbesserungsarbeiten in der Wiese drauf 😦 ).

Verabschieden möchte ich mich mit ein paar Innenbetrachtungen.

20160926_103455

Die Küchenfensterbank. Carpe diem oder carpe Spülbürste?

 

20160926_103254

Die Rückseite der laminierten Hinweise meiner Vermieterin. Ein besseres Motto hätte ich mir nicht wünschen können!

 

20160926_103350

Affront im Küchenregal. Habe aus Trotz Hundeflocken eingefüllt.

 

20160927_154442

Best Türstopper ever! Wurde erst verbellt, erwies sich dann aber als brauchbarer Spielgefährte.

 

20160927_171917

Schweden ist farbenfroh. Auch wenn’s ums Erschlagen geht.

 

20160926_103907

Mein Lieblingsplatz drinnen.

 

dsc02497

Mein Lieblingsplatz draußen.

 

20160926_103627

Spät bemerkt: Sogar ein echter Kraulquappen-Hausschlüssel.

Und das Beste wie immer zum Schluss: Die Aussicht vom Klo auf den gegenüberliegenden Boiler.

20160926_103530

When shit happens, change the subject. Or even the world.

Wohin die Reise nun geht?

In die Heimat von Kurt Wallander. Nicht direkt nach Ystad, wo er zuerst lebte, sondern ein paar Kilometer westlich von Ystad an die Küste, wo er sich mit seinem Hund Jussi in einem Haus am Meer niederließ.
Wir sind schon gespannt, wie es sich dort so lebt und buddelt!

Trevlig helg & bye för nu!
Die Kraulquappe.

Samstagmorgen oder: Kaka på kaka.

Kaka på kaka?!? Müssen wir jetzt auch noch über die Haufenfrequenz des Hundes informiert werden? Hat die skandinavische Sonne der schon völlig das Hirn versengt?

Aber nein! Es gibt einfach manchmal Worte und Ausdrücke in fremden Sprachen, bei denen mir das Herz aufgeht.
Kaka på kaka gehört definitiv dazu, vor allem, wenn man bedenkt, dass der Kringel auf dem a dazu führt, dass „på“ auch noch wie „Po“ gesprochen wird!

Wie ich so früh am Morgen darauf komme?

Ganz einfach: Zweites Morgengassi an der schwedischen Südküste. Diesmal: Vor zum Meer, dann rechts rum weiter. Ein Stück durch die Dünen und weiter zur nächsten Bucht – und dann: die beiden getroffen.

dsc02537

Zwei Synchron-Alpakas am frühen Morgen! Jeden Schritt, den das Braune ging, tat das Weiße ihm gleich. Doppelt hält eben besser. Auf Schwedisch: Kaka på kaka.

In diesem Sinne grüßen –
Die Kraulquappe und ihre Dackeldame.

Sommerhaus, später.

An Wochenenden oder zur Ferienzeit, besonders während der Sommermonate, verkrümeln sich viele Schweden in ihre – eigene oder gemietete – „stuga“, was wir wohl mit Sommerhaus oder Datscha übersetzen würden.

Es war immer mein Traum, in einer küstennahen Stuga ein bisschen Zeit zu verbringen. Vor zwei Jahren, auf Gotland, wohnte ich eine Weile in einem Häuschen, allerdings mitten auf dem Land, und es war auch keine typische Stuga.
Gotland, das den Ruf hat, das Sylt Schwedens zu sein, ist bis in den Spätsommer hinein in den begehrteren Lagen unbezahlbar. Und auch das übrige Schweden ist sehr teuer. Zieht man dann noch alle Unterkünfte ab, in denen Hunde verboten sind (etliche!) oder bei denen die Inneneinrichtung schon auf den Fotos im Internet latenten Brechreiz auslöst, bleibt zur Hauptsaison nicht mehr viel übrig, das erschwinglich ist.

Fazit: Wir reisen besser in der Nebensaison.

Pro: Alles ist 50-70% günstiger. Alle Urlauber sind weg. Mücken ebenso. Völlige Ruhe. Wohltuende Einsamkeit. Moderate Temperaturen für den Hund. Strandverbot für Hunde aufgehoben bzw. Kontrollen eingestellt.

Kontra: Lokale geschlossen. Eisdielen und Cafés ebenso. Kein Nachbar weit und breit (falls mal was wäre). Baden im Meer zu kalt. Nachts schon ziemlich frisch, Herbst eben.

Für mich überwiegen ganz klar die Vorteile.
Ich versorge mich, heikel wie ich beim Essen und der Qualität desselben bin, sowieso am liebsten selbst, zumal in einem Land wie Schweden, das mir kulinarisch eher wenig entspricht und das in nahezu allen Restaurants keine Hunde gestattet. Zu viel Nähe zu anderen Menschen nervt mich auch schnell. Und in Salzwasser schwimme ich auch nicht gern (Baden: ja, Schwimmen geht anders.). Dass es nachts kalt ist, stört mich auch nicht, wenn es tagsüber 20 Grad oder mehr hat, so wie heute.
Tja, und die Leere… Ich bin gern allein, ich brauch‘ nicht viel, ich hab‘ auch selten Angst in der Abgeschiedenheit.

Heute sind wir also an der Südküste gelandet, in der Mitte zwischen Ystad und Karlskrona, und haben hier für die nächsten anderthalb Wochen eine 32m²-Stuga samt Garten für uns allein. Paradiesisch!

dsc02533

Zwei Terrassen, eine Hängematte, eine Hollywoodschaukel, zwei Fahrräder (falls mal was mit dem Auto wäre).

dsc02497

Der kleine Wachhund hat einen riesigen, eingezäunten Garten…

dsc02492

…inklusive im Gelände zahlreich herumliegender Bälle des Whippets der Vermieterin, die weit weg an der Westküste lebt. Ihre Eltern wohnen 15km enfernt, an die könnte man sich wenden (falls mal was wäre).

Die einzigen Nachbarn sind diese paar blökenden Gesellen…

dsc02508

…an denen wir sogar vorbei müssen…

dsc02532

…wenn wir zur 250m entfernten Küste wollen.

dsc02522

Der Postbote kommt hier erst spät nachmittags und heißt Knut. Er ist leider nicht so süß wie einst der Eisbär, sicherte mir aber zu, ein Auge auf uns zu haben (falls mal was wäre).

Momentan ist jedenfalls nichts. Einfach mal NICHTS! Und das ist herrlich, genau das wollte ich.

Der Kühlschrank ist gut gefüllt, die vielen Taschen und Kisten ausgepackt, die Gegend bereits inspiziert. Übers Wochenende muss ich nirgends hin, höchstens mal nach Bromölla, da ist die nächste Schwimmhalle. Wahrscheinlich werde ich mich aber für ein paar Tage aufs Laufen verlegen. So als zusätzlichen Bewegungsimpuls neben dem Gassi- und dem Müßiggehen.
Ansonsten bleiben wir einfach hier in der Hütte und im Garten. Es ist ja alles da, was das Herz begehrt – ich fühle mich sehr zufrieden und gut angekommen. Zufriedenheit wohnt mehr in Hütten als in Palästen, wie es ja so schön heißt.

Nur: In den Palästen hätte man halt jemanden, der einem das Kaminfeuer anzünden würde. Das muss ich jetzt schleunigst auf die Reihe kriegen, bevor die kühle Herbstnacht hereinbricht. Ist nicht so einfach, die Holzscheite sind alle zu groß oder zu feucht. Was weiß ich. Hab‘ noch nie ein Kaminfeuer entfacht.

Ach ja, da fällt mir ein: Mein Papa hat gesagt, ich könne ihn jederzeit anrufen. Falls mal was wäre… –  aber das muss ich erst noch mit mir ausmachen, ob wirklich was ist.

Einen warmen und gemütlichen Abend wünscht euch –

die Kraulquappe.