Mit Löwenkräften.

Kommen 5 Löwen pünktlich um 8 Uhr in die Wohnung spaziert, werkeln 7 Stunden gut gelaunt vor sich hin („Ey, Seppi, was macht dein Asthma heute?“ – „He, Tarek, nicht heimlich an den Hundeknochen knabbern!“), trinken 5 Liter Cola, knuddeln abwechselnd das Dackelfräulein (immer wieder rührend: muskulöse Kerle, die säuselnd in die Knie gehen – wegen einem kleinen Hund!), futtern 10 belegte Semmeln + 8 Nussschnecken und verschwinden um 15 Uhr mit einem fröhlichen „Servus, bis morgen!“ wieder.

Alles ist eingepackt & verpackt & zerlegt oder anderweitig für den morgigen Transport vorbereitet.

Für den schwächelnden Normalo mit Epicondylitis schwer nachvollziehbar. Ehrlich gesagt geradezu unfassbar!

Muss man halt mal ein Stückerl klettern für die Abendlektüre im Lesesessel!

Für das Dackelfräulein wurden nette Labyrinthe und Durchschlupfe angelegt…

…und für die Zweibeiner immerhin der Durchschlupf auf den Balkon freigelassen…

…so dass dem Feierabenddrink nichts im Wege steht.

Und dass Sie nun nicht denken, wir hätten hier faul in der Sonne gesessen!

Weit gefehlt!

Der eine war auf dem KVR, um den Wohnsitzwechsel anzumelden, Kfz-Papiere anzupassen und eine Parklizenz zu beantragen, die andere fuhr mit vollbepacktem Kombi zum Wertstoffhof, kümmerte sich um die Löwenfütterung und die Koordination der Handwerksarbeiten für die nächsten 4 Wochen.

3x dürfen Sie raten, für wen der Tag am nettesten war.

Richtig! 😎🐕🌴

So viel steht fest: In meinem nächsten Leben werde ich Hund.

Jedem Lappi siis Chappi.

Nein & i wo!

Auch wenn die Banalität meines Vormittagsbeitrags es vermuten ließe: Es geht nun weder um billiges Hundefutter, noch um Stéphane Chapuisat, und erst recht nicht um Putzhilfsmittel oder die Bewohner des nördlichsten Skandinaviens.

Stattdessen möchte ich eine kleine Geschichte erzählen, über Ästhetik, Manufaktur und Luxus aus Helvetien.

„Jedem Lappi siis Chappi“ ist Schwiizerdütsch und bedeutet in etwa „Jedem Narr seine Kappe.“. Oder, freundlicher formuliert: „Jedem Tierchen sein Pläsierchen“ – was hier besonders gut zutrifft. Das lang ersehnte Pläsierchen für das Dackelfräulein – oder meins, ganz wie man’s nimmt – ist nämlich heute eingetroffen.

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Ich suche seit Monaten nach einem Ersatz für Pippas von unzähligen Bade-, Rauf-, Wälz- und Wanderfreuden mittlerweile etwas verschlissenem und miefendem Halsband, von dem wir uns in naher Zukunft werden verabschieden müssen.

Natürlich möchte ich wieder ein Appenzeller-Sennen-Halsband haben – für mein Empfinden das einzig wahre Halsband für einen echten Dackel.
Dieser Wunsch erwies sich als kompliziert. Der Versand, bei dem ich es vor 5 Jahren gekauft hatte, existierte nicht mehr. In Wolfratshausen gab es noch einen Händler, der die Halsbänder aus der Schweiz bezog, aber das tut er seit letztem Jahr leider nicht mehr. Blieb nur ein Allgäuer Sattler, den ich mehrfach anschrieb, der aber zu muffig war, um zu antworten oder bereits dermaßen in Aufträgen erstickt, so dass er auf die läppischen Einkünfte aus 28cm-Halsumfang gut verzichten kann.

Als alle regionalen Bezugsquellen ausschieden, recherchierte ich auf dem Schweizer Markt – und wurde fündig. Hochwertiges Rindsleder, handgefertigtes Halsband, produziert in einer Appenzeller Gurt-Manufaktur, verkauft in Zürich (auf Wunsch ergänzbar um Gürtel für Herrchen und Frauchen, im Partnerlook, versteht sich). So stellt man sich das vor – kein asiatisches Lederimitat oder olle Fressnapf-Ware, bei der die Messing-Kühe nicht genietet, sondern geklebt werden und sich schon während der ersten Badesaison verabschieden.

Das Problem: Das eh schon teure Schweizer Produkt hätte sich durch exorbitant hohe Zölle und Versandkosten nochmal erheblich verteuert.
Die Lösung: Freundin H. hat erfreulicherweise genau rechtzeitig Berlin verlassen und ihre Zelte dauerhaft in der Nähe von Zürich aufgeschlagen.

H., grundsätzlich gut eingespannt mit zwei Jungs und Ehemann sowie Job und Alltag, hat sich bestimmt insgeheim überschlagen vor Freude als ich mit meiner Bitte daherkam: Die kleine Gurt-Dependance in Zürich öffnet ihre Pforten nur nach persönlicher Terminvereinbarung, wenigstens war die Dackelgröße des Halsbands in der gewünschten Leder- und Kuh-Farbe bereits vorrätig.

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Praktischerweise besucht H. gelegentlich nicht nur die Zürcher Innenstadt, sondern auch ihre Eltern in München, so dass jegliche Zölle und Versandkosten entfallen. Unpraktischerweise hat sie dabei vor lauter Familienpflichten meist keine Zeit mehr übrig, so dass sie zwar letztes Wochenende kurz in München, aber nicht bei mir war. Dafür trifft sich ihr Vater gern mit mir.

Und so hat das Original-Appenzeller-Sennen-Halsband nun seine weite Reise beendet und seinen Bestimmungsort erreicht:

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Wir danken dir, liebe H., tausendmal dafür, dass du dem Lappi zu seinem Chappi verholfen hast und ersuchen dich erneut, uns bitte mitzuteilen, wie viele Franken du dafür berappen musstest und wann, wie und wo wir unsere Schulden begleichen dürfen: über deinen Vater, per Auslandsüberweisung oder persönlich und vor Ort, wenn wir uns im Frühling auf einen Arbeitsurlaub bei dir am Zürichsee einquartieren?

Ein herzliches Hoi & Salü –
von der Kraulquappe und ihrem Dackel.

„Ein bisschen arg gülden kommt es noch daher, aber ich werde es in Kürze abgewetzt haben!“

Winterluxusglück.

Wochenbeginn. Einkaufen gehen. Wäsche waschen. Hundefutter bestellen. Arbeitsplan für die Woche festlegen. Papierkram erledigen. Mailverkehr mit der Hausverwaltung ohne Wutausbruch über die Runden bringen.

Alltag eben.

Zwischen all den Pflichten mein Montagmittaghighlight: Eine ganze Stunde schwimmen.

Zur Traumzeit, zu der die Rentner weg und die Lehrer noch nicht da sind (die Feierabendschwimmer erst recht noch nicht). Nur ein paar kälteresistente Studenten, Freiberufler, Arbeitslose.

Bei Traumwetter – wildes Schneetreiben! – die paar Meter durchs Freie laufen, dem nur schemenhaft zu erkennenden Becken entgegen, die Schneeflocken auf der nackten Haut spüren, zu Frieren beginnen, dann der Sprung ins warme Freibad. Losschwimmen.

Brust, Kraul, Rücken – den ganzen Trainingsplan ungestört absolvieren können, keine Nervensäge, nirgends, kein Ausweichenmüssen oder Überholen.
Schwimmend staubt Schnee auf Gesicht und Arme-Schultern-Nacken.

Weil man vor lauter Schneefall keine zwei Meter weit gucken kann, schalten sie ausnahmsweise tagsüber die Stadionbeleuchtung ein, die ihr milchig-vernebeltes Traumlicht bis auf den Beckengrund aus Edelstahl schickt und es dort mit Hilfe der Wasserbewegung psychedelische Girlanden zeichnen lässt. Gibt es eigentlich ein Swimmer’s High?

Jedenfalls: Nicht zu toppen, das Ganze. Inklusive Chaffeurdienst hin und zurück, da der Gatte zur selben Zeit im Park den schneeverrückten Dackel bespaßt (quasi funsharing).

Wieder daheim erfrischt und zufrieden weitergewerkelt. Montag kann toll sein.

Einen schönen Start in die Woche wünscht euch
Die Kraulquappe.