Song des Tages (30).

Neben seinem zeitaufwändigen Job an der Universität ist der Gatte ja auch nebenberuflich noch recht aktiv. Vorträge, Interviews, Gutachten,… – der mit Abstand wichtigste Nebenjob aber ist sein Amt als Serienbeauftragter. Ich erledige ja bei uns daheim absolut alles außer Bügeln – und um die Beschaffung des Stoffs neuer Serien kümmere ich mich ebenfalls nicht.

Über die Jahre ist es ihm gelungen, sich in diesem verantwortungsvollen Amt so viel Expertise anzueignen, dass er es zu meiner größten Zufriedenheit ausfüllt.
Die Weihnachtszeit wurde dank seiner guten Planung und stets pünktlichen Besorgungen zu einem Fest sondergleichen, auf das ich mich wieder freue wie seinerzeit zwischen 1976 und 1982 (die kurze und einzige Ära, in der ich diesem Ereignis positiv gegenüberstand).
Die meiner heftigen Quinn-Sucht stante pede folgenden Entzugserscheinungen verstand er binnen weniger Wochen durch eine gradniose Kiefer-Kur nachhaltig zu lindern, und ich erinnere mich auch noch gut daran, dass er meine Mikkelsen-Manie ähnlich schnell heilte (leider habe ich vergessen, durch wen oder was: Brody, Dexter,…?, egal, er fand ein wirksames Trostpflaster).

Meist organisiert er unsere Serienphase (die Ende November, wenn die letzten Blätter gefallen sind, eingeläutet wird und spätestens zu Beginn des Sommersemesters Anfang April wieder endet) so, dass wir mit ein oder zwei nicht allzu aufscheuchenden Serien zum Warmmachen starten (diesmal: „Die Erbschaft“) und uns die großen Knaller und Highlights für den Feiertagsmarathon zwischen dem 24.12. und 06.01. aufheben (diesmal: „Homeland“ und „Die Brücke“).
Danach wird dann meist das Genre gewechselt (diesmal: „The Handmaid’s Tale“), anschließend folgen parallel zu den letzten, für den Herrn Serienbeauftragten sehr anstrengenden Wintersemester-Wochen, ein paar Kurz-Serien in loser Reihung.
Diesmal waren das „The Team 2“ (lohnt sich nicht: Jürgen Vogel hat es mit Schnoddrigkeit und Muskeln endgültig übertrieben, eine der Kommissarinnen ist viel zu jung und unglaubwürdig), „Braunschlag“ (ein kleines Meisterwerk unserer österreichischen Nachbarn, mit einem spitzenmäßigen Nicholas Ofczarek – 1000 Dank an dieser Stelle nochmal an meinen Blogger-Kollegen Bernd für die beiden Ofczarek-Interviews und den neuesten Serien-Tipp mit diesem grandiosen Kerl) und – gerade fertiggeglotzt – „Sharp objects“.

Die von Patricia Clarkson fantastisch dargestellte Mutter (deren Vorname – Adora – nicht besser hätte gewählt sein können) in dem Südstaaten-Schauerstück weckte dermaßen ungute Erinnerungen an die Mutter (also die meine): diese Fassade aus strahlendem Lächeln und größter Empathie (dahinter nichts als eigene Ängste und Verletzungen), unter der blütenweißen Schürze aber geschickt den Kochlöffel verbergend für den nächsten Schlag auf die Tochter (die früh davonläuft und nie wieder zurückkehrt) – dass mir das in rauen Mengen praktizierte Zudröhnen mit Led Zeppelin und Wodka, das die Protagonistin Camille, Adoras Tochter, tagtäglich betreibt, geradezu konsequent erscheint. Puh!!!
Bin ich froh, dass es bei mir noch mit einigermaßen moderat dosiertem Bruce Springsteen- und Weißbier-Konsum getan ist, hätte die Mutter, wie Adora, neben ihrem So-Sein und dem alltäglichen Vexierspiel rund um ihr Befinden auch noch das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom (offenbar eine beliebte Ingredienz für Serien, wir kannten es schon aus „Die Brücke“) gehabt – na pfiatdigod!

Der Soundtrack zu „Sharp objects“ durchaus ein Hinhörer: nach Episode 5, die besonders übel war, hätte mich beispielsweise das den Abspann untermalende „Pa’lante“ glatt weggebelasen, wenn ich da nicht bereits tief in die Sofakissen gepresst und noch etwas starr vor Schreck gewesen wäre.

Hurray for the Riff Raff. Toller Bandname.
Und ein klasse Americana-Song, dieses „Pa’lante“ = Kurzform von „para adelante“ = nach vorne, vorwärts = immer gut und deutlich besser als der Blick zurück, was auch mein persönliches Fazit dieser Mini-Serie war.

Ich wünsche dem Serienbeauftragten eine gute Reise nach Mainhattan und der Leserschaft eine erfreuliche, traumafreie Woche mit möglichst viel guter Musik!

Every Saga ends oder: Weihnachten ist jetzt schon geritzt.

Der Gatte, in einem seiner Nebenjobs Serienbeauftragter, hat soeben die frohe Kunde überbracht: Saga Norén kommt zurück!

Das jähe Ende der 9 Staffeln „24“ hab ich mittlerweile verwunden (bzw. durch Kiefer live in concert ersetzt), der Tod von Peter Quinn ist hingegen für immer und ewig unverdaulich und unverzeihlich, aber wenigstens ist er mittlerweile 9 Monate her und die Zeit heilt doch so manche Wunde (der Serienbeauftragte teilte mit, dass er auch die neue Homeland-Staffel bereits vorbestellt hätte – nun gut).

Pünktlich zu Weihnachten werden wir also Saga Norén in der 4. Staffel von „Die Brücke“ wiedersehen und auch wenn’s wohl definitiv die letzte sein soll (Untertitel: „Every Saga ends“) – ich freu mich!

Song des Tages (15).

Heute Abend (vorerst) großes Finale von „24“, ab dann startet die „Homeland“-Vorbereitung für die Weihnachtsferien.
Lange Winterabende können ja so herrlich sein!

Danke an den Gatten, für die perfekte und pünktliche Bereitstellung aller Staffeln,
danke, Kiefer Sutherland, für die vielen spannenden Stunden (und dass du mir ein Stück weit über die einjährige Quinn-Durststrecke hinweggeholfen hast)
– und ein besonderes Dankeschön geht an Sori, für die wirklich bereichernde Info, dass Jack Bauer auch singt!

Pull the shades, lock the door
Drag your feet across the floor
Memories hang in the hall
Pull them down off the wall
Now it’s done, (s)he is gone, long gone

Herzliche Grüße und einen schönen Wochenendausklang!