I’m bouncing in a white Christmas!

Frohe Weihnachten aus den Bergen!

Tacktacktack.

Die Menschheit räumt die Supermärkte leer als stünde der Ausbruch einer mehrwöchigen Katastrophe bevor, die man nur mit entsprechender Bevorratung (und selbst dann nur vielleicht) überleben kann. Da sind wir mit der recht überschaubaren Bestückung eines Kühlschranks für lediglich drei Tage und unseren Zwei-Personen-Haushalt plus Hund vergleichsweise gut dran, meine Taschen sind auch so schon schwer genug, die Schlepperei und das Aufsuchen von vier Läden reicht mir bereits vollauf.

Die Weihnachtspost fällt heuer ebenfalls übersichtlich aus. Heute purzelt nur ein einziges Kuvert durch den Briefkastenschlitz in den Flur, das müssen die Karten für eine Veranstaltung sein, die ich vorgestern bestellt habe.
Wundere mich beim Öffnen kurz über die Geschenkverpackung, die ich mir selbst eigentlich nicht dazubestellt hatte, zumindest nicht wissentlich.
Klappe das Mäppchen auf und finde drinnen nicht meine Tickets vor, sondern einen Gutschein, den ich mir definitiv nicht bestellt habe, da ich mir üblicherweise selbst keine Überraschungen beschere, denn dafür sorgt ja das Leben mit all seinen Zu- und Unfällen – da braucht man gar nix ordern, das kommt ganz von allein daher.

In all den Papieren, die in dem Geschenkumschlag stecken, muss man lange und gründlich suchen, bis man im Kleingedruckten schließlich einen Hinweis auf den noblen Gutscheinschenker findet und ohne Brille fände man ihn überhaupt nicht.

Ja sowas (ja is‘ denn heut schon Weihnachten?!?): M. spendiert 50 Öcken für meine zukünftige musikalische Erbauung und bezeichnet diese wunderbare Gabe als Dankeschön für die Bloglektüre, die er so sehr schätzen würde.
Wow, das gab’s ja noch nie, dass das Bloggen mal konkret was abwirft, also was Materielles, meine ich – ein ganz neues Gefühl!

Wenn das Schule machen würde, so denke ich einige Stunden später, als ich meine Bahnen im vorweihnachtlich leeren Schwimmbad ziehe und genüsslich Zeit habe für solche Gedankenspielchen, wenn also von den knapp 300 Followern meines Blogs auch bloß all diejenigen, die wirklich regelmäßig meine Ergüsse liken oder sogar lesen, sagen wir mal: so etwa 30 bis 40 Leserinnen und Leser, wenn die sich dazu entschließen würden, mir zu Weihnachten einen solchen Gutschein zuzusenden, und meinetwegen sogar den Betrag des heutigen Gutscheins halbieren würden, ja dann könnte ich glatt die gesamte Europatour 2020 von Mr. Springsteen begleiten und Sie könnten sicher sein: ich würde Sie zuschütten mit Konzertberichten voll lodernder Leidenschaft und lyrischer Luftsprünge, womöglich bedeutete das dann wiederum mehr traffic und mehr follower, und folglich zum nächsten Weihnachtsfeste noch mehr Gutscheine, und das brächte die Aussicht mit sich, Mr. Springsteen bis zu seinem Renteneintritt überall hin folgen zu können, was nun nicht die schlechteste Aussicht wäre, wenn ich ehrlich bin.

Aber Schluss damit – Weihnachten ist ja nicht das Fest der Gier und des Kalküls, sondern der Liebe. Und Freundschaft ist auch eine Erscheinungsform der Liebe, also danke ich M. für den Konzertgutschein, für die kontinuierliche und treue Lektüre meines Blogs und für unsere Verbundenheit über die Jahrzehnte, denn es war schließlich ein langer Weg von Richard Marx bis hierher, über 30 Jahre sind vergangen, seit wir uns so blutjung und blauäugig in Lenggries über den Weg liefen, mittlerweile betrachte ich ja solche Wegstrecken und die Tatsache, dass man sich unterwegs nie verloren hat, schon als Wert an sich.

Ach ja, falls Sie sich über den Beitragstitel wundern: das ist Schwedisch, denn nur so geht er als phonetische Analogie des vorigen Beitragstitels durch.

Nun wünsche ich Ihnen und Euch allen einen guten Rutsch in die Weihnachtstage, und ganz gleich ob Sie die nun im Großrudel oder auch allein im Körbchen verbringen, Hauptsache, Jingle bells!

(c) Dorthe Landschulz (unbedingte Empfehlung: „Ein Tag, ein Tier“)

Hier bellt noch niemand, sondern wir sammeln uns alle ein wenig, denn es stehen die Rauhnächte bevor, der Berg ruft, die dritte Matrjoschka scharrt schon mit den Hufen, Besuch aus der Hauptstadt naht und die Geburtstagsparty fürs Dackelfräulein will vorbereitet werden.

Auf bald,
Ihre/Eure Kraulquappe.

Matrjoschka (2).

Zusammen mit dem Advent kommt Jahr für Jahr auch die Erinnerung an das abgebrochene Blatt zurück.
Spätestens, wenn ich den ersten Adventskranz sehe, fällt es mir ein.

Matrjoschka Nr. 2 tritt aufs Podest, erhebt ihr dünnes Stimmchen und spricht: Über damals und über den Advent.

*****

Meist konnte die Mutter nicht allzu gut mit der Tochter umgehen. Sie gab sich dabei wie jemand, dem das Leben eine Rolle vor die Füße geworfen hatte, die ihn permanent überforderte, derer er sich aber leider nicht entledigen konnte.

Dieses kleine, lebendige, ganz eigene und zugleich völlig fremde Wesen zu erziehen – und zwar Erziehen im Sinne einer aufrichtigen Unterstützung beim Sich-Herausbilden-Lassen dessen, was da in diesem kleinen Menschen dringend zum Vorschein kommen will, wie ein Pflänzchen, das für sein Emporkommen aus dem Erdreich, sein erstes Blatt, seine erste Blüte nach einer verlässlichen und konstanten Menge Wasser verlangt, so dass der zuständige Gärtner nicht nur an gut gelaunten Tagen mal mit der Gießkanne vorbeischlendern und ein paar Tröpfchen verlieren darf – war eine Aufgabe, der sie nicht gewachsen war und deren möglicher Verlauf sie auch erschreckte.
Wer würde da heranwachsen?
Und wie würde sie eventuellem Wildwuchs beikommen können?

Notgedrungen eignete sie sich schließlich ein wenig Teilzeitgärtnereiwissen an, verlegte sich hierbei vor allem aufs Zurechtstutzen des Pflänzchens, zupfte beständig an ihm herum, riss ihm hier und da ein Blättchen aus, kürzte Verästelungen, die entstehen wollten und ihr nicht gefielen, steuerte die Blütephasen durch gezielte Düngung und topfte es nach Belieben um, wann immer sie der Meinung war, es sei mal wieder an der Zeit für einen Standortwechsel.
Das Pflänzchen wuchs über viele Jahre langsam, aber wunschgemäß in die Höhe und in die Breite, beides nicht zu üppig und nicht zu karg, ganz so wie die unfreiwillige Hobbygärtnerin es vorgesehen hatte.

Nur Wurzeln zu schlagen, das gelang ihm nicht, dafür wurde es zu oft versetzt in seinem noch jungen Leben. Es blieb ein wackliges Pflänzchen, das oft kränkelte. Und auch das mit dem Erblühen fiel ihm schwer: Denn kaum hatte es seine kleinen Knospen mühsam zu Blüten geöffnet, welkten diese rasch, fielen früh zu Boden, landeten neben dem Übertopf aus Terracotta, in den das Pflänzchen gestellt worden war, und harrten dort ihrem Schicksal, von der Gärtnerin oder einem Windstoß weggefegt zu werden.

*****

Was der Mutter weitaus mehr lag als Gärtnerei oder Kinderei, war Ton. Terracottafarbener, weicher, formbarer Ton. Sie kaufte ihn säckeweise, bearbeitete ihn mit einer Engelsgeduld, übte leidenschaftlich mit und an ihm, schenkte ihm viel Zeit und große Aufmerksamkeit.
Mit dem Ton verstand sie sich von Anfang an hervorragend, denn der Ton war stumm, stellte keine Fragen und wollte nichts von ihr, aber je intensiver sie sich mit ihm befasste, desto mehr tat er, was sie von ihm wollte und das wiederum bescherte ihr eine Zufriedenheit, die sie in ihrem Alltag niemals fand.
Der Ton ärgerte sie auch nicht mit Wildwuchs, er fügte sich geschmeidig in ihre Hände und nahm meist willig die Form an, die sie ihm geben wollte. Die Mutter und er wurden ein inniges, eingeschworenes Team, erschufen zusammen die tollsten Dinge und fuhren sogar gemeinsam in Urlaub.
Zwei Abende pro Woche verbrachte sie in einer benachbarten Keramikwerkstatt, der Papa und ich verbrachten diese Abende mit Lettra-Mix-Partien und Kniffel-Orgien, ab und zu brachte er auch mal den tragbaren Fernseher aus dem Büro mit und wir sahen zusammen einen Film an.
Töpferabende waren gute Abende, denn mit dem Papa allein zuhause zu sein, war in diesen Jahren durchweg entspannt.

*****

Die Mutter bestückte und dekorierte nach und nach den gesamten Haushalt mit ihren tönernen Objekten, eines schöner und kunstvoller als das andere, viele davon sogar auch noch nützlich.
Und eines Tages schleppte sie den Adventskranz nachhause. Einen riesigen, rötlich glänzenden Kranz aus Ton, rundum verziert mit hell lasierten, aufgesetzten Blüten, die der Papa und ich, wir ollen Banausen, natürlich nicht sofort als Christrosen identifizierten. Die Halterungen für die vier Adventskerzen waren exakt symmetrisch auf dem Kranz angeordnet, jede war mit einem Dorn in der Mitte versehen, der die Wachslichter fixieren sollte.
Es war ihr Meisterstück, ihr Werk für die Ewigkeit.

Der Papa und ich bewunderten es ausgiebig, würdigten jedes winzige, perfekt modellierte Blütenblättchen, damit die Mutter strahlte.
Als der erste Advent nahte, wurde das Kunstwerk prominent in Tischmitte platziert, ein eigens auf die Maße des neuen Tonobjekts zugeschnittener, dunkelgrüner Filzuntersetzer wurde daruntergeschoben, um das Holz des Esstisches vor Kratzern zu bewahren.
Der Kranz war so ausladend, dass man Acht geben musste, bei den Mahlzeiten ja nicht mit dem Speiseteller an ihn zu stoßen, und überhaupt ist es in meiner Erinnerung ein einziger großer Eiertanz gewesen, der um diesen Kranz zu machen war und das vier quälende Wochen lang.

Denke ich an die Advente meiner Kindheit zurück, so muss ich feststellen, dass viele Erinnerungen an diese vorweihnachtliche Zeit von jenem Tonkranz geprägt sind. Er war weit mehr als bloß eine gelungene Keramik oder ein besonders individueller Adventskranz. Er war die tongewordene Mutter, ihr Ebenbild, das dort prachtvoll glänzend inmitten des Wohnzimmers thronte und ob seiner filigranen Form ständig zur Vorsicht mahnte.
Wie ein übergroßer, roter fragile-Aufkleber prangte dieser Kranz auf unserem Tisch und er symbolisierte das, was man sowieso das ganze Jahr über zu praktizieren hatte: Vorsicht, Vorsicht, Vorsicht!

*****

Auch die Tochter hatte Freude am Ton, war voller Neugier und Tatendrang, durfte sogar einen Töpferkurs für Kinder besuchen.
Und brachte eines Tages eine kleine Schildkröte aus terracottafarbenem Ton mit nachhause. Die Schildkröte bestand aus zwei Teilen: einem Unterteil in Form einer Schale mit einem Kopf und vier Füßen dran sowie einem Panzer, mit dem man die Schale abdecken konnte. Beim Brennen hatte es den Panzer ein wenig verzogen, so dass er nicht passgenau auf dem unteren Teil aufsaß, sondern leicht wackelte, und einer der Schildkrötenfüße hatte eine Delle bekommen.
Die Tochter war trotzdem voller Stolz, als sie mit der etwas windschiefen Schildkrötenschatulle heimkam und präsentierte sie der Mutter. Die bemerkte sofort den wackelnden Panzer und kommentierte ihn mit den Worten: „Da hast du aber nicht gut aufgepasst, der rutscht ja runter!“

In einem Akt von tollkühner Selbstbehauptung stellte ich meine Schildkröte auf den Esstisch, neben den Adventskranz der Mutter. Das zog sogleich einen Aufschrei nach sich, weil der eingedellte Fuß der Schildkröte, der der Mutter ebenfalls nicht entgangen war, den Tisch hätte beschädigen können. Daraufhin setzte ich meine Schildkröte kurzerhand in das große, leere (und wie ich fand: sehr einladende) Rund des Adventskranzes hinein, denn zum einen war dort genug Platz für die Schildkröte und zum anderen stand sie nun auch kratzsicher zusammen mit dem Kranz auf dem grünen Filzboden.
Ein wirklich gutes Gefühl hatte ich bei dieser Aktion nicht, vermutlich schwante mir bereits, dass mein reptiler Erstling dort nicht willkommen sein würde.

Und so war es auch. Als die Mutter die Schildkröte im Herzen ihres Adventskranzes entdeckte, war sie fassungslos und zitierte mich sofort zu sich. Was ich mir denn dabei gedacht hätte, ihren schönen Kranz mit sowas zu verschandeln. Dass diese Schildkröte doch auch überhaupt nicht zu Weihnachten passe. Wie das denn jetzt aussähe auf dem Tisch und dass ihr Kranz dort alleine wirken müsse und in seiner Mitte allenfalls Tannenzweige oder -zapfen liegen dürften.
Sie griff nach der Schildkröte, hob sie aber in ihrem Zorn etwas zu hastig hoch, wollte sie möglichst schnell der Umarmung ihres Meisterwerkes entreißen. Dabei verrutschte der wacklige Panzer und fiel hinunter.
Er fiel – Sie ahnen es schon – auf den Adventskranz. Genauer gesagt auf eine seiner besonders empfindlichen Blüten und brach dem Christröslein eines seiner Blätter ab.
Die Mutter war außer sich und führte sich auf, als hätte ihr meine kleine Schildkröte die Kehle durchgebissen.

Den Fort- und Ausgang dieser Vorweihnachtsidylle erspare ich Ihnen – und mir.
Nur so viel: Die Schildkröte ist damals bald eingegangen, sie verkümmerte einfach, so wie manche der Pflänzchen um sie herum es ja auch taten, mangels Licht, Wasser oder Raum.

Adventskränze und Christrosen zieren seither eher selten meinen Tisch und nach diesem Vorfall wagte ich es auch nie mehr, ein Stück Ton anzurühren, obwohl ich es damals geliebt habe, den nassen Ton anzufassen und nie vergessen habe, wie gut sich das anfühlte.

Nur Schildkröten, die mag ich immer noch.
Vor allem die mit einem krummen Panzer und einer Delle am Füßchen.

Was ich an Weihnachten liebe.

Autofahrten über leergefegte Straßen. Dabei ausnahmsweise mal Radio hören. Laut. Weil es sich dann besser mitsingen lässt bei all den Christmas-Gassenhauern. Ich höre selten Radio und ich gestehe, viele dieser totgedudelten Songs zu mögen, alle Texte auswendig zu kennen und von einer grundlosen Heiterkeit befallen zu werden, wenn ich weihnachtssongssingend mit 160 Sachen zum Lieblingssee düse. Nur wenn Chris Rea in die Quere drived, schalte ich sofort einen Gang zurück und wechsle den Sender. Aber sonst nehm ich nahezu alles mit.

13. Marsch in diesem Jahr um den Lieblingssee. Heut‘ mit geschlossenem Biergarten und ohne Zugspitzblick. Dafür 3 Grad und Schneegraupel. Null Begegnungen in anderthalb Stunden. Super. So läuft die läufige Hündin ungestört um den See und über die Felder und ist auf weiter Flur der einzige Jingle, der bellt.

Zurück am Auto die Thermoskanne leertrinken, heimfahrend nochmal eine Runde singen und dann die Kürbislasagne in den Ofen schieben. Feliz navidad!

Suchen Sie sich einfach eins aus. Und falls Ihnen das alles zuwider ist, empfehle ich Ihnen den letzten Videoclip.

Ge_danke_n 2018 (7).

Er hat es doch nochmal getan. Trotz seiner zittrigen Hände.

Eine gut gefüllte Plätzchendose hat er mir überreicht.

„Es dauert halt jetzt“ – ich zitiere – „fast eine verdammte Woche, bis die 12 Bleche bzw. die 6 Sorten gebacken sind.“ Oh weh!

Dabei, lieber Papa, sag ich Dir doch schon seit Jahren, dass für uns eigentlich 3 Sorten reichen täten (die Spitzbuben, die Schoko-Zimt-Blätter und die Vanillekipferl). Dann allerdings gern von jeder dieser Sorten 4 Bleche, so gesehen wäre Dein Aufwand auch nicht geringer…

Egal, bis auf eine Sorte futtern wir das trotzdem mit großem Genuss weg (und dass diese Sorte auch in der Dose gelandet ist, lag sicher an deiner Lebensgefährtin, die die Dose bestückt hat, denn Du weißt natürlich, dass ich Marzipan nicht ausstehen kann. Der Gatte übrigens auch nicht. Pippa würde sie sofort verputzen, darf aber nicht.).

Aber der größte Part meines Dankeschöns gilt nicht Deinen leckeren Plätzchen, sondern der Tatsache, dass Du für mich der allerbeste Papa bist: weil ich mich immer auf Dich verlassen kann, Du immer für mich da warst, ich Dir so vieles zu verdanken habe und wir uns trotz zäher Dispute und unterschiedlicher Ansichten in den vergangenen vier Jahrzehnten immer wieder zusammengerauft haben (ja, „haben“, denn je älter du wurdest, desto milder wurdest du auch).

Es ist wunderbar, dass wir uns an Weihnachten nicht sehen müssen, um uns unserer Liebe zu versichern oder irgendwelchen Vorstellungen von „Familie“ Genüge zu tun (zumal es ja eh nur noch uns beide gibt), sondern dass mittlerweile jeder den anderen entspannt dort sein lassen kann, wo er eben sein muss oder möchte: Du im Kreise der Großfamilie Deiner Lebensgefährtin und ich lieber gemütlich, in kleinster Runde und aller Stille zuhause. Vor 20 Jahren war das noch in jedem Advent ein langwieriges Streitthema, seit 10 Jahren ist es endlich keine Frage mehr. Auch dafür bin ich dankbar, dass das jetzt so ist und sein darf.

Bevor es nun zu rührselig wird und weil heute sowieso jeder Anderes zu tun hat, als lange Texte in WordPress zu lesen, wünsche ich Dir – und allen Leserinnen und Lesern – einen schönen Weihnachtsabend sowie erholsame, harmonische, gemütliche, leckere und lockere Feiertage!

Ge_danke_n 2018 (6).

Den nächsten „Ge_danke_n 2018“ dürfen sich Birgit und Sori teilen, ich hoffe, er ist groß genug für beide.

Ich danke Euch für ein Jahr des bereichernden Austausches hier und auf anderen Kanälen, für die vielen neuen Impulse in Sachen „Ton“ (dem akustisch sowie dem haptisch erlebbaren), für Eure Anteilnahme an den Höhen und Tiefen des Kraulquappen- und des Dackellebens – und zu guter Letzt für eure köstlichen Päckchen zu Weihnachten!

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Das bereits mit dem Nikolaus eintreffende Packerl offenbart ein Erhören von Herzenswünschen. Zum einen: herrliche Billiglebkuchen, noch dazu von Billa, wofür man sie ja gleich noch mehr billigt als vergleichbare Lebkuchen von um so vieles blöder klingenden Marken wie „Weiss“ oder „Lambertz“.
Zum anderen: ein Augen- und Ohrenschmaus vom über alles geliebten Barden aus den Swamps of Jersey, an jenen Abend erinnernd, von dem man nicht weiß, ob’s womöglich der letzte dieser Art war, mit einem „Backstreets“, auf das man Jahrzehnte gewartet hatte und jenem andächtig lauschend man damals zu Tränen gerührt im Berliner Olympiastadion stand, so dankbar und zugleich so bedrückt, weil ahnend, dass es der Schlussakkord gewesen sein könnte.

Eine Überdosis Billiglebkuchen und Bruce – klasse Kombination, liebe Sori!

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Das gestrige dann die Quitt_ung für das offene Ausplaudern so mancher Frühstücksvorlieben. Und zugleich ein guter Test, wie’s um das Befinden des Fräuleins bestellt ist: ja, es saust wieder zur Tür, wenn der Paketbote klingelt und stößt mich anschließend sofort mit der Nase drauf, dass das ein dringend zu öffnendes Päckchen sei, also eines mit essbarem Inhalt.
Ich öffne es und heraus klettert – ja da schau her! – eine Cydonia oblonga.

Drauf spricht sie: „Man kann’s nicht erzwingen
Dass Überraschungen einem gelingen –
Aber die Kochkunst, sie ist kein leerer Wahn
Und so nahm sich die Birgit gekonnt meiner an:
Ich sei, gewähr‘ mir die Bitte,
Auf deiner Semmel die Quitte!

[Frei nach Schillers Bürgschaft.]

…und danke auch für den Tipp mit dem Schwedeneisbecher, liebe Birgit!

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Euch beiden frohe Weihnachten und erholsame Feiertage dort oben im Nordosten und dort drüben in der Alpenrepublik!

Ge_danke_n 2018 (3).

Das heutige Ge_danke_n-Stückchen 2018 ist für meine Bloggerfreundin Andrea.

Seit über zwei Jahren hegen und pflegen wir, was seinerzeit beim Gipfeltreffen im unvergessenen Nörten-Hardenberg begann, wo ich (beinahe noch unvergessener) auf Springsteens Spuren lustwandelte. Das allein ist schon ein Grund, dankbar zu sein, denn oft lassen sich neue Verbindungen, die von Anfang an mit einer räumlichen Distanz von 500km verbunden sind, nicht allzu lang aufrecht erhalten.

Letztes Jahr 1x München und 1x Braunschweig und dieses Jahr dann unser Abend in Reichenhall und die Tour bei Berchtesgaden, das war – so mitten im Umzugsstress – ein echtes Highlight und eine willkommene Abwechslung. Ein ganz tolles Wochenende zu sechst war das!
Vor allem aber möchte ich Danke sagen für all den Austausch das ganze Jahr über und: es gibt nur wenige Menschen, bei denen ich mich mit meinen gelegentlichen Hundesorgen so gut aufgehoben fühle.

Und ganz aktuell danken wir auch noch für das Weihnachtspaket.

Eine der wenigen Sendungen, die durch den Briefkastenschlitz aufs Parkett segelte und nicht sofort angebellt wurde. Beim Öffnen verstand ich natürlich, wieso: Ein Hunde-Wurst-Lolli kullerte heraus, das hatten wir noch nie! Pippa war ganz aufgeregt und es war schwer, ihr zu vermitteln, dass das ein verfrühtes Geburtstagspräsent ist und kein Weihnachtsgeschenk, an das man sofort ran darf, wenn einem Weihnachten so lolliwurscht ist wie uns.

An die anderen Köstlichkeiten wollte sie auch sofort ran, aber die in der Sternchentüte, die hab ich ihr weggefressen, die waren nämlich ganz klar für die menschliche Vorweihnachtszeit gedacht. Sie tröstete sich dann mit dem Pin-up-Boy-Kalender von ihrem großen braunen Freund, der ja wieder ein kleines Kunstwerk ist, sowohl der Freund als auch der Kalender.
Mal ehrlich: wir hatten uns schon etwas bang gefragt, was wir machen, wenn der dieses Jahr nicht in DIN A5-Format, sondern aufgrund unseres überschwänglichen Lobes im Upgrade auf ein DIN A2-Format eingetroffen wäre – vorsorglich haben wir eine große Wand im langen Flur freigehalten! -, aber gottseidank kam er in der gewohnten Version und Größe hier an, so dass er 1:1 auf den Nagel des 2018er-Vorgängers passt 🙂 – und ich würde mich freuen, wenn du das bald persönlich begutachten kämest.

Danke für alles, liebe Andrea, grüß Deine drei Männer & bis bald im neuen Jahr!

PS: Sorry, es hat doch nicht geklappt mit der Aufbewahrung bis zum 28.12….

Domestikation oder: Ideen, auf die man kommt, wenn einem der Nikolaus nix bringt.

Tür geöffnet: Nix!
Nur die schmutzigen Stiefel vom gestrigen Marsch am See.

Raus zum Gassi. Im Treppenhaus bemerkt, was so alles in den Stiefeln der Nachbarskinder steckt. Holla, die Glücklichen!
An früher gedacht. Nikolaus, das war der Tag, an dem der Vortag, also der Geburtstag der Mutter, noch nachwirkte, das konnte die beste Lindt-Schokolade nicht übertünchen und Santa Claus konnte sich die Rute getrost sparen.
So gesehen war’s wurscht, was im Stiefel steckte oder nicht, denn die Granatenenttäuschung der Mutter steckte uns ja noch in den Knochen, obwohl wir uns die Hacken ausgerissen hatten für diesen Jubeltag und seine Würdigung.

Ich hätte da also nikolaustechnisch irgendwie einen Nachholbedarf, obwohl mir dieses ganze Advents- und Weihnachtsgedöns an sich ja egal ist. Denk ich mir so, als ich wieder hochkomme in die Wohnung.

Der Hund will spielen, ich auch. Prima, spielen wir also.

„Sind Sie vom Nikolaus eigentlich auch so enttäuscht wie ich?“

Der Hund hat sich das Spiel anders vorgestellt.
Aber für ein paar Hirschbröckerl ist es mir gestattet, die Spielregeln vorzugeben.

Hohoho!

Meine Laune ist jetzt besser.

Tipp des Tages: Sollten Sie’s irgendwie an der Seele haben oder gar zu Depressionen neigen, dann holen Sie sich doch einen Dackel ins Haus. Das ist wie ein Dauerrezept für ein Spitzen-Anti-Depressivum, weitgehend nebenwirkungsfrei, freilich nicht preiswert und auch in der täglichen Dosierung und Anwendung manchmal durchaus herausfordernd, aber Ihre Gesundheit und die Stabilität Ihres Nervenkostüms – speziell in der Vorweihnachtszeit – sollte Ihnen ja was wert sein.

Einen frohen Nikolaustag und -abend wünschen wir Ihnen!
Bleiben Sie locker, trotzen Sie der Domestikation, vor allem, wenn Sie ein Hund sind oder ein Rentier.

 

Herzlichst,
Ihre Kraulquappe.

PS: Ganz besondere Grüße gehen hiermit an die liebe B. aus O., die sich dieser Tage nichts sehnlicher wünschte als ein frontales, fröhliches Pippa-Foto und solche Wünsche nimmt der Nikolaus immer sehr ernst!

Every Saga ends oder: Weihnachten ist jetzt schon geritzt.

Der Gatte, in einem seiner Nebenjobs Serienbeauftragter, hat soeben die frohe Kunde überbracht: Saga Norén kommt zurück!

Das jähe Ende der 9 Staffeln „24“ hab ich mittlerweile verwunden (bzw. durch Kiefer live in concert ersetzt), der Tod von Peter Quinn ist hingegen für immer und ewig unverdaulich und unverzeihlich, aber wenigstens ist er mittlerweile 9 Monate her und die Zeit heilt doch so manche Wunde (der Serienbeauftragte teilte mit, dass er auch die neue Homeland-Staffel bereits vorbestellt hätte – nun gut).

Pünktlich zu Weihnachten werden wir also Saga Norén in der 4. Staffel von „Die Brücke“ wiedersehen und auch wenn’s wohl definitiv die letzte sein soll (Untertitel: „Every Saga ends“) – ich freu mich!

Von Unschuld und Liebe oder: Die vierte der zwölf Rauhnächte.

Als ob Weihnachten einen nicht schon genug strapazieren würde. Mitten in diesem großen Familien-, Feier- und Fress-Spektakel beginnen auch noch die Rauhnächte. Zwölf an der Zahl und mythologisch recht aufgeladen, da für unsere Vorfahren jede dieser Rauhnächte (inkl. des dazugehörigen Tages) stellvertretend für einen Monat des folgenden Jahres stand und kräftig zum Deuten und Oraklen herhalten musste.
Alles wurde beobachtet: das Wetter, die Träume, das Befinden, die Bekömmlichkeit der Mahlzeiten, kleine Probleme, große Sorgen.
Alles hatte Bedeutung, und wer in der Lage war, diese herauszulesen oder hineinzulegen, der konnte für den dazugehörigen Monat des bevorstehenden neuen Jahres so kluge und hilfreiche Prognosen treffen wie: „im Januar führt einen jemand aufs Glatteis“ oder „der April wird ein regenreicher Monat“ oder „im Juni droht Durchfall“ oder „im Oktober erschlägt man die Nachbarin aus dem 2.OG“.

Dem 28.12. kommt innerhalb der Rauhnächte eine besondere Bedeutung zu: Es ist der Tag der unschuldigen Kinder.
Und es ist Pippas Geburtstag. Zwei Tatsachen, die nicht wirklich harmonieren.

Wer das Dackelfräulein beispielsweise gestern in den Wäldern gesehen hätte, wüsste sofort wieso, weil er/sie dann miterlebt hätte, wie der kleine Raubauz ins Unterholz abgehauen ist, um sich dort an einem halb verwesten Rehschädel zu laben (ja, da war immer noch ein bisschen was Leckeres zum Abnagen dran!), dass es nur so knusperte.
Bis Sie da hinterher kommen, um Ihrem Hund – der natürlich in solchen Augenblicken von Spontan-Taubheit befallen wird – am Tatort ein Stück Rehunterkiefer aus dem Maul zu fischen, rieseln Ihnen im Unterholz nur so die Tannennadeln zum Mantelkragen hinein, und während Sie dann grad versuchen, sich die stinkenden, klebrigen Finger abzuputzen, um sich im Anschluss daran die Jacke und den Pullover ausklopfen zu können (so Tannennadeln am Rücken pieken ganz ordentlich!), sehen Sie auch schon aus den Augenwinkeln, dass sich Ihr Hund in diesen 15 Sekunden hinterrücks nochmal ans Buffet gepirscht hat, um sich ein Dessert zu schnappen. Sie verbrauchen ca. fünf Taschentücher für die ganze Sauerei (Hund, Hände), ziehen für den Rückweg Ihre Handschuhe wegen eventueller Aasrückstände lieber nicht mehr an und marschieren fluchend und mit eiskalten Händen heimwärts, vor Ihnen schleicht Ihr Hund mit angelegten Ohren und hängender Rute übers Trottoir, dreht sich alle paar Meter zu Ihnen um und wirft Ihnen einen Blick der unterwürfigsten, leidvollsten, erbärmlichsten und treuherzigsten Sorte zu. Es geht nämlich auf 16 Uhr zu, Futterzeit am heimischen Napf, und da will man schon mal rechtzeitig beschwichtigen und sich wieder gut stellen mit dem Dosenöffner, der grad aus unerklärlichen Gründen so todbeleidigt herumschnaubt und grantig dreinschaut.

Das war nur ein Beispiel für die vielen freudigen Momente, die das Hundehalterjahr ebenso treu begleiten wie Zeckenpulen, Zähneputzen und Zyklusprobleme (um noch ein paar weitere zu nennen). Von Unschuld der am 28.12. Geborenen kann also keine Rede sein (handelt es sich zusätzlich um einen Dackel, gibt’s sogar „ab Werk“ noch das kostenlose Schlawiner-Upgrade obendrauf, Glückwunsch!).

Früher, so las ich, gab es am 28. Dezember den Brauch, dass Kinder den Erwachsenen lustige Streiche spielen durften, vereinzelt soll das in manchen Gegenden Bayerns und Österreichs noch heute der Fall sein. Aha.
Weil sich so ein Rauhaardackel um Rauhnächte genauso wenig schert wie um Brauchtum, Kirchentage und Jubiläen aller Art, spielt er einem ganzjährig lustige Streiche, tanzt einem mal mehr, mal weniger auf der Nase herum, versucht immer wieder hartnäckig, einem den Platz auf dem Chefsessel streitig zu machen oder einen wenigstens davon zu überzeugen, dass zwei Stunden im Regen aufregender sind als gemütlich daheim im Sessel zu hocken (ganz gleich, in welchem).

6 Jahre geht das nun schon so – und ungeachtet all der Gaunereien und Rangeleien gehören diese Jahre zum Besten, was mir je passiert ist: die Dosis an Freude & Liebe sowie an Naturerleben & Bewegung ist unübertroffen!

Dafür danke ich Dir, meine liebe Pippa, von ganzem Herzen und koche Dir, obwohl Du gestern im Wald schon Rehbraten hattest, für heute eine große Portion Hühnchenfilet.

Auf Dich, Deinen 6. Geburtstag & noch viele gemeinsame Jahre da draußen & hier drinnen!

Pippa, draußen (Hirschberg).

Pippa, drinnen (Haifisch).