Betthupferl.

Kriecht man spätnachts in sein Gästebett und findet – wie im Hotel – ein Betthupferl vor, sehr hübsch drapiert, so knapp unterm Kopfkissen.

Ein Schuh vom Hausherrn. Wau! Welch noble Geste! Der Hund des Hauses scheint einen zu mögen.

Als man morgens unerwartet früh aufwacht, weil man des nachts ins Hormonjammertal katapultiert wurde, also nicht in der Lage ist, schon aufzustehen oder mehr als eine Ibuprofen zu sich zu nehmen, da naht sogleich die Rettung auf vier Pfoten.

Größte Wärmflasche ever! Und so mitleidig und einfühlsam und lang angeguckt worden, dass die Schmerzen sich tatsächlich bald verziehen…

…Bobby aber findet, dass man noch liegenbleiben sollte, also tun wir das.

Wie sollte man auch diesen beachtlichen Kopf beiseite schieben, der einem so warm auf den Bauch gesunken ist (doch ein ganz ordentliches Kaliber, wenn man sonst 7kg Dackel gewohnt ist)?

Danke an die Penzbergerin, den Salzburger und den großen Braunen für das schöne Wiedersehen, die gelungene Party und den hohen Kuschelfaktor der Gastfreundschaft!

Wochenende (poop-bag-free).

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Auf dem Weg zur U-Bahn greife ich in meine linke Jackentasche, um mich zu vergewissern, dass ich das Zugticket auch wirklich eingesteckt habe. Ich spüre die zusammengefaltete Fahrkarte und bin beruhigt. Und ich spüre ebenfalls: ein Gefühl von Freiheit. Nicht etwa wegen der bevorstehenden Bahnfahrt oder der kleinen Reise an sich, sondern wegen des Fehlens der Hundekotbeutel und den 5-10 Hundekeksen in eben jener linken Jackentasche.

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Als ich mich daheim vom Gatten und dem Dackelfräulein verabschiede und in meine Jacke schlüpfe, denke ich: Das gönnst du dir jetzt mal – aus dem Haus gehen ohne irgendeinen dieser Hundehalterappendizes. Ohne Leckerlis und ohne diese grünen, ökologisch abbaubaren poop-bags in der Jacke. Ohne Bällchen, Pfotenhandtuch und Leine im Rucksack. 30 Stunden ohne all das.

Glauben Sie’s mir: Wenn man das fast acht Monate lang nicht mehr hatte, dann hat das was.

Zugleich eine heimliche Vorfreude darauf, dass dort, wo man hinfährt, auch ein Hund sein wird. Sogar einer, der einen Plüschdackel als Lieblingsspielzeug hat. Also schnell noch ein Würstchen aus der Vorratskammer geholt und ins Reisegepäck gesteckt.

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„Wir erreichen nun die Frankenmetropole Nürnberg“, verkündet die das „r“ so fränggisch rollende Lautsprecherstimme.

Ich unterbreche meine Lektüre, schaue aus dem Zugfenster und mein Blick fällt als Erstes auf das InterCity Hotel, das hinter dem Bahnhof liegt und das vor langer Zeit mal Treffpunkt war für ein Umsteigen vom Auto des ersten Ehegatten (ein Franke, ich war noch sehr jung und flexibel damals!) ins Auto vom Papa.

Wir kamen aus Würzburg, der Papa war auf Dienstreise in Nürnberg. Der Erstehemann in spe fuhr dann weiter nach Erlangen zu seinen Eltern und ich mit dem Papa nach München. Es war die recht spät stattfindende Erstbegegnung zwischen Martin und meinem Vater, der damals – nachhaltig traumatisiert von einem Wochenende mit K., dem nach Kümmelduschgel riechenden Medizinstudenten aus Wien, den ich als die große Liebe präsentiert und gleich für mehrere Tage nach München eingeladen hatte – strikt verfügt hatte, den „nächsten Aspiranten“ erst dann kennenlernen zu wollen, „wenn der sich mal mindestens ein Quartal gehalten und bewährt“ hätte. Das war mit Martin der Fall, denn nach 4 Monaten hatten wir schon eine gemeinsame Wohnung mit Weinbergblick oberhalb von Würzburg bezogen und sogar tagelang zusammen eine Schrankwand aufgebaut.

Wir hielten auf dem Parkplatz des InterCity Hotels Nürnberg, der Papa stand dort bereits neben seinem Auto und erwartete uns. Mit einem fröhlichen „Grüß dich, Michael!“ streckte er dem Franken seine Hand entgegen. Ich war amüsiert und korrigierte ihn, der künftige Erstehemann tat so als würde er lächeln, der Papa lächelte ebenfalls, aber authentisch, klopfte M. auf die Schulter und meinte, immerhin habe ja der Anfangsbuchstabe gestimmt.

Der Franke rächte sich später damit, dass er seinen Schwiegervater nie Lurchi nannte, wie der Papa aber von allen genannt wird, mit denen er etwas privater oder familiärer zu tun hat. Er sprach ihn bis zu unserer Scheidung mit dem Vornamen an, der in seinem Ausweis steht und auf den er in etwa so gut hört wie das Dackelfräulein auf „Pfui!“ oder „Aus!“.

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Wenig später dümpelt der ICE an dem Würzburger Vorort vorbei, in dem einst die beiden Erstsittiche mit bester Aussicht auf den Main zur letzten Ruhe gebettet wurden und ich mir bei einem Sturz von der Schwalbe den Knöchel blutig schürfte, weil ich mit der rechten Hand noch unverändert am Gasdrehgriff hing und das Vehikel mich deshalb in munteren Kreisen über den Asphalt schleifte.

Was für eine braungraue Trostlosigkeit und architektonische Ödnis diesen fränkischen Käffern doch anhaftet.

Am Würzburger Bahnhof bleibt der Zug länger als geplant stehen, um auf Reisende aus einem anderen ICE zu warten.

Rechterhand vom Bahnhof in den Hügeln das Schloss Steinburg, dahinter ein paar Tannen, und ein Stück hinter dem kleinen Wäldchen vielleicht immer noch der Bungalow von Dr. Almuth S., meinem Erstversuch, die Sache mit der Mutter mal aufzuarbeiten.

Sehr beige und cremefarben war das dort, alles in dem Haus mehr Flokati als Psychiater, und ich dann auch schnell wieder weg, als mir diese makeupzugekleisterte Trulla in edler Kamelhaarjoppe in der zweiten Sitzung einreden wollte, dass ich womöglich auch ein Vater-Thema hätte und vorschlug, die vereinbarte Stundenzahl von 20 auf 50 zu erhöhen. Ein Jahr unsinniges Psychogestochere in diesem cremefarbenen Alptraum? Nein danke!

Habe dann den Job im Weinkeller angenommen, dort begonnen, rote Gauloises zu rauchen, erstmals den Kontakt zur Mutter ganz abgebrochen und schließlich noch das Studienfach gewechselt.

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Auch so eine späte Erkenntnis: dass man ja auch all das, was man gar nicht zu Ende studiert hat, im Lebenslauf unter „Studium der xy“ auflisten kann (und wohl sogar darf), so liest sich das ja gleich viel besser-länger-klüger.

Hab ich erst letztes Jahr geschnallt, dass andere das so machen und so eine erkleckliche Geistes-Vita zu Papier bringen und damit sogar auf dem Markt auftreten.

Ein echter Wettbewerbsnachteil, dass ich da immer bloß eine bescheidene Zeile stehen hatte, weil ich nur die für relevant hielt. Mittlerweile zwar auch schon wurscht, aber sollte ich je wieder einen CV zusammenbasteln müssen, stünden an der Stelle nun mindestens sieben Zeilen und dem potenziellen Arbeitgeber hoffentlich vor Staunen ob meiner breit gefächerten Interessen und umfassenden Bildungseifers der Mund offen.

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Bevor ich mich nun noch an den nächsten Haltestellen der Erinnerung – Fulda und Kassel – abarbeite, was diesen sonnigen Samstag unnötig mit wirklichem Seelenschmutz überzöge (v.a. die Erinnerung an drei Tage Fulda im Dezember 2013), greife ich nochmal in die kacktütenfreie linke Jackentasche, fummle ein paar Münzen heraus, hole mir im Bordbistro einen Kaffee to go & to verschütt in the shaky train, höre ein bisserl Musik und stimme mich mal auf die große Geburtstagssause ein, die in gut zwei Stunden im Park von Schloss Richmond beginnt.

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Auch Ihnen ein schönes Wochenende, mit guten Gedanken und ebensolcher Gesellschaft & herzliche Grüße an meine beiden Lieben daheim!

Ge_danke_n 2018 (3).

Das heutige Ge_danke_n-Stückchen 2018 ist für meine Bloggerfreundin Andrea.

Seit über zwei Jahren hegen und pflegen wir, was seinerzeit beim Gipfeltreffen im unvergessenen Nörten-Hardenberg begann, wo ich (beinahe noch unvergessener) auf Springsteens Spuren lustwandelte. Das allein ist schon ein Grund, dankbar zu sein, denn oft lassen sich neue Verbindungen, die von Anfang an mit einer räumlichen Distanz von 500km verbunden sind, nicht allzu lang aufrecht erhalten.

Letztes Jahr 1x München und 1x Braunschweig und dieses Jahr dann unser Abend in Reichenhall und die Tour bei Berchtesgaden, das war – so mitten im Umzugsstress – ein echtes Highlight und eine willkommene Abwechslung. Ein ganz tolles Wochenende zu sechst war das!
Vor allem aber möchte ich Danke sagen für all den Austausch das ganze Jahr über und: es gibt nur wenige Menschen, bei denen ich mich mit meinen gelegentlichen Hundesorgen so gut aufgehoben fühle.

Und ganz aktuell danken wir auch noch für das Weihnachtspaket.

Eine der wenigen Sendungen, die durch den Briefkastenschlitz aufs Parkett segelte und nicht sofort angebellt wurde. Beim Öffnen verstand ich natürlich, wieso: Ein Hunde-Wurst-Lolli kullerte heraus, das hatten wir noch nie! Pippa war ganz aufgeregt und es war schwer, ihr zu vermitteln, dass das ein verfrühtes Geburtstagspräsent ist und kein Weihnachtsgeschenk, an das man sofort ran darf, wenn einem Weihnachten so lolliwurscht ist wie uns.

An die anderen Köstlichkeiten wollte sie auch sofort ran, aber die in der Sternchentüte, die hab ich ihr weggefressen, die waren nämlich ganz klar für die menschliche Vorweihnachtszeit gedacht. Sie tröstete sich dann mit dem Pin-up-Boy-Kalender von ihrem großen braunen Freund, der ja wieder ein kleines Kunstwerk ist, sowohl der Freund als auch der Kalender.
Mal ehrlich: wir hatten uns schon etwas bang gefragt, was wir machen, wenn der dieses Jahr nicht in DIN A5-Format, sondern aufgrund unseres überschwänglichen Lobes im Upgrade auf ein DIN A2-Format eingetroffen wäre – vorsorglich haben wir eine große Wand im langen Flur freigehalten! -, aber gottseidank kam er in der gewohnten Version und Größe hier an, so dass er 1:1 auf den Nagel des 2018er-Vorgängers passt 🙂 – und ich würde mich freuen, wenn du das bald persönlich begutachten kämest.

Danke für alles, liebe Andrea, grüß Deine drei Männer & bis bald im neuen Jahr!

PS: Sorry, es hat doch nicht geklappt mit der Aufbewahrung bis zum 28.12….

You better run you little wild heart.

Für Andrea & Pippa.

Vor ein paar Tagen las ich morgens, noch gemütlich mit dem schnarchenden Dackelfräulein im Bett kuschelnd, den neuesten Blogbeitrag meiner Freundin Andrea aus Braunschweig.

Dass Andrea neulich mit Mann und Labradoodle Bobby in Berchtesgaden eine Woche „Hundeurlaub“ gemacht hatte – genauer gesagt: an einem „Antijagdtraining“-Kurs teilgenommen hatte – war mir natürlich nicht mehr neu, denn wir hatten die drei direkt nach Kursende dort besucht und anderthalb schöne Tage miteinander verbracht. Bei einer gemeinsamen Wanderung hatte Andrea mir auch bereits ausgiebig von der Trainingswoche berichtet und wir konnten live zusehen, wie sie die Kursinhalte fleißig unterwegs übten.

Nun reichte sie noch ein Interview zu der Thematik nach, das sie im Anschluss an den Kurs mit der Hundetrainerin geführt hatte.
Beim Lesen blieb mir an einigen Stellen die Spucke weg und die gerade noch so gemütliche Morgenstimmung wandelte sich zu einem Gefühlsmix aus Beschämung und schlechtem Gewissen.

Etwas benommen stand ich auf und wurschtelte mich so durch den Tag, immer wieder mit einem mulmigen Gefühl an diesen Beitrag denkend.

Warum?

Nachdem ich das Ganze ein Weilchen habe sacken lassen, ist es mir klar geworden: Weil mir manche Antworten der Hundetrainerin die Augen für die momentanen Defizite in der Beziehung zu meinem Hund ebenso geöffnet hatten wie für ein paar lang gehegte Fehlinterpretationen (wie z.B. dass Buddeln auch zum jagdlichen Verhaltensrepertoire gehört), für Gedankenlosigkeiten (im Umgang mit dem Hund) und für den üblichen, leider immer wieder mal einreißenden Alltagsschlendrian in unserem Zusammenleben (kein Miteinander, sondern ein Nebeneinander).

Seit drei Monaten dreht sich hier fast alles nur noch um die neue Wohnung, die Renovierung derselben, etliche berufliche Dinge und das Abhaken von diversen Erledigungslisten. Der Gatte ertrinkt ebenfalls in Arbeit und schleppt sich tapfer und ziemlich überarbeitet durch sein Sommersemester.

Nun bin ich zwar gut im Organisieren und auch ein passabler Stressphasen- und Umzugs-Manager, bekomme daneben sogar noch ein gewisses Maß an Sozialleben und Freundschaftspflege auf die Reihe, dasselbe gilt fürs Schwimmen und etwas Bewegung überhaupt.
Aber vor lauter Gewurschtel und Geplane ist Pippa im Laufe der Wochen ganz unmerklich zu einem Pflichtprogramm geworden, das ich zwar diszipliniert in den Tag einbaue wie alles andere Notwendige oder zu Erledigende auch, nur ließ die Freude an der Zeit miteinander, ein echtes Aufeinander-Bezogensein, die Intensität unserer Bindung mehr und mehr nach.

Bei Spaziergängen warf ich ein paarmal pflichtschuldig den Ball, ließ sie buddeln oder das Ufergebüsch durchstöbern, weil ich dann nicht weiter gefordert war, sie zu beschäftigen. Stand unbeteiligt daneben. War froh, einfach mal eine Weile irgendwo rumzustehen und irgendeinen Punkt zu fixieren: das Loch, das sie grub, die Stelle auf der Wiese, in der sie sich wälzte, ihr wackelndes Hinterteil, wenn sie vor mir her lief. Viel mehr ist zwischen uns in den letzten Wochen nicht passiert. Ich war einfach zu erschöpft – von den Wohnungsdingen, von manch zwischenmenschlichen Strapazen, von viel Arbeit mit einem kaputten Ellenbogen.

Es reicht, merkte ich plötzlich. Und zwar reicht’s mit Einigem (wovon heute nicht die Rede sein soll und vielleicht auch überhaupt nicht hier).
Manchmal braucht’s ja diesen Schubs von außen, damit man kapiert: Zeit wird’s, wieder in ein anderes Fahrwasser zu kommen. Höchste Zeit! Und genau diesen Impuls gab mir Andreas Beitrag.

Noch bevor nächste Woche das Bad renoviert wird und man wieder vor lauter Sägespänedunst, der den Handwerksfreund und mich hier Woche für Woche umgibt, kaum noch erkennen kann, welcher Wochentag eigentlich ist, habe ich beschlossen, ab sofort mein Dackelmädchen nicht mehr wie einen Programmpunkt zu behandeln und draußen überwiegend ermüdende Pflichtrunden abzuspulen, sondern schleunigst wieder zu der Beziehung zurückzukehren, die wir den Großteil unserer sechseinhalb gemeinsamen Jahre über hatten und die mich immer so froh gemacht hat (beinahe hätte ich gesagt: auf die ich immer so stolz war, aber mit Stolz und so Sachen hab‘ ich’s nicht so).
Zwei, die nacheinander gucken, die aufeinander achten, die miteinander durch die Welt und durchs Leben gehen – und sich dabei aneinander freuen.

Es gibt so viele Gelegenheiten dazu, man muss sie nur ergreifen und zulassen – und genau damit habe ich heute wieder begonnen.

Die Tour:
Traubling – Golfplatz Tutzing – Deixlfurter Weiher – Ilkahöhe – Forsthaus – und über Obertraubling und Monatshausen zurück. 12 Kilometer. Passables Wetter. Nicht überlaufen, kaum störende Mountainbiker, keine Wildschweine oder Rehe.
Schöne Einkehr mit Weitblick aufs Alpenvorland und auf der Terrasse sogar herrlich Ruhe gehabt, weil das lärmende Sonntags-Familienvolk von einer dichten Hecke abgeschirmt nebenan im Biergarten tobt. Kostet nicht mal 2€ mehr, den Imbiss im Bedienbereich einzunehmen, das war’s wert.

Unterwegs kein stumpfsinniges Bällchenschießen, kein gedankenloses Buddelnlassen, stattdessen gemeinsam durchs mannshohe Schilf gekämpft, unwegsamste Wege ausprobiert, zweimal verlaufen, Schlangen bestaunt, auf wackligen Stegen herumgeturnt, Seerosen beschnuppert, im Moorsee gebadet, auf urwaldähnlichen Sumpfpfaden im Morast versunken (der Dackelpopo danach wie in Tonerde eingebacken, im nächsten Weiher gleich abgewaschen), über Bachläufe gesprungen, einen toten Fuchs gefunden, auf umgefallenen Riesenbäumen herumgeklettert, von Golfspielern angepöbelt worden und zusammen zurückgemotzt – und nach vielen Stunden müde und zufrieden wieder am Auto angekommen.

Auf der Heimfahrt wählt die Shuffle-Funktion des CD-Players aus der Musiksammlung das hier aus:

You make up your mind, you choose the chance you take
You ride to where the highway ends and the desert breaks
Out on to an open road you ride until the day
You learn to sleep at night with the price you pay
(…)
Now they’d come so far and they’d waited so long
Just to end up caught in a dream where everything goes wrong
Where the dark of night holds back the light of the day
And you’ve gotta stand and fight for the price you pay
(…)

Als Springsteen bei der Zeile „So let the games start, you better run you little wild heart“ angekommen ist, halte ich gerade an einer Ampel in Starnberg. Nutze die Gelegenheit, drehe mich um und gucke zu Pippa, die friedlich auf der Rückbank schläft. Ihre Pfötchen zucken ein bisschen, vermutlich träumt sie.

Ich verrenke mir den Arm, greife nach hinten und streiche über ihren kleinen Kopf.
My little wild heart, sage ich zu ihr – let the games start again!

(Dies, liebe Andrea, als Antwort auf deine Frage aus der Mail von heute Mittag.)

Du bist so groß und i nur a Zwerg!

„Du bist so groß und i nur a Zwerg!“ (Des Dackelfräuleins Ode an den Watzmann und Bobby)

Für 36 Stunden raus aus der Stadt, der Wohnung, dem Umzugs-, Umbau- und Ausbaukosmos. Auch mal wieder ein Segen, zumal bei der Gegend, dem Wetter und in der Gesellschaft!

Gestern Abend in Bad Reichenhall: Gustl vom Fass und zwei Ungustl unterm Tisch.

Süffig, süffiger, Suffikator.

Alpenländische Bierkultur.

Für den Großen Braunen immerhin eine Hundmaß.

Heute dann zu sechst in die Berge bei Berchtesgaden: „Gasthof Sahnegletscher“ klingt ja schon mal verlockend.

Mit Dog&Blog-Freundin Andrea morgens vor Watzmann-Kulisse.

Auf dem Soleleitungsweg oberhalb von Ramsau.

Noch zwei Minuten bis zum Toten Mann!

„Jetzt reicht’s aber langsam mit Bergaufgehen bei der Hitze!“

Oben angekommen: Während die Männer „Toter Mann“ spielen…

…halten sich die Frauen an den Hunden fest.

Pures Bergglück eben!

Danke an Andrea, Wolfgang, und Bobby für den wunderbaren gemeinsamen Tag – kommt gut nachhause & kommt bald wieder!

Anschließend noch einen Abstecher in die Vergangenheit des Gatten unternommen, zur Gebirgsjäger-Kaserne nach Berchtesgaden…

…wo das Dackelfräulein sogleich dem Löwen den Rang streitig machte…

…derweil wir herzliche Grüße an Mr. Speedhiking ins Allgäu sandten, der hier einst ebenfalls mit Watzmannblick diente.

Danach noch schnell ein Bad im Königssee…

…und anschließend mit einer Schlafenden Hexe vor uns (und einer hinten auf der Rückbank) zurück nach München.

Vor zwei Jahren stand ja mal kurz im Raum, ob wir uns vielleicht Richtung Frankfurt verlagern, um dem Gatten das Pendeln zu ersparen, aber nach solchen Tagen sag‘ ich immer: „Gottseidank hat’s mich nicht in den Taunus verschlagen, denn da wär‘ ich nie und nimmer glücklich geworden.“

Soweit das Wort zum Sonntag und herzliche Grüße an die treue Leserschaft!

Ruhig, Brauner!

Im Gewölk bricht Blitzesglanz aus, eine Walküre hoch zu Ross wird sichtbar, über ihrem Sattel hängt ein gefallener Krieger.
Beim Zusammentreffen der Walküren, die auf ihren Pferden die Gefallenen mit sich führen, kommen sich zwei der Rösser zu nahe, wodurch Helmwige sich veranlasst sieht, dem durch seine tote Traglast in Aufruhr geratenen Hengst mit den Worten „Ruhig, Brauner! Brich den Frieden nicht!“ Einhalt zu gebieten.

Die Szene entstammt Wagners „Die Walküre“, Teil der Tetralogie „Ring des Nibelungen“. Ich musste das googeln, denn Opernhäuser gehören nicht zu meinem natürlichen Habitat.

Manche solcher Redewendungen erschließen sich einem sowieso besser im praktischen Erleben und nicht durch Opern- oder Theaterbesuche (oder die Lektüre der Bibel).

Der Braune, hier ganz ruhig.

Als ich am späten Donnerstagabend in Braunschweig eintraf und das liebevoll für mich hergerichtete Gästezimmer betrat (inkl. Dackelstofftier, falls einen das Heimweh überkäme sowie einem Kopfkissensortiment für Mehrfach-Lädierte), wärmte mir Hausherr Bobby bereits meine Schlafstatt vor.

Momente, in denen man spürt: Man ist willkommen hier, die Gastgeber haben an alles gedacht – und frieren würde man des Nachts auch nicht.

Auch am nächsten Morgen war er noch recht ruhig, der Braune. Dann landete das Münchner Mitbringsel im „Napf“ (der in der Wahrnehmung eines Dackelfrauchens einer Auflaufform für 4 Personen glich)…

Die (kurze) Ruhe vor dem Sturm auf den Bottich.

…und zu Recht guckt ein echter Harzer Bursche erstmal skeptisch, wenn man ihm ungewohntes Bavarian-Street-Food – „Ochsenfetzen mit Wurzelgemüse, Hopfen und Kräutern“ – vorsetzt. 

Bavarian bowl for Bobby.

Zwei Minuten später war die Freundschaft besiegelt und ich vollends als Rudelgast akzeptiert.

Frisch gestärkt war es nun vorbei mit der Ruhe. Geschirr und Rucksäcke wurden angelegt – und los ging es!
Zum Dank für die Ochsenfetzen erhielt ich eine 13 Kilometer lange Privatführung durch den Nationalpark Harz.

Andrea, Bobby und ich fuhren nach Bad Harzburg: Details unserer schönen Rundwanderung empfehle ich im „Anwolf“-Blog nachzulesen, denn dort finden sich auch die besseren Fotos.

Vom Parkplatz aus wanderten wir über die Zwischenetappe Molkenhaus hinauf zu den Rabenklippen…

Von den Rabenklippen eröffnet sich der Blick zum verschneiten Brocken (rechts hinten).

…unterzogen die Redensart „Augen wie ein Luchs haben“ einem Praxistest, scheiterten kläglich und waren froh, dass wenigstens einer von uns den richtigen Riecher hatte und die Wildkatze orten konnte.

Luchs in der Nase – da wurde er unruhig, der Braune.

Wir passierten das Kreuz des Ostens…

Meine Reise vom Stern des Südens zum Kreuz des Ostens.

…und erreichten schließlich den Burgberg, von dem aus man eine schöne Sicht auf Bad Harzburg hätte haben können, wenn nicht wieder dichter Nebel aufgezogen wäre. Entschädigung für den entfallenen Talblick bot – namentlich wie kulinarisch – das Hotelrestaurant „Aussichtsreich“. Hier stärkten wir uns so ausgiebig, dass wir die letzte Etappe in der Dämmerung zum Auto zurückwanderten und erst im Dunkeln dort ankamen.

Der Große Braune hatte sich so ausgetobt, dass er für den restlichen Abend friedlich schnarchend mein Gästebett okkupierte, wohingegen wir Menschen nach dem zweiten Weißbier (und dank der inspirierenden musikalischen Untermalung zu den Antipasti) nochmal auftauten und angeregt diverse Ideen zu gemeinsamen privaten und beruflichen Unternehmungen diskutierten.
Geschwiegen wurde in Braun_schweig jedenfalls nicht viel, dachte ich mir, als ich etwas übernächtigt und mit leichtem Halskratzen in den ICE nachhause einstieg.

Wer hätte das gedacht, dass sich aus einer Bekanntschaft in der Blogosphäre und dem ersten Beschnuppern in Nörten-Hardenberg ein so wohltuender und ergiebiger Kontakt entwickeln würde? Schön war’s!

Herzlichen Dank an die drei Anwölfe für die tolle gemeinsame Zeit, die guten Gespräche und die perfekten Frühstückseier…

Brooding Bobby Brown.

…und allen anderen Lesern einen gemütlichen Ausklang des ersten Adventswochenendes!

Nothin‘, it ain’t nothin‘, honey, if it ain’t free. Zum 10. April 2017.

Lieber Bobby,

lang, lang ist’s her, leider!

Aber ich hab‘ den Tag nie vergessen, an dem wir uns zum ersten Mal gesehen haben, bei unserem Blind Date, dort oben in Nörten-Hardenberg.

    

Es hätte der Beginn einer großen Hundeliebe werden können, wenn sie uns nicht nach diesem einen Tag schon wieder auseinandergerissen hätten!

Seither sieht die Situation so aus: 603 Kilometer voneinander entfernt döst jeder einsam vor sich hin…

  

… und sieht den anderen bestenfalls in irgendeinem Hundejournal.

  

Das ist doch kein Zustand!

Ich kann nur hoffen, dass wir uns im Herbst tatsächlich in der Rhön treffen, so wie unsere MamasFrauchen es schon ausgemacht haben. Dann scheuchen wir die beiden den Kreuzberg hinauf, abgemacht? Lassen sie kurz ihr Klosterbier runterkippen und weiter geht’s! Es gibt schließlich viel Aufregenderes als Rumhocken in Lokalen. Ich hab‘ da schon eine Menge Ideen, was wir anstellen können…

Für deinen heutigen Ehrentag wurde mir bei der Songauswahl freie Pfote gelassen, und weil ich dauernd diesen Bruce hören muss, hab‘ ich gedacht, ich wähle mal eine Frauenstimme, das erfreut einen Kerl wie dich bestimmt mehr als männliches Gebell, denn das kannst du schließlich selbst 😉

Ich habe mich für einen meiner All-time-favorites entschieden, weil mich der Text ein bisschen an uns erinnert.

I pulled my harpoon out of my dirty red bandana
I was playin‘ soft while Bobby sang the blues
Windshield wipers slappin‘ time
I was holdin‘ Bobby’s hand in mine
We sang every song that driver knew

Freedom’s just another word for nothin‘ left to lose
Nothin‘, it ain’t nothin‘ honey, if it ain’t free
And feelin‘ good was easy, Lord, when he sang the blues
You know feelin‘ good was good enough for me
Good enough for me and my Bobby McGee

Gut, wie man auf den Fotos sieht, war es eine hellblaue Bandana. Und deine Pfote ist viel zu groß als dass ich sie je in meiner halten könnte. Außerdem saßen wir auch nur zusammen in einem VW-Bus, und der Fahrer war eine Frau.

In meiner Erinnerung haben wir trotzdem zusammen gesungen – und vor allem haben wir unsere Freiheit genossen. Als hätten wir nichts zu verlieren, als ginge es nur um diesen Moment, diese Ackerfurche, diese Hasenfährte, diesen Pferdeapfel oder diesen Knochen…
Das können wir schließlich viel besser als die Menschen!

Für dein neues Lebensjahr wünsche ich dir daher stets genug Freiheit, Freilauf, Freiraum und freie Wahl beim Fressen!

In diesem Sinne: A very happy Dogday & see you on the trail!
Deine Pippa.