Destination Gotland: Letzter Gruß aus München & eine Einladung für Sie.

Pack‘ ma’s! – wie der Bayer zu sagen pflegt. Auf geht’s Richtung Norden!

Gestern ein letztes Mal im Liebslingsbad gewesen. 2.000m lang „Ich packe meinen Koffer und nehme mit“ gespielt. Das Ergebnis daheim in die Tat umgesetzt. Und noch ein bisschen ergänzt. Dann die letzte meiner Listen zerrissen.
Anschließend dem Gatten eine neue Liste in die Hand gedrückt. Ein totales Novum. Nicht die Liste selbst, aber ihre Länge. Seit wir uns kennen und ich gelegentlich allein verreise ist es die erste, die nur eine Seite lang ist – er konnte es kaum glauben, war aber sichtlich begeistert, was man ihm mittlerweile so alles zutraut. Nach nur 13 Jahren 😉

Die paar Sachen… (und bevor Sie fragen: nein, der Stuhl bleibt hier!)

Jetzt ist es endlich soweit: alles gepackt und eingeladen, die kleine Zwei-Frauen-Crew fit, munter und startklar, der Himmel der Bayern zum Abschied herrlich blau und die Speicherkarte ganz frisch für die Fahrt mit einer Mischung aus 678 Musiktiteln bestückt.
iTunes sagt, die musikalische Datenmenge reicht für zwei Tage pausenlose Beschallung, also dürfte es auf der zweitausend Kilometer langen Fahrt bis zum Fährhafen in Schweden damit nicht langweilig werden (und ich bin ja eh kein Dauerhörer), wenngleich 342 der 678 Songs… (naja, lassen wir das, Sie können sich’s ja denken).

Fühlen Sie sich herzlich eingeladen und reisen Sie zahlreich mit uns!
Virtuell, versteht sich, denn real haben wir nicht mehr wirklich ein Platzerl für Sie frei in unserer kleinen Kutsche. 2 Kartons Hundeverpflegung (gemäß der Erfahrung: Gibt’s auf Reisen das gewohnte Futter, sind die Geschäfte täglich in Butter), 15 Kauknochen (jeden zweiten Tag einen), 3 Pfotenhandtücher (eine Waschmaschine sehen wir allerfrühestens in zwei Wochen), 1 Hundekörbchen (mehr als Alibi oder für Lokalbesuche), 1 Kasten Schneider Weiße TAP7 (das Bier in Schweden schmeckt entweder nicht oder ist sauteuer oder beides), 1 Rucksack mit Schwimmsachen (immer griffbereit, da essentiell für Leib und Seele), 1 große Tasche mit Technik-Geraffel (absurd eigentlich: allein fünf verschiedene Ladekabel sind dabei) und Literatur (zur Orientierung, Wissenserweiterung und Erbauung), 1 Tagesrucksack (mit dem sogenannten Nötigsten drin – Sie wollen nicht wissen, was das alles ist, aber ich schwöre: es ist nötig), und schließlich die Lücken zwischen den Kartons, Kästen und Rucksäcken äußert gut mit allerhand Klamottenkisten gefüllt (denn vom Hochsommer in den Weinbergen und der Lüneburger Heide über den Spätsommer auf Gotland und Farö bis hin zum Frühherbst in Stockholm, Malmö und der deutschen Nordseeküste müssen wir für alles gerüstet sein).

Und hier kommt für Sie, liebe Leserinnen und Leser, der Link, unter dem Sie sich Ihren „Mitreiseplatz“ reservieren können:

https://destinationgotland.travel.blog

Sie können uns als WordPress-Follower, als Email-Follower oder als nicht verfollowbarer Leser und/oder Kommentator begleiten, indem Sie als blinder Passagier unterwegs sind und einfach still und heimlich die Blog-URL aufrufen.
Vergessen Sie bitte nicht: fürs Kommentieren müssen Sie keinen WordPress-Account haben und auch kein registrierter Follower sein, sondern Ihrem Kommentar lediglich einen (echten oder fiktiven) Namen und eine Mailadresse beigeben, die niemand außer mir und dem Dackelfräulein sehen kann und wird.

Ich bin Ihnen allerdings auch nicht gram, wenn Sie die Wochen unserer Abwesenheit nutzen möchten, um sich Ihrerseits ebenfalls zu absentieren und wir uns dann erst im Oktober hier im üblichen Kraulquappen-Blog wiedersehen.
In diesem Fall jammern Sie aber bitte nachträglich nicht herum, dass Sie nichts von einer der schönsten Regionen Schwedens und einem noch viel schöneren, im Meer badenden und sandburggrabenbuddelnden Dackelfräulein gesehen haben sowie von all den Begegnungen, Verständigungsproblemen, Mückenstichen, Unterkünften, Schwimmbädern und Kuchenstücken auf unserer Reise nichts mitbekommen haben und Ihnen nebenbei auch noch ein paar Perlen aus dem glorreichen Œuvre des Herrn Springsteen entgangen sind.

Ganz unabhängig davon , ob Sie uns nun nach Schweden folgen möchten oder nicht: Sie können die nächsten Wochen auch damit überbrücken, dass Sie morgen einen gut sortierten Zeitschriftenkiosk aufsuchen und sich die neue Dog&Travel besorgen und sich mal angucken, wo wir das ganze Jahr über so herumstrawanzen.

Wie dem auch sei – wir sind dann mal weg.

Auf ein baldiges Wiedersehen (hier oder dort) & machen Sie’s gut!
Herzlich,
Ihre Kraulquappe.

Gib mir ein bisschen meer!

Im Spätsommer dann hier.

Die halbe Nordseeküste abgegrast nach einer schönen Hütte, drei Abende lang.
Hotels, Pensionen, Gasthöfe, Ferienwohnungen, Ferienhäuser. Sogar Feriendörfer. Einfach alles. Haarsträubende Abendbeschäftigung, jedesmal mit viereckigen Augen und steifem Nacken ins Bett gekrochen.

Entweder Mobiliar, das während des gesamten Aufenthalts täglich tollstes Wetter erfordern würde, damit man es möglichst nur im Halbdunkel oder gar nicht sehen muss, weil man anderfalls schwerdepressiv aus dem Urlaub zurückkäme. Oder eine Küche, in der – entgegen der Behauptung auf der Website – weder Platz, noch Ausstattung „zum Kochen einladen“ (überhaupt: ich kann diese bekackte Formulierung „xy lädt zum yz ein“ nicht mehr hören, ich kann dann keine Sekunde mehr „verweilen“). Oder tausend Zusatzkosten für Handtücher, Geschirrtücher, Bettwäsche, Strom, WLAN, Wasser, Endreinigung – und nicht zu vergessen: den Hund, bei dem preislich auch nicht unterschieden wird, ob man einen Neufundländer mitbringt oder 7kg Dackel am Stück. Oder eh fünf Katzen auf dem Gelände. Oder der mürrische Eigentümer in der Wohnung drunter. Oder die Dödel preisen an, dass das Haus über eine Waschmaschine verfügt, bieten aber keine Leine/Wäscheständer – ja wie soll das denn funktionieren? Oder die einsame Lage entpuppt sich als Durchgangsstraße, an der das Gehöft zwar tatsächlich umgeben von Marschland und Schafweiden liegt, aber eben keinesfalls ruhig. Und in Strandnähe ist sowieso alles unbezahlbar, da such ich gar nicht erst.

Irgendwann ändere ich meine Suchstrategie und zoome in Google Maps jedes Dorf, jeden Sielzug und jeden Wattwurm heran, das bin ich so eh gewohnt von der Quartiersuche mit Hund (immer der finale Check: gibt’s da irgendwo ein Stück Wiese vor der Tür? – ich spaziere grundsätzlich per Streetview durch die Orte, um hundegeeignete Viertel/Gegenden ausfindig zu machen, weil so eine Panne wie seinerzeit in Fischen oder im Ultental, das passiert uns nie wieder, da meinte man auch: Ui, Land, ja da ist eh alles grün und rundum Natur, aber von wegen!).

Ich zoome mich also in Google Maps die Nordseeküste rauf und runter, klicke jedes als Unterkunft markierte Etwas an, das nachweislich abseits der Straßen und trotzdem in Deich- oder Strandnähe liegt und von Wiesen umgeben ist. Heißt das Quartier dann „Klabautermann’s Koje“ oder „Hilde’s Huus“, so liegt schon relativ nahe, dass es wohl eher nicht in Frage kommt, weil das eine klingt nach drolliger Familienunterkunft mit Stockbetten und resopalbeschichteten Tischen und das andere altbacken, braun gefliest und nach Seemannsölbildern über einer Couch mit grünem Kordbezug. Und beide eint die übliche Apostrophkatastrophe.

Da fällt mir meine Kommilitonin A. ein, jüngste Tochter eines Schuhgeschäftsinhabers aus dem fränkischen Hammelburg. Ich habe nie vorher und nie nachher jemanden getroffen, der die Klippe des Apostrophs oder auch die des Apostroph’s schriftlich wie mündlich so gekonnt zu umschiffen wusste wie A.

Sie hatte damals einen festen Freund, den Uwe, und der Uwe, der hatte eine Mutter, und diese Mutter, die hatte ein Auto, das sie ihrem Sohn ab und an auslieh, so dass auch A., die wie die meisten Studenten kein Auto hatte, ab und an in den Genuss eines Autos kam, weil Uwe ja meistens mit A. zusammen irgendwo hinfuhr.
Mir stand schier der Mund offen, als A. eines Mittags in der Mensa auf eben dieses Auto zu sprechen kam und dafür die legendären Worte „dem Uwe seiner Mutter ihr Auto“ verwendete (eine geniale Formulierung, die sofort und für Jahrzehnte zum festen Bestandteil im gemeinsamen Sprachschatz vom Papa und mir wurde). Dem Uwe seiner Mutter ihr Auto! Lassen Sie sich das mal auf der Zunge zergehen!

Ich starrte damals erstmal hilflos auf mein Tablett und musste nachdenken, bis ich diese hochkomplexen Bezüge semantisch aufgedröselt und begriffen hatte, dass es um das Auto von Uwes Mutter ging. Aber hätte A. das so gesagt oder geschrieben, wäre sie in die apostrophale Bredouille gekommen (das Auto von Uwe’s Mutter oder gar Uwe’s Mutter’s Auto) und so hat sie das fränggisch gschiggd gelöst. Sie schrieb übrigens auch exakt wie sie sprach (quasi: der A. ihrem Schnabel sein Text), das war faszinierend.
Deutlich weniger faszinierend war allerdings, dass ihre Diplomarbeit nur eine Note schlechter bewertet wurde als meine, was mir seinerzeit schwer zu denken gab, obwohl jeder an der Fakultät wusste, dass die Notenspanne sich eh nur zwischen 1,0 und 3,4 bewegte, aber zumindest diese Spannweite hätte in dem Fall voll ausgenutzt werden müssen. Das war wirklich unfair damals. Und das sag ich ohne mich selbst zu loben (was eh ins Leere liefe, da das beste Kapitel der Arbeit schließlich der fränkische Exgatte verfasst hatte, weil ich schon drei Monate vor Abgabetermin in Lohn und Brot stand, er aber bis zum Referendariatsbeginn noch Ferien und somit Zeit hatte und sowieso der Intellektuellere von uns beiden war).

Wo war ich stehengeblieben? Ach ja, bei „Hilde’s Huus“ und so Sachen.
Jedenfalls ist mir dann gestern zwischen Osterhever, Kotzenbüll und Witzwort tatsächlich und endlich ein Häuschen unter den Mauszeiger gelaufen, bei dem alles passte.
Schreibweise, Ausstattung, Lage, Preis. Der Vermieter, ein älterer, gediegener Hamburger, rief nach meiner Anfrage per Mail sogleich zurück und hatte nach drei Minuten den Lackmustest bestanden: den wenigsten Hotelrezeptionisten oder Ferienwohnungvermietern gelingt es nämlich, auf jede meiner im Schnitt sieben Fragen im Vorfeld einer Buchung vollständige und präzise Antworten zu geben, immer wird irgendwas vergessen oder absichtlich unterschlagen.

Nicht so Herr G. Er hatte telefonierenderweise meine Mail vor sich liegen, ging sie Punkt für Punkt durch und gab danach noch ungefragt Zusatzinformationen zum Besten, weil er aufgrund meiner Mail nämlich kapiert hatte, worauf es mir ankommt.
Und als er dann sagte, dass für das Dackelfräulein vor dem Häuschen eine Handbrause vorhanden sei, für wattmatschige Pfoten und den sandverkrusteten Bauch, und selbstverständlich auch Hundehandtücher (er habe selbst einen Hund und wisse, was einem da das Leben erleichtert), und dass Pippa sich überall auf dem Gelände frei bewegen dürfe, keine Katze weit und breit, nur Schafe, die ihr wurscht sind, und am nahegelegenen Deich kein Leinenzwang und am Strand auch nicht, ja da war nach einer Viertelstunde alles geritzt und ich hab das Laptop erleichtert und vergnügt zugeklappt, bin zum Spätabendschwimmen gefahren und danach ohne verspannten Nacken zu Bett gegangen.

Ein andermal erzähl ich Ihnen vielleicht noch von Nordjylland.

Da kenn ich nämlich nun auch jedes Kaff, jeden Grashalm und jede feriebolig. Die Dänen beherrschen zwar nahezu durchgehend die Sache mit dem Apostroph und der Inneneinrichtung, aber was Preise und Hunde angeht, ist das Land absolut anti-hygge.
Im Schnitt mindestens (!) 160€ pro Nacht (bei lediglich gehobenem IKEA-Stil), 30€ für den Hund (egal für welchen, und wichtig: der darf nirgendwo hin), pro Nacht, versteht sich, dazu Gemeinschaftsbad auf dem Flur (mit abgewetztem, leicht schimmligem OTTSJÖN vor der Duschkabine) – und Frühstücksbuffet kostet freilich extra.
Die Ferienhäuser allesamt viel zu groß, weil die Dänen davon ausgehen, dass jeder Freunde oder Familie oder beides hat, folglich auch Urlaub mit Freunden oder in der Großfamilie macht, daher häufig 10 bis 12 Betten und so gern ich mit dem Dackelfräulein ausgiebige Suchspiele veranstalte – das ist mir dann doch zu weitläufig und zu viel ungenutzter Raum.
Man lernt ja ein Land schon auch ein bisschen kennen, wenn man sich durch dessen Ferienwohnungsportale klickt. Naja, schnell wieder abgehakt, diese Dänemark-Idee.

An der deutschen Nordseeküste ist’s auch schön.
Und dem Hund ist es sowieso völlig egal, in welchen Sand er seine Löcher buddelt.

Lebensgeister.

Die alte Wohnung ist übergeben, die letzte Kiste ausgepackt, die Vorstellungsrunde bei den neuen Nachbarn absolviert. 

Einstandskekse für die Nachbarn.

Das Leben kann also endlich wieder vollständig fernab von Rumräumen und -werkeln weitergehen. 

Heute: Tegernsee-Tour, Teil 2. 

Drei Hundestrände besucht, zwei Panoramawege abmarschiert, eine Almwirtschaft leergetrunken (Schorle!). 

Den Großteil der gehfreien Zeit dagesessen und geschaut. 

Den Hund angeschaut – wie sie sich erfreut (die Wiesen, die Gerüche!), erfrischt (das Wasser, die Wellen!), echauffiert (der überflüssige, stylishe Chihuahua!). 

Sie ist mir so wertvoll, diese wunderbare Zeit mit dem Hund, „(…) die mich zerstreut und erheitert, die mir die Lebensgeister weckt und mich für den Rest des Tages, an dem noch manches zu leisten ist, wieder instand setzt.“

[Aus: Thomas Mann, „Herr und Hund. Ein Idyll.“]

Thomas-Mann-Skulptur an der Gmunder Mangfallbrücke.

Pippa beschnuppert Bauschan.

Komischer Köter, warum will der nicht spielen?

Schönes Fleckchen, da in Gmund, am Lago di Bonzo, wo man auch sehr preiswert mit der eigenen Brotzeitdose am Hundestrand im Kies rumlümmeln kann, mal ein Stöckchen wirft, mal eine Notiz anfertigt, mal ein paar Seiten liest.

„Für meine Person bekenne ich gern, (…) daß wahre Versunkenheit, wahres Selbstvergessen, die rechte Hinlösung des eigenen beschränkten Seins in das allgemeine mir nur in dieser Anschauung gewährt ist. Sie kann mich  (…) in einen Zustand so tiefer organischer Träumerei, so weiter Abwesenheit von mir selbst versetzen, daß jedes Zeitgefühl mir abhanden kommt (…), da Stunden in solcher Vereinigung und Gesellschaft mir wie Minuten vergehen.“

Und – schwupps! – ist er rum, der Tag. 

Noch schnell den Papa besucht, uns verköstigen lassen und so dem abendlichen Regenguss entkommen. 

Die von den 90 Umzugskartons etwas zerdrückten Lebensgeister sind wohl allmählich zurück.

Einen schönen Mai-Ausklang wünscht 

Die Kraulquappe. 

Alles verboten.

Jawohl: Hunde! (ursprünglich: Schlossparkverbot)

Gelegentlich muss man sich als Hundehalter über alle Schilder hinwegsetzen, die Waldi&Co. allerorten zur persona non grata degradieren, sonst könnte man zwischen 15. Mai und 15. September keine Pfote mehr in Seenähe setzen…

Badeverbot.

Strandverbot.

Wiesenverbot.

Restaurantverbot.

… – vor allem, wenn hier außer uns niemand läuft, schwimmt, brütet oder frisst.

Leap of faith. Zum 15. Oktober 2016.

Liebe B.,

während meiner Zeit in Schweden habe ich immer wieder die Frage gewälzt, welchen Song ich Dir zu Deinem Tag „überreichen“ möchte. Einerseits war es natürlich herrlich, bei langen Strandspaziergängen endlich mal ungestört derlei lebenswichtigen Gedanken nachhängen zu können, anderereseits ist Springsteens Œuvre so verdammt umfangreich, dass mir mindestens eine Handvoll Lieder für Dich geeignet schien und ich schließlich schweren Herzens heute eines davon auswählen musste.

Es ist jenes geworden, das die Strophe enthält, die einen meiner wichtigsten Wünsche für Dich am treffendsten auszudrücken vermag:

All over the world the rain was pourin‘
I was scratchin‘ where it itched
Oh heartbreak and despair got nothing but boring
So I grabbed you baby like a wild pitch

It takes a leap of faith to get things going
It takes a leap of faith you gotta show some guts
It takes a leap of faith to get things going
In your heart you must trust

Schönere Versionen dieses Songs (non-acoustic ist er besser und fetziger) fielen der Tatsache zum Opfer, dass diese hier eine der verständlicheren ist – und es kommt ja auf den Inhalt an  🙂

Ich wünsche Dir einen schönen Ferientag im hohen Norden, den Du so liebst und einen rundum entspannten Geburtstag!

Von den vielen wunderbaren Eigenschaften, die Du hast, schätze ich am meisten Deine Aufrichtigkeit, Deine Beharrlichkeit, Deinen Humor, Deine Kritikfähigkeit und dass Du immerzu Fragen hast und sie auch stellst!
Ganz ohne Frage bist Du seit 27 Jahren (kaum zu glauben: sind wir jetzt echt schon so alt?!) einer meiner Lieblingsmenschen und ohne Dich würde ich mich in dieser Welt manchmal ziemlich unverstanden fühlen.

Alle weiteren Wünsche werde ich Dir auf dem morgigen Spaziergang am Elbufer oder beim anschließenden Kaffeetrinken in Blankenese live vortragen.
Was für ein seltenes Glück, dass wir beide zeitgleich zwar fern der Heimat, aber einander räumlich so nah sind.

Darauf erhebe ich jetzt meine erste Tasse Kaffee:
Wishing you a happy birthday & always a leap of faith to get things going!

Bis morgen dann, bei den vereinbarten Koordinaten an der Elbe 🙂
Deine Kraulquappe.

Turning torsi & final fika.

Hier kommt er, der auf jeder Reise ebenso unsägliche wie unerträgliche und unumgängliche Hunde-Beitrag!
Alle finden das schrecklich, und jedes Mal ist es der Beitrag, der die meisten „Gefällt mir“-Klicks abstaubt…, also sei’s drum: Jetzt belle ich!

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Und es wird höchste Zeit, dass ich hier mal zu Wort komme. Vorgestern wurde nämlich der internationale „Tag des Hundes“ schmählich ignoriert – und das in einem Blog, der vorgibt, den Hund und seine Bedürfnisse tendenziell einigermaßen ernst zu nehmen.
Kein Knochen, kein Kommentar, keine Extra-Kraulung – nichts, nada, niente, nothing, ingenting. Pah!

Ich fand das so daneben, dass ich dann gestern das erste Mal auf dieser Reise gekotzt habe. Dafür musste ich in den Dünen für nur zwei Minuten ins Dickicht abhauen und einen Haufen Mist fressen, zwei Stunden später hab‘ ich dann gezittert und Bauchkrämpfe gehabt, so dass ihnen Angst und Bange wurde – und schwupps, kam der ganze Mist wieder raus.
Der Welthundetag wird bei uns daheim nie wieder ausfallen, da bin ich sicher.

Heute Morgen dann der nächste Schock. Der stellvertretende Oberhund holt den Koffer aus dem Flur, stellt ihn ins Wohnzimmer, zieht sein Bett ab und legt die Bettwäsche hinein. Das verheißt nichts Gutes. Als kluger Hund legt man sich da sofort drauf, denn nur so läuft man keine Gefahr, dass sie einen vergessen und zusätzlich kann man den Morgen auf herrliche Düfte gebettet – die die Menschen „Schmutzwäsche“ nennen (?) – verdösen.

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Gegen 11 Uhr wurde es noch unruhiger im Haus. Ich wurde unsanft aus meinem Schmutzwäschebett gehoben und auf den Fußboden (!) gesetzt. Jetzt hieß es absolut achtsam sein, dass sie sich nicht ohne einen aus dem Staub machen.
Ich sprang daher aufs Sofa, legte mir ein Kissen unter, damit ich die Szenerie gut und auch bequem im Blick hatte und spitzte die Ohren. Um 11:13 Uhr fiel das entscheidende Wort: „Mit“. Ich durfte also mit! Damit war alles in Butter und ich wusste: Es wird ein guter Tag.

Nach 45 Minuten Autofahrt stiegen wir alle zusammen am Ribersborgsstrand in Malmö aus. Nun stand endlich mal Sausen und Buddeln auf dem Programm – das letzte Mal war ja schon wieder fast 24 Stunden her.

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Malmö gefiel mir sofort! Ein riesig langer Hundestrand, der in eine noch riesigere Hundewiese übergeht, auf der man immer jemanden zum Spielen findet…

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…was die Menschen dann durch ein paar olle Geschicklichkeitsübungen,…

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…die ja allesamt sowas von simpel waren, meinten unterbrechen zu müssen.

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Aber wenn’s ihnen so viel Freude macht, dann spring‘ ich halt durch blaue Osso buccos, ist schon ok, denn sie gaben sich heute echt Mühe, den Tag so zu gestalten, dass ich mich nicht langweilte.

Warum sie dann allerdings minutenlang auf diese Brücke am Horizont starrten, verstand ich gar nicht.

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Gottseidank lagen auf dem Hundrastplats interessantere Sachen rum,…

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… so dass ich genug zu tun hatte, während meine Menschen immer noch andächtig geradeaus guckten.

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Anschließend gingen wir durch den Schlosspark, in dem ich erstmals in meinem Hundeleben, in dem ich wirklich schon viel gesehen habe, ein Reh traf, das sich bei meinem Anblick vor Angst im Boden verstecken wollte. Dabei war ich an der Leine! Aber die schwedischen Rehe sind offenbar genauso wenig weltgewandt wie die meisten Hunde, denen man hier so begegnet.

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Es folgte ein kurzer, öder Part des Tages namens „Altstadt“. Kopfsteinpflaster ist doof. Und unsere Interessen divergieren bei „Altstadt“ immer am meisten. Für mich sind ausschließlich Mülleimer, Laternenpfähle und Hausecken spannend. Der Oberhund pflegt neben seiner seltsamen Begeisterung für Brücken einen nicht minder kuriosen Enthusiasmus für Läden mit geruchlosen Auslagen. Nun ja.

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Immerhin gingen wir diesmal nicht rein, weil respektiert wurde, dass es für mich dort viel zu laut ist. Ein paar Straßen weiter – der Oberhund musste mehrfach in sein komisches Leuchtbrett gucken, das ihm den Weg zu weisen schien – blieben wir schließlich vor einer Tür mit diesem Schild stehen.

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All you need is love & a dog. Wau! Da hat doch glatt mal so ein Schwede gecheckt, worauf’s im Leben ankommt.

Drinnen gibt’s nette Wand-Deko für Mensch…

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…und Hund. Wobei ich den Kollegen Snoopy in seinem Einfluss auf die Weltläufte verglichen mit dem des Antikapitalismus‘ deutlich zu klein geraten fand!

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Das Café Knus – eine Schwedin mit Hund gab dem Oberhund vor zwei Wochen diesen Tipp – präsentiert sich auf den ersten Blick als wunderbarer Ort. Der Boden ist beheizt, die Bedienung krault einen, was ja auch das Mindeste ist, denn „Knus“ ist schließlich das dänische Wort für „Umarmung“, und eine Wurst bekomme ich auch.

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Leider stimmen auch hier die Größenverhältnisse wieder kein bisschen. Meine Wurst ist 10cm kurz und 1cm dünn, also eher ein schlechter Witz als eine anständige Wurst.

Die Menschen hingegen futtern sich so richtig voll mit spätem Mittagessen und fika. Fika ist eine der wichtigsten kulturellen Gepflogenheiten hier in Schweden und wird mindestens 3x am Tag praktiziert.

Neiiiiin, keine Bange, ich hab‘ auch erst gedacht, alter Schwede, oho, was geht denn da ab, und wieso in öffentlichen Cafés und so. Aber es handelt sich dabei einfach nur um Rumsitzen, Reden, braune Brühe schlürfen und Süßkram spachteln. Bis auf Letzteres also komplett uninteressant für Hunde!

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Aber so ist das eben. Wenn die Menschen erstmal Rumsitzen und Essen und ins Reden kommen, schaut man als Hund meist mit dem Ofenrohr ins Gebirge – oder unter die Sitzbänke. Wo sich bestenfalls mal eine runtergefallene Krume oder ein trostloses Salatblatt findet.

Tja. Ich hab‘ gelernt, dass man hier in Schweden verdammt froh sein kann, wenn man nicht im kalten Auto warten muss, während die Menschen ihre Fressorgien feiern. So gesehen kann ich das Café Knut in Malmö insgesamt dann doch empfehlen.

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Immer mit allen Vieren auf dem Boden der Tatsachen stehend grüßt euch
Eure Pippa.

PS: Muss jetzt leider aufhören und vom Sofa aus das Kistenpacken überwachen. Es scheint schon wieder was im Gange zu sein.

Mittwoch (1): Draußen.

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Ein neuer Tag. Er beginnt mit gutem Wetter und ohne Knieschmerzen!

 

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Hurra. Nix wie raus zum Frühsport!

 

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Anschließend ausgeflogen zu Schloss Svaneholm.

 

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Dort gemütliche Seeumrundung auf Natur- und Gesundheitspfad mit Einblick …

 

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… in landestypische pädagogische Maßnahmen, wenn die Brut nicht spurt …

 

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… und Ausblick auf das hübsche Schlösschen, natürlich in Privatbesitz, so dass  man nur von außen gucken kann.

 

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Durch die schwedische Idylle weitergefahren …

 

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… zu Kurt Wallanders Wohnort Svarte …

 

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… in dem es außer seinem Haus am Meer …

 

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… eigentlich nur ein paar Überreste einer Schiffssetzung zu sehen gibt.

 

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Aber der Strand von Svarte, an dem schon Jussi hinter Kurt hertrabte, der macht richtig Laune, wenn man jung ist und heile Knie hat!

 

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Überall werden die Insignien des Sommers entfernt …

 

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… oder geschickt verstaut, auf dass man einander wärme an den kühleren Tagen.

 

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So wandern wir einsam von Svarte bis Ystad und zurück …

 

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… erledigen danach noch den Großeinkauf bei ICA …

 

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… trudeln am Nachmittag wieder in Abbekås ein …

 

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… kriechen mit 30km/h den Fiskarevägen entlang  …

 

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… bis wir unser Domizil erreicht haben, das wir seit vorgestern ganz alleine bewohnen, da die Vermieter in ihr Sommerhaus geflohenfahren sind.

 

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Nach der großen Haushaltsarbeitseinheit schnell nochmal zum Abendgassi raus …

 

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… und zur Belohnung einen tollen Sonnenuntergang bekommen.

Vad me(e)r kan man vill? –
fragt sich die Kraulquappe.

Kvinnan med kris.

Tja, solche Tage gibt’s eben auch. Kvinnan med tax war heute eher kvinnan med kris (inkl. tax).

Aufgestanden, Knie tut weh. Beim Morgengassi im Regen dann die ernüchternde Feststellung: es sind sogar beide Knie, die weh tun. Zu viel gejoggt, zu viel gegangen, das Alter,…? Der Regen entwickelt sich noch während der Morgenrunde zu Starkregen. Beim Abtrocknen des Hundes bzw. in die Hocke gehen noch mehr Knieschmerzen. Schlechte Laune zieht auf.
Als nächstes kocht die blöde Milch über. Ceranfeldputzen ist totaler Mist, wenn dieser Spezial-Schaber nicht im Haus ist. Dann halt den Kaffee mit kalter Milch getrunken.

Den Vormittag mit Arbeiten verbracht. Das Grau der Wolken geht nahtlos in das Meeresgrau über, eigentlich ist auch die Wiese grau. Dahin ist sie, die grandiose Aussicht, und mit ihr auch die Inspiration.

Mittags mit dem Auto ein Stück gen Westen, wo es einen 6km langen Sandstrand gibt. Extra für das Dackelfräulein und trotz des miesen Wetters – sie soll ja ihren Spaß haben. Der Dank dafür? Die Madame nagt an einem toten Fisch rum, was ich zu spät merke, da ich mit den Engerzurrgummis meiner blöden Kapuze beschäftigt bin. Sauteurer Regenparka und dann ein so dämliches Zurr-Ösen-Glump. Auch sonst folgt der Hund heute gar nicht. Alles ist spannender als ich (was mir heute im Grunde ja genauso geht, aber ich fress‘ deshalb trotzdem keinen verdorbenen Fisch).

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Nein, ich sehe und rieche gar nichts, kein einziges Stück Krabbe, echt nicht, nirgends!

Wieder daheim den dreckigen Hund geduscht. Erneut Kniestechen, diesmal mit Aufschreizwang. Und nun? Ich hatte heute Ystad geplant, das tolle Schwimmbad. Endlich mal wieder Bahnenschwimmen außerhalb der Provinz. Egal, mach‘ ich trotzdem. Oft geht’s mir nach dem Schwimmen besser, mit allem.

Die Reichsstraße Nr.9 führt in 12km direkt nach Ystad. Das geht eigentlich ruckzuck, wenn man nicht hinter einem Schwertransporter herkriechen muss. Immerhin, ich finde in Ystad das Schwimmbad sofort wieder, obwohl der letzte Besuch 2 Jahre her ist.

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Arena Ystad.

Ja, die Schweden können auch schöne Schwimmhallen bauen. Die Ystad Arena ist wirklich top! Und der Eintritt ist sogar günstiger als in Bromölla, dieser Provinzschwimmhölle.

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Eingangsbereich mit Kasse.

Als Entschädigung für den bis 14:30 Uhr eher bescheidenen Tag erwartet mich ein fast menschenleeres Becken: 3 Bahnen für mich allein, und im Wasser tun nicht mal die Knie weh, herrlich! Ich sag ja immer: Sportarten wählen, die man bis ins hohe Alter und trotz diverser Gebrechen meist noch (oder schnell wieder) ausüben kann!

Danach heimgeflitzt, nun auch Knieschmerzen beim Kupplungtreten, dafür kein Schwertransporter unterwegs, also nur 20 Minuten gebraucht, es muss ja fix gehen. Schließlich wartet der Hund allein daheim, der hoffentlich den verfaulten Fisch noch nicht ausgekotzt hat. Hat er nicht. Dafür lag er auf dem Sofa und hat dort seinen Restsand vom mittäglichen Strandvergnügen verteilt. Nun ja, gibt Schlimmeres.

Nächster intensiverer Spaßpunkt nähert sich aber bereits. Das Abendessen will vorbereitet werden. Ich hatte mittags kurz bei einem Bauern angehalten, weil mich diese „potatis och pumpor“-Schilder so ansprachen (vor allem vom Klang her). Also habe ich Kartoffeln und Kürbis gekauft, sogar bio. Für einen riesengroßen Gratin.

Dafür müssen die Kartoffen geschält und in Würfel geschnitten werden, auch der Kürbis wird gewürfelt, ich hatte gleich eine doppelte Portion vorgesehen, damit es morgen dasselbe gibt und ich nicht Kochen muss.
Nur: Schält mal 800 Gramm Kartoffeln ohne Sparschäler! Es gab zwar einen, aber der war stumpf. Ich fluche selten, aber da habe ich geflucht. Der Hund legte die Ohren an, fühlte sich wie immer gemeint, und verzog sich sicherheitshalber in seinen Korb, sich wohl daran erinnernd, dass die Stimmung zwischen uns ja seit dem Strandspaziergang – na sagen wir es mal milde – etwas in Schieflage geraten war.

Das einzige kleine Gemüsemesser hatte seine besten Zeiten auch hinter sich, aber mit viel Gekratze und Druck ging es dann irgendwie. Vermutlich waren danach nur noch 500 Gramm Kartoffeln übrig. Trotzdem teile ich alles auf zwei Portionen auf. Die Auflaufform ist eh winzig, das geht also gut. Kokosmilch drüber – und ab in den Ofen.

In der Ofenzeit mit dem Hund raus. Hurra, der Regen ist vorbei! Sogar so vorbei, dass die Sonne wieder scheint. Und ganz neue Perspektiven aufzeigt.

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Kvinnan med tax – und langsam nachlassender Krise.

Hungrig kehren wir nach einer Stunde nachhause zurück…

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… und geschlagene zwei Stunden nach Zubereitungsbeginn ist der Gratin dann auch fertig…

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Hart erarbeitetes Abendessen.

… und weder verbrannt, noch versalzen, sondern einfach nur lecker.

Mit den Möwen ist die Krise hoffentlich auf und davon geflogen.

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Nur die Knie, die fliegen nirgendwohin, sondern ziepen und stechen. Nun bei fast jedem Schritt.

Es wird höchste Zeit für eine Gehhilfe. Die habe ich in Deutschland geordert. In 48 Stunden landet sie in Kopenhagen, in 50 Stunden hole ich sie am nächstgelegenen Bahnhof ab (wenn ich bis dahin die Kupplung noch treten kann).

Der Gatte kommt 🙂 🙂 🙂 !!!

Ehrlich gesagt kommt er gar nicht wegen meiner Knie oder als Dogwalker, davon weiß er nämlich noch gar nichts, sondern es war ausgemacht, dass er uns vor Semesterbeginn eine Woche hier in Schweden besucht – und übermorgen ist es soweit.

Jedenfalls: Selten so gefreut auf den Partner!
Und gleich noch eine Mail losgeschickt, dass er bitte den Sparschäler und ein vernünftiges Gemüsemesser von daheim mitbringen solle. Dann haben wir wieder alles, was wir brauchen.

Mit dieser schönen Perspektive und Störtebeker sinke ich nun auf die Couch und wünsche euch einen gemütlichen Feiertagsabend!
Die Kraulquappe.

PS: Da einige Leser gespannt in Sachen Restaurantbesuch nachfragten: Ja, es hat gestern wirklich geklappt. Und die Unternehmung ist sogar gleich noch ins andere Extrem gekippt. Pippa wurde nicht nur überschwänglich begrüßt, sondern der Koch kam später höchstpersönlich am Tisch vorbei, um ihr ein Schälchen Tartar und Wasser zu servieren („Napf“ wäre tatsächlich das falsche Wort).

Das hab ich noch nie erlebt, hätte auch nicht sein müssen – lieber wär’s mir, man könnte mehrere Lokale mit Hund aufsuchen, als nur ein einziges, das dann gleich den Delikatessenschrank für den Hund plündert. Seltsames Land!

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Einen Extra-Stern für das Restaurant in Abbekas!

 

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2 Sekunden später…

Wünsch‘ dir was. Fotoserie für den Stern des Südens.

Lieber Stern des Südens,

wahrscheinlich konntest du es bereits kaum noch erwarten: Hier kommen sie endlich, die Bilder, die du dir gewünscht hast!

Die Reihenfolge ist willkürlich und spiegelt nicht meine persönlichen Prioritäten wider. Gar nicht. Denn es fiel mir schon schwer genug, überhaupt eine Auswahl zu treffen.

Aus persönlichen Gründen – und auch um die anderen Leser nicht zu sehr zu nerven oder gar zu vertreiben – umfasst deine Premium-Selektion allerdings nur 13 Fotos.

Ich weiß, das ist verdammt wenig. Trotzdem viel Spaß damit!

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Natürlich war es eine Ehrensache, dir als Dank für die wirklich phänomenale Rezension von Richard Ford zu Bruce Springsteens soeben erschienener Autobiografie (mit dem unglaublich kreativen und überraschenden Titel „Born to run“), die du mir postwendend auf meinen vor 3 Tagen in die Welt ausgestoßenen Hilfeschrei hin besorgt, eingescannt und zugeschickt hast, dein Wunschthema „Fotoserie von Pippa am Strand“ zu erfüllen.

Aber mal im Ernst: Diese Fotosessions am Strand haben mein meniskusoperiertes Knie (und auch das gesunde) in den letzten Tagen ganz schön strapaziert. Zudem hatte ich kiloweise Sand in den Schuhen (und Socken), in den Augen, in den Haaren und zwischen den Zähnen („Schau mal“-Rufen ist nämlich besonders sand-und-wind-ungünstig). Ganz zu schweigen von den bergeweise Leckerli, die ich mitschleppen musste, um das Model bei Laune zu halten.

Tiere zu fotografieren ist harte Arbeit, auch (oder gerade) wenn man kein Fotoprofi ist. Aber ich hab‘ mein Bestes versucht und den Auftrag gründlich abgearbeitet.

Mein Fundus an „Pippa am Strand“-Fotos ist um ein Hundertfaches größer als diese kleine, poplige Auswahl, die du hier gesehen hast. Wenn du also noch Bedarf hast (was ich absolut verstehen könnte): Ich kann jederzeit noch was nachreichen! Vielleicht auch zu Weihnachten einen Kalender „365 Tage mit Pippa am Strand“ – wie wär’s?

Im Gegenzug fände ich es angemessen, du würdest auch weiterhin die Süddeutsche und alle anderen Zeitungen in Deutschland, also eigentlich die gesamte Presselandschaft der Republik, dieser Tage ganz präszise beobachten und mir jeden Schnipsel, den du zu meinem Herzensthema findest, umgehend zukommen lassen.
Es wäre ein Jammer, ich würde eine vergleichbare Liebeserklärung wie jene von Richard Ford verfasste, verpassen. Einverstanden?

Herzliche Grüße sendet dir die Kraulquappe.
PS: Für alle anderen Leser ein hundefreies Schmankerl: „Die drei Weisen aus dem Morgenland.“ (Vorgestern waren sie noch zu zweit. Erstaunlich, wie sich doch alles täglich verändert.)

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Nachbarschaft.

Herbststurm & Ohrwurm

Gestern hat der Herbst nun endgültig Einzug in Südschweden gehalten.

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Erfreulicherweise regnet es nicht und ist weiterhin sehr mild, am Himmel wechseln sich wilde Wolkenformationen und Sonnenfenster munter ab – und zu all dem bläst ein heftiger Küstenwind.

Es ist exakt die Witterung, die ich für diese Reise erwartet hatte (und nebenbei: für die ich auch gepackt habe!).

Und offenbar das passende Wetter für eine weitere Sportart, zu der ich praktisch keinen Zugang habe, zumindest aber eher als beim Sportangeln nachvollziehen kann, dass das Spaß machen kann.

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Rasmus hatte seinen jedenfalls seinen Spaß.

Und das nur deshalb, weil ich Pippa gerade noch rechtzeitig aus seinem Kite-Schirm herausrupfen konnte, den sie für ein am Strand liegendes, sich wüst aufbäumendes Monster hielt und daher umgehend töten wollte, um mich zu beschützen.

Es dauert übrigens gut 30 Minuten, bis man mit dem ganzen Glump im Wasser ist und mit dem Surfen beginnen kann – ich persönlich mag ja keine Sportarten, für die man so viel Krempel und Vorlauf braucht, bis es mal losgehen kann.

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Den gesamten Strandspaziergang über hatte ich diesen Song im Ohr und auf den Lippen.
Zuhause angekommen behielt ich ihn auch noch bei – in seiner Gleichförmigkeit eignet er sich nämlich hervorragend zum Kartoffelschälen und Gemüse-Kleinschneiden:

Not a word was spoke between us, there was little risk involved
Everything up to that point had been left unresolved
Try imagining a place where it’s always safe and warm
“Come in,” she said, “I’ll give you shelter from the storm”
(…)
Now there’s a wall between us, somethin’ there’s been lost

I took too much for granted, got my signals crossed
Just to think that it all began on a long-forgotten morn
“Come in,” she said, “I’ll give you shelter from the storm”

Der Wind peitscht um unsere kleine Hütte und wir verkrümeln uns jetzt mit einer DVD und einer Pulle Störtebeker aufs Sofa.

Viele Grüße in die noch sommerliche Heimat und einen schönen Abend für euch!
Die Kraulquappe.