Jenseits von Afrika und anderer Kokolores.

Es gibt ja so Worte, die einem sehr früh von den Eltern beigebracht werden und dementsprechend tief in den frühkindlichen Sprachschatz einsickern und sich deshalb erst viele Jahre später als linguistische Blindgänger entpuppen, zumindest in der Region, in der man (im Gegensatz zu diesen Worten) beheimatet ist und sie ausspricht.
Man stellt dann als Heranwachsende entsetzt fest, dass keiner außerhalb der eigenen Familie diese Worte zu verstehen scheint, blamiert sich ein bisschen oder schämt sich gar.

Die meisten dieser Worte hatte ich vom Papa, einige davon entsprangen seinem rheinländischen Dialekt. Osel beispielsweise war eines davon. In der Grundschule titulierte ich mal einen Klassenkameraden so und erntete nichts außer einem fragenden Blick.
Ein Schlüsselerlebnis für mich – ab da war ich vorsichtiger, speziell mit Worten, die bei uns daheim in liebevoll-abwertender Weise verwendet wurden, so wie das eben erwähnte Osel.

Ich wagte es beispielsweise nicht, etwas, das ich ein bisschen bekloppt oder schräg fand, öffentlich als Kokolores zu bezeichnen. Zu riskant schien es mir, dass das hier in Bayern vielleicht missverstanden würde oder überhaupt nicht bekannt wäre.
Außerdem war ich mir nicht mal sicher, ob dieses Wort tatsächlich in irgendeinem Dialekt existierte, da der Papa es auffallend oft zu unserem Wellensittich sagte: „Cocolino macht Kokolores!“ – das klang durchaus nach einer Eigenkreation, denn Cocolino bekam allerlei Eigenkreationen serviert und hauptsächlich Kokolores vom Papa beigebracht, auf dass er ihn nachplappere, was er auch eifrig tat.
„Cocolino hat schöne Pumphosen!“ (wenn er sein Gefieder an den Beinchen putzte), „Hurra, hurra, Natascha ist da“ (als die Mutter nach der Niederkunft mit mir aus der Klinik heimkehrte), „Cocolino klaut Cacola-Cacola“ (hier scheiterte der Papa: Coca-Cola hat Cocolino lebenslang nicht ordentlich über den Schnabel gebracht, das war zu nah am Zungenbrecher für ihn, und gestohlen hatte er das Gesöff schließlich auch nicht).
Ich vermied also dieses Familienwort und habe erst recht spät im Leben festgestellt, dass auch andere Menschen außer unserem Cocolino wussten, was Kokolores ist.

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Zu Jahresbeginn erreichte mich eine Mail, die mich sofort an dieses Kindheitswort denken ließ. Ihr Absender war ein Rechtsanwalt mit dem schönen Namen Koko Dzoka. Ich öffnete sie voller Neugier und war dann gleich noch begeisterter, aber lesen Sie selbst!

Schönen Tag,
in einer kurzen Einführung bin ich Rechtsanwalt Koko Dzoka aus
Westafrika. Ich habe Ihnen letzten Monat eine E-Mail bezüglich Ihres
verstorbenen Verwandten gesendet, der in Afrika gestorben ist, aber
ich habe keine Antwort von Ihnen erhalten. Ich melde mich bei Ihnen,
damit ich die Summe von 3.500.000 US-Dollar, die er vor seinem frühen
Tod für mein Familie zurückgelassen hat, wieder zurückzahlen kann.
Rufen Sie mich so schnell wie möglich an, damit ich die Informationen
und Geld an Sie weiterleiten kann. Es ist sehr dringend.
Dein Rechtsanwalt Koko Dzoka.

Na gut, diese stilistischen Patzer sind sonst nicht so meins, auch die Orthographie lässt sehr zu wünschen übrig, aber mein neuer Freund Koko ist schließlich auch Westafrikaner. Außerdem hat er sich von einem Verwandten von mir eine nicht ganz kleine Summe ausgeborgt, die er jetzt, ehrlich wie er ist und weil mein Verwandter das Zeitliche gesegnet hat, gern an mich zurückzahlen möchte.

Ich grüble kurz, welchen Verwandten er meinen könnte, da es in Sachen Verwandtschaft außer dem Papa nur noch den feierfreudigen Chefarzt für Gynäkologie mit dem hässlichen Hund und den unglücklichen Zahnarzt mit der versoffenen Gattin gibt, die aber beide immer noch am Niederrhein leben und nicht in Afrika gestorben sind.
Aber für 3,5 Millionen Dollar, die ich als Alleinerbin von Koko erhalten werde, lass ich mich auch gern überraschen, wer da aus etwaigen genealogischen Untiefen emporsteigen wird. Unter der angegebenen Telefonnummer war bislang immer besetzt, aber ich bleibe natürlich am Ball.
Finanziell jedenfalls schon mal ein formidabler Start in das neue Jahrzehnt!

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Und abgesehen von der Horrornacht für die kasernierten Affen in Krefeld (eine Nachricht, die mich tagelang beschäftigt hat und teilweise so trübsinnig stimmte, dass ich nur noch losheulen mochte), lässt sich das neue Jahr auch sonst passabel an.

Die Serienzeit neigt sich ihrem Ende zu. Intensiv und wunderbar war sie.

  1. „Der Pass“: ein seltenes, deutsch-österreichisches Meisterwerk, mit einem gradiosen Nicholas Ofczarek, dessen Erscheinungsbild perfekt von Ambros‘ „De Kinettn wo i schlof“ untermalt wurde und einem ausgeklügelten Plot in einer irre tollen, alpinen Kulisse – wirklich bombastische Bilder der verschneiten Bergwelt! – und einem dramatischen Ende an einer österreichischen Bahnschranke.
  2. Dritte Staffel von „The Handmaid’s Tale“: eine bedrückende, bildgewaltige Dystopie eines totalitären Systems, wir sind noch mittendrin und ich staune, dass ich nach solchen Geschichten gut schlafen kann, wenngleich manche Traumbilder der letzten Nächte ein wenig gileadfarben daherkommen (oder sind die Rauhnächte schuld?) und ich tagsüber manchmal versucht bin, dem nachbarschaftlichen Grußwort bei einer zufälligen Begegnung im Treppenhaus noch ein „Gepriesen sei der Tag“ anzufügen.

Viel geschlafen, viel draußen gewesen. Gut gegessen, gute Musik gehört. „Jungleland“, dieses unvergleichliche Jahrhundertstück, das Cocolinos Nachfolger Fridolin noch mehr liebte als das Klackern des Kaffeeportionierlöffels an der Edelstahlkaffeebox, war auch von Bosstime gecovert ein klasse Erlebnis, das noch nachhallt und glücklich macht.
Die erste, im Herzen der Stadt verbrachte Silvesternacht viel unproblematischer als gedacht: das Dackelfräulein hat, auf dem Sofa lümmelnd, unter der Wolldecke und mit großen Kissen obendrauf, nur vier- oder fünfmal gewufft und ansonsten das Getöse verschlafen, je älter sie wird, desto entspannter wird Silvester (seltsam, dass das nicht auch für den Briefträger gilt, der immer noch jeden Morgen ein wütendes Bellen erntet, wenn er die Post durch den Schlitz in den Flur wirft).
Gegen 22:30 Uhr die letzte Umweltsünde im alten Jahr begangen, den Hund vermummt und schalldicht verpackt ins Auto getragen und zum 10km entfernten Waldrand kutschiert, damit Madame angst- und böllerfrei ihre Jahresabschlussverrichtungen erledigen konnte, eine 45-minütige Aktion, die sicher nur bei Hundebesitzern auf Verständnis stößt und alle anderen den Kopf schütteln lässt. Hat sich bewährt, werden wir beibehalten. Dafür sparen wir ja Sprit, indem wir künftig nicht mehr über Silvester verreisen müssen.
In den sozialen Medien gucken wir um Mitternacht Live-Bilder von der Wiesn an, man hätte auch die Jalousien hochziehen können, aber man soll ja nicht gleich übermütig werden. Nächstes Jahr, vielleicht. Wobei ich drauf hoffe, dass das Feuerwerk dann schon durch eine Lasershow oder irgendwas anderes Zeitgemäßeres ersetzt sein wird.
Um 0:04 Uhr stelle ich mein Handy laut, damit der Papa mich um 0:05 Uhr erreichen kann. Eine Tradition, dieser Anruf, egal, wo wir auch in den letzten 30 Jahren waren: um 0:05 Uhr ruft er mich an und wir wünschen uns ein gutes neues Jahr. Hat mich schon mal unglaublich genervt, dieses Ritual, mittlerweile – seit mir bewusst ist, dass die noch verbleibende Anzahl solcher Telefonate eine sehr absehbare geworden ist – hänge ich mit geradezu nostalgischer Rührung an dieser fünften Minute eines neuen Jahres.

An Neujahr in die Berge gefahren. Zu einer Uhrzeit, wo der Silvesterpartylöwe noch bruncht oder seinen Kater ausschläft, sind die Straßen leer. Der Parkplatz am Fuße des Berges allerdings nicht, da wimmelt es nur so von Familien und Schlitten, aber schon nach wenigen Metern wird klar, dass die alle den anderen Weg einschlagen, den sie dann nach zweistündigem Aufstiegsgezeter der Kinder und drei Trosthumpen Punsch und großer Gruppengaudi wieder grölend hinunterrodeln.
Oben auf der Hütte ein paar andere Wanderer, der Platz am Ofen ist frei, der Wirt hat nichts dagegen, dass das Fräulein auf einem Handtuch mit auf die Bank gesetzt wird, glücklich drückt sie ihr Hinterteil an die brüllheißen Kacheln. Angenehme Neujahrsstimmung da heroben, alle blicken noch etwas zerknittert und müde drein, die einen vom Aufstieg, die anderen vom Abfeiern.

So weit, so gut, diese ersten fünf Tage.
Bei Ihnen hoffentlich ebenso?!

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Verloren.

Mein Ellenbogen und ich auf dem Weg in die orthopädische Praxis. Mal wieder.

Als ich in Großhadern aus der U-Bahn steige und die Treppe zum Ausgang hinaufschnaufe, höre ich ein vertrautes Schimpfen. Tschätschätschätschätschä schallt es mir von oben entgegen. Es klingt nah. Sehr nah sogar. Nach über 30-jährigem Zusammenleben in der Vergangenheit weiß ich a) sofort, wer der Verursacher ist und b) was das Gemecker zu bedeuten hat: Ein Wellensittich ist mit irgendetwas nicht einverstanden – und äußert das in aller Deutlichkeit (eine Deutlichkeit, die ich 12 Semester lang auf meiner Schulter oder der Schreibtischlampe sitzen hatte, während ich Seminararbeiten schreiben musste).

Auf den letzten Treppenstufen gucke ich bereits neugierig nach oben, dort ein nah gelegenes Wohnhaus vermutend, in dem auf einem Balkon der unteren Stockwerke ein Käfig zu sehen sein wird, in dem der kleine, energische Grantler hockt.

Stattdessen sitzt er auf dem Treppengeländer des U-Bahn-Aufgangs.

Grün-gelb ist er, dünn vor Schreck oder Aufregung und seine Füßchen finden nicht richtig Halt auf dem glatten Handlauf des Metallgeländers. Für den Bruchteil einer Sekunde haben wir Blickkontakt, dann rutschen seine streichholzdünnen Beinchen endgültig ab und er flattert davon.

Ich renne ihm hinterher. Erst zur Mauer, dann zur Kastanie, doch von dort fliegt er in den Hinterhof einer Wohnanlage.

Der Hausmeister ist nicht da. Ein anderer Bewohner, bei dem ich läute, schnauzt mich an, dass ich mir fürs Hausieren eine bessere Story ausdenken müsse. Der dritte Versuch ist erfolgreich: eine Omi lässt mich ins Haus. Ich irre durchs Erdgeschoss und finde die Tür zum Hinterhof. Es ist ein riesiger Hof, mit vielen Bäumen. Ich stelle mich in die Mitte der Anlage und lausche. Fünf Minuten hoffe ich inständig, dass ich das Tschätschätschätschätschä höre. Nichts.

[Ganz schnell muss ich dann einen Gedanken verdrängen, der immer hochkommt beim Thema „entflogene Vögel“: Die Ex-Schwägerin, die sich zur Unterstützung in einer ihrer labilen Phasen mal ein Wellensittichpärchen angeschafft hatte, dann aber bald von Gezwitscher und Käfigputz überfordert war und den beiden vom Balkon ihrer Wohnung aus, die im 12. Stock eines Erlanger Hochhauses lag, „die Freiheit schenkte“, wie sie es damals relativ ungerührt berichtete und wäre es nicht das Kaffeekränzchen zum 70. der Ex-Schwiegermutter gewesen, hätte ich sie vermutlich angeschrien oder geohrfeigt (oder am liebsten beides).]

Ich verlasse den Hof wieder und trotte traurig die Straße entlang. Verloren ist er, der kleine Kerl. Mit großer Sicherheit ist er verloren.

Es sind oft diese kleinen Erlebnisse, die mir das Herz brechen, so unerwartet und mitten im Tag.

Maybe everything that dies someday comes back.

Fridolin ist wieder da.
Ich habe ihn sofort erkannt, als ich ihn letzte Woche beim Morgengassi entdeckte. In Gestalt einer Krähe saß er auf einem Gartenzaun, putzte sein glänzendes Gefieder und hüpfte anschließend auf die Wiese hinab. Es war ein spezielles Hüpfen, nämlich das eines Vogels, der einen gelähmten Fuß hat. Exakt so hüpfte auch Fridolin.

Mein 2012 in sehr hohem Wellensittichalter verstorbener Gefährte hatte ein verkrüppeltes Füßchen, seit er im Jahre 2002 bei einer missglückten Landung meiner damaligen Dogsharing-Dackeldame Hummel in den Fang geraten war. Die hervorragenden Ärzte der Münchner Vogelklinik, in der wir bange Stunden wartend, hoffend und staunend zwischen Fasanen, Hühnern, Enten und anderem Geflügel zubrachten, haben ihm seinerzeit das Leben gerettet, indem sie sein streichholzdünnes, gebrochenes Beinchen kunstvoll geschient haben (eine teure Angelegenheit, aber die Versicherung von Hummels Herrchen hat alles bezahlt).

Wie ein humpelnder Pirat sah er aus, mein kleiner Vogel, aber er war zäh und tapfer, und hat den schlimmen Unfall überstanden. Der Bruch heilte, nur seine Zehen blieben lebenslang gelähmt, weshalb die hintere Zehe so nach vorn gebogen war, dass er nur alle vier Zehen als taubes Bündel auf der Stange aufsetzen konnte. Mit der Zeit lernte er, trotz seiner Behinderung das Gleichgewicht zu halten, sicher auf seinem Vogelbaum zu landen und mit Hilfe seines Schnabels und des intakten anderen Fußes genauso gut zu klettern wie zuvor mit zwei gesunden Füßen.

Er war eine große Vogelseele, konnte ganz wunderbar gluckern und schimpfen, liebte „Jungleland“ und Hirsekolben, quittierte jedes aus dem Bad ertönende Nagelknipsgeräusch sowie das morgendliche Abklopfen des Portionierlöffels an der Kaffeedose mit einem Spezialpiepton, der ausschließlich diesen beiden Geräuschen vorbehalten war.
Von all den Wellensittichen, die ich in meinem Leben hatte, war er der, mit dem ich am innigsten verbunden war. Als ich ihn nach über zehnjährigem Zusammenleben gehen lassen musste, war ich untröstlich. Was habe ich seine Stimme vermisst, wie sehr haben mir sein schräg gelegtes Köpfchen mitsamt dem neugierigen Blick, mit dem er mir beim Arbeiten zuguckte, gefehlt!

Und nun hüpfte er durch die morgendlich gefrorene Wiese, dieser schwarze Wiedergänger von Fridolin, wir hatten mehrmals Blickkontakt und mir schossen Tränen in die Augen.
Daheim angekommen, informierte ich sofort den Gatten, dass unser Wellensittich als Krähe zurückgekommen sei und ob er nicht auch fände, dass er sich doch dadurch  – so rein ornithologisch betrachtet – verbessert hätte.

Seitdem begegnen wir uns öfter, ab und zu sitzt er sogar auf der Dachrinne des gegenüberliegenden Hauses, legt seinen Kopf schräg und blinzelt mir zu, mit seinen klugen, schwarzen Knopfaugen.

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Unsere Fußbodenheizung muss ihren ersten Winter stemmen und weiß noch nicht so recht, wie das geht. In einem Raum verhält sie sich vorbildlich, im anderen ist sie launisch, im dritten rauscht sie.

Gestern traf ich zufällig den Heizungsinstallateur im Keller, der vom Hausmeister zur Behebung eines kleinen Wasserschadens gerufen worden war.
Schön, dachte ich, dann müssen wir den nicht extra kontaktieren und er kann sich gleich mal die Probleme bei uns in der Wohnung ansehen, wenn er eh schon im Haus ist.
Als ich seine Stimme hörte, zuckte ich zusammen. Sie kam mir sofort vertraut vor, aber so mitten im Gespräch – ein Dialog mit Heizungsvokabular erfordert meine volle Konzentration! – konnte ich dem nicht nachspüren. Erst als er oben in unserer Wohnung stand, ich seine schlacksige Gestalt, die lässige Haltung, die Mir-sind-doch-Haare-egal-Frisur und seine Gesichtszüge in Kombination mit dem unterdrückt-bayrischen Klang seiner Worte wahrnahm, wusste ich es.
Niklas, der vor noch nicht mal zwei Jahren nach dem abendlichen Joggen einfach tot umgefallen war, stand bei uns im Flur, um 10 Jahre verjüngt!

Diesmal hatte ich ob des Wiedergänger-Gefühls keine Tränen in den Augen, sondern empfand Freude, die vertraute Stimme wiederzuhören und mich erinnern zu dürfen.

Im Unterschied zu Fridolin, der statt eines erneuten Daseins als Kleinpapagei einen Karrieresprung gemacht hat und unter die großen Rabenvögel gegangen ist, hat Niklas das Gegenteil getan und anstelle der Juristerei diesmal einen Handwerksberuf erwählt. Was sich stimmig anfühlt, denn das viele Rumsitzen im Büro hat ihn ja immer genervt.

Da lag er also nun, in unserem Flur vor dem geöffneten Technikkasten der Heizung, fummelte an den Ventilen herum, erzählte uns was von Küken, Pumpen und Motoren, und das alles in demselben Tonfall, in dem er früher über Abeitsrecht, Datenschutz und Betriebsvereinbarungen gesprochen hatte.

Schön, euch beide so unerwartet wiedergesehen zu haben!

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Everything dies baby that’s a fact
But maybe everything that dies someday comes back

Auf großem Fuß leben.

Heute bekam ich Post vom sehr geschätzten Bloggerkollegen „Linsenfutter“ aus dem westfälischen Hamm.

Erst stutzte ich kurz, als ich den Betreff der frevelhafterweise im Spam-Ordner gelandeten Email sah: „Große Füße“. Huch???

Aber sogleich fiel mir ein, dass ich ja erst neulich den Meister der Vogelfotografie anlässlich einer seiner Wasservogelserien, in der auch das Blesshuhn vertreten war, um einen Gefallen gebeten hatte. Genauer gesagt um eine ganz spezielle Aufnahme!

Und genau die kam heute in mein Postfach geflattert: Ein Foto, auf dem auch die wunderbaren, völlig überdimensionierten Blesshuhn-Flossen zu sehen sind!

Besshuhn – Jesus-style (fotografiert von „Linsenfutter“)

Vielen herzlichen Dank für die Wunscherfüllung!

Da „Linsefutter“ in mir wohl einen Vogelfußfetischisten vermutet, gab’s noch eine Dreingabe: Teichhuhnfüße in Großaufnahme 🙂

Teichhuhnpranken (fotografiert von „Linsenfutter“)

Die sind auch nett und durchaus elegant, ja, aber an die Beinfärbung und die Mega-Zehen mit den riesigen Schwimmlappen des Blesshuhns kommt das Teichhuhn mit seinen Stelzen nicht ran. (@Linsenfutter: wenn sich’s einrichten ließe, wäre die Beinfärbung des Blesshuhns evtl. auch noch drin?, dazu müsste es allerdings vor dir stehen, aber vielleicht tut’s das ja mal – dann drück‘ bitte ab! Ich könnte mich mit ein paar Dackelpfotenfotos in Laienqualität revanchieren.)

Wasservögel gehören gar nicht mal zu meinen absoluten Favoriten unter den Vögeln. Erst kommt der Schuhschnabel, dann lange nichts, danach Papageien und Sittiche, gefolgt von Adlern, Uhus und Eulen – über alles Weitere müsste ich länger nachdenken und dann würde die Liste auch zu lang werden).

Dass ich Blesshuhnfüße so mag, liegt an der Luzzi (Gott hab‘ sie selig!), einer blessblassblauen Wellensittichdame. Sie war die letzte Gefährtin Fridolins, meines ältesten Wellensittichs (Gott hab‘ auch ihn selig!). Die Luzzi war kein typisches Frauenzimmer, hat nur wenig gesprochen, geschweige denn geträllert oder gesungen, ab und an mal ein bisschen Geschimpfe, mehr nicht. Fridolin hingegen war ein begnadeter Sänger und Pfeifer, das Intro von Jungleland war seine große Spezialität (es lief dann auch zu seiner Beerdigung, das war Bruce ihm schuldig!).

Den Mangel an Sangeskraft hat Luzzi dadurch wettgemacht, dass sie zur geschickten Kletter- und Gymnastikkünstlerin avancierte. Sie hatte die größten Füße, die ich je an einem Wellensittich gesehen habe. Irgendwo in ihrer Ahnenreihe muss ein Blesshuhn gewesen sein, so riesig waren diese Füße!

Wen es genauer interessiert, der lese bei Wikipedia nach und versäume keinesfalls den Absatz über die Stimme!

In diesem Sinne: krök-krök & bis bald mal wieder!
Eure Kraulquappe.