Hund haben (8).

Eigentlich bloß ein Nachtrag zu meinem vorigen Beitrag, in dem ich etwas arg achtlos und nebenbei diesen Werbeaufkleber an der U-Bahnstation Thalkirchen erwähnte:

Mittlerweile hab‘ ich die „Couture“ recherchiert und traute meinen Augen kaum.
Es gibt wirklich nichts, was es nicht gibt, aber sehen Sie selbst:

Homepage der Dachshund-Couture.

Luxusprobleme: Bavarian vs. Chagall coat.

240€ ?!? So teuer ist ja mein eigener Wintermantel nicht…

Be the center of attention!

Das ist ja bitter. Da liegen wir also mit unserem letztjährigen 35€-Fleece-Fetzen (wegen dessen Anschaffung ich schon schwer mit mir gerungen habe) quasi unter C&A-Niveau, was die Dachshundmode angeht. Au weia!

(@Freundin D.: Vielleicht kannst du diese erschütternde Tatsache beim demnächst geplanten Engernähen des Fetzens irgendwie berücksichtigen? Eine Edelweiß-, Brezen- oder Weißwurstappliaktion aufnähen oder so? Ginge das?)

Turtleneck-Teckel.

Der selbst geschneiderte Versuch ist etwas zu dünn und wird zu schnell nass.
Also haben wir das Dackelfräulein vermessen und den Profi beauftragt.

Gestern traf das edle Stück ein. Model „Frida“. Wieder ein Restaurantbesuch weniger für uns.

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Außen schwarzer, wasserabweisender Stoff, innen cognacfarbenes, wärmendes Fleecefutter, am Kragen umklappbar.

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Der Mantel hat einen Bauchlatz, dessen Enden um die Taille geführt und mit einem breiten Band inkl. Klettverschluss auf dem Rücken geschlossen werden.

Das schmeichelt der Figur dermaßen…

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… dass die sportliche Dachshundsilhouette auf der weißen Leinwand nun besonders gut zur Geltung kommt.

Bei der Bestellung gestaunt und gelernt: Es gibt den Hundemantelkram in wirklich allen erdenklichen Farben und Mustern, in gesteppter Optik, mit eingesticktem Namen, mit Kapuze, mit Hosenbeinen, mit Daunenfüllung und sogar im Military-Look.

Das Gezitter in der Warmlaufphase hat nun ein Ende. Danach wird der Mantel mit zwei Handgriffen ausgezogen und der Hund hebt bestens aufgewärmt ab.

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Ist der Hund glücklich, freut sich der Mensch.

Ein schönes Winterwochenende wünscht euch
Die Kraulquappe.

Zu Ende gezittert oder: Die warme Wollwurstpelle.

Fünf Winter lang haben wir uns hartnäckig dagegen gewehrt.

Die Argumente waren:

  • „Hundemäntel sehen affig aus und sind überflüssig!“
  • „Die friert schon nicht – ein Rauhaardackelfell hat schließlich genug Unterwolle!“
  • „Bei so viel Bewegung kühlt sie nicht aus!“

Bislang hat das auch immer weitgehend so gestimmt. Unser Dackelmädchen liebt Schnee und hat in den vergangenen fünf Wintern nur ganz selten gezittert. Wenn wir mal an der Tramhaltestelle warten mussten oder die Rotphase an der Ampel arg lang war. Ansonsten alles soweit in Butter, wenn man unterwegs immer mal wieder die Schneekügelchen von Bauch und Pfoten entfernt hat.

Gestern, irgendwo zwischen Tief Axel und Hoch Angelika, war dann aber Schluss mit lustig. Pippa bibberte draußen ganz erbärmlich. Sogar beim langen Mittagsmarsch gab es Momente, in denen sie ihr Sausen unterbrach, stehenblieb und zitterte. Heute beim Morgengassi hat sie sich vor lauter Zittern beeilt wie noch nie, um zurück ins Warme zu kommen.

Danach hat es mir gereicht. Ich schnappte mir den vom Gatten frisch aussortierten Wollpullover, eine Schere, ein Maßband, einen Stift und den inzwischen wieder aufgetauten Dackel.

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Zehn Minuten später die erste Anprobe.

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Und man muss sagen: So ein Herrenwollpullover ist ideal dafür geeignet, ihn auszuweiden. Man kann aus den beiden Ärmeln ja gleich zwei wärmende Wursthundpellen schneidern. Super.

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Fräulein Zitter hat also ausgezittert!

Apropos: An dieser Stelle bietet sich ein Querverweis auf den von mir sehr geschätzten Blog „Herr Zitter zitiert“ an, dem ich wünsche, dass sein Tag für Tag inspirierendes Gezitter noch lange anhalten möge (er hat’s ja schön warm, so eingebettet in die Word_Presse).

Ein warmes Wochenende wünscht euch
Die Kraulquappe.