Himmel der Bayern (81): Zeit für einen Grenzgang.

[Wir nennen den Beitrag diesmal bewusst nicht „Staubl_auszeit Nr. xy“, aber das nicht etwa, weil die Psocoptera den Haushalt verlassen hätten, sondern lediglich, um so viel Abstand wie möglich nötig zu dieser Thematik zu halten.]

Das Juliglück dauert noch an, zumindest weitgehend und im Rahmen des hier Berichtbaren.

Heute in einer Woche brechen das Dackelfräulein und ich in die steirische Landeshauptstadt auf und freuen uns auf die Grazer Grandezza in all ihren Facetten.
Reiseroute und Zwischenstopps sind nun geplant, die Unterkunft ist gebucht, der Termin mit dem Tourismusverband vereinbart und mit dem Online-Reservierungssystem der Auster habe ich mich auch schon mal vertraut gemacht. Die Auster ist ein Grazer Schwimmbad mit zwei 50 Meter-Becken, in dem ich im März 2011, kurz nach seiner Eröffnung (und im Rahmen einer Tagungsreise des Gatten, die mich damals nach Graz führte) meine Bahnen zog, und dessen topmoderne Schwimmbadarchitektur und Farbgestaltung mich schwer begeistert haben!
Überhaupt bietet Graz ja so Einiges in Sachen Design und Architektur. Weil ich ja überwiegend in Sachen Dog & the City unterwegs sein und mir die Stadt mit einem mittlerweile routinierten Hundumblick ansehen und erlaufen werde, muss ich mal gucken, was da zusätzlich noch für mich abfällt – außer Austernschwimmen.

Zur Einstimmung auf das Österreichische (und um Material für andere Projekte zu sammeln und den Psocoptera zuhause weder beim Krabbeln noch beim Krepieren zusehen zu müssen) verziehen das Fräulein und ich uns heute in luftige und (hoffenlich) lausfreie Höhen. Der triftigste Grund für diese Stadtflucht sind aber die für heute prognostizierten 28 Grad (und für morgen sogar 30), das brauchen wir nun wirklich nicht.

In den ausgeschilderten fünfeinhalb Stunden, die wir freilich auf vier bis viereinhalb verkürzen werden, um dann wiederum die Gesamtzeit des Unterwegsseins durch großzügige Pausen und Jausen auf mindestens sechs Stunden auszudehnen, geht’s von Kreuth aus über Gaiß- und Königsalm hinauf auf den Blaubergkamm, den wir entlangwandern werden (evtl. mit Abstecher zur Blaubergalm) bis wir von dem Grat, auf dem zugleich die Grenzlinie zwischen Bayern und Tirol verläuft, ein paar Meter zur Gufferthütte absteigen, die den nördlichsten Ausläufer des Rofangebirges markiert (in groben Zügen können Sie die Tour bei Interesse hier nachgucken).

Auf der Gufferthütte (auf 1.475m und in Tirol gelegen) ist der Winterraum für uns reserviert (falls noch jemand spontan Lust hat: wir hätten noch drei Schlafplätze frei!), denn als Bergsteiger mit Hund wird man ja immer in die Abstellkammer gesteckt (Ausnahme: Otto-Mayr-Hütte – mannomann, wenn ich diesen uralten Beitrag überfliege, fällt mir v.a. eines auf: wir haben noch immer keinen Dackelschlafsack, das ist eine Schande!!!) oder eben in den Winterraum, nun gut, wenigstens wird man da von niemandem vollgeschnarcht, hat einen eigenen Eingang und muss seine Schlafstatt nicht über Sprossenleitern erklimmen (und für 10€ Mitgliedernächtigungsgebühr sollte man eh über nichts meckern).

Das Highlight wird neben der Dusche, über die die Hütte verfügt (1€ für 2 Min. – ich werde es vielleicht krachen lassen und glatt das Doppelte investieren), die Mega-Aussicht von der Hüttenterrasse auf Schneidjoch und Guffertspitze sein (und auf weitere herrliche Berggipfel mit so herrlichen Namen wie Hochunnütz, Voldöpperspitze und Zunterköpfl).

Sofern wir ein wenig mehr Schlaf abbekommen sollten als neulich auf der Tutzinger Hütte und ich nachts nicht erfriere, weil so ein Dackel ja nicht ganz so viel Heizfläche bietet wie ein Labradoodle, und ich nach wie vor nur diesen mitteldicken Schlafsack dabeihabe (in dem ich natürlich nächtens meine Skiunterwäsche trage), weil ich nicht gewillt bin, mir coronabedingt noch einen Drittschlafsack zuzulegen, steigen wir morgen über eine andere Route wieder hinab nach Kreuth und laden uns – weil’s auf dem Weg liegt – gleich noch auf das übliche Dusche-Terrasse-Abendessen-Programm beim Papa am Tegernsee ein, der dank des Canasta-Treffens seiner Lebensgefährtin erfreulicherweise allein daheim sein wird.
Ich sag’s ja: das Juliglück.

Ihnen auch einen guten Wochenbeginn & (je nach Empfang) bis später oder die Tage!