High above it all.

Pippa kurz vor dem Seekarkreuz.


Erkenntnis des Tages:

Am Vortag eines wichtigen Termins gibt es keine bessere Ablenkung als eine Bergtour (aber auch ohne jeglichen Termin morgen wär’s ein toller Tag gewesen).
Raus aus dem Kopf, rein in den Körper und die Natur.
Auch so ein steifes Schulterblatt verfliegt im Nu durch den stundenlangen Stocheinsatz. Super.


Bilder des Tages:

Start in Lenggries, Ortsteil Hohenburg.

 

Trinkpause am Hirschbach.

 

Die Rückansicht des vorigen Bildes.

 

Von Wasserfällen begleitet geht’s den Sulzersteig bergauf.

 

Ganz da hinten irgendwo: Der Gipfel vom Seekar (grüne Kuppe mit Kreuz drauf).

 

Anflugschneise zur Lenggrieser Hütte.

 

Zweite Trinkpause. Rüsten für den Gipfelsprint.

 

Das Dackelfräulein mal wieder topfit: Über 900 Höhenmeter, wie eine Nähmaschine!

 

Seekarkreuz erreicht! Spitzen-Aussicht von da oben (Richtung Tegernseer Tal).

 

Die Rückansicht des vorigen Bildes (Richtung Lenggries).

 

Und nochmal runter zur Hütte. Diesmal richtig Pause.

 

Echt jetzt? So schmecken die Berge?!

 

Da fällt die Entscheidung schwer!

 

Am besten nimmt man einfach eine halbe (!) Portion von beidem.

 

Aussicht von der Terrasse der Hütte (Richtung Sylvenstein, Karwendel und Wetterstein).

 

Über den Grasleitensteig geht’s zurück ins Tal.

 

Blick auf den Hausberg von Lenggries: Das Brauneck.

 

Wieder unten! Am Mühlbach, schönster Ortsteil von Lenggries.

 


Song des Tages: „Like a rock“ (Bob Seger)

I stood proud
I stood tall
High above it all
I still believe in my dreams

Das nächste Mal laufen wir da komplett rüber und besuchen den Papa in Rottach.

Himmel der Bayern (22): Gipfeltreffen.

Und gleich das nächste blind date – heute: Mr. Speedhiking, WordPress-Weggefährte seit ungefähr anderthalb Jahren und Top-Kommentator auf meinem Blog (bis dato 136 Kommentare, nur 1 weiterer fehlt noch zu meiner Lieblingszahl!).

„There’s no debate, we need a date“, kommentierte er flugs, kaum war das Kraulquappe-meets-hikeonart-Wochenende vorüber.

Gesagt, getan.

So kam’s dann heute, bei besten Bedingungen unter dem Bayernhimmel (sehr heiß, aber gottseidank ein Lüftchen und ein paar Wolken dazu), zum Gipfeltreffen in den Ammergauer Alpen.

Herr Speed hatte sich vernünftigerweise schon gestern speedmäßig ausgetobt – denn der heutige Bergtag mit zwei Frauen an der Hacke (1x müde und mit Schulterschmerzen, 1x schlapper Hormonjunkie) und nur 700 Höhenmetern Tagesleistung wäre dafür nicht geeignet gewesen (gleichwohl als Trainingsgelände mehr als passend).
So konnte er sich voll und ganz auf seinen ersten Einsatz als Wurst-Lieferant und Träger eines scheinträchtigen Dackelfräuleins konzentrieren und diesen mit Bravour meistern.

Pünktlich zur vereinbarten Minute rollten die Autos einmal von Osten, einmal von Westen kommend auf den Parkplatz. Zur Begrüßung wurde die Box mit den Mini-Wiener geöffnet – die beste Eintrittskarte in ein Hundeherz! – danach fix die Schuhe geschnürt und los ging’s.

Schon nach wenigen Metern schien es, als solle mein Plan, den Pürschling via Schleifmühlenklamm zu besteigen, heimtückisch torpediert werden. Ein Schild verstellte uns den Weg: „Durchgang gesperrt – Erdrutsch und Brückenarbeiten.“ Vermutlich ein perfide arrangierter Versuch von Herrn Speed, a) meine Flexibilität oder Risikofreude zu testen oder b) die Unerlässlichkeit seiner eigens für diese Unternehmung besorgten topografischen Wanderkarte zu demonstrieren?

Er endete mit dem Ergebnis, dass wir uns von Erdrutsch und Brückenarbeiten nicht abschrecken ließen, ebenso wenig von den hinreichend bekannten Zeitungsmeldungen, die solchem Übermut ja gern folgen („Tragisches Ende eines Ausflugs: Kleine Wandergruppe in Schleifmühlenklamm gestürzt, da die Warnhinweise der Gemeinde ignoriert wurden“).
Spaß beiseite, man hätte jederzeit umkehren können, die Klamm ist ziemlich harmlos. Von Erdrutsch war nirgends etwas zu sehen. Und die Brückenarbeiten bestanden aus einem fehlenden Brückenbodenstück, an dessen seitlicher Einfassung balancierend man aber mühelos die 2 Meter große Lücke überwinden konnte.

Nach einigen Badepausen für das hechelnde Dackeltier erreichten wir das Josephskircherl.

Hier durften sich Herrn Speeds treuer Berggefährte Dr. Schmitt und Pippa erstmals beschnuppern und ausgelassen spielen. Zugegebenermaßen etwas zum Nachteil von Dr. Schmitt, dessen Kopfschmuck anschließend ein wenig derangiert wirkte, aber das ließ sich mit ein paar Handgriffen wieder richten.

Fast auf dem Pürschling angekommen nutzte Pippa unseren Abstecher zum Gipfelkreuz für eine schamlose Plünderung des Speedhikingschen Rucksacks (vermutlich handelte es sich bei der Beute um mindestens zwei weitere Mini-Wiener)…

… so dass wir die Beine und unser Gepäck unter den Arm nahmen und dem Winken der Himmel-der-Bayern-Fahne zur nahegelegenen Alpenvereinshütte folgten …

… um uns dort zu einer ausgiebigen Pause niederzulassen.

Mit Zugspitzblick genossen wir die Hopfengetränke…

… sowie das in Bayern stets unvermeidbare Lokalkolorit …

… und fütterten den vom Winde verwehten Schneehasen, der in Sachen Jause bisher mit dem Ofenrohr ins Gebirge schauen musste (immerhin ins Wettersteingebirge).

Satt, zufrieden, ausgepowert und mit Kletten übersät lümmelten die beiden dann einträchtig auf der Wiese herum…

… bis es schließlich „Kompanie, Marsch!“ hieß und wir wieder ins Tal abstiegen.

Alle anderen Details zum heutigen blind-date-mountain-trail wie neueste User Manuals zur Mechanik des Alpwesens, beeindruckende Excel-Tabellen mit unseren Gehzeiten, Anzahl der Badestopps inkl. Wassertiefe und -temperatur u.v.m. werden mit Sicherheit in Kürze hier nachzulesen sein.

Schee war’s!

Herzlichen Dank an Hr. Speed & Dr. Schmitt für den schönen gemeinsamen Wandertag!

(Man beachte den Untertitel! Schön, dass man da jetzt auch mal war.)

Berg-Tour.

Ausflugstipp im Advent: Die etwas andere Bergtour.

Fahrzeit ab München: 20 Minuten.
Parkplatz: Kempfenhausen oder Seestub’n Percha.
Tour: Schöner Spazierweg, 45 Minuten nach Süden, immer am Ostufer entlang, mit bestem Alpenblick. Auf demselbem Weg retour.
Einkehr: Hotel Schloss Berg mit toller Kuchenvitrine und leckerer heißer Schokolade, und das nicht mal zu Starnberger Preisen.
Variante: Weiter bis zur Votivkapelle / Gedenkkreuz für den „Kini“.

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Nicht der übelste Ort für ein Ende – oder ein belebendes Bad.

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Ein sonniges erstes Dezemberwochenende wünscht Euch
Die Kraulquappe.

Beinahe Covergirl – wau!

Natürlich nicht ich, wo denkt ihr hin?

Pippa ist auf dem besten Weg, Titelblatt-Waldi zu werden! Zwar sind wir beide dunkelsaufarben, verfressen und sportlich, aber sie bekommt dafür deutlich mehr Anerkennung als ich.

Zweimal hintereinander hat sie’s nun in das Magazin „Dog&Travel“ geschafft.
Im August als Exklusiv-Star des Titel-Themas „München“ und heute, wie ich beim Erhalt meines Belegexemplars entdeckte, als zweite Haupt-Protagonistin des großen Alpen-Specials. Juhu!

Beim dritten Mal gelingt dann vielleicht der Sprung aufs Cover :-).

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Wer also knapp 5 Euro übrig hat, der sause zum nächsten gut sortierten Kiosk und schlage zu. Auf Anfrage signiert die Dackelmadame euer Exemplar auch gern – das macht sich dann besonders nett unterm Weihnachtsbaum.

Wem derlei Lektüre zu banal ist, der kann sich auch auf intellektuellere Weise der Dackologie widmen: Vor Kurzem ist im Springer-Verlag der Sammelband „Auf den Hund gekommen“ erschienen, in dem Pippa mit dem Beitrag „Der Dackelblick. Phänomenologie einer besonderen Hund-Mensch-Vergemeinschaftung“ vertreten ist.
Frei nach dem Motto: „Die genaueste Vorstellung von der Machtlosigkeit des Menschen haben zweifellos Gott und der Dackel.“ (Georges Mikes).

Wer sich weder für Hunde, noch für Dackel, Berge, München und Phänomenologie interessiert, der gucke einfach die Tage mal wieder hier vorbei – manchmal gelingt mir ja auch ein hundefreier Blogbeitrag.

Einen schönen Abend wünscht
Die Kraulquappe.

Himmel der Bayern (11): Noch da.

Da bin ich wieder.
Halten wir in aller Kürze einfach Folgendes fest: Es gibt angekündigte Blog-Pausen und unfreiwillige Blog-Pausen. Letztere habe ich gerade hinter mich gebracht, glaube ich – und sehe mir jeden Irrtum hierüber bereits im Voraus nach.

Das Leben, die Gesundheit, der Alltag und die Perspektiven fühlten sich in etwa so an:

Naja, es war nicht permanent alles so novembergrau gestrickt, verwackelt und verregnet, aber eben überwiegend.

Diese letzten Wochen des Jahres waren noch nie meine beste Phase: Hochkonjunktur für Infekte, zu früh dunkel, zu oft kalt, Weihnachtsgedöns aller Orten, familiäre Erwartungen, Eintrudeln der Jahresbeitragsrechnungen für alles Mögliche und Räsonieren über persönliche Jahresbilanzen für ebenfalls alles Mögliche (die man in der verbleibenden Zeit kaum noch frisieren kann).

Seit ein paar Tagen steigt mein Stimmungsbarometer ganz langsam wieder – analog zu den Außentemperaturen: Ein Isarspaziergang mit einer Freundin (plus Brezen und Einkehr im Café), ein Saunabesuch mit guter Lektüre (vorher Schwimmen: krieg ich die 100 Mal doch noch voll, trotz Schulterpause?), ein höchst erfreulicher Beratungstermin bei einem Juristen des Mieterbunds (der Typ: äußerst kompetent, nett und lässige Rocker-Optik), ein paar sich abzeichnende Pfade und Pläne für 2017 (müssen noch reifen, bis sie mitteilbar werden).

Und – nicht zu vergessen – der neue Jim-Jarmusch-Film „Paterson“, der die beunruhigende Frage aufwirft, ob man lieber ein Fisch oder ein Busfahrer wäre (oder was Menschsein überhaupt ist oder sein kann) sowie die beruhigende, nicht ganz überraschende Botschaft übermittelt, dass der Alltag zu einem Großteil aus Wiederholungen und Banalitäten besteht (einzig das Schreiben bzw. Dichten verschafft dem Protagnonisten Fluchtoptionen aus diesem Trott).
Das hat in seiner Monotonie und dem daraus entstehenden Rhythmus fast etwas Meditatives. Aus dem Kinosaal nach draußen tretend ist man sogleich heilfroh, nicht in Paterson, dieser bedrückenden Kleinstadt New Jerseys, zu stehen, sondern in der weitläufigen Großstadt – und nicht minder beglückt darüber, dass der eigene Hund ein so viel erfreulicherer Anblick ist als die Film-Bulldogge Marvin („Paterson“ besticht visuell eher durch Innenansichten, vor allem die des Häuschens, in dem der Busfahrer mit seiner Freundin und Marvin lebt – selten wirkte schwarz-weiß so fröhlich wie hier!).

Sogar der Himmel über Bayern ist noch da. Wenn man nicht ständig nur nach unten guckt, kann man ihn auch gleich wieder besser sehen.

Am besten sieht man ihn, wenn ihm entgegenläuft. 

Was wir heute getan haben, das Dackelfräulein und ich…

… so zwischen Weißwurstfrühstück und Abendessen beim Papa am Tegernsee.

Wieder in etwas bunterer Launenfärbung grüßt euch
Die Kraulquappe.

Raus und rauf.

1. „Denn wenn Berge da sind, dann weiß ich, dass ich da hinaufgehen kann, um mir von oben eine neue Perspektive vom Leben zu holen.“ (Hubert von Goisern)

2. Es geht nichts über diese jeden Winter wiederkehrende, irrwitzige und unbeschreibliche Freude des Dackels über den ersten Schnee. 

3. Ist zwar nur der Bayerische Rigi, aber für eine erste Schneeballschlacht und etwas Zugspitzblick reicht’s. 

Hauptsache raus aus den Niederungen der Nachrichtenlage, des Alltags und der Stadt.
Durchgelüftete Grüße schickt euch

Die Kraulquappe.

Himmel der Bayern (10): Inmitten der Lebenden.

Hätte man gestern der Toten gedacht, so wie es sich für Allerheiligen geziemt, wäre man nicht Teil dieser Völkerwanderung gewesen!

Ungläubig und fern jeder Feiertagsfeierei, hatte ich gestern zusammen mit Freundin D. einen Bergtag ins Auge gefasst. Diese absurde Idee hatten außer uns noch Hunderte weitere Ungläubige und Nicht-Grabgänger. Die Kombination „Sonne & Feiertag & Herbstferien in Bayern & Aufbruch in München nach 7 Uhr“ ist fatal. Optimismus ist hier kein guter Berater, sondern schlicht irrational und naiv.

So staunten wir bereits an der Kesselbergstraße von Kochel nach Urfeld nicht schlecht, dass außer den Wanderparkplätzen bereits die Straßenränder dicht zugeparkt waren. Nah am Abgrund stellten wir das Auto ab und liefen im Tross zur Einstiegsstelle des Aufstiegs auf den Jochberg. Auf dem Weg dorthin trennte sich der Menschenstrom in die, die hinauf zum Herzogstand wollten (erkennbar an kleinen Rucksäcken und kleinen Kindern, da oben die Hütte bewirtschaftet ist und eine Bahn nach unten führt) und die, die sich den Jochberg vorgenommen hatten (erkennbar an größeren Rucksäcken und größeren Kindern, da oben keine Hütte mehr offen hat und der Abstieg zum Walchensee sich bahnlos doch etwas hinzieht).

Es ging zu wie am Stachus: Horden überholten uns, wir überholten Horden, man traf einander mehrfach beim Aufstieg wieder dank versetzter Trink-, Pipi- und Aussichtspausen, selbst die Dackelmadame war etwas genervt wegen des Trubels und weil sie nicht ungehindert vorauspreschen konnte. Bis wir oben ankamen, hatten sowohl D. als auch ich um die 25x den Satz „Ja, auch mit kurzen Beinchen kommt man da prima hoch!“ oder „Die ist fitter als wir!“ ausgesprochen (siehe mein Beitrag „Mei, da Waki!“).

Wir suchten uns einen Brotzeitplatz, bei dem wir die Menschenmassen im Rücken und die exzellente Fernsicht vor uns hatten. Wenn man einfach durchratscht, bekommt man die vielen Menschen dann auch gar nicht mehr so mit. Bis tief hinter ins Karwendel konnte man gucken!

Ein Traumtag, trotz des alptraumhaften Andrangs. Wobei wir dort oben noch gar nicht ahnten, was uns unten erwarten würde.

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Für den Abstieg wählten wir die Variante über Sachenbach und das Walchenseeufer, allein schon wegen der Ausblicke und der bunten Herbstwälkder. So ein bisserl verlief es sich dann auch im Wald, es gab glatt mal Viertelstunden, in denen man sich der Illusion „Bergfrieden“ hingeben konnte. Erst unten am See traf sich alles wieder.

Beim Fotoshooting am Ufer muss mir dann die Leine aus dem Rucksack gerutscht sein. Pippa läuft ja bei solchen Touren komplett leinenfrei, bis auf die wenigen Kuh- oder Mountainbiker-Gefahrenmomente. Auf der Uferstraße gingen wir zurück Richtung Urfeld und kurz vor der Fahrstraße zum Kesselberg, auf der man bereits den dichten Rückreiseverkehr erahnen konnte, wollte ich den Hund anleinen… und stellte fest: Leine weg!

Undenkbar, auf der stark befahrenen Kesselbergstraße noch 20 Minuten hochzugehen zum Auto, da läuft der beste Hund nicht bei Fuß und 7 kg da hochzutragen war auch keine schöne Vorstellung. Also Hund auf den Arm genommen, an den Straßenrand gestellt und D. hielt den Daumen raus. Bereits das zweite Fahrzeug stoppte (Hund auf dem Arm wirkt fast immer!) – ein vermüllter Audi, drinnen eine gerührte Hundefreundin. Pippa sei Dank waren wir 5 Minuten später bei unserem Auto.

Mittlerweile: Stau auf der gesamten Kesselbergstraße bis runter nach Kochel und von dort bis zur Autobahn und von der Autobahnauffahrt bis nach München (und sicher auch noch vom Luise-Kiesselbach-Platz bis zur Donnersberger Brücke und von dort bis nachhause).
Du allerheiliger Strohsack! Die Novemberbergbräune wich sogleich wieder aus unseren Gesichtern und uns graute vor dem Heimweg.

Da dachten wir: Lass uns doch nach der Leine schauen, unten am See. So fuhren wir in die entgegengesetzte Richtung, nochmal zum Walchensee runter, die Leine lag friedlich in der Abenddämmerung im Kies des menschenleeren Ufers und hatte schon auf uns gewartet.

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Danach einfach weiter in die „falsche“ Richtung, weg vom Stau, weg von München. Über Wallgau, Krün und Klais störungsfrei bis nach Garmisch gelangt. Dort der nächste Stau, 10km lang.

Google Maps nach einem Lokal am nördlichen Ortsrand befragt – denn Garmisch-Ortsmitte ist mindestens so ein Alptraum wie ein Stau: hässlich, verbaut, eng, keine Parkplätze. In Burgrain bei einem Italiener eingekehrt, der toll bewertet war – und entsprechend gut besucht. Immerhin keine Stau-Flüchtlinge, sondern lauter Einheimische. Wegen Platzmangels blieb uns nur ein Eckchen am Stammtisch, das uns der Wirt sehr freundlich zuwies, samt Nische für Pippa und ihr Körbchen.
Aber dank D., die perfekt Bayrisch spricht, wurden wir sofort von den Stammtischbrüdern akzeptiert. Super Nudelgericht gegessen, bestes Weißbier getrunken. Alle 20 Minuten den Routenplaner die Heimfahrt neu berechnen lassen. Als die errechnete Fahrzeit von gut 2 Stunden wieder auf 56 Minuten gesunken war, zahlten wir und fuhren satt und zufrieden über eine freie Autobahn nachhause.

Fazit 1: Öfter mal was verschusseln oder liegenlassen, deshalb einen Umweg machen und den Ausflug so lange ausdehnen, bis alle anderen längst wieder daheim sind.

Fazit 2: Nächstes Mal trotzdem lieber wieder an einem Werktag in die Berge und an Allerheiligen ins Dachauer Hinterland und dort in Ruhe über die Felder laufen.

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We told each other that we were the wildest… (The Bobby&Pippa-Theme)

Die neue Woche beginnt mit einem gemütlichen Hund-Mensch-Frühstück an einem eigens hergerichteten Tisch in der Lobby. Und sie beginnt sonnig.

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Beste Voraussetzungen also für ein BDBD, das für heute anberaumt war. BDBDs sind Blog-Dog-Blind-Dates, die sich aus der Bloggerei von Hunden und ihren Haltern ergeben, wenn die zentralen Interessen „matchen“ (wie man in der Partnerbörsensprache so sagt).

Für die Hunde-Singles wird von den jeweiligen Besitzern ein Treffen arrangiert, bei dem es Einiges zu beachten gilt:

  • stabile Wetterlage, denn niemand möchte seinen potentiellen Gefährten im Pissregen kennenlernen, wo es einem die Frisur verhagelt
  • gute Beschnupperbedingungen, d.h. kein Aufeinandertreffen in beengten Verhältnissen oder Räumen, in denen einer der beiden bereits Revieransprüche anmelden könnte
  • adäquater Spazierweg für einen ausgedehnten, leinenlosen Ausflug – möglichst auch ohne Konfrontation mit anderen Hunden, Katzen, Hasen, Rehen, Wildschweinen oder Fliegen, die das Kennenlernen stören könnten
  • ausreichend Zeit und Ruhe, um einander besser kennenzulernen als es z.B. das sogenannte Speed-Dating erlaubt, das ja mehr auf Quantität denn auf Qualität setzt

Mensch kümmert sich also um diese Parameter, während Hund Zeit hat, sich in aller Ruhe auf das Date vorzubereiten.

Bei den Damen geht es um Fragen wie „Auf welches Parfum fährt der Rüde wohl ab – soll ich vorher noch duschen oder wälze ich mich besser in Kuhfladen?“, „Ist es geschickter, wenn ich mich bei der Begrüßung stürmisch gebe oder empfiehlt es sich, ein bisschen desinteressiert zu tun?“ und „Trage ich das lange Ohr eher offen oder bedeckt?“.

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Derweil wälzt der Herr Überlegungen wie: „Was mach‘ ich nur, wenn sie sehr klein sein sollte und ich spontan große Gefühle mit noch größeren Gesten zeigen will?“, „Wie lange muss ich wohl abwarten, bis ich endlich überall an ihr riechen darf?“ und „Welches ist das Outfit, in dem ich am besten als Gentleman rüberkomme und einen manierlichen Eindruck mache?“.

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Um 13 Uhr ist es dann soweit.

Das bayrische Isarfräulein Pippa und der gestandene Harzer Wanderkaiser Bobby treffen bei der alten Mühle des Burghotels Hardenberg – romantischer könnte die Kulisse kaum sein! –  aufeinander.

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Die Menschen haben eine 2,5 stündige Wanderung zur Nachbar-Burg Plesse vorbereitet und so zog man – nachdem die ersten aufgeregten Botschaften an das Brücklein und in die Wiese geschrieben und kommentiert worden waren – in zwangloser Runde plaudernd und einander beschnuppernd los.

Herrliche Waldwege luden ein zu ersten gemeinsamen Sprints, freie Felder animierten zur Teamarbeit bei der Mäusesuche und einige längere Steigungen sorgten auf natürliche Art und Weise für Gesprächspausen, in denen man auch mal schweigend nebeneinander her hecheln und den anderen dennoch an seiner Seite spüren konnte.

Fiel Pippa aufgrund ihrer kurzen Beinchen mal ein Stück zurück, wartete Bobby geduldig oder ging nach ihr schauen und kam gemeinsam mit ihr zurück. Als zwei Handtaschenhunde unseren Weg kreuzten und sich anschickten, ihre Nasen Richtung Dackeldame zu recken, intervenierte der selbstbewusste Labradoodlerüde umgehend und brachte dadurch unmissverständlich zum Ausdruck, dass die Kleine seine Verabredung war und die anderen nichts, aber auch gar nichts anging.

Und, was soll man sagen?! Hoch oben auf der Burg Plesse angekommen war alles geritzt. Einträchtig saßen die beiden nebeneinander…

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… man brauchte sie gar nicht mehr getrennt voneinander befragen, ob ihnen die andere Hälfte des Herzblatts zusagte …

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… denn während wir alle auf den Hotel-Shuttle-Bus für erdverkrustete Hunde und verschwitzte Menschen warteten, der uns zurück zur Burg Hardenberg kutschierte (kostenloser Service des wunderbaren Hotels!), wurden sowohl Wassernapf als auch Würstchen friedlich geteilt.

Nur schade, dass man den gelungenen Tag nicht noch gemeinsam bei einem anständigen Wildschweinragout in der Keilerschänke und anschließendem Kuscheln vor dem Kaminfeuer ausklingen lassen konnte, sondern die Menschen der Ansicht waren, dass man es beim ersten Mal nicht gleich übertreiben sollte.

So ging die Sonne schließlich hinter der Burgruine von Hardenberg ebenso einsam unter…

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… wie sich Pippa auf ihrem Lesesessel niederließ, um Bobby noch intensiv nachzuträumen.
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Ich schlich mich leise zu ihr hin, legte mein Ohr ganz sacht an ihres, und – siehe da! – ich konnte sie hören, die Melodie ihres Traumes.
Komponiert von den Erlebnissen des Tages und vollendet intoniert von der Atmopshäre an diesem magischen Ort, an dem nicht nur der große Bobby zu Besuch war, sondern auch the Boss himself, die beiden einander so ähnlich hinsichtlich Kraft, Vitalität und Energie – und so labradoodelte es in ihr:

Yeah, we told each other that we were the wildest
The wildest things we’d ever seen…

…. now I wished you would have told me
I wished I could have talked to you
Just to say goodbye Bobby (Jean).

Schön war’s, ihr beiden.
Danke, dass ihr hier wart & wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen!

Die Kraulquappe & ihr Dackel.

Himmel der Bayern (9): Aussichten und Einsichten.

Bis Mittag gearbeitet, dann raus an den Tegernsee…

…dort von der freien Bahn für den Herrgott profitiert…

…und hochgesaust zur Aueralm…

…wo ein jeder findet, wonach ihn dürstet:

Keiler, Brotzeit, Aussicht, Ruhe – auf herzoglich bayrische Art.

Indes der verwaiste Nebentisch von tiefen Einsichten erzählt. Wozu Sehhilfen?

Man sieht eh nur mit dem Herzen gut. 

Endlich ist geklärt, wie dieser Saint-Exupéry zu der Story kam (oder sie zu ihm).

Prosit! Die Kraulquappe.

Eine Hand wäscht die andere.

Beim gemeinsamen Bergabenteuer macht sich gute Kameradschaft erst so richtig bezahlt:

Schnauzengerechte Trinkangebote…

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…und Lift zur Dackelbadewanne…

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…im Tausch gegen Entsalzung an Armen und Beinen…

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…und bravste Einhaltung der Hüttengebote.

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Die zerschlissene Hunde-Decke haben wir nicht ins Bett gelegt. Ehrlich! Würden wir nie tun. Die ist unserem Hund schließlich viel zu unbequem und uns zu schmuddelig.

Gute Nacht wünscht
Die Kraulquappe.