Wo Akka das Land verließ oder: Aufbruch.

Bei immer herbstlicherer und stürmischerer Witterung winken wir von Smygehuk aus…

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Südlichster Punkt Schwedens: Smygehuk.

… den letzten Zugvogelschwärmen nach, die eilig das Land verlassen und ihre Reise in den Süden antreten.

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Das kleine Denkmal für die große Akka von Kebnekaise.

Auch wir nähern uns allmählich der Rückreise in den Süden (in dem es aktuell leider noch kälter ist als hier). Bloß noch ein Tag an der Südküste, danach ein weiterer in Malmö – bis der Gatte abends zurückfliegt.

Und vielleicht bedurfte es dieser Abschiedsstimmung und des rauen Klimas, um endlich gemeinsam mit Pippa in einem Café Einlass gewährt zu bekommen.

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Nach der Nachsaison & bei 11 Grad: Cafés öffnen ihre Türen.

Am Donnerstag brechen wir unsere Zelte hier auch ab, und nach langem Hin und Her, Für und Wider, Planen, Verwerfen und Neu-Planen steht die Reiseroute seit heute endlich fest: Keine Fähre mehr, sondern Brücken über Brücken (über den Öresund und den Großen Belt).

Außerdem: In aller Ruhe nach München zurück, 4-5 Tage Zeit lassen, kein Kilometerabspulen, sondern langsam reisen und unterwegs gleich noch ein paar Wünsche realisieren.

Die da wären:

– in Betten mit festen Matratzen und ohne wabbelige schwedische Hygieneauflagen schlafen
– Frühstück mal nicht selber machen
– in eine Scheibe heimisches Vollkornbrot beißen
– ungesalzene Butter auf dieses Brot streichen
– abends nicht den Kochlöffel schwingen
– Pippa ins Restaurant mitnehmen ohne dass irgendwer krumm guckt
– nach fast 4 Wochen endlich wieder in einem 50m-Becken schwimmen
– die Kieler Förde anschauen
– einmal im Leben im selben Hotel übernachten wie Bruce Springsteen (nur leider nicht zeitgleich)
– Pippa zu einem Date mit einem feschen Rüden begleiten, den sie übers Bloggen kennengelernt hat

Das sind schöne Aussichten – ganz egal, bei welchem Wetter.
Aufbruch!

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Reminiszenz an den Sommer: Statue vom bekannten Künstler Axel Ebbe am Hafen von Smygehuk (Modell stand die Großmutter von Uma Thurman).

Tschechow meint: Wer – wie die Zugvögel – durch Ortswechsel Rettung sucht, findet sie nicht.

Ich meine: Wer durch Ortswechsel bloß Abstand und Ruhe, neue Impulse und Perspektiven sucht, kann da schon mehr Glück haben.

In der Hoffnung auf ein gutes letztes Viertel der Reise grüßt euch
Die Kraulquappe.

Gen Süden?!

Heute im Englischen Garten…

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…findet Pippa ein weggeworfenes Plastiksäckchen (eines von denen, die in Österreich mit „Ein Sackerl fürs Gackerl“ beworben werden)…

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…starrt mich an und scheint „Guck du dir das mal an!“ zu sagen. Also gucke ich’s mir an.

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Aha!
Wussten wir das? – Nö.
Wollten wir das wissen? – Nö.
Mir doch wurscht, ob der Hund eine Kompassnadel im Popo hat oder nicht.

Was sollen wir denn noch alles beachten, wenn wir unsere Viecherl spazieren führen? Speziell verdauungsfördernd ausgerichtete Alleen wählen?

Sogar für den Scheiß gibt es eine App: „MagnOr“ für iPhone und für Android. Da kann jeder Hundehalter mitmachen und mit seinen Ergebschnissen das Forschungsprojekt an der Uni Duisburg-Essen unterstützen. Über 7000 Probanden sind bereits beim Häufchenmachen analysiert worden!

Ich werde mich in derlei Forschung erst einklinken, wenn eines Herbsts berichtet wird, dass bereits 7000 Hunde gesichtet wurden, die in die Lüfte abheben und sich den Zugvögeln anschließen, um gen Süden zu fliegen.

Schönen Samstag allerseits!
Die Kraulquappe

PS: Noch ein Hinweis für die, die sich die App gleich downloaden und mitmachen. Die Studie hat auch ergeben, dass Hunde sich bei ihrem Geschäft nur dann richtig einnorden, wenn das Magnetfeld sich ruhig verhält, was bei Tageslicht nur in etwa 20 Prozent der Zeit der Fall ist. Außerdem sollte ihr Frauchen/Herrchen sie nicht stören. Also erst nachts mit dem Hund und der App raus auf die Wiese und losforschen.