Song des Tages (26).

Fertig sind wir, in jeder Hinsicht.
Das aber immerhin bei gutem Licht in allen Räumen.

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt!

Mit einem finalen großen Dankeschön an unseren Handwerksfreund Wiktor und einer Verneigung vor unseren eigenen Kräften & Nerven beschließen wir nun zufrieden und erleichtert das Projekt (besser gesagt: den Lebensabschnitt) „Wohnungswechsel in der Weltstadt mit Herz ( & Wuchermieten)“.

Saw you stretched out in Room Ten O Nine
With a smile on your face and a tear right in your eye
Oh, couldn’t see to get a line on you
My sweet honey love

May the good Lord shine a light on you
Make every song (you sing) your favorite tune
May the good Lord shine a light on you
Warm like the evening sun

And the angels beating all their wings in time
With a smile on their face and a gleam right in their eyes
Could not seem to get a high on you
Come on up now, come on up now, come on up!

Einen lichten ersten Advent wünscht Ihnen –
Die Kraulquappe.

(Kaum war die letzte Leuchte angebracht und der letzte Pinselstrich getan, sank sie mit einer stattlichen Erkältung in die Kissen und zog sich für drei Tage die Decke über den Kopf und lupfte sie nur, wenn der Gatte einen Tee brachte oder das Dackelfräulein hinein oder hinaus wollte.)

Ein Gefühl von „Finale“ oder: Klappe, die letzte.

Ein paar Schmuddelwettertage der Extraklasse (und der Steuerklassen) liegen hinter mir.

Wieder eine Komplikation und Last weniger, erstmals im Leben mit zweimonatiger Verspätung, aber immerhin noch vor der Mahnung.

Jetzt nur noch auf den ELSTER-Aktivierungscode für den Online-Zugang warten (dumm nur, dass der per Nachsendeantrag kommen wird, weil – noch dümmer – das Finanzamt noch gar nichts vom Umzug wusste, aber mei) und dann weg damit und hoffen, dass das alles so durchgeht (Rubrik „Übungsleiter“ und so) und wenn nicht, dann hoffen, dass mein großer Freund S. Einspruch einlegt und ggf. danach alles so durchgeht, denn sonst… (aber lassen wir das und bleiben optimistisch).

Einen Abend vor der Ankunft des Handwerksfreundes kommt die vor zwei Wochen bestellte Lampe nach zahlreichen Nachfragen und Ermahnungen und Schweißausbrüchen über nicht nachvollziehbare Sendungsnummern und -verläufe und etliche mafiöse Umwege tatsächlich noch genau rechtzeitig hier an.

Frisch eingetroffen aus dem Land, wo die Zitronen ebenso blühen wie die seltsamen Geschäfte und die Post langsamer arbeitet als anderswo.

Jetzt warten wir auf Wiktor, der in 2 Stunden von der U-Bahn durch den Schnee über die Wiesn zu uns herüberstapfen wird, beladen wie der Nikolaus, und das hoffentlich nicht nur mit Werkzeug und einer reparierten Lampenfassung, sondern auch mit den üblichen Hirschhäppchen fürs Dackelfräulein, die dieses so schätzt.

Mit Wiktor haben wir jetzt, pleite wie wir alle sind, einen neuen Deal, sozusagen ein Tauschgeschäft: Er bringt Licht in unseren Flur und ich bringe Licht in seine Einbürgerungspapiere. Der eine bohrt in die Decke und schmiert Silikon in Fugen, der andere bohrt im Internet und schmiert Notizen auf Zettel (mit Fug‘ und Recht kann man das als Win-Win-Situation bezeichnen, finde ich).

Nun also die letzten Fugen, ein paar Nachbesserungen an Türen und Wänden und noch etwas Kleinkram hier und da.
Und endlich vernünftiges Licht in Flur und Diele (gut, dazu muss noch die Decke aufgemeißelt und ein Kabel verlegt werden, und man weiß nie, was so ein Vorhaben nach sich zieht, evtl. verputzt man dann plötzlich den halben Flur neu oder kommt mit dem Meißel oben im Parkett des Nachbarn raus oder es fällt einem einfach gleich die gesamte, marode Altbaudecke auf den Kopf… – aber Wiktor wird es schon richten.)

Finale.
205 Tage nach Einzug.
Was für herrliche, lichte Aussichten!

Genau wie die, die wir seit Freitagabend hier vor der Tür haben: Die Wintertollwut ist ausgebrochen.

Ansichten einer Abendgassigehenden (1).

Ansichten einer Abendgassigehenden (2).

Und hier das Ganze aus der Perspektive des Hundes der Abendgassigehenden (3).

(Noch während des Editierens dieses Beitrags bellt der Hund, weil die Tagespost im Flur auf den Boden plumpst und siehe da: der ELSTER-Aktivierungs-Code ist eingetroffen. Ein gutes Omen. Alles neigt sich nun dem Ende zu. Darauf heute Abend einen Wodka mit Wiktor.)

Letzte Mittagspause…

…vor Abreise unseres Handwerksfreundes.

Zur Feier des Tages genehmigen wir Wiktor etwas Zeit zur freien Verfugung:

(Man muss ja schon Obacht gebn mit dene Handwerker. Denn da Handwerker an sich is scho a Hund. Am vorletzten Tag richten’s einem alles so her, dass es gut ausschaut und man sich freut und im Endspurt wähnt (alles im Zeit- und Kostenplan, juhu). Am letzten Tag aber – und das ist der Trick! – hören’S den Polen den ganzen Tag über immer wieder ein dramatisch prononciertes „Oioioi!“ aus irgendeinem Raum Ihrer Wohnung stöhnen, dann gehen’S hin und schaun und sehn hier und da eine spontan zugespachtelte Stelle (schwarze Spachtelmasse auf weißer Wand, damit’s auch besonders dramatisch ausschaut!), die ihm jetzt erst aufgefallen ist (angeblich war da eine Delle oder was locker oder kaputt!) und wo man unbedingt was hat tun müssen, was er natürlich sofort tat, beflissen wie er ja ist, aber heut nicht wird fertigstellen können, so dass sich dringend ein Folgeauftrag empfiehlt, möglichst bald am besten, geschätzter Aufwand „Unter eine ganze Tag geht nix, weil muss trocknen und schleifen und beobachten und streichen!“. Sie schlucken und denken „Huijuijui, das wird also nochamal an Flins kosten!“, aber es wird wohl trotzdem am besten sein, den Auftrag wieder an Wiktor zu vergeben, denn bis Sie, Ihr Gatte und Ihr Hund sich an einen andern Handwerker gewöhnt haben…  – na, des machma ned, also schlagen’S natürlich ein und überlegen, wie Sie diese ungeplante Investition wieder wettmachen könnten und streichen dann halt kurzerhand die Mittagspause, denn irgendwie muss man ja die Oberhand behalten in dem Chaos da herin.)

Kontextuell.

Wir liegen in den letzten Zügen, der Handwerksfreund und ich.

Der Flur stinkt nach Paketklebeband und Styropor. Eine halbe Stunde lang haben wir die demontierte, brutal schwere, undichte Duschtrennwand (erst vor 2 Wochen gekauft und montiert) gemeinsam in den Karton der neuen, heute gekauften und hoffentlich dichten Duschtrennwand gezwängt. Styropor zum Abpolstern der Glasscheiben, meterweise Klebeband zum Verzurren der Retoure.

Gezwängt, weil die neue Trennwand 10cm kürzer ist als die bisherige. Da muss man tricksen: unterm Bett schlummern noch ein paar Umzugskartons, flugs wird das Teppichmesser gewetzt und ein Deckel daraus geschnitzt. Wie eine Mumie lehnt das Trum nun im Treppenhaus, bis Hermes, der Götterbote, es in ein paar Tagen abholt.

Der persönliche Orbit ist zusammengeschrumpft auf 1300cmx1400cm, glasklar, dreiteilig, zweifach faltbar, angeblich bruchsicher.

Aber wenn nun alles gut geht, kann ich bereits an meinem Geburtstag überschwemmungsfrei duschen. Was könnte man sich zum 46. sehnlicher wünschen? Dank des geschrumpften Orbits fällt mir da nichts weiter ein.

Fertig. Bald sind wir fertig.

Beim müden Entlangsschlurfen am Rande der Lindenallee, die die Theresienwiese säumt, fällt mein Blick auf die Lehne einer Parkbank. „Sense“ steht darauf. Ja, mit dem ganzen Gewerkel ist jetzt bald Sense, denke ich, und schlurfe weiter. „Fuck“ steht auf der Lehne der Parkbank daneben. Jawoll.

Erst auf dem Rückweg, als wir erneut an den beiden Parkbänken vorbeikommen, kommt mir der Gedanke, dass „sense“ ja auch „Sinn“ bedeuten könnte. Vor allem, wenn nebenan in derselben Sprayfarbe und Schriftart „fuck“ zu lesen ist.

Kontextuelle Wahrnehmung, nach 7 Wochen Wohnungsrenovierung.

Fucking sense & time to have a refreshing shower.

Fast fertig.

Vier Tage am Stück mit dem Handwerksfreund. Und ich muss sagen: Die Zusammenarbeit lief wie am Schnürchen!

Das erste Stimmungshighlight war die Entfernung eines Waschbeckens und einer Armatur, deren Anblick ich Ihnen erspare, das Drumherum dürfte schon genügen:

Es war eine Wonne, die zerkratzte, viel zu wuchtige Arbeitsplatte in kackbraun endlich in mehrere Teile zersägt zum Wertstoffhof zu fahren und eigenhändig in den Container zu pfeffern!

Am Mittwochnachmittag, während Deutschland die WM vergeigte, verneigte sich der Handwerksfreund ein letztes Mal vor dem Siphonregal im Baumarkt – derweil ich auf einer Werkbank saß, Effi-Briest-mäßig mit den Beinen baumelte (wenn schon die Seele derzeit nix zu baumeln hat) und 20 Minuten zur freien Verfügung genoss.

Einen sauguten Tipp hätte ich da übrigens für Sie, falls Sie auf Männersuche sind. Wenn Sie gern einen hätten, dem Fußball wurscht ist und der trotzdem ein echter Kerl ist Ihnen stattdessen die Terrasse neu fliest oder Ihre Küche schick umbaut, dann gehen Sie einfach an einem solchen Nachmittag (Achtelfinale WM oder sowas in der Art) in den Baumarkt. In sehr übersichtlicher Atmosphäre (auch Parken ist da kein Problem) können Sie dort die in Frage kommenden Kandidaten in aller Ruhe beobachten. Es sind nicht viele, aber das erleichtert das ganze Wählen & Entscheiden ja sogar, wenn das Angebot mal nicht ausufert, sondern gleich aufs Wesentliche eingedampft ist.

Der Geburtstag kann jedenfalls kommen, denn das neue Bad (= der Einbau einer schönen Sanitärkeramik samt Wasserhahn, Handtuchhalter und Waschtisch), das ich mir gewünscht habe, ist nun fertig. Es plätschert so fein aus dem Perlator auf den Handrücken, dass man mit dem Händewaschen gar nicht mehr aufhören mag! Der Gatte wird Augen machen, wenn er von seiner Tagung heimkehrt!

Überm Esstisch hängt jetzt die Pendelleuchte, überm Sideboard endlich wieder wie eh und je der Lump vom Pablo, das neue Küchenregal hat an allen relevanten Stellen Kantenschutzleisten bekommen, auf dem Wannenrand thront eine neue Duschtrennwand ohne Schimmel und verranzte Plastikkanten und schließlich knöpfte sich der Handwerksfreund noch intensiv den Balkon vor, seinen Hauptarbeitsraum der letzten sechs Wochen.
Dort lagen so viel Sägespäne rum, dass man den Holzboden nur noch schemenhaft erkennen konnte (wenigstens wurden die diversen Überbleibsel der Vormieter – Zigarettenstummel, Kronkorken, Wattestäbchen etc. – entsprechend gut darunter begraben).

Diese Elendsarbeit war wirklich kaum mit anzusehen, da ich aber das Dackelfräulein zu einem Arzttermin kutschieren musste, konnte ich mich zeitweise im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Staub machen. Unterwegs dann sogar die Bestätigung, dass das so schon alles seine Richtigkeit hat…

…und man mal ohne schlechtes Gewissen Kundin sein sollte.

Zumal man ja auch diesmal alles tat, um den fleißigen Handwerksburschen bei Laune und Kräften zu halten…

…eine Fäschprr jagte die nächste – warm, kalt, salzig, süß – alles geboten!

Und noch ein Tipp: Seien Sie stets gut zu Handwerkern, das zahlt sich absolut aus. Vor allem zu denen, die Sie länger an der Backe haben als ein Stündchen oder zwei.
So ein Streuselkücherl oder Südtiroler Schinkenbrettl zur rechten Zeit – und schon flutscht der Hobel wieder flott über die Holzfliesen und Sie haben nachher einen 1a-Balkonboden.
Kochen Sie Kaffee im Stundentakt, räumen Sie das große Gemüsefach Ihres Kühlschranks gleich vorweg aus und füllen Sie es mit 7 verschiedenen Biersorten, so dass immer eine Auswahl vorhanden ist (variieren Sie diese ruhig auch von Tag zu Tag, erst recht, wenn Sie in einer Hopfenhochburg leben).
Auch ein eigenes Handtuch für Genosse Handwerker ist kein Fehler, sofern Sie Wert drauf legen, Ihre Küchentücher frei von gelblichen Holzstaubstreifen oder Silkonresten zu halten. Und setzen Sie sich in den Pausen ruhig auch mal dazu, ein bisserl Ansprache und Gesellschaft tut dem schwer schuftenden Manne nach seinem einsamen Gewerk durchaus gut und ganz nebenbei können Sie dabei die nächsten Punkte Ihrer To-Do-Liste in entspannter Atmosphäre an- und besprechen (Männer hassen es, mitten in der Arbeit angesprochen zu werden, bei einem Stück Kuchen sind sie hingegen deutlich zugänglicher). Verweisen Sie überhaupt stets auf die nächste Mahlzeit, das motiviert und lässt auch den Blick auf die Uhr nicht in Vergessenheit geraten. Sonst wird’s nämlich schnell mal 22 Uhr bis die Silikonkartusche aus der Hand gelegt wird und Sie Ihre vier Wände dann nur noch ein Stündchen für sich haben, bevor Sie todmüde ins Bett kippen und es wenige Stunden später schon wieder an der Tür schellt, weil sie ja gern früh loslegt, diese Zunft.

*****

 

Wir verabschieden uns hiermit geschafft, aber hochzufrieden ins Wochenende, das wir mit der Endreinigung der alten Wohnung und dem nachfolgenden Übergabetermin derselben zubringen werden. Dem Himmel sei Dank, dass wir dann nur noch eine Wohnung in dieser schönen Stadt unterhalten müssen und dem Handwerksfreund sei Dank, dass diese mittlerweile wirklich wunderbar ausschaut und wir hier fast fertig sind.

*****

Bis dann in anderthalb Wochen zum Endspurt, lieber Herr Speed, erholen Sie sich gut und grüßen Sie Dr. Schmitt herzlich von uns, der hier ebenfalls – Sie werden’s vor lauter Gewurschtel vielleicht nicht mitbekommen haben!? – eine äußerst nette Zeit hatte, sowohl mit dem Dackelfräulein als auch mit dem Gustl (der übrigens ein Loch am Hals, ein Wackelauge und einen lockeren Fuß hat, das müsste mal repariert werden 🙂 ).

Manchmal ist’s schon ein Kreuz!

Ermittlung der Mitte oder: Das Kreuz mit der Esstischlampenaufhängung.

Hell oder Dunkel: Das Kreuz mit der Wahl des Beruhigungshopfens.

Aus alt und verfallen mach neu und geräumig: Das Kreuz mit der Runderneurung des Flurschranks.

Jawohl – 3 Kreuze & 1 Amen!

So war sie, die Woche 5 an der Werkelfront (plus diverser „Kleinigkeiten“, die sich meist läppisch lesen, aber summa summarum ein Haufen Arbeit sind, vor allem, wenn es 30 Grad hat oder saumäßig schwül ist).

Jedenfalls wieder ein paar Ideen in Form gebracht (auch wenn man schon mal besser in Form war).
Großen Dank an den Handwerksfreund, der zur Mitternacht daheim im Allgäu aufschlagen wird!

Nächste Woche dann noch das Bad.
Endlich rückt eine normale Körperhaltung beim Zähneputzen in greifbare Nähe (und zugleich eine normale Badästhetik).
Sie werden noch sehen, was ich meine.

Und was machen Sie so zu Sommeranfang?
Hoffentlich nur das Beste!

Vom Bohrstaub ergraut grüßt herzlich
Die Kraulquappe.

Eine Blume zum Abschied.

Vierte Woche in Folge drei Tage gerödelt – und wieder ist kräftig was vorangegangen im neuen Zuhause.

Heute die gesamte CD-Sammlung aus den Kartons geholt und in die frisch montierten Regale eingeräumt. Überhaupt: den letzten Karton ausgepackt!
Erste Bilder zieren bereits die Wände. Die Küche hat nun ein Deckenlicht und der Gatte ein maßgeschreinertes und wunschgemäß lasiertes Buchablagesideboard überm Bett. Das Dackelfräulein hat in der neuen Küchenzeile einen Liegeplatz eingerichtet bekommen, von dem aus der gierige Blick direkt auf die Anrichte geworfen werden kann, ohne sich den Hals zu verrenken.
Es wird wohnlich.

In den Pausen, die der Handwerksfreund und ich gelegentlich im „Privatgarten“ vor der Haustür verbringen (also am Rande der Wiesn), fand sich manchmal sogar ein bisserl Zeit für Speed-Sightseeing…

… ich mein, schließlich soll er ja auch was mitkriegen von der schönen Metropole, in der er da werkelt (man hat ja hier durchaus mehr zu bieten als die diversen Münchner Biersorten im Kühlschrank!).

Und dass das hier überwiegend richtig rund läuft, das merkt man vor allem an Kleinigkeiten.

Wenn „Service“ beispielsweise nicht nur ein leeres Wort ist, sondern wirklich gelebt wird – und zwar selbst innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Fäschprrzeiten Pausen!

Das Gebäckstückchen aus der Hofpfisterei hat offenbar gemundet – beschwingt und gestärkt ging’s zurück an die Bohrmaschine, ich kam mit dem Staubsauger kaum hinterher.

Die abschließende Fäschprr am Abend wurde gern genommen (die klassische Handwerker-Brotzeitplatte: Südtiroler Schinken, Essiggurken, ein paar Tomaten drumrum, dazu ein kräftiges Ciabatta und ein würziges Feierabendbier) und irgendwie gelingt’s dem Handwerkerfreund jedes Mal aufs Neue, zum Abschied ein krasses Gewitter zu bestellen, so dass man’s nicht übers Herz bringt, ihn mit seinem schweren Gepäck zur U-Bahn marschieren zu lassen, sondern ihn zum Bahnhof fährt.

Aber das tut man auch wirklich von Herzen gern, erst recht, wenn einem zum Abschied noch völlig überraschend ein Blümchen überreicht wird:

Die sog. Handwerker-Rose: Ein Staubpinsel aus feinstem Ziegenhaar! Wie passend! Was hab ich mich gefreut!

Jetzt machen wir aber mal eine Woche Pause.
Schnaufen durch und brüten die Pläne für den Endspurt im Juni aus.
Sie wissen ja: Zum Geburtstag habe ich mir gestern spontan ein neues Bad gewünscht.

Vorher wird noch der Flurschrank innen ausgebaut (die eklige, abblätternde Schranktapete im Inneren entfernt, ebenso die windschiefen, versifften Bretter) und die sogenannte „Kleinkram“-Liste abgearbeitet (ein trügerischer Begriff übrigens, entpuppt sich doch jeder zweite Punkt dieser Liste unerwartet als Herausforderung).

Bleiben Sie also dran & für heute einen schönen Abend & an Mr. Speed besten Dank für Fleiß und Schrank!

Tomorrow will be too late…

…sagte sie, kippte den Sicherungsschalter wieder um (da es eigentlich ganz danach aussah, dass er die Küchendeckenleuchte bereits erfolgreich angeschlossen hatte) und nahm endlich, endlich ihr BOSE-Soundsystem in Betrieb, das nun auf dem zuvor endlich, endlich geradegerückten und befestigten Regal in der Diele thronte.

Es musste Elvis sein, denn draußen flirrte der Sommer, während die beiden hier drinnen zwischen Eckregalschreinereien, Alukantenprofilleisten, Schrankjustierungen, Aufputzsteckdosen, Koch- und Putzarbeiten und Deckenbeleuchtungen vor sich hin schwitzten.

Als „Wooden heart“ ertönt, steigt er doch glatt kurz von der Leiter hinunter und kommt kichernd in die Diele gelaufen, wo sie steht und vor sich hinsingt – „treat me nice, treat me good, treat me like you really should, ‚cause I’m not made of wood“ (genau!!!) – und er merkt an, dass das im Original ein schwäbisches Lied sei, was sie natürlich weiß, denn deshalb hat sie’s ja aufgelegt.

Danach noch „It’s now or never“ in schlagbohrerübertönender Lautstärke und dann packt sie die Leine und führt das Dackelfräulein zum mittäglichen Bade an die Isarauen (nicht ohne ihm vorher noch einen frischen Erdbeerquark zu servieren).

Es geht voran!

*****

Und soll ich Ihnen was verraten?!?
Vorhin hab ich ganz spontan zu ihm gesagt: „Wissen Sie was? Zum Geburtstag wünsch‘ ich mir ein Bad von Ihnen!“. Er ging bislang von einem Schlüsselbrett aus, aber Wünsche können sich ja ändern, was er als erfahrener Handwerker/Lebensgefährte natürlich eh weiß.

Da die Münchner tz heute schrieb, dass Handwerker immer teurer werden (wovon ich ein Lied singen kann, und zwar nicht „Wooden heart“!) und was man tun muss, um diesen Schmerz abzuschalten, dachte ich, ich äußere diesen Wunsch mal lieber früher als später (also solange die alten Konditionen noch gelten und bevor der schwäbische Preishammer zuschlägt).

Genießen Sie den schönen Sommertag!

Bis bald und herzliche Grüße
Die Kraulquappe.

Consummatum est.

Oder: perfectum est.

Handgesägt und holzdübelverbunden hochgepäppelt.

Die zu wenig überdachte Skizze der Kundin ließ sich mit etwas Mühe und gutem Willen dann doch umsetzen.

Die neue Arbeitsplatte, dem Aufbügeln der Kantenstreifen harrend.

Bei schwülwarmen 27 Grad fließt der Schweiß in Strömen, auch schon ganz ohne Handwerken.

Der Herkules Handwerksfreund aber schraubte und sägte unbeirrt weiter. Den ganzen, heißen Fronleichnamstag lang.
Ich sorge für regelmäßige Pausen und Stärkungen, kleine Ortswechsel und Rekreationspläuschchen, zwischendurch putze ich in mehrmals am Tag den Montagestaub weg.
Nur ganz selten darf ich mal mit anpacken – so eine Arbeitsplatte in 2,20 Meter Länge kann man(n) nämlich tatsächlich alleine tragen, obwohl es sich zu zweit besser rangieren (aber halt nicht so laut schnaufen) lässt.

Zeitgleich mit dem ersten Donnerschlag des spätnachmittäglichen Hitzegewitters über München ist es dann vollbracht!

Das Dackelfräulein und Dr. Schmitt dürfen sich auf die frisch geschreinerte neue Küchenzeile setzen…

…einen Pommery zwitschern und – auf Augenhöhe! – der Hausfrau beim Kochen zugucken.

Nach einem letzten Abendmahl und fahren wir den tapferen Handwerkshelden mit Schnittwunden an den Händen und Sägespänen im Haar (aber satt und zufrieden!) im tosenden Unwetter zum Bahnhof, geben ihm nach größten und herzlichsten Danksagungen zu seinem Salär noch etwas Lektüre für die Heimfahrt mit, wünschen eine angenehme Heimreise ins Allgäu und gute Erholung am Wochenende!

Und sollte Ihnen etwas fehlen, delektieren Sie sich einfach ein wenig an diesem erfrischenden Handerwerkerfilmchen, das definitiv Lust auf MEHR macht. Wie schön, dass wir in unserem Projekt „Vivat Bavaria!“ erst Halbzeit haben, nicht wahr?

In diesem Sinne: Man sieht sich!

Und hiermit verabschiede auch ich mich für die nächsten Tage, denn morgen ertönt erneut frühmorgens die Werkssirene (diesmal allerdings ausschließlich für mich). Da stürze ich dann mich mit meinem lädierten Ellbogen, aber ansonsten topfit dank des täglichen Trainings durch die Umzugs- und Handwerkswochen in meinen neuen Job als Saisonarbeiterin hoch droben aufm Berg.

Sollte das WLAN dort funktionieren und ich abends nach getaner Arbeit nicht im Stehen am Hüttengatter einschlafen, sende ich Ihnen ein paar alpine Arbeitsimpressionen, ansonsten hören wir uns nächste Woche in alter Frische.

Ihre Kraulquappe.

Lovely things.

Mit schwerem Rucksack und einer verheißungsvoll betitelten Tragetasche spazierte der Handwerksfreund gestern vom Münchner Hauptbahnhof zu seinem Einsatzort…

…drin aber nur ein neues Schrauben- und Dübelsortiment, sonst keine spannenden Mitbringsel für die Damen des Hauses.

Kurze Fäschprr (Vesper) und dann ab in den Baumarkt, wo ich mittlerweile kleine Aufgaben übertragen bekomme und eigenverantwortlich erledigen darf – gestern: Schleifpapier in 4 Körnungen besorgen. Eigentlich nichts weiter als ein fieser Trick, denn so wird man(n) die Frau für mindestens 20 Minuten los…

…und kann in Ruhe den ganzen Bretterkram besorgen.

Bevor’s dann so richtig losgeht, wird die Kundin noch mit zwei lang ersehnten Haken ruhiggestellt…

…und schon beginnt das Dauergesäge.
Abends steht dann der Sockel und die Arbeitsplatte darf bereits probeweise auf der Konstruktion nächtigen.

Mittwochmorgen.

Seit kurz nach 8 Uhr jault die Säge wieder vor sich hin, ich schleppe die Tagesration Getränke und Verpflegung ins Haus. Am Vormittag ersucht der Handwerksfreund um einen zweiten Baumarktbesuch – er braucht ein anderes Sägeblatt. Teures Teil, aber einen super Namen hat’s: „Craftomat“. Überhaupt haben sie dem Werkzeuggeraffel ja tolle Namen verpasst: „Herkules“, „Wolfcraft“ usw., soll ja schließlich den Käufer auch emotional ansprechen.

Tut es auch, er strahlt übers ganze Gesicht. Spontan schenken wir ihm das funklende Silberstück vorweg zum Geburtstag. Darauf erstmal ein „Jever fun“ (zur Zweit-Fäschprr)!

Die Tiere machen ebenfalls ein Päuschen und ich verzieh‘ mich jetzt ins Schwimmbad, da ich hier eh nur störe.

Dr. Schmitt bewacht die Konstruktionsskizzen und die To-Do-Listen.

Das Dackelfräulein bewacht die Sägestation auf dem Sonnenbalkon.

Kann man jetzt nicht meckern: die Männer arbeiten und man selbst schwimmt mal ein bisschen im güldenen Wasser des geliebten Freibads ein paar Erholungsrunden.
Trotz der vielen Planung, Arbeit und Ausgaben irgendwie eine durchaus erfreuliche Lebensphase!