Skandal im Tiefschnee.

In München lebt ’ne Dackelmaus
Und Dackelmäuse müssen raus
Gelobt sei diese schöne Stadt
In der der Freilauf noch ’ne Chance hat!

Denn hat man sich gut informiert
Wo man hier froh und frei flaniert

Wird jeder, der sein Zamperl liebt
Sag’n: „Wie gut, dass es die Isar gibt!“

(Und draußen vor der großen Stadt
Steh’n die Grantler sich die Füße platt…)

 

Falls Sie mit den Versen der Spider Murphy Gang nichts anfangen können, so gönnen Sie sich doch diesen 174 Sekunden kurzen, tagesaktuellen und überaus meditativen Schwarzweißfilm aus der herrlich verschneiten Isarmetropole:

Auch heute – ich schwör’s Ihnen beim heiligen Fressnapf des Dackelfräuleins! – wurde kein Igelchen aus dem Winterschlaf geweckt, kein frierendes Vogerl gescheucht, keinem Karnickel das Fell über die Ohren gezogen, keine wintermüde Barbe aus der Isar gefischt und kein Rehkitz, das sich in die städtischen Isarauen verirrt haben könnte, gejagt.
Und die anderen zwei Dutzend Hunde, die wir unterwegs trafen, waren ebenfalls ganz mit sich oder mit einander, mit ihren Menschen und dem Pulverschnee beschäftigt.
Die hundelosen Spaziergänger und die paar eisernen Radler hat’s auch nicht gestört, im Gegenteil: manch einer blieb stehen und guckte verzückt den Hunden bei ihrem Schneevergnügen zu, zweimal wurde ich sogar gefragt, ob man das Fräulein fotografieren dürfe (passiert uns sonst nur mit Japanerinnen im Olympiapark oder in den Gärten von Schloss Linderhof).
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Wenn Sie also nicht grad davon betroffen sind, Ihr Dach freizuschippen, in der Jachenau auf Ihr Care-Paket zu warten, mit der S-Bahn zu pendeln oder mit dem Auto durchs Oberland zu fahren, wünsch‘ ich Ihnen viel Vergnügen in der weißen Pracht da draußen!