Himmel der Bayern (32): Einmal Löwe, immer Löwe.

Starnberger See: 15°C und Frühlingsgefühle am Ostufer.

Hinweisschilder im teuersten Landkreis der Republik: Für uns erfreulicherweise irrelevant (da anderes Schuhwerk).

Waldi meets Wappentier.

Saharastaub am Seeufer & Föhnsturm in den Alpen.

See-Löwen-Siesta.

Zamperl vor Zugspitze.

Auf dem Rückweg: Spätnachmittagsstimmung bei Feldafing.

O-wimoweh, o-wimoweh, o-wimoweh. Zum 27. März 2017.

Liebster R.,

der Status „Gatte“ bewahrt dich vor nichts: Weder vor dem Geburtstaghaben an sich, noch vor der Gratulationsserie auf meinem Blog. Zumal dein heutigre Geburtstag ein – wie sage ich’s nur? – irgendwie besonderer ist.

Vielleicht ist er am besten durch ein kleines Bildchen zu umschreiben, das ich letztes Jahr an einem Sommermorgen in Tirol schoss, als du schon deinen Pflichten als Hunde-Vater nachgingst, während ich noch im Nachthemd auf dem Balkon unseres Domizils stand und den Sonnenaufgang bestaunte, der hinter dem Lamsenjoch hervorkroch.

Verwackelt, da zu früh am Morgen.

Heute übernehme ich das Morgengassi, so dass du schon mal den Tisch decken noch gemütlich liegenbleiben kannst, bis ich mit frischen Semmeln heimkommen und dich an den Gabentisch bitten werde. In der ganz oben auf dem Geschenkeberghügel thronenden Karte steht dann auch all das, was hier nicht steht (also nicht mehr viel).

Und bitte reiß dich zusammen und beginn mit der Karte! Denn wenn du die zwei Präsente auspackst, besteht Gefahr, dass du womöglich vor lauter Tränen (Freudentränen, hoffe ich!), keinen Buchstaben mehr lesen kannst.

Apropos Freudentränen. Die vergoss ich seinerzeit auch, als wir in unseren Anfangsjahren noch ständig durch die Berge marschierten und ich dich eines Tages, es war auf dem Soiernhaus, dabei ertappte, wie du ganz versonnen Otto, den Hund des Hüttenwirts, deinen Käsebrotfinger hast abschlecken lassen.

Denn da war mir klar: Mit dem kannste zusammenbleiben, der liebt nicht nur dich, sondern auch Dackel. Ein äußerst entscheidendes Kriterium!

Otto vom Soiernhaus.

Wenig später schleifte ich dich – quasi als letzten Lackmustest – zu deinem ersten Springsteen-Konzert und auch da erlebte ich dich so, wie man den, mit dem man sich jung fühlend altern will, erleben möchte: Begeistert, beschwingt, beseelt. Du hattest zwar sehr bald andere Lieblingssongs als ich, aber da auch diese noch in dem Kompendium „Die 300 besten Songs von Bruce Springsteen“ enthalten sind, sagte ich mir: Schwamm drüber. Ohne etwas Toleranz haut so eine Beziehung ja eh nicht hin.

Und so nahmen die Dinge ihren Lauf.

Ein paar Jahre später heirateten wir und wurden genau 9 Monate nach der Hochzeit stolze Eltern. Zeit wurde es, wir waren schließlich nicht mehr die Jüngsten! Im Unterschied zur Situation vieler anderer Eltern in unserem Umfeld hatten wir allerdings das große Los gezogen, da unsere Kleine von Anfang an gern und viel schlief. Schon nach 4 Wochen schlief sie durch, und zwar voll 8 Stunden!

Als sie sich dann eines Tages aus ihrer Wiege raus- und in unser Bett reingeschlichen hatte, schlief sie gleich noch länger und lieber.

Sie ist nämlich – genau wie du! – kein Morgenhektiker und lässt sich gern erstmal die Sonne auf den Bauch scheinen, bevor sie aufsteht und in der Küche Stress macht wegen des Frühstücks (was ja mein Job ist).

Du hast sie, kaum dass sie laufen konnte, mit deiner ganz großen Leidenschaft angesteckt. Und ganz wie bei dir wurde fast eine Sucht draus. Wenn der Ball mal nicht so rollte, wie sie sich das erhofft hatte, war sie stundenlang unleidig. Wenn das dann noch auf Tage fiel, an denen der große, ruhmreiche FC Bayern abgekackt hatte, hatte ich gleich zwei Mega-Muffel auf der Couch sitzen.

Philippa Gar-nicht-Lahm.

Pippas Ballsucht hast du mittlerweile durch zahlreiche Intelligenzspiele („Zieh“, „Acht“, „Blau“, „Tür zu“ etc.) und Erweiterung des Repertoires an Gassirouten einigermaßen in den Griff bekommen. Bei dir ist diesbezüglich Hopfen und Malz verloren, aber ich verstehe das schon: Einmal Fan, immer Fan, da helfen nicht mal mehr Intelligenzspiele, geht mir schließlich genauso. Sowas ist wie „lebenslänglich“, wenn es echt ist.

Und so ist es manchmal auch mit der Liebe und der Ehe. Darauf hoffe ich natürlich in unserem Falle sehr, und die Chancen stehen gut, da du nach 10 Jahren immer noch mein Lieblingsmensch bist! 🙂

Den Song vom Boss, den ich für dich ausgewählt hatte, habe ich wieder verworfen (es wäre „Outlaw Pete“ gewesen, obwohl du deine Säuglingszeit nicht im Knast verbracht und auch noch niemanden erschlagen hast). Ich habe ihn verworfen, weil ich dachte, du wirst eigentlich oft genug mit dieser Musik beschallt und hörst sie dir ja sogar freiwillig auf deinen Zugfahrten zwischen Frankfurt und München an, wenn du nicht gerade Sportfilme guckst oder im Gang stehen musst, weil der ICE mal wieder nur halb so lang ist wie er sein sollte.

Dein Geburtstagsständchen werden dir also nicht Bruce Springsteen & the E-Street-Band bringen, sondern Pat, the Hippo & Stanley, the Dog. Der Boss wäre einverstanden mit diesen Stellvertretern, da bin ich mir sicher.

Nach meiner Wahrnehmung ist das nämlich der einzige Song, dessen Erklingen dich absolut immer erheitert (also hoffentlich auch schon am frühen Morgen des heutigen Tages). Gleichwohl birgt der Text nicht allzu viele Highlights, so dass ich es mal auf diesen bedeutungsvollen Vers hier beschränke, den ich dir widmen möchte:

Hush, my darling, don’t fear, my darling
The lion sleeps tonight!

Aber bevor the lion sleeps (und wir neben ihm), feiern wir jetzt erstmal deinen runden GeburtsTag!

Alles Liebe und Gute wünscht dir
Deine Kraulquappenfrau.