Traumhaft.

Um 2:14 Uhr aus einem Traum hochgeschreckt:
Der Gatte und ich sind – aus welchem Anlass auch immer – auf dem Weg zu einem Paartherapeuten, der identisch ist mit dem Arzt meines Vertrauens und dessen Praxis in der Münchner Innenstadt. Wir sitzen im Wartezimmer, sind bestens gelaunt, ich will mich oder den Gatten gerade fragen, wieso wir überhaupt hier sind, da kommt Dr. T. auf uns zu, begrüßt uns mit Vornamen, was Dr. T. real nie tun würde, und nimmt nur den Gatten mit ins Sprechzimmer. Ich gucke verdutzt, da ich dachte, die Stunde wäre für uns beide gemeinsam vorgesehen, warte aber zunächst brav ab. Die Sprechstundenhilfe Frau K. ruft mich bald auf und weist mir den Weg zu einem anderen Wartezimmer. Dort soll ich liegen, das gehöre bei solchen Terminen dazu. Aha?! Auf einer feldbettartigen Pritsche soll ich liegen, es stehen ca. 20 solcher Pritschen in dem Raum, fast alle belegt, irritiert lege ich mich hin, auf dem Bett neben mir liegt ein krebskrankes Kind und röchelt. Nach einer Stunde Warten und Rumliegen wird es mir zu blöd. Ich verlasse diese atmosphärisch beklemmende Mischung aus Krebsstation und OP-Vorraum und ich gehe wieder vor zum Tresen und frage Frau K., ob sie mich mal kurz zu Dr. T. und dem Gatten ins Sprechzimmer lassen würde, damit ich klären kann, wie das hier weitergeht. Sie lässt mich. Ich klopfe an, niemand reagiert, also gehe ich einfach hinein. Das Zimmer ist leer, der rote, runde Teppich grinst mich an, das Deko-Schaf blökt hämisch, ich wundere mich, was hier los ist. Frau K. kann es sich auch nicht erklären, meint aber dann, es könne sein, dass die beiden durch den Hinterausgang die Praxis verlassen hätten. Ich tue Selbiges. Und stehe plötzlich auf einem kopfsteingepflasterten Marktplatz, mitten in einer Altstadt, es sieht aus wie Tübingen oder Regensburg oder Würzburg. Zwischenzeitlich ist es dunkel geworden. Ich stolpere über den Platz und gucke suchend in alle Fenster. Und auf einmal sehe ich die beiden: nix Therapie oder so, sie sitzen in einer gesteckt vollen Kneipe, teilen sich eine Flasche Rotwein und schauen in dieselbe Richtung, geradeaus, zur Großbildleinwand, auf der ein Championsleague-Spiel des FC Bayern übertragen wird. Grad will ich mir noch denken „Aha, so läuft der Hase also!“, und schon wache ich auf.
(Später, beim realen Frühstück, wird mich der Gatte fragen, wie denn der Spielstand gewesen sei. Sehr witzig.)

Irgendwann kann ich dann weiterschlafen, bis 4:33 Uhr, dann wache ich erneut auf, wieder mitten aus einem Traum:
Media Markt hat die drei für die neue Wohnung bestellten Gegenstände nicht zusammen geliefert. Bestellt waren (im Traum wie in der Realität): Eine Waschmaschine, ein Wäschetrockner und ein Verbindungsrahmen, damit man einen Turm aus dem Ganzen bauen kann, der mir zwar nicht geheuer ist, aber der Keller der neuen Wohnung gibt räumlich nichts anderes her und da es keinen Trockenraum mehr gibt, hat der Papa uns einen Trockner spendiert, obwohl ich nie so ein Ding haben wollte und schon gar nicht als Turm. Media Markt liefert (hoffentlich nur im Traum) Trockner und Waschmaschine, nicht aber den Verbindungsrahmen. Wir wohnen noch gar nicht unter der Lieferadresse, glücklicherweise ist aber einer unserer neuen Nachbarn, Herr T. (mit dem ich real schon Emailkontakt hatte), zufällig gerade im Hausflur und nimmt die Ware an. Die beiden Monster werden in den Keller geschleppt und da Herr T. nicht weiß, dass der Verbindungsrahmen bestellt ist bzw. noch fehlt, lässt er die Monteure die Geräte lose aufeinander stapeln und anschließen. Sie erklären ihm, dass beide Maschinen vor der Inbetriebnahme einen leeren Wasch- bzw. Trocknungs-Gang durchlaufen müssten und schalten die Geräte ein. Inzwischen checke ich meine Emails und sehe die Lieferbestätigung von Media Markt. Setze mich ins Auto und fahre zur neuen Wohnung, gehe in den Keller und sehe dort die Katastrophe: Herr T. liegt erschlagen unter dem mangels Befestigung heruntergefallenen Trockner. Mein erster Gedanke: Komm ich nun ins Gefängnis? Nein, komme ich nicht, ich wache lediglich auf, um wieder eine Weile wachliegen zu dürfen.

An Traum Nr. 3 erinnere ich mich erfreulicherweise nicht, irgendwas Unangenehmes war da los, mit viel zu lauter Musik von Sepultura oder so Zeug, das ich nie höre. Ich weiß es nicht mehr. Vermutlich wurde ich zu schnell aus der Traumwelt gerissen – durch den wilden Trommelwirbel des Hundeschwänzchens neben dem Kopfkissen. Das spricht eine Sprache, die ich besser verstehe: „Hallo Tag! Juhu! Aufstehen!“.

Einen traumhaften Frühlingsdonnerstag wünscht
Die Kraulquappe.