Sonntagsbesuch.

Dreistündiger Sonntagsbesuch. Von der Verwandtschaft, quasi.

Von der ersten Begegnung an eine große Sache. 1x kurz beschnuppert und sofort verstanden. Pfote drauf.

Sie heißt Nelly, kommt aus Hannover und ist fernbeziehungsmäßig zusammen mit ihrem Herrchen alle zwei Wochen eine Etage unter uns zu Besuch.
Heute das vierte Treffen, zunächst draußen, danach erstmals drinnen.

Gut, zum Arbeiten kommt man dann gar nicht mehr, weil das Spielen & Gebalge einfach so eine Augenweide ist. So eine große, dass man sofort einen Zweitdackel haben möchte.

Und wie die gucken können!

Spätestens beim übernächsten Mal teilen sich die beiden das Körbchen oder das Sofa.

DAS wollen Sie nicht versäumen, liebe Leserinnen und Leser – bleiben Sie also dran!

Ge_danke_n 2018 (5).

Alles, wo’s ums Zupacken geht, beginnt mit W.

W wie Wohnungsrenovierung, W wie Wertstoffhof, W wie Waschbeckenmontage, W wie Wände streichen, W wie Werkeln wie ein Wilder u.v.m.
Kurz: W wie Wiktor.

Es war nicht immer einfach, hat alle Beteiligten Nerven und Kraft gekostet, aber eines Novembertages ward es vollbracht.

Ohne den fleißigen Handwerksfreund sähe die Wohnung weit weniger bewohnbar aus oder wäre an viel mehr Stellen von Lolek & Bolek verpfuscht worden. Ohne sein unermüdliches Werkeln in all den Nischen, Fugen, Ritzen, Kammern und Räumen wäre unser neues Zuhause vermutlich noch längst nicht fertig renoviert. Und vor allem hätte ich kein eigenes Klorollen-Aufbewahrungs-Fach und kein auf Stiefelhöhe maßgeschreinertes Abstellsegment im Regal des Kammerls. Und auch keine neue Lampe in der Diele, denn dazu musste ja erstmal die alte kaputtgehen, damit die Idee einer neuen Lampe überhaupt geboren werden konnte (und freilich ist die alte sogleich von Wiktor repariert worden).

Wir danken Wiktor für seinen enormen Einsatz hier bei uns in der Ludwigsvorstadt & schicken ihm die besten Wünsche zu Weihnachten in die Hohe Tatra, wohin er sich nach dem Anbringen der letzten Leuchte justament in Klausur begeben hat, allerdings nicht ohne von uns ein großes Packerl mit Rischart-Gebäck zugesteckt zu bekommen, als Wegzehrung, die hoffentlich gemundet hat, dort in den fernen, kargen, eisigen Karpaten!

Weiterhin eine gute Zeit für Sie, werter Wiktor, und falls Sie mal wieder in der Nähe sein sollten, könnten Sie glatt die weiche Silikonfuge an der Schiebetür erneuern (die, die Sie eh schon einmal erneuert haben, Sie wissen schon: als wir noch dachten, es läge nur am ukrainischen Billig-Silikon, dessen Austausch, wie so manches andere auch, natürlich nur ein Handwerkertrick war, um den Kunden zu beruhigen und bei Laune oder bei der Stange zu halten 😉 )

Wesołych świąt i szczęśliwego nowego roku!

PS: Die Unterlagen zu Ihrem Einbürgerungsantrag habe ich Ihnen übrigens wie gewünscht an Ihre Postanschrift nach Warschau geschickt, in zweifacher Ausfertigung und übersetzt ins Polnische, versteht sich, damit Sie auch wissen, was Sie da unterschreiben.

Bruchstücke einer Biographie.

Gerade im Treppenhaus gesichtet – und sofort eine recht präzise Vorstellung der dazugehörigen Biographie gehabt…

…und ab sofort die Lauscher aufstellend, ob hier im Haus bald irgendein windiger BWLer unter den Nachbarn sein Ränzlein schnürt und Frau und Kind (und überhaupt alles) hinter sich lässt. Und das vor Weihnachten!!!

(„Biographie“ gehört übrigens zur Liste meiner persönlichen Unworte des Jahres 2018, dazu aber demnächst in aller Ruhe, wenn wir uns den üblichen Rückblicken widmen.)

Die 8 Kulanzgesten oder: Pharmacie d’été.

Sonntag, 11 Uhr. Wohnungsübergabetermin in Suburbia.

Schon im Vorfeld ein schwieriges Unterfangen: Die Eigentümerin will uns zu einem dreistündigen Termin verdonnern, worauf wir uns nicht einlassen. Nicht bei einer Neubauwohnung, die wir 371 Tage lang bewohnt haben und die nun top-gepflegt und renovierter als nötig zurückgegeben wird. Die Küche sieht aus wie nie benutzt, das Bad ist besser aufpoliert als in jedem 4-Sterne-Hotel. Die Böden weit entfernt von „besenrein“, stattdessen so, dass die Nachmieter sofort ihre Kleinkinder nackt drüberkrabbeln lassen könnten. Alle Dübellöcher vom Handwerksfreund bestens verspachtelt und farblich dem restlichen Strukturputz angepasst. Was wären wir als Mieter froh, jemals eine Wohnung in dem Zustand übernehmen zu dürfen.

Aber hilft alles nix, denn gleich zu Beginn wird’s noch schwieriger, als uns die Eigentümerin nach eisiger Begrüßung mit noch eisigerer Miene ein „Ich werde jetzt bestimmen, wie das hier abläuft“ entgegengeschleudert. Sappralott, und sowas hat mal an der Uni unterrichtet, sogar im sprachwissenschaftlichen Bereich, wo man meinen möchte, dort müsse ein gewisser Nuancenreichtum in Sachen Formulierungsgeschick zur Grundausstattung gehören.

Vorgelegt wird uns dann ein 5-seitiges, selbstgebasteltes Übergabeprotokollformular, in dem sich Rubriken finden wie: „Schimmelverdacht ja/nein“ (für alle Zimmer), „Fenster geputzt ja/nein“, „Fettrückstände in der Küche“, „Funktionstest Spülmaschine (1x laufen lassen)“ und „Badewanne gereinigt und desinfiziert ja/nein“. Ich versuche krampfhaft, nicht an meinen netten Berater vom Mieterverein zu denken, der sich kaputtlachen würde über diesen Vordruck, derweil deponiert die Eigentümerin ein Thermometer im Gefrierfach, um zu überprüfen, ob wir den nagelneuen Gefrierschrank in dem einem Jahr nicht vielleicht doch so ruiniert haben, dass er nicht mehr exakt die Soll-Temperatur aufweist. Bei diesem Mieterpack weiß man halt nie, da muss man schon sehr genau hinschauen (Mail von vorgestern: „Verstehen Sie bitte, dass wir nach einer kurzen Mietdauer von nur 1 Jahr alles besonders gründlich nachsehen wollen.“).

Aus der in den nächsten 105 Minuten folgenden Serie an Highlights möchte ich – obwohl eines kabarettreifer als das andere war – nur ein einziges schildern. Die Abnahme der Badewanne.
Blitzblank sauber, die Vermieterin beugt sich zur Inspektion hinein, jedes ihrer Barthaare spiegelt sich im grellweißen Emaille der Wanne, sie fährt mit ihrer Hand kritisch über die Oberfläche und – huch! – fühlt einen Kratzer, stöhnt entsetzt auf und notiert diesen Kratzer sofort im Protokoll. Ich eile hinzu, da ich den Gatten mit ihr diskutieren höre und knöpfe mir den „Kratzer“ – eine hauchfeine, 5cm lange Linie – vor. Es handelt sich um einen winzigen Wasserrand, eine homöopathische Dosis Münchner Kalk, der sich mit dem Fingernagel ohne jede Anstrengung wegschaben lässt.
Und so ging es dahin, 105 Minuten lang, bei schönstem Sommerwetter (ab und an flüchtete einer von uns kurz auf den Balkon, weil es drinnen nicht auszuhalten war und man einfach mal Luft holen musste oder sich in den Arm kneifen, um sich zu vergewissern, dass das grad tatsächlich live&echt ist, was man da erlebt). Aber irgendwann waren die Unterschriften drunter, unter diesem unsäglichen Protokoll. Bei „Sonstiges“ ein Schrägstrich, schade eigentlich, hier wäre ein schönes Freitextfeld gewesen für die Notiz: „Vor der Neuvermietung bitte unbedingt in die Vermieterrolle hineinwachsen und mit den gesetzlichen Bestimmungen, was angemessen/verhältnismäßig ist, gründlich vertraut machen.“

Zum Nimmerwiedersehen Abschied drückt sie uns ein von ihr unterschriebenes Papier in die Hand und guckt dramatisch. Es sei ihr wichtig, uns diese Seite noch mitzugeben. Wir nehmen den Zettel entgegen und überfliegen ihn. Es handelt sich um ein Geleitwort für unseren weiteren Lebensweg als Mieterpack, das einfach keinen Anstand besaß (und z.B. über die Böden ging und nicht schwebte) und die Gnade, in dieser Wohnung wohnen zu dürfen, niemals zu schätzen wusste („Ich habe Ihnen einen Neubau überlassen“ – äh, ja, das ist richtig, und wir haben Ihnen jeden Monat pünktlich einen Batzen Geld überlassen für die Anmietung dieser Wohnung).
Schließlich lesen wir das Papier genauer durch. Es sind 8 Punkte darauf notiert, eine Art „Minima Moralia“ für Münchner Mietmaden, die im Speck lebten und dafür nicht entsprechend Dank zu zollen wussten.

Sofort fallen mir diese glutamatverseuchten Chinarestaurants der 1990er Jahre (und wahrscheinlich auch noch weit darüber hinaus) ein, in denen sich auf der Speisenkarte stets ein Gericht mit dem verheißungsvollen Namen „8 Kostbarkeiten“ fand. Was man erhielt, war ein Teller Undefinierbares, ein Potpourri an Gruseligkeiten, die die Küche so hergab.
Genauso verhielt es sich auch mit diesem „Vermieterseitige Kulanzgesten“ übertitelten DIN A4-Blatt: die damenbärtige Eigentümerin mit der Großgrundbesitzerattitüde hatte dort erbsenzählerisch und haarklein jede ihrer acht selbstdefinierten Heldentaten notiert, die sie uns hatte zuteil werden lassen.

Wir schütteln ein letztes Mal den Kopf, wünschen viel Erfolg mit den nächsten Mietern, klemmen uns unseren Dackel unter den Arm, gehen die Treppe hinunter und kehren Suburbia für alle Zeiten den Rücken.

Daheim angekommen sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen ergriffen, die Pharmacie d’été hat ja gottseidank auch sonntags offen.

Einen erfreulicheren Wochenausklang gehabt zu haben – das wünsch‘ ich der geschätzten Leserschaft.
Und mindestens eine Kugel köstliches, erfrischendes Zitroneneis.

Herzlich grüßt Sie –
Die Kraulquappe.

Fast fertig.

Vier Tage am Stück mit dem Handwerksfreund. Und ich muss sagen: Die Zusammenarbeit lief wie am Schnürchen!

Das erste Stimmungshighlight war die Entfernung eines Waschbeckens und einer Armatur, deren Anblick ich Ihnen erspare, das Drumherum dürfte schon genügen:

Es war eine Wonne, die zerkratzte, viel zu wuchtige Arbeitsplatte in kackbraun endlich in mehrere Teile zersägt zum Wertstoffhof zu fahren und eigenhändig in den Container zu pfeffern!

Am Mittwochnachmittag, während Deutschland die WM vergeigte, verneigte sich der Handwerksfreund ein letztes Mal vor dem Siphonregal im Baumarkt – derweil ich auf einer Werkbank saß, Effi-Briest-mäßig mit den Beinen baumelte (wenn schon die Seele derzeit nix zu baumeln hat) und 20 Minuten zur freien Verfügung genoss.

Einen sauguten Tipp hätte ich da übrigens für Sie, falls Sie auf Männersuche sind. Wenn Sie gern einen hätten, dem Fußball wurscht ist und der trotzdem ein echter Kerl ist Ihnen stattdessen die Terrasse neu fliest oder Ihre Küche schick umbaut, dann gehen Sie einfach an einem solchen Nachmittag (Achtelfinale WM oder sowas in der Art) in den Baumarkt. In sehr übersichtlicher Atmosphäre (auch Parken ist da kein Problem) können Sie dort die in Frage kommenden Kandidaten in aller Ruhe beobachten. Es sind nicht viele, aber das erleichtert das ganze Wählen & Entscheiden ja sogar, wenn das Angebot mal nicht ausufert, sondern gleich aufs Wesentliche eingedampft ist.

Der Geburtstag kann jedenfalls kommen, denn das neue Bad (= der Einbau einer schönen Sanitärkeramik samt Wasserhahn, Handtuchhalter und Waschtisch), das ich mir gewünscht habe, ist nun fertig. Es plätschert so fein aus dem Perlator auf den Handrücken, dass man mit dem Händewaschen gar nicht mehr aufhören mag! Der Gatte wird Augen machen, wenn er von seiner Tagung heimkehrt!

Überm Esstisch hängt jetzt die Pendelleuchte, überm Sideboard endlich wieder wie eh und je der Lump vom Pablo, das neue Küchenregal hat an allen relevanten Stellen Kantenschutzleisten bekommen, auf dem Wannenrand thront eine neue Duschtrennwand ohne Schimmel und verranzte Plastikkanten und schließlich knöpfte sich der Handwerksfreund noch intensiv den Balkon vor, seinen Hauptarbeitsraum der letzten sechs Wochen.
Dort lagen so viel Sägespäne rum, dass man den Holzboden nur noch schemenhaft erkennen konnte (wenigstens wurden die diversen Überbleibsel der Vormieter – Zigarettenstummel, Kronkorken, Wattestäbchen etc. – entsprechend gut darunter begraben).

Diese Elendsarbeit war wirklich kaum mit anzusehen, da ich aber das Dackelfräulein zu einem Arzttermin kutschieren musste, konnte ich mich zeitweise im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Staub machen. Unterwegs dann sogar die Bestätigung, dass das so schon alles seine Richtigkeit hat…

…und man mal ohne schlechtes Gewissen Kundin sein sollte.

Zumal man ja auch diesmal alles tat, um den fleißigen Handwerksburschen bei Laune und Kräften zu halten…

…eine Fäschprr jagte die nächste – warm, kalt, salzig, süß – alles geboten!

Und noch ein Tipp: Seien Sie stets gut zu Handwerkern, das zahlt sich absolut aus. Vor allem zu denen, die Sie länger an der Backe haben als ein Stündchen oder zwei.
So ein Streuselkücherl oder Südtiroler Schinkenbrettl zur rechten Zeit – und schon flutscht der Hobel wieder flott über die Holzfliesen und Sie haben nachher einen 1a-Balkonboden.
Kochen Sie Kaffee im Stundentakt, räumen Sie das große Gemüsefach Ihres Kühlschranks gleich vorweg aus und füllen Sie es mit 7 verschiedenen Biersorten, so dass immer eine Auswahl vorhanden ist (variieren Sie diese ruhig auch von Tag zu Tag, erst recht, wenn Sie in einer Hopfenhochburg leben).
Auch ein eigenes Handtuch für Genosse Handwerker ist kein Fehler, sofern Sie Wert drauf legen, Ihre Küchentücher frei von gelblichen Holzstaubstreifen oder Silkonresten zu halten. Und setzen Sie sich in den Pausen ruhig auch mal dazu, ein bisserl Ansprache und Gesellschaft tut dem schwer schuftenden Manne nach seinem einsamen Gewerk durchaus gut und ganz nebenbei können Sie dabei die nächsten Punkte Ihrer To-Do-Liste in entspannter Atmosphäre an- und besprechen (Männer hassen es, mitten in der Arbeit angesprochen zu werden, bei einem Stück Kuchen sind sie hingegen deutlich zugänglicher). Verweisen Sie überhaupt stets auf die nächste Mahlzeit, das motiviert und lässt auch den Blick auf die Uhr nicht in Vergessenheit geraten. Sonst wird’s nämlich schnell mal 22 Uhr bis die Silikonkartusche aus der Hand gelegt wird und Sie Ihre vier Wände dann nur noch ein Stündchen für sich haben, bevor Sie todmüde ins Bett kippen und es wenige Stunden später schon wieder an der Tür schellt, weil sie ja gern früh loslegt, diese Zunft.

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Wir verabschieden uns hiermit geschafft, aber hochzufrieden ins Wochenende, das wir mit der Endreinigung der alten Wohnung und dem nachfolgenden Übergabetermin derselben zubringen werden. Dem Himmel sei Dank, dass wir dann nur noch eine Wohnung in dieser schönen Stadt unterhalten müssen und dem Handwerksfreund sei Dank, dass diese mittlerweile wirklich wunderbar ausschaut und wir hier fast fertig sind.

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Bis dann in anderthalb Wochen zum Endspurt, lieber Herr Speed, erholen Sie sich gut und grüßen Sie Dr. Schmitt herzlich von uns, der hier ebenfalls – Sie werden’s vor lauter Gewurschtel vielleicht nicht mitbekommen haben!? – eine äußerst nette Zeit hatte, sowohl mit dem Dackelfräulein als auch mit dem Gustl (der übrigens ein Loch am Hals, ein Wackelauge und einen lockeren Fuß hat, das müsste mal repariert werden 🙂 ).

Manchmal ist’s schon ein Kreuz!

Ermittlung der Mitte oder: Das Kreuz mit der Esstischlampenaufhängung.

Hell oder Dunkel: Das Kreuz mit der Wahl des Beruhigungshopfens.

Aus alt und verfallen mach neu und geräumig: Das Kreuz mit der Runderneurung des Flurschranks.

Jawohl – 3 Kreuze & 1 Amen!

So war sie, die Woche 5 an der Werkelfront (plus diverser „Kleinigkeiten“, die sich meist läppisch lesen, aber summa summarum ein Haufen Arbeit sind, vor allem, wenn es 30 Grad hat oder saumäßig schwül ist).

Jedenfalls wieder ein paar Ideen in Form gebracht (auch wenn man schon mal besser in Form war).
Großen Dank an den Handwerksfreund, der zur Mitternacht daheim im Allgäu aufschlagen wird!

Nächste Woche dann noch das Bad.
Endlich rückt eine normale Körperhaltung beim Zähneputzen in greifbare Nähe (und zugleich eine normale Badästhetik).
Sie werden noch sehen, was ich meine.

Und was machen Sie so zu Sommeranfang?
Hoffentlich nur das Beste!

Vom Bohrstaub ergraut grüßt herzlich
Die Kraulquappe.

Song der Woche.

Rain pourin‘ down, I swing my hammer
My hands are rough from working on a dream
I’m working on a dream

Let’s go!

I’m working on a dream
Though trouble can feel like it’s here to stay

Drei Tage hatten wir hier bei absolutem Mistwetter Besuch vom Handwerksfreund – und ich muss sagen: Diridari hin oder her, es hat sich dermaßen gelohnt, die ganze Aktion, und am Ende waren alle glücklich und zufrieden.

Das Gepäck vom Handwerksfreund aus dem Allgäu (ein Ausschnitt).

Gemeinsame Unternehmungen wie Baumarktbesuche können die Freundschaft festigen (alleine Ausladen ebenfalls).

Kammerspiel, Part I: Rohrumbauungen.

Kammerspiel, Part II: Weitere Rohrumbauungen.

Kammerspiel, Part III: Rohrkurven ohne Ende.

Kammerspiel, Part IV: Die Kammerzofe erhält ein maßangefertigtes Stiefelfach.

Kammerspiel, Part V: Sonderschnitzerei für den Sicherungskasten.

Kammerspiel, Part VI: Das Kammerkonzert kann beginnen!

Eine Spitzen-Abstellkammer ist das geworden, sag‘ ich Ihnen!

Individuellst gestaltet, jeder noch so schräge Wunsch wurde berücksichtigt („Könntest du die Regalhöhe bitte an die Klorollenhöhe anpassen?“ / „Ich bräuchte bitte noch einen Haken für die Fliegenpatsche!“).

Gut, ein bisserl viel Leergut ist zammkemma, aber im Kammerl drin ist’s halt recht warm, da laufen die Heizungsrohre durch, die man jetzt auf einer Seite gar nimmer sieht, weil sie – schick holzverschalt – das kritische Hausfrauenauge nicht mehr beleidigen.
Also hat er eben an Durscht ghabt, der Herr Handwerker. Zum äußeren Abkühlen isser eh immer raus aufn Balkon – immerhin eine Loggia! – so dass er nicht im strömenden Regen hat sägen müssen.

Mit dem Dackelfräulein hat er lustiges Werkzeug- und Krepprollen-Kullern im Flur gespielt und tapfer das Scheinmutterschaftsgejammer ertragen.
Gekehrt hat er auch ordentlich und für die im Sitzen eingenommenen Imbisse auf den cremeweißen Vitra-Stühlen hat er sich stets brav alle Sägespäne vom Gwand geklopft. Solche Sperenzchen würd‘ ein „normaler“ Handwerker, den man sich ins Haus bestellt, ja niemals mitmachen (aber dem serviert man auch kein indisches Curry oder einen Quinoa-Salat nebst einem Schoppen Roten).

Letzter Akt nach dem Kammerspiel: Zusammenpacken der Gerätschaften für das Pfingstprojekt (Renovierung der alten Wohnung).

Insgesamt waren und sind wir hochzufrieden mit der ersten Werkelwoche im neuen Zuhause.
Es lebe das Handwerk & das Hausmöbel!

„Das Hausmöbel“ (Aus dem Konversationslexikon „Der Große Polt“)

Und genau so war’s: zum Abschied sagte er leise „Service!“ und „Bis Sonntag!“, man klopfte einander anerkennend für das gemeinsam Durchgestandene und Entstandene auf die Schulter (schnaufte dann unbeobachtet erst amal durch) und versprach zum Abschied, nach einem wohlverdienten Pausentag dahoam die To-Do-Liste für die vier Tage ab Pfingsten zu studieren (Schwerpunkt „Speisekammer“ und „Kleinkram, vermeintlicher“).

Wir wünschen der Leserschaft schöne Feiertage, tolle Ferien und erholsame Urlaube und was die Menschheit halt so macht, wenn sie nicht gerade den letzten Zaster in den Um- und Ausbau der Wohnung steckt.

Herzlich grüßt Euch –
Die Kraulquappe.

St. Paul schlägt 7 oder: Landung in der Ludwigsvorstadt.

Die Stadt hat uns wieder!

Seit 5 Tagen wurschteln wir zwischen 130 Kartons, neuen Straßennamen/Geschäften/Nachbarn, zig Erledigungen/Terminen und allerlei Unerwartetem hin und her.
Aber das Viertel ist super!

Der „Vorstadtdom“ Sankt Paul.

Am Freitag nach 3 Stunden Hotlinek(r)ampf mit Vodafone in einem Mix aus Heulkrampf und Wutanfall aus der Wohnung geflohen.

Abendimbiss auf einer Parkbank in der Abendsonne an der Theresienwiese.
Zum kühlen TAP7 läutet die Paulskirche 7 Mal. Beides wirkt beruhigend. So beruhigend, dass ich einschlief.

Parkbank-Pause.

Von 130 Kartons sind nun 98 ausgepackt und 85 schon wieder per Quoka verkauft.
Vom Erlös 2x ein Abendessen bestellt.

Keine Schleichwerbung, sondern eine klare Empfehlung!

Deliveroo hat uns nämlich wieder und liefert zuverlässig Nervenkost für Umzugswracks.

Die ersten Provisorien im neuen Zuhause sind installiert („Bastel dir ein buntes Badregal aus Klappkisten“ oder „5 Handtücher gekonnt an nur 2 Halterungen aufhängen“).

Manche sind alles andere als beglückend, aber zumindest funktional.
Nächste Woche kommt ja dann handwerkliche Verstärkung – gottseidank, denn ohne etwas Struktur und Ordnung lösen sich meine wenigen inneren Anker leider schnell und der klapprige Lebenskahn kommt ins Schlingern.

Des Dackelfräuleins Gemütslage geriet durch den Umzug ebenfalls ins Schlingern.

„Where have all my puppies gone…?“

Seit Tagen tapert sie orientierungslos durch die neue Wohnung, aber die Suche nach dem fiktiven Nachwuchs bleibt täglich aufs Neue erfolglos.
Geborgenheit bietet nur die zufällig auf der Couch geparkte Bettdecke.

Natürlich kam der Hormon-Lkw mit der Scheinmutterschaft an Bord doch noch vor dem Umzugs-Lkw um die Ecke gebogen.

Teil des Löwenteams – eine super Truppe!

Tja, der Umzugs-Lkw. Und die 6 Löwen. Erst 5 Tage ist das her, unfassbar!
12 Stunden haben sie durchgeschuftet, die Jungs.
War teils nicht so lustig, denn der Aufzug konnte nicht rechtzeitig repariert werden und das ganze Glump musste in den 2. Stock hochgetragen werden.

Kein Männer-Gesprächskreis, sondern eine Löwen-Mittagspause.

Die riesige Pizzalieferung konnte das ein bisserl rausreißen. Und Unmengen an klebrigen Getränken (von denen ich etliche nicht kannte), aber auf Wunsch literweise angeschleppt habe. Pfirsich-Eistee, so habe ich gelernt, ist DER Garant für nicht nachlassende gute Laune, Muskelkraft und Konzentration bis zum Einsetzen des letzten Regalbretts.

Und überhaupt: alles kein Vergleich zum Vorjahresumzug.

Bis auf die vielen Kisten und das Gefühl im Rücken. Letzteres ist vor allem den umfangreichen Putzarbeiten im neuen Zuhause geschuldet, die uns die Vormieter zum Einstand geschenkt haben. An manchen Stellen möchte man nicht mal seine Straßenschuhe parken, geschweige denn sein Kaffeegeschirr.

Das ehemalige Wohnzimmer: Einmal in meinem Leben möchte ich mein eigener Nachmieter sein.

So. Bevor Sankt Paul erneut 7 schlägt, muss die Küche noch eingeräumt werden. Damit man dem befreundeten Handwerker übermorgen exakt sagen kann, wie viele Einlegböden die Speisekammer denn nun bekommen soll.

Wir wünschen allseits noch einen schönen Sonntag und bedanken uns für die herzliche Anteilnahme an unserem Übersiedelungsprozess.

Eure/Ihre Kraulquappe & Co.

Mit Löwenkräften.

Kommen 5 Löwen pünktlich um 8 Uhr in die Wohnung spaziert, werkeln 7 Stunden gut gelaunt vor sich hin („Ey, Seppi, was macht dein Asthma heute?“ – „He, Tarek, nicht heimlich an den Hundeknochen knabbern!“), trinken 5 Liter Cola, knuddeln abwechselnd das Dackelfräulein (immer wieder rührend: muskulöse Kerle, die säuselnd in die Knie gehen – wegen einem kleinen Hund!), futtern 10 belegte Semmeln + 8 Nussschnecken und verschwinden um 15 Uhr mit einem fröhlichen „Servus, bis morgen!“ wieder.

Alles ist eingepackt & verpackt & zerlegt oder anderweitig für den morgigen Transport vorbereitet.

Für den schwächelnden Normalo mit Epicondylitis schwer nachvollziehbar. Ehrlich gesagt geradezu unfassbar!

Muss man halt mal ein Stückerl klettern für die Abendlektüre im Lesesessel!

Für das Dackelfräulein wurden nette Labyrinthe und Durchschlupfe angelegt…

…und für die Zweibeiner immerhin der Durchschlupf auf den Balkon freigelassen…

…so dass dem Feierabenddrink nichts im Wege steht.

Und dass Sie nun nicht denken, wir hätten hier faul in der Sonne gesessen!

Weit gefehlt!

Der eine war auf dem KVR, um den Wohnsitzwechsel anzumelden, Kfz-Papiere anzupassen und eine Parklizenz zu beantragen, die andere fuhr mit vollbepacktem Kombi zum Wertstoffhof, kümmerte sich um die Löwenfütterung und die Koordination der Handwerksarbeiten für die nächsten 4 Wochen.

3x dürfen Sie raten, für wen der Tag am nettesten war.

Richtig! 😎🐕🌴

So viel steht fest: In meinem nächsten Leben werde ich Hund.

Suburbia (5): Dum dum dee dum (The moving dachshund’s theme).

Suburbia – 5. und letzter Akt (ganz unklassisch: ohne Katastrophe)!

Alle Schlüssel fürs neue Zuhause sind seit gestern übergeben, (fast) alle To-Do-Listen im alten Zuhause abgearbeitet (sind ja noch 18 Std. Zeit, bis die Jungs von der Umzugsfirma hier aufschlagen), alle anstehenden Bau- und Renovierungsarbeiten in Tabellen gegossen und zur Vorbereitung ins Allgäu geschickt, alle Hassbriefe an Vodafone versandt (den hierzu angekündigten Beitrag bekommen Sie erst zu Gesichte, wenn das Drama überstanden ist), alle Ellenbogen dank Spritzen für die kommenden Tage geölt, alle Bier- und Weinvorräte ausgetrunken, alle Alpträume des nachts geträumt (zuletzt: Umzugswagen hatte einen Unfall und unser gesamter Hausstand ging dabei kaputt)…

*****

Morgen um 8 Uhr kommen die Jungs von der Spedition und legen hier los.

Hoffentlich ist mal wieder auf das gute „nomen est omen“ Verlass und sie bringen nicht nur weitere 100 hübsche Löwen-Kartons, sondern auch die Kraft mehrerer Löwen mit, so dass wir unsere lädierten Pranken ein wenig schonen bzw. deren klägliche Restenergie fürs Auspacken aufsparen können.

Der Gatte, ein eingefleischter FC Bayern-Fan (wenngleich „eingefleischt“ für einen Vegetarier ein zweifelhaftes Attribut ist), hat ein bisserl gezuckt, dass ihm hier ausgerechnet Löwen in seine Arena einmarschieren, aber mei. Wir hatten die Spedition schon letztes Jahr in die engere Auswahl genommen, uns dann aber dummerweise für die preiswertere Scheißfirma entschieden, mit deren Versicherung wir uns im Anschluss schlappe 4 Monate rumgekloppt haben, bis endlich alle Schäden ersetzt waren.

Dabei waren wir damals wie auch heute sogleich vom Charme des Ober-Löwen eingenommen. Herr A. hat sich ein kleines, feines Familienunternehmen aufgebaut, ist selbst bei jedem Umzug mit dabei (stets frisch geduscht und deodoriert, bestens gelaunt und in Strahlemannoptik, das blitzsaubere Firmen-Shirt stramm über die Muskeln gespannt), alles läuft sehr individuell und persönlich ab (Herr A.: „So ein Umzug besteht zu 50% aus Psychologie!“ oder „Ihr Lieben, entspannt euch, alles wird gut!“).
Ein Profi, der sofort die neuralgischen Punkte seiner werten Kundschaft erspürt und so geschickt darauf eingeht, dass man sich beinahe auf den Umzug mit seiner Firma zu freuen beginnt (was seit heute Morgen auch meine Devise ist: mache man sich doch einfach mal einen Spaß draus, falls möglich…, ich werd‘ Fotos schießen und das Ganze als Artikel „Wohnungswechsel mit Waldi“ an irgendein Magazin verkaufen, Herr A. hat zudem bereits Interesse an Fotos vom Dackelfräulein als Kartonmodel bekundet).

Überhaupt wäre der nette Herr A. einen eigenen Beitrag wert.
Falls wir unerwarteterweise von Vodafone noch vor Weihnachten wieder ein funktionierendes Internet zur Verfügung gestellt bekommen, reiche ich die Story gerne nach.

*****

Es gibt übrigens keine Lebenslage, zu der der Boss nicht den passenden Song beisteuern könnte – man muss einfach nur alle Songs kennen!

Und wenn ich es schon sonst zu nicht allzu viel gebracht habe in meinem Leben, so doch immerhin dazu, ein wandelndes Springsteen-Songbook zu sein (sollte „Wetten, dass“ nochmal neu aufgelegt werden, könnte das glatt mal eine Einnahmequelle sein: anhand einer (!) beliebigen Textzeile den Song zu erkennen, alternativ könnte ich auch mit einer anderen, etwas bajuwarischeren Nummer auftreten und nach je einem (!) mit verbundenen Augen genossenen Schluck Weißbier aus insgesamt 27 Gläsern treffsicher die Schneider Weiße, TAP7, „Ein Bier wie daheim“, identifizieren, beides immerhin auch Wetten, bei denen man sicher nicht im Rollstuhl landet).

Eigentlich wär‘ dieser Beitrag auch was für die Rubrik „Song des Tages“ oder „Soundtrack meines Lebens“ gewesen. Aber dann fand ich, die Chefin des Hauses sollte nochmal ganz im Vordergrund stehen:

Ein Löwe zieht um!

The moving dachshund’s theme
(aka „Lion’s den“ by Bruce Springsteen)

You broke my heart, tore it apart
Thought it was cute, thought it was smart
But now I’m back and I’ve got the strength of ten
So I got a message for you my friend

I’m Pippa waiting in the lion’s den
Dum dum dee dum dum dee dee dum dum

That old lion’s mean and long in the tooth
And like you, baby, he’s out on the loose
Messing hearts up time and time again
Well it’s the time for that messing to end

I’m Pippa waiting in the lion’s den
Dum dum dee dum dum dee dee dum dum
Here we go!

At night I hear you out prowling around
Tearing guys up, scaring ‚em down
Now all that growling’s gonna come to an end
‚Cause I’m just biding my time, my little friend

*****

Ja, liebe Leserinnen und Leser, unsere Zeit in Suburbia neigt sich nun dem Ende entgegen.

Auf 371 Tage haben wir es hier am Stadtrand gebracht, 137 wären mir lieber gewesen, aber immerhin ist es überhaupt auf eine Kombination der Lieblingszahlen hinausgelaufen. Da bin ich abergläubisch – und zwar im positiven Sinne!
Und es hätte uns schließlich auch ärger erwischen können, wenn es 713 Tage geworden wären, wonach es ja zwischenzeitlich, als wir noch knöcheltief durch den Morast des Münchner Wohnungsmarktes wateten, fast aussah.

Nun aber flink weiter gewerkelt, damit wir nachher pünktlich zur Arrivederci-Pizza mit unserem Lieblingsnachbarn beim Suburbia-Italiener eintreffen.

Ein schönes Wochenende noch und drücken Sie uns und den Löwen die Daumen, liebe Leserinnen und Leser!

Bleiben Sie dran, bleiben Sie uns gewogen & bis bald – dann von gegenüber der Bavaria!