Eine Ode an die Vergänglichkeit.

München, 23. Oktober 2020, um kurz nach 7 Uhr.
Die noch müden Augen weiten sich schlagartig, als ich die Tageszeitung vom Fußabstreifer nehme.

Der Boss auf dem Titelblatt?!? Das gab’s noch nie!
So gering meine Erwartungshaltung bezüglich des heute erschienenen Springsteen-Albums auch war – da macht das Fan-Herz allein schon aus Gewohnheit einen Sprung.

Beim ersten Morgenkaffee mischt sich bald ein Gefühl des Bedauerns hinzu: leider kein Willi-Winkler-Artikel, und auch Herr Kister hatte selbstverständlich Besseres zu tun, also musste durfte der Hentschel den Verriss schreiben, den die anderen beiden so nicht bzw. anders und würdiger in Worte gekleidet hätten. Was soll’s.

Kosmischer Motor? Brief an Gott? Nun ja.
„Letter to you“, so viel ist klar, ist meilenweit davon entfernt, nochmal ein ganz großer Wurf zu sein. Vielmehr wirkt Springsteen auf diesem Album wie einer, der etwas müde – das Leben ist, man muss das so sagen, weitgehend gelebt und ein langer ruhiger Fluss geworden – am Ufer steht, auf die Weiten eines Sees (vermutlich in seinem Privatbesitz) hinausblickt und nochmal ein paar Steinchen springen lässt. Aus Zeitvertreib, aus Melancholie, aus Nostalgie, und weil er wissen will, ob er’s noch kann.

Manche flutschen ihm etwas zu glatt aus der Hand und über die Wasseroberfläche, manche gehen nach nur einem kläglichen Hüpfer plump unter und nur wenigen auserwählten Steinchen gelingt plattelnderweise eine Fluglinie, die dem Zuschauer/-hörer spontan ein ehrfürchtiges Wow! entlockt. Ja, da schau her, er kann’s noch!

Der 71-jährige Springsteen bückt sich keinesfalls wie alter Mann, wenn er Stein um Stein aufhebt und zum Wurf ansetzt, aber inhaltlich und musikalisch dreht er sich wie ein Kreisel um sich selbst, hat nichts Neues mehr zu erzählen, vertraute Versatzstücke werden aneinander gereiht (und bestenfalls neu gemischt), er sucht nicht mehr nach Antworten auf Fragen, die zu stellen er längst aufgehört hat, zumindest im tonkünstlerischen Teil seines Seins.
Die großen Geschichten, sie sind auserzählt, ab einem gewissen Punkt wird halt vieles Wiederholung, und das ist auch nicht weiter verwunder- oder verwerflich (die wenigsten erfinden sich permanent neu oder sprudeln bis ins hohe Alter ungebrochen vor Kreativität), sondern der übliche Lauf der Dinge, erst recht in einem privilegierten, weil zumindest materiell vollkommen wattierten und abgesicherten Leben.

Der Mann mag zwar immer wieder mit seinen Dämonen und Depressionen zu kämpfen haben, die zahlreichen seiner Songs eine gänsehautbescherende Tiefe einhauchten, aber eine gewisse Sorte „Hungergefühle“, wie sie dem Schaffen seiner frühen Jahre noch anzuhören war, peinigt ihn längst nicht mehr.
Er ist satt. Nicht überfressen, aber eben sehr gut gesättigt. Alles, was jetzt noch kommt, ist der Nachschlag zum Nachschlag, die ebenso überflüssige wie klebrige Kirsche auf dem Sahnehäubchen eines Desserts, das bereits aus purem Genuss verzehrt wurde und für dessen Verspeisen nicht mal mehr ein kleines Hüngerchen die Kaumuskeln in Gang gesetzt hatte.
Aus gediegener Gewohnheit wird die Kirsche nun abermals zerkaut, pappt sich wie immer in die Krone des maroden Backenzahns, aber ja, sie schmeckt schon noch, und sie schmeckt erwartungsgemäß süß. Ein Überraschungsgefühl stellt sich beim Verzehr nicht ein, und so ähnlich ist das auch mit den zwölf Songs von „Letter to you“.

Das im Herbst des Lebens produzierte Winter-Album.

In Summe ist’s ein etwas glanzloser Abgesang auf die ehemaligen Glory Days geworden, das neue Album, zwar sind ein paar Perlen dabei (besser gesagt: schöne Momente und tröstende, poesiealbumartige Miniaturen, sogar ein paar verheißungs- und kraftvolle Ausbrüche hie und da), aber das war’s dann auch schon.
Der einst so wunderbar wummernde Zug, die von einem donnernden Herzschlag angetriebene Dampflok, die ihre treue Fangemeinde über Jahrzehnte stets mitzureißen verstand, hat das Land of Hope and Dreams längst verlassen.
Am Horizont ist ihre Rußwolke noch erkennbar, mit kohlegrauen Kringeln malt sie ein farewell in den düsteren Himmel dieser gespaltenen, zerfallenden, immer fremder werdenden Nation.

Oder steht da doch eher fair well?
Man kneift die Augen zusammen, versucht, ganz genau hinzusehen, aber die Schrift am Horizont, sie verblasst zusehends, mit jedem Lidschlag verschwimmt sie ein bisschen mehr. Und es ist auch unerheblich.
Worte sind manchmal kaum mehr als Schall und Rauch, den Noten ergeht es da keinen Deut besser, und bekantlich ist alles, was man mit Liebe betrachtet (oder hört), auf seine ganz eigene Art und Weise schön (wenngleich über Jahrzehnte wiederholte Liebeserklärungen etwas von einer hängengebliebenen Schallplatte haben – sei’s drum, ich steh‘ dazu).

Die Titelschlagzeile der Süddeutschen, gleich unter der Ankündigung der Rezension zum neuen Springsteen-Album, lautet: „Die Situation ist sehr ernst“.
Freilich gilt diese Überschrift weder dem Boss noch seinem Schaffen, sondern der Pandemie und dem Virus, das der Welt zu schaffen macht, bemerkenswerterweise trifft sie aber auch ein bisschen den Kern des neuen Albums: Es ist eine Ode an die Vergänglichkeit und insofern ist seine Botschaft durchaus ernst.
Leider ist es eine etwas öde Ode. Selbst aus den großen Themen der Menschheit (Freundschaft, Liebe, Abschied, Tod…) lässt sich nicht auf Biegen und Brechen ein großer Klangteppich weben, manchmal wird eben nur ein kleiner Bettvorleger draus.

Nun, da die kalte Jahreszeit anbricht, wird manch einer froh und dankbar sein, wenn er seine noch nackten, bettwarmen Füße auf dieses anheimelnde, flauschige Etwas stellen kann, anstatt sie schon frühmorgens dem unwirtlichen, kühlen Boden auszuliefern.

Ja, es wird kalt.
Hüllen wir uns also ruhig ein in diese testamentarischen Töne, die – bei aller erlauchten Ernsthaftigkeit, die ihren Erschaffer getrieben haben mag – nirgends unangenehm pieken, an alten Narben ziepen oder im verwitterten Mansion on the hill (einem seiner besten Songs der frühen Jahre) fest verriegelte Türen jäh aufreißen und das dahinter eingelagerte Innenleben verstaubter und dunkler Räume offenbaren, dessen Anblick man gerade jetzt (oder überhaupt) womöglich nicht mehr ertragen könnte.

One minute you’re here, next minute you’re gone.
Wo er recht hat, hat er recht, der altersweise, gute Mr. Springsteen.

So, ich geh‘ dann mal eine Runde Schwimmen, grüße die Tramps unter meinen Lesern ganz herzlich, wünsche eine angenehme Lektüre des Briefes, der uns heute aus New Jersey gesandt wurde – und allen anderen ein schönes Wochenende.

Pandemiepommery.

Rituale sind ja, sofern sie nicht gedankenlos repetiert oder zelebriert werden, eine äußerst gute, struktur- und haltgebende Sache.

Zur Zeit ganz besonders, denn die Pandemie-Nachrichten kündigen zunehmend einen Winter an, der zwar recht stayathome-kuschelig werden dürfte, demzufolge steht aber zu befürchten, dass er zugleich ziemlich kontaktreduziert verlaufen wird, je nachdem, wie viele Kuschelgenossen eben im eigenen Hausstand vorhanden sind. Eine wohlüberlegte Auslese der darüber hinaus wichtigsten Menschen und Tiere wird man hoffentlich weiterhin zu diversen AHA-Erlebnissen und gemeinsamen Wanderungen durch die Kälte noch treffen dürfen.

Option 3: Zum befreundeten Rudel reisend.
Hallo Bobby, schön, dich wiederzusehen!

Die drei Tage bei den Braunschweiger Freunden haben das Depot an externem Sozialglück nun nochmal ordentlich aufgefüllt: ein Stadtspaziergang mit A., ein Privatcoaching durch W., dreimal Gute-Nacht-Kuscheln mit B., eine ausgiebige Wanderung durch den Südharz, ein Schwumm im schönen und leeren 50-Meter-Becken des Sportbads, lange Frühstücke, noch längere Abende, leckeres Essen & Trinken und abschließend eine richtige Party anlässlich des vierjährigen Freundschaftsjubiläums, so wie auch schon im letzten Jahr am 17. Oktober. Werden wir beibehalten, dieses Ritual.

Coronamäßig ist man ganz auf einer Linie, was den Umgang mit Nähe und Distanz doch sehr erleichtert und unerquickliche Diskussionen erspart, wir sind uns also völlig einig über die konkrete Ausgestaltung der kleinen Jubiläumsfeier zu Coronazeiten: jeder lümmelt in Hausklamotten auf einem separaten Sofa, statt Aerosolen schwirren herrliche Klänge aus fünf Jahrzehnten Musikgeschichte, ein paar Katzenhaare und Wunderkerzenfunken durch das schummrig-gemütliche Dachgeschoss.

W. kümmert sich um das Kaminfeuer, ich kümmere mich um meine allergiebedingt triefende Nase, A. kümmert sich pünktlich zu Mitternacht um das Öffnen des feierlichen Fläschchens, nur die Haustiere, die kümmert der ganze Zinnober herzlich wenig, die suchen lieber das Weite.

Diese Nacht hat gleichermaßen was von 80er-Jahre Schulparty und Silvester in einer urigen Hütte, wir sind glücklich, dass wir das zusammen erleben dürfen, irgendwer sagt kurz vor dem Korkenknallen den albernen Satz „So jung kemma nimma zamm„, woran uns freilich für einen winzigen Augenblick doch bewusst wird, dass die 80er Jahre ja glatt schon etwas länger zurückliegen, als man’s nach den paar Schlückchen an dem Abend gedacht hätte, überhaupt sind wir recht ausgelassen und albern in diesen Stunden, ein gewisser Galgenhumor ist wahrscheinlich auch verantwortlich für diese Stimmungslage, und vielleicht wäre es an der Zeit, den zahlreichen neuen Vokabeln, die diese komische neue Normalität uns bereits vor die Füße gehustet hat, noch eine weitere hinzuzufügen: Galgenschampus.

Oder Pandemiepommery – das gefällt mir eigentlich noch besser.

Danke, liebe Andrea und lieber Wolfgang, für die schöne Zeit bei bzw. mit Euch und für vier Jahre Befreundetsein, bleibt gesund, kommt gut durch den Winter und schaut immer nach vorn: bei unserer nächsten Party am 17.10.21 gibt’s dann bestimmt schon einen Vakzineveuveclicquot! 🙂🥂🍾💛

Song des Tages (50).

Gestern. Sonntagabend, nach 22 Uhr.
Wir liegen nicht nur erschlagen auf der Couch, sondern auch in den letzten Zügen der ersten Staffel einer neuen Serie.
Das Festnetztelefon klingelt. Wir schrecken sofort hoch, denn a) klingelt das abends üblicherweise sehr selten und b) schon gar nicht sonntags und nach 22 Uhr. Der Gatte springt vom Sofa hoch und rennt ins Nebenzimmer. Zu spät, das Klingeln verstummt in dem Moment, als er das Telefon aus der Basisstation reißt. Gerade noch rechtzeitig konnte er aber auf dem Display die zwei Worte „Papi zuhause“ erkennen. „Das war dein Papa!“, ruft er mir zu, und ich bekomme sofort Herzrasen, denn der Papa ruft nie zu so einer Uhrzeit an. Nie! Außer im Notfall.

Ja um Himmels Willen! Das Herz pocht mir sofort bis in die Schläfen, in mir denkt es in Sekundenschnelle: Ist er selbst der Anrufer gewesen, dann liegt die Lebensgefährtin im Krankenhaus, und wenn es aber nicht er war, der den Hörer dort am fernen Tegernsee in der Hand hält, sondern die G., dann ist der Papa im Krankenhaus. Den Drittgedanken behalte ich lieber für mich, der hat hier nichts verloren.
Panik steigt in mir hoch. Hektisch wühle ich zwischen den Sofakissen nach meinem Smartphone (der Papa wählt beim Zweitversuch immer die Mobilnummer), finde es, klappe die Schutzhülle auf und sehe justament den eingehenden Anruf (ich höre Anrufe in den seltensten Fällen, weil ich das Handy zu 98% seiner eingeschalteten Zeit pro Tag auf lautlos geschaltet habe).
„Papi zuhause“, lautet die Botschaft auch in diesem Display. Eilig wische ich das winzige Telefonhörer-Symbol zur Seite, das der Anrufannahme dient, und keuche fast in den Hörer: „Hallo Papi, was ist los?“

Am anderen Ende ertönt die krächzige, aber alles in allem muntere Sonntagabendstimme meines Herrn Vaters, ein verlegenes Lächeln schwingt in ihr mit, als er sagt: „Mir fiel grad siedend heiß ein, dass ja vorgestern der Geburtstag meines Schwiegersohnes war – vor lauter Coronadegöns hab ich das doch tatsächlich verschwitzt.“
Ich kreische ein „Na gottseidank!!!“ in den Hörer und füge an, wie froh ich sei, dass es „nur das“ sei und reiche den Hörer mit immer noch bebendem Arm und klopfendem Herzen an den bereits in ein erleichtertes Glucksen ausbrechenden Gatten neben mir weiter.

Mannomann. O tempora, o menses!

*****

Nachts geträumt, dass ich ein Tablett mit Frühstücksutensilien von der Küche durch den langen Flur ins Wohnzimmer trage und mir beim Gehen so denke: „Huch, der Boden hat ja eine Neigung, ist irgendwie leicht abschüssig, das ist ja seltsam!“.
Kurz vor dem Wohnzimmer entdecke ich dann einen Riss, etwa einen Meter breit, der quer durchs Parkett geht und den südlichen Teil der Wohnung vom nördlichen trennt (was jetzt nach nobler Villa oder Mega-Altbauwohnung klingt, es aber nicht im Geringsten ist) und eine Schlucht freigibt.
Der Graben durchteilt also die Wohnung, ein Blick in den Abgrund offenbart morsches Gebälk, das modrig riecht (vielleicht schon wieder ein Wasserschaden, irgendwo?) und alles sieht entsetzlich marode aus (ich kneife die Augen zusammen und meine, weit unten sogar ein Loch zu erkennen, durch das ich in den Flur der Nachbarsfamilie unter uns spähen kann).

Immerhin erklärt sich nun schlagartig die zuvor empfundene Neigung beim Gehen durch den langen Flur, und weiterträumend ist mir völlig klar, dass es nur noch eine Frage der Zeit sein wird, bis auch der Flurboden Risse bekommt und einbricht.
Es folgt die glasklare Gewissheit, dass nun alles im Eimer ist. Danach die Überlegung, wie wir vielleicht ein paar Möbelstücke retten könnten, abrupt unterbrochen von dem Gedanken, dass wenigstens die Frage nach der Mietminderung diesmal eine eindeutige Antwort erfahren wird und ja eigentlich auch die Hausratsversicherung einspringen müsste.
Als nächstes schreie ich nach dem Gatten, schreie laut und fast hysterisch seinen Namen und dass er bitte schnell herkommen soll und dass etwas Furchtbares passiert und unser Zuhause für immer ruiniert sei. Bevor er an dem Abgrund, vor dem ich stehe, eintrifft, wache ich auf.

Schöne Nächte sind das zur Zeit. Kaum Schlaf. Daher auch kaum Ausflüge in irgendwelche Traumwelten, aber wenn, dann gleich richtig dolle Abenteuertrips, so wie der von heute Nacht: Grand Canyon in der eigenen Bude. Wow! Das war noch nicht alles, da geht noch mehr, das spüre ich.

Beim Aufwachen und dem bald folgenden Griff zum Handy (kurzer Check, ob die Welt noch steht bzw. die Tageszeitung imstande war, das noch zu vermelden) dann die Erleichterung, dass der Arzt des Vertrauens auf meine Mail geantwortet hat und mir ein Rezept ausstellt, das künftig beim abendlichen Steckerziehen helfen wird. Hab sowas noch nie genommen, möchte aber das leidige Experiment „Leben mit Schlafmangel in Wasserschaden- und Coronazeiten“ nach nunmehr 7 Wochen (und seiner Intensivierungsphase in den letzten drei Wochen) jetzt gern mal unterbrechen oder am liebsten komplett beenden, selbst wenn man derzeit niemanden mehr trifft, der einen auf die Augenringe ansprechen könnte. Die zwanzig Kilometer, die ich nun jogge, um das Wasservermissen und den Schwimmentzug aus dem Körpergedächtnis zu vertreiben, sind sonst bald auch keine sinnvolle Ertüchtigung mehr, in dem müden Zustand droht vieles eine bleierne Schwere zu bekommen, was dann ja kontraproduktiv wäre, weil es ja der Rekreation und Kräftigung dienen soll.

*****

Aufgestanden, die Jalousien hochgezogen und gestutzt: schon wieder alles weiß. Aha. Naja, auch schon egal. Wieder hingelegt und mit dem Fräulein gekuschelt, das ist immer wie Frühling und Sommer und alles Glück der Welt konzentriert auf einem dackeldonutgroßen Stück der Matratze.

Der Gatte macht Frühstück und trägt das Tablett ins Wohnzimmer und kommt auch unbeschadet dort an, weil vor dem Wohnzimmer nur der übliche verschrammelte Parkettboden liegt, sich aber kein meterbreiter und -tiefer Graben auftut. Beruhigend. Ist also doch noch nicht alles im Eimer. Ich stehe auf.

Routinen tragen einen sanft in einen neuen Tag hinein, manche formieren sich derzeit auch neu, aber wie immer ist es wichtig, dass man sie überhaupt hat, diese Routinen, sie sind stützend und sie erinnern einen daran, dass es trotz allem ja immer noch sehr verlässlich sowas wie einen Alltag gibt und man sich nicht täglich alles neu zusammenklauben muss, damit man durch den Tag kommt.

Kleine Konstanten wie das dampfende Kaffeehaferl auf dem Frühstückstisch, daneben die Ausbeute des Pressespiegels vom Wochenende, vom Gatten mit den vertrauten Textmarker-Kreuzchen versehen, damit ich auf jeder der sorgsam herausgetrennten und zusammengefalteten Seiten gleich erkenne, welcher Artikel der zu lesende ist.
Der kleine Hund, der sich nochmal mit dem üblichen wohligen Grunzer ins Körbchen neben dem Esstisch plumpsen lässt, sich dort einkringelt und geduldig ausharrt, bis die Zeit fürs Morgengassi gekommen ist.

*****

Morgengassi dann bei klirrend kalten minus 1 Grad durch die weiß bepuderte Allee.
Der Gabenzaun hat sich über Nacht exakt gemäß meiner Befürchtung entwickelt. Wenn ich ehrlich bin, sogar noch etwas krasser.
Nasse Klamotten, heruntergefallene Klamotten, eingeschneite Klamotten, aufgerissene Tüten, verteilter Tüteninhalt, hier ein paar Milchpackungen, dort ein paar Damenbinden, extra-saugfähig, daher dekorativ aufgequollen.
Irgendeine besonders helle Leuchte hat am Fuße des Zaunes einen Karton mit Semmeln abgestellt. Ohne Abdeckung. Sehr clever. Sogar die Krähen gucken irritiert und fragen sich, was sie mit einer vereisten Semmel vom Vortag anfangen sollen, versuchen dann aber ihr Glück und zerhacken in trautem Teamwork einen der Tiefkühlwecken.

Woran ich noch gar nicht gedacht hatte, ist, dass diese Müllmeile ja neben all den Klamotten auch bergeweise „Biomüll“ enthalten würde, und dass ich ja mit einem Interessenten für Biomüll jeder möglichen und unmöglichen Herkunft und Beschaffenheit dort entlangspazieren müsste.

Das Dackelfräulein ist nämlich ein sogenannter „Staubsaugerhund“, was, selbst wenn man, so wie ich, ein passionierter Zusammenleber mit diesem sauberkeitsherstellenden Hausgenossen ist, ein ziemlicher Graus ist.
Hundebesitzer, die ebenfalls einen Staubsaugerhund haben, wissen, was ich meine. Darum geht unsereins auch lieber außerhalb der vielbegangenen Routen spazieren, weil sich dann die Objekte der kaniden Begierde wenigstens auf Hasenköttel, Pferdeäpfel, Marderkot, Fischgräten, Jauche, Kadaver und Gebeine reduzieren.

Es bleibt zu hoffen, dass die städtische Müllentsorgung bald zur Tat schreitet, damit das Morgengassi jetzt nicht täglich ein zehnminütiger Spießrutenlauf wird, wonach es aber nicht aussieht, wenn ich mir die Mülleimer und Wertstoffcontainer so ansehe.

Wieder zuhause angekommen warten gottseidank noch eine zweite Tasse Kaffee und ein Toast mit Quittengelee auf mich.
Immer her mit den Routinen (und an dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an die liebe B. aus O., die dafür sorgte, dass es keine Geleeengpässe gibt, speziell jetzt wäre das wirklich nur schwer verkraftbar gewesen)!

*****

Die derzeitige „Lage der Nation“ verdichtet, wie ich hier eh schon mehrfach sagte (oder dachte?), gerade nahezu alles, was schon vor der Verbreitung dieses Virus‘ zu dicht, zu brisant, zu fragil oder sonstwie zu schwer zu ertragen war.
Auf all das kommt jetzt unter Umständen nochmal eine Schippe obendrauf, wenn es dumm läuft. Und teilweise treten diese Umstände nun auch ein und es läuft dann auch dumm, so wie vorgestern.

Da beschließe ich am späten Nachmittag, nochmal kurz mein Hirn durchzulüften, schnappe mir mein Feierabendbierfläschchen, gieße 0,25 l davon in mein Störtebeker-Säbelglas und begebe mich nach draußen.
Möchte mich einfach mal für 15 Minuten auf die vertraute Parkbank am Rande des Coronatest-Drive-In-Geländes (formerly known as „Wiesn“) setzen und der Bavaria gegenüber zuprosten und ein paar Surfern zusehen, wie sie ihre Runden auf der großen Freifläche vor den Testzelten drehen und sich vom Wind mal hierhin, mal dorthin treiben lassen.
Auch so ein Ritual, so eine kleine Konstante und Angewohnheit, die Struktur gibt und einfach wohltut, selbst wenn die Szenerie vor meiner Nase nicht mehr so ganz dieselbe ist.

Auf dem Bürgersteig angekommen, der sehr breit ist und eher einer gediegenen Allee gleicht als einem normalen Trottoir, will ich zur Überquerung ansetzen, sehe dann aber von rechts jemanden im Stechschritt heranmarschieren, ein komplettvermummter, vermutlich eher junger Mann (wegen Atemmaske und zusätzlicher Gesichtsverhüllung ist das schwer zu erkennen), in kurzer Hose (eigentlich zu kühl für den Tag) und ansonsten mit Turnschuhen, Kapuzenshirt und Baseballmütze bekleidet.
Ich bleibe mit meinem Weißbierglaserl in der Hand am Rand des breiten Weges stehen, um abzuwarten, bis er vorbeigegangen ist und dadurch sogar einen Abstand von mehr als zwei Metern wahren zu können.
Anstatt einfach weiter seines Weges zu gehen, macht der Kerl aber, auf meiner Höhe angelangt, auf einmal einen großen Sprung in meine Richtung, fuchtelt mit den Armen in der Luft herum, stampft mit dem Fuß auf und brüllt mir ein „Huh!“ entgegen. Und dann nochmal: „Huh!“

Ich bezweifle, dass er Isländer oder ein engagierter Botschafter für Fußballgesänge ist, vielmehr lag in diesem „Huh!“ eine Aggression, die mich recht unangenehm anwehte und mir den kurzen Aufenthalt auf meiner Parkbank schon eintrübte, bevor ich diese überhaupt erreicht hatte.

Im Treppenhaus höre ich eine Viertelstunde später dann zufällig mit, wie ein Nachbar einen anderen mit seinen kruden Verschwörungstheorien bequatscht: „Alles Fake, alles inszeniert.“ und „Mir macht das Virus keine Angst, nur unsere Regierung.“
Momente, in denen ich fast geneigt bin, zu verstehen, warum manch einer sich gern in Sphären der Transzendenz flüchtet oder Trost in der Religion sucht (oder sogar findet).
Momente aber auch, in denen ich sehr froh darüber bin, gleich die Tür hinter mir zuzumachen und in der Wohnung bleiben zu dürfen.

*****

Eigentlich hatte ich als Song des Tages für heute den freitags so überraschend veröffentlichten Song des Großmeisters aus Duluth, MN, vorgesehen, diesen apokalyptisch anmutenden Abgesang auf die USA – God’s own country, über das nun der Zorn des Herrn gekommen ist (wie irgendein Amerikaner aus dem dortigen Politbetrieb kürzlich mutmaßte) -, der einen, nur dreimal in Folge und mit Bedacht angehört (das Stück ist 17 Minuten lang!), mal für ein ganzes Stündchen total wegbeamt von all den viralen Plagen, mit denen wir uns arrangieren müssen und auch die soziologischen Feldstudien, deren Teilnehmer wir so unfreiwillig geworden sind, mal für ein Weilchen vergessen lässt.
Und die restlichen Minütchen, um diese Stunde vollzumachen, sollte man unbedingt der Lektüre der Willi-Winkler-Rezension zu diesem Requiem widmen. Vielleicht noch die andere Hälfte des Weißbierflascherls dazu, so zur Abrundung des Genusses auf allen Ebenen.
Gut verbrachte Zeit, das versichere ich Ihnen (natürlich nur, sofern Sie irgendwas mit Dylan am Hut haben, klar).

Spontan erschien mir nun, beim Niederschreiben dieser Zeilen und meinem dabei immer wieder aus dem Fenster und auf die Allee hinuntergleitenden Blick, aber ein anderer Song die passendere musikalische Allegorie meiner Verfassung an diesem Montagnachmittag zu sein:

Well, everyone has said that I might go
‚Cause my red suitcase and my Ray Bans weren’t quite so
I’d bear the heavy wind and rain that falls
I’ll never come back again
‚Cause you know how I laugh when winter shows her hand

With that picture framed, there is a saddest thing you’ll see
But it bought me time and a place that love could be
And since I’m goin‘ now, please rearrange
‚Cause I’d like to think that things have changed
I don’t believe you’ll be open anymore

So tell me if you want to see
A world outside your window
A world outside your window isn’t free
Oh and tell me if you want to catch that feelin‘ of redemption
That feelin‘ of redemption don’t do much for me

Well, everyone was hopin‘ you would stay awhile
Tell us ‚bout that great land in the South
Then you’ll see that man
Now ain’t he under offer?
Well, I tell you child, you go wash out your mouth

So tell me if you want to see
A world outside your window
A world outside your window isn’t free
Oh and tell me if you want to catch that feelin‘ of redemption
That feelin‘ of redemption don’t do much for me

Now what can you say?
I’m hidin‘ in the belfry
How can you say I want to catch time?
How can you say you know anythin‘ about me?
Because I knew about you but I won’t care about you

Now, everyone has come to see
But some things have to die
Flowers out for this graphic haunt
But they all pass me by

But the age is not
A funny game
It don’t give such a buzz
And when I winced with ignorance
I had to kiss this dust

So tell me if you want to see
A world outside your window
A world outside your window isn’t free
Oh, and tell me if you want to catch that feelin‘ of redemption
That feelin‘ of redemption don’t do much for me

*****

Grau ist es heute da draußen. Bleigrau. Und kalt. Eiskalt.
Aber es kommen auch wieder hellere und wärmere Tage.
Tage, an denen man wieder ein feelin‘ of redemption wird spüren können.

Schon der Hammer.

Um 9:35 Uhr kurvt die erste Polizei-Patrouille durch die menschenleere Allee vor der Haustür. Mit Durchsage, versteht sich. Megalaut. Wacht mit Sicherheit auch die letzte Schnarchnase davon auf.
Bitte nicht noch früher!, denkt man da kurz, denn wenn man schon nicht hinausdarf ohne triftigen Grund, dann möchte man wenigstens auch ohne triftigen Krach da draußen sein Frühstücksei löffeln und die Zeitung lesen können.
Meine diesbezügliche Empfehlung heute: der Artikel „Die gehorsame Gesellschaft“ aus der Freitagsausgabe der Süddeutschen Zeitung. Am besten noch nicht vor dem Erstkaffee und auch erst, wenn die schlafverklebten Augen schon etwas klarer in den Tag blinzeln, da sonst womgölich intellektuell noch zu herausfordernd, zumindest ging es mir so.

Beim Morgengassi entdecke ich, dass jemand auf jede vierte Windschutzscheibe in der Reihe der parkenden Autos „Wir lieben Demokratie“ geschrieben hat. Nein, nein, nicht etwa mit einer Spraydose! Sondern einfach mit dem Finger in den Schnee gekratzt. Über Nacht hat es nämlich wieder geschneit. Vorgestern noch mit hochgekrempelten Ärmeln und Hosen (und sogar barfuß) auf einer Bank gesessen, heute wieder Mütze und Handschuhe, aber allmählich wundert man sich ja über gar nichts mehr.

Der Schwimmbadentzug macht sich langsam bemerkbar, und das offenbar nicht nur bei mir.
Der Gatte, der ja neben seinem Zweitjob als häuslicher Serienbeauftragter (ein nicht zu unterschätzendes Amt in Corona-Zeiten) ja noch einen Drittjob als Pressespiegelbeauftragter hat (damit ich nicht ständig mit dem großformatigen Papier hantieren muss), legt mir kichernd eine Zeitungsmeldung neben mein Quittengeleebrot.

Da es in meinem Ganzjahresfreibad keine Scheiben gibt, die man einschlagen könnte, behelfe ich mir erstmal anderweitig, schnüre nun wieder meine Asics und sprinte springsteenbeschallt und selbstverständlich schön sozialdistanziert ein paar Runden durch den nahegelegenen Park.
Fürs Immunsystem, fürs Abschalten, fürs Frischlufttanken. Und mittlerweile scheint sogar die Sonne.
Das sollten genug der triftigen Gründe sein.

Ihnen allen einen schönen Sonntag!

PS: Weiß zufällig jemand, wieso der angeratene Abstand zum Mitmenschen hier in Deutschland mindestens 1,5 Meter betragen soll, man in Österreich aber nur 1 Meter empfiehlt? Husten unsere Nachbarn etwa anders, haben sie eine geringere Tröpfchendichte im Ausgehusteten oder fliegen die Aerosole dort einfach langsamer durch die Luft, quasi eine österreichische Variante des Virus, die sich dem nationalen, so angenehm unhektischen Tempo dort angepasst hat?

Song des Tages (48).

This is International Women’s Day 2020 in Bavaria.

This is one of the three hiking girls.

 

And this is Patti.

Thanks to all the wonderful women in my life and in the mountains!

Alpine Abend-Meditation in Weiß.

Für die Puristen unter Ihnen ein paar Impressionen:

Für die Cineasten unter Ihnen ein Vierteiler:

1. Hinauf

2. Hinein

3. Hin & weg

4. Hinab

ad 1.) Hinweis für besorgte Tier- und Naturfreunde: Was Sie dort hören ist weder ein asthmatischer Schneekauz noch der raue Bergwind in den sturmgebeutelten Fichten, sondern bloß das Geräusch eines dem Hund hinterhechelnden Menschen.

ad 3.) Hinweis für besorgte Pädagogen: Ja genau, wenigstens Sie hören richtig! 8 Jahre Erziehungsarbeit – und der Köter macht immer noch oft genug, was er will, wo er will und so lange er will.

Für diejenigen von Ihnen, denen das Wort lieber ist als das Bild:

Vier Stunden tolle Winter-Bergtour (auf teils selbstgespurten Pfaden), kaum was los wegen des Mistwetters (Dauerschneefall im Tegernseer Tal), das Dackelfräulein so ausgelassen und flott voraus wie lang nicht mehr (und anderthalb teckeltief im Pulverschnee versunken), die Hütte offen und ein kuschlig warmer Platz am Ofen (und halbe Portionen machen sie einem dort auch), äußerst nette Gesellschaft (aus der Steiermark) und sehr viel Ruhe (und die G. weit weg, drunten im Tal).

Kann man jetzt nicht meckern. Endlich mal wieder ein wirklich guter Tag.
Und wer hätte das gedacht, dass der Winter zum Abschied nochmal so gekonnt salutiert!

Mit besonders herzlichen Grüßen an D., die mir heut in München die Baustellen-Kontrolle und das Blumengießen abgenommen und mir die Fahrt erspart hat sowie an B., für die ich heut extra viele Fliegende-Öhrchen-Filme gedreht habe 😉 & Ihnen allen ein erfreuliches restliches Wochenende!

Fräulein Pippas Gespür für Gemütlichkeit.

Frau Kraulquappes seltsamer Durst & Flaschenwärmer.

Himmel der Bayern (73): Der Blick aus dem Fenster und das Wort zum Samstag.

Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist (was ja für vieles gilt, und eben auch für den Winter):

Der Wallberg versteckt sich heute hinter einem dichten Schneevorhang, der Star sucht im Garten verzweifelt nach Frühstück…

… und das Wort zum Samstag schickt Ihnen heute das Dackelfräulein, das sich eh viel besser kurz fassen kann als ich und den Sachverhalt trotzdem manchmal sogar besser auf den Punkt bringt:

Was vom Winter übrig blieb.

Der Winter 2020 braucht kein Faschingsgetöse mehr, um vertrieben zu werden, nur noch ein paar Sonnentage und dann war’s das mit ihm.

Die Grödeln hätte man getrost daheim lassen können, von den Würstln für die beiden Hundedamen hingegen hätten’s ruhig ein paar mehr sein dürfen. Nicht mal ansatzweise Futterneid, Popo an Popo liegend auf der Hütte die Eckbank geteilt, bei der Heimfahrt um ein Haar noch gemeinsam in einem (!) Körbchen geschlafen – ja, dass wir DAS noch erleben dürfen, solch eine Harmonie und Gelassenheit…
Nun gut, die Chef-Frage war von der ersten Begegnung an eindeutig geklärt und dann funktioniert das halt auch. Hunde kommunzieren untereinander in einer Klarheit, von der sich mancher Mensch eine Scheibe abschneiden könnte.

Eine neue Hundefreundschaft beginnen zu sehen und parallel dazu den Anfang einer neuen Menschenfreundschaft zu (emp)finden – welch Geschenk!
Danke an den großen M. & die kleine Shiva für den gemeinsamen Ausflug in die Tegernseer Berge.

Himmel der Bayern (72): Ein Goldstreif am Horizont.

Während die Corroventen so vor sich hinwüten, Tag für Tag und Nacht für Nacht, rödle und grüble ich so vor mich hin, ebenfalls Tag für Tag und Nacht für Nacht.

Wir befinden uns nun in Woche 2 nach dem großen Wasserschaden und die Aussichten sind in etwa so:

Ein erster Goldstreif am Horizont zeichnet sich ab…

…teils auch in Form von Goldregen, mit und ohne Rouge.

Als Lolek zu Besuch kommt – vom Anlass seines Besuchs wird gleich noch die Rede sein -, sagt er „Oijoijoij“, was Polnisch ist und so viel heißt wie „Wenn Sie drauf warten, bis das von einem deutschen Handwerker gemacht wird, sehen Ihre Wände mindestens noch bis Pfingsten so aus!“.

Überhaupt fasst der Pole sich gern kurz, er ist weder mündlich noch schriftlich ein Mann großer Worte und langer Texte, dafür ist er ein Mann großer Taten und langer Arbeitstage.

Am Wochenende bespreche ich die aktuelle Lage mehrfach mit dem Gatten. Wenn die Trocknung in 3-4 Wochen über die Bühne sein sollte, kann mit der eigentlichen Wasserschadensanierung trotzdem erst nach der Badrenovierung begonnen werden, da es ja keinen Sinn ergibt, Flur/Bad/Kammer/Toilette zu streichen, bevor Lolek und seine Truppe Ende April für zwölf Tage hier einfallen und das ganze Bad in Schutt und Asche legen und ein neues einbauen. Das aber wiederum würde bedeuten, dass wir die fleckigen Wände und Decken erst nach erfolgreichem Badumbau streichen lassen könnten. Bis das geschehen ist, wäre es Mitte Mai.
Drei Monate mit all diesem Verhau – im Flur stapelt sich der Kammer-Inhalt, in der Diele die Bretter der Kammer-Einbauten und auch aus anderen Räumen ist vieles ausgelagert, verräumt oder verstellt irgendwo anders Platz – zu leben, ist keine gute Perspektive.
Die einzig mögliche Verkürzung dieses Zeitraums bestünde darin, Lolek zu fragen, ob er den Badumbau vorverlegen und direkt nach der Trocknung des Wasserschadens hier loslegen könnte… Bei Loleks proppenvollem Terminkalender nicht gerade aussichtsreich, aber ich schreibe ihm trotzdem eine fünfsätzige, freundliche Whatsapp und frage nach, ob das eventuell ginge und nenne vorsichtig einen Wunschtermin.

Am späten Sonntagabend antwortet er in typisch lolekischer Kürze: „Ich mache moglich beginne Umbau an 2. März“. Ich springe juchzend vom Sofa auf und hole mir sofort ein Zweitbier aus dem Kühlschrank – das muss gefeiert werden! Denn diese Whatsapp von Lolek verkürzt unsere Leidenszeit um so viele Wochen, mit etwas Glück sind wir schon Ende März wieder in der Lage, uns hier parkourfrei durch die Wohnung zu bewegen und den Blick nicht mehr ständig gen Boden zu senken, damit man all die Flecken möglichst wenig sieht.

Noch beim Genuss des zweiten Fläschchens wird mir bewusst: das bedeutet aber nun auch, ganz fix alles zu planen und in die Wege zu leiten. Den Vermieter informieren, ein Ausweichquartier für die zwei Baustellenwochen organisieren, die Gegenstände fürs neue Bad bestellen, die wir – so war’s mit dem Vermieter schon im Dezember ausgehandelt – zum neuen Bad beisteuern werden. Bedenkt man, dass mancher Kram Lieferzeiten haben wird, so ist keine Zeit zu verlieren.

Schon am Sonntag lege ich los mit den Recherchen, manche davon treiben einen fast in den Wahnsinn, ich erspare Ihnen die Details. Jedenfalls bin ich jetzt Experte für Duschfaltwände, auch Badewannenaufsatz genannt (kenne den Unterschied zwischen Pendel- und Schwingtüren und allen Arten von Scharnieren und Dichtungen), ebenso für Duschhalterungen, Wannenarmaturen, Duscheckkörbchen und anderes Zubehör.
Der Zollstock ist mir bereits an der Gesäßtasche festgewachsen, die 16-stellige Kreditkartennummer kann ich nun auswendig.

Nebenher befasse ich mich mit der Reaktion des Vermieters auf unseren Wunsch nach einer angemessenen Mietminderung, eines der Gebiete im Mietrecht, in denen ich noch nicht fit war, mich nun aber dank einiger Unterstützung und nächtelanger Lektüre soweit wasserschadentauglich in die Materie reingefieselt habe, dass ich den Vorschlag des Vermieters mit einem Gegenvorschlag parieren konnte und dabei sogar ein bisschen gepokert habe. Ob das auch erfolgreich sein wird, muss sich erst noch herausstellen.

Zwischendurch jammere ich bei einem Wochenendspaziergang B. die Ohren voll, hole mir auch von ihm noch ein paar Tipps in der ganzen Schadensangelegenheit, eigentlich sprechen wir fast ausschließlich über Handwerksarbeiten, auch die neue Hüfte, die er in wenigen Tagen bekommt, passt da gut ins Themenfeld, während wir uns mit Seeblick Tee und Kuchen servieren lassen, bei 6 Grad auf der Außenterrasse.

Am Montagabend kommt Lolek zu Besuch und misst unser Bad nochmal gründlich aus. Wir sprechen über Neigungsgrade von Badewannen, Abflusspositionen, Leitungsverlegungen, Absperrventile und Waschtischplatten aus Corian und mineralischen Werkstoffen.
Und wir gehen die Zeitplanung nochmal durch. Lolek wird nach dem Badeinbau noch die Kammer sanieren und – so ihn der Vermieter auch damit beauftragt – im Anschluss daran die Wasserschadensanierung übernehmen und die halbe Wohnung neu streichen. In 12-14 Arbeitstagen will er das alles schaffen („arbeite auch samstags und wenn darf auch sonntags“ – ja Himmel!).

Reschpekt! Unterstützt wird er dabei von seinem Bruder Bolek und – je nach benötigtem Gewerk – anderen Familienmitgliedern. Sie werden hier täglich um 7 Uhr loslegen und erst um 18 Uhr die Fliesenkellen fallenlassen. Als ich das höre, weiß ich: Wir werden uns die gesamte Zeit über nicht hier aufhalten – und das nicht nur, weil wir kein funktionierendes Badezimmer haben und lediglich einen durch Folien abgetrennten Durchschlupf zu einem der Wohnräume, weil der Rest luftdicht versiegelt sein wird.

Ich rufe sofort nach Loleks Besuch den Papa an und bespreche unsere Einquartierung: erst das komplette Rudel, dann nur noch das Fräulein und ich, der Gatte wird zwischendrin für neun Tage an seinen Dienstort reisen, um dort in Ruhe arbeiten zu können.
Für den Schluss der Bauarbeitsphase ist ein Hotelschnäppchen hier ums Eck gebucht, damit ich vor Ort bin für letzte Fragen und die finale Bauabnahme. Das war Lolek wichtig: dass dann jemand greifbar ist, genau wie zu Baubeginn.
Da bräuchte ich übrigens auch noch ein Quartier – wenn also jemand vom 2. auf den 3. März noch einen ruhigen, katzenfreien Schlafplatz und eine warme Dusche anzubieten hätte, immer her damit!

Und sonst?
Die Nachbarschaft rückt in Zeiten der Wasserschadensnöte noch enger zusammen. J. aus dem ersten OG bietet sein Bad zur Nutzung an, gerne auch jetzt schon, M. von nebenan offeriert Hundesitting, weil er vor allem Pippa so mag, die Familie unter uns ihr Speicherabteil, falls wir noch Sachen auslagern müssen.
Das Dackelfräulein ist genervt von all der Unruhe mitten in ihrer Scheinmutterschaft, in der sie es schlecht gebrauchen kann, dass täglich Handwerker durch die Wohnung latschen oder die dröhnenden Corroventen ihrer zarten Kinderschar Angst einjagen. Ich lasse sie derzeit ungern länger allein zuhause.
Fürs Spätabendschwimmen übernimmt D. die gebeutelte Hundedame und wenn ich sie abholen will, möchte sie gar nicht so recht mit mir mitkommen, weil es ja auch bei D. unter der Bettdecke sehr gemütlich, ruhig und warm ist. Hunde sind manchmal schon Opportunisten, zumindest, wenn sie die Chance dazu haben.
Die beiden Kleinspitze, die uns heute Mittag im Dreimühlenviertel begegnen, haben solche Chancen nicht, sondern ganz andere Sorgen. Ihr Frauchen hält beide mit einer Hand an einer kurzen Doppelleine und presst mit der anderen Hand ihr swarovskiglitzerndes Smartphone ans Ohr. Die hellbeigen Plüschtierchen bellen wie wild als wir an ihnen vorbeigehen, die (aus Hundesicht gut nachvollziehbare) Leinenaggression stört nicht nur Frauchen beim Telefonieren, sondern auch Frauchens Macker beim Qualmen und Dumpfvorsichhingucken, also verpasst er beiden einen Fußtritt als Quittung für ihr Gebell, und als ich mich umdrehe und den Proleten entsetzt ansehe, trifft mich ein so finsterer Blick, dass ich lieber beide Beine unter den Arm nehme und das Weite suche, das eigene Nervenkostüm ist gerade zu dünn fürs Vorgehen gegen solche Grausamkeiten und um die Körperkraft war es auch schon mal besser bestellt als momentan.
Gottseidank habe ich ein Fluchtziel, das ich nach nur zweiminütigem Sprint erreiche: den neuen Friseur, bei dem ich heute einen 7-Minuten-Termin habe – als Bauleitung ist für mehr Haarkram einfach keine Zeit. Nein, Scherz beiseite, er säbelt halt die Konturen nach. Schnippeldischnipp, fertig, Mütze drauf und wieder raus in die Kälte.
Dort peitschen einem Schneegraupel und die eisigen letzten Atemzüge von Sabine entgegen, es ist beinahe so ekelhaft wie gestern. Trotzdem eine Stunde an der Isar entlangspaziert, Bällchen geschossen, Suchspiel geübt und auch Mitte-rechts-links.
Man ist unter sich bei so einer Witterung – außer Hundemenschen niemand unterwegs. Heldenhaft, schicksalsverbunden und wissend nickt man einander zu, sofern die tief in die Gesichter gezogenen Kapuzen noch ein paar Augenpartien freigeben, so dass gequälte Blicke einander überhaupt begegnen können.
Die Sonne begegnet mir seit Wochenbeginn ausschließlich in Form von Überschriften auf Papierstapeln und morgen setze ich wohl meinen Servus unter einen von ihnen.
Am gestrigen Dienstag mehr als drei Stunden im Autohaus verbracht, ein ähnlich angenehmes Gesamterlebnis wie der Streifzug durch Keramundo eine Woche zuvor (mal sehen, wohin es mich nächsten Dienstag verschlägt, zur Seelenstabilisierung und aus den nun hinreichend bekannten Fluchtgründen).
Im Schneesturm drei Probefahrten absolviert, den Verkäufer so lange gelöchert, bis alle Fragen meiner drei Notizzettel abgearbeitet und beantwortet waren, derweil drei Heißgetränke konsumiert und der Azubi bringt dem Fräulein im halbstündigen Takt ein Leckerli. So lässt es sich durch den Nachmittag kommen!
Ein Vollprofi, der Herr F., das dachten wir schon damals vor zehn Jahren, als wir das erste Fahrzeug bei ihm erstanden haben. Menschlich nicht ganz so sehr mein Fall wie Lolek, aber gut erträglich im Umgang und vor allem absolut kompetent (und kein Schwätzer und außerdem in der Lage, meinen Nachnamen auf Anhieb richtig zu schreiben). Letztlich lande ich aus Vernunftgründen bei keinem der probegefahrenen Vehikel, sondern bei einem stark rabattierten Sondermodell namens Soleil. Das ist ausnahmsweise mal nicht Polnisch, sondern Französisch, was aber auch wurscht ist, denn auf den Inhalt kommt’s ja an.
Der Soleil strahlt mich ausgesprochen CO2-freundlich und spritsparend an, und als ich dann noch erfahre, dass diese Sonderaktion zeitlich limitiert ist und ausgerechnet am 13. endet, erscheint mir das geradezu wie ein Wink des Schicksals. Also morgen nochmal hingehen, die Dreizehn hat mir immer Glück gebracht, so möchte ich es mir wenigstens einbilden.

Le soleil, le soleil, summe ich so vor mich hin als ich den Autosalon wieder verlasse, es gab da mal ein Lied in den Achtzigerjahren, das so ähnlich ging, bestimmt dreißig Jahre hab ich an den Schlager nicht mehr gedacht (kennt den zufällig wer? wie hieß der nur? war das überhaupt ein französischer Song oder täusch‘ ich mich im Text? welche Schnulzencombo war das?).

Jetzt muss ich leider aufhören.
Lolek klingelt um 21 Uhr und kommt mit Franek, seinem Cousin, vorbei. Waschtischplattenmuster angucken und vermessen. Franek fährt morgen wieder nach Polen und kommt Anfang März mit der passend zugeschnittenen Platte zurück. Ist sowas wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll? Nun gut, der Vermieter will es so.

Selten in zehn Tagen so viele Entscheidungen getroffen.
Nachts, wenn ich ausnahmsweise mal schlafen kann, träume ich von Türrahmen, die herausbrechen, Decken, von denen der Putz herunterbröselt oder undichten Armaturen – oder, wenn es Morpheus mal gut mit mir meint, von unbefleckt-weißen Wänden und schimmelfreien Epoxidfugen.

Was so ein Wasserschaden nicht alles nach sich zieht!
Möge in sechs Wochen wieder ein anderer Alltag Einzug halten, Święty Madonna, proszę, bądź miłościw mnie!

Ich gelobe, Ihnen bis dahin auch regelmäßig Anderes zu liefern als diese stinklangweiligen, ermüdenden, intellektuell wenig anspruchsvollen und teilweise arg humorlosen Beiträge zu Wasserschäden, Mieterelend und Handwerkern (wie wär’s zum Beispiel mal wieder mit der Mutter?, da ist ja noch was offen!, und mit dieser biografischen Kompostierarbeit wollte ich ja eigentlich bis zum Frühjahr durch sein…).

Einstweilen wünsche ich Ihnen angenehmen Abend!

 

My Osprey & me oder: Zum Alpenkränzchen hinaufgeturnt.

Während der PC ein Systemabbild der Festplatte erstellt, das sich im Schneckentempo auf einem externen Speichermedium verewigt, lasse ich die letzten Stückchen der feinen Sansibar-Schokolade von P. (mit einem Hauch Karamell drin, was ungewohnt ist, aber köstlich schmeckt) auf meiner Zunge zergehen, höre die eigens für Einsteiger wie mich zusammengestellte CD vom Ostbahn Kurti (die ein Freund letzte Woche geschickt hat, weil er den akuten Notstand an dieser Stelle zur Kenntnis nahm und stets darum bemüht ist, solche Notstände alsbald zu beseitigen) und habe Zeit für ein paar Notizen hier im Blog.

Die Nächte momentan voller Träume. Von Höhenflügen absurdester Art (z.B. noble Preisverleihung im Kreise journalistischer Prominenz, ich in einem olivgrünen Kleid und auf einem Podium im Scheinwerferlicht stehend, mit fester Stimme einen Text vortragend, womöglich meinen eigenen) bis hin zu spontanen Muttermorden (mal kurz „Mir reicht’s jetzt mit deinen Drangsalierungen!“ gesagt und – zack! – einen am Straßenrand liegenden Ziegelstein ergriffen und…) ist alles dabei.
Und sogar alles neu, kein einziger Aufguss von bereits Geträumtem, keine einzige bekannte Szenerie. Lassen wir das einfach mal so stehen und interpretieren es am besten gar nicht (oder erzählen es irgendwann mal dem Arzt des Vertrauens, falls es in Erinnerung bliebe oder einem irgendwie länger oder ungut nachginge).

Die Tage momentan voller Gespräche, Begegnungen und Bewegung, wenn man Alltags- & Arbeitsdinge mal aus der Betrachtung ausklammert.
Mit D. ihr Geburtstagskuchenessen nachgeholt, das Kennen und die Vertrautheit von zwanzig Jahren so spürbar und schön, das Dackelfräulein friedlich zwischen uns liegend, das Köpfchen rührend in den Schoß der Freundin gebettet, die sie von klein auf kennt, Anblicke, die sich einbrennen und einen an kälteren Tagen wärmen werden.
Mit dem Papa ein paar Stunden zu zweit gehabt, fast ein bisschen wie früher, zusammen gekocht und gegessen und abgewaschen, nach dem Söllner-Konzert einen Absacker getrunken und in aller Ruhe über dies und das geredet.
Mit dem hübsch Bewimperten, neulich auf einer Feier vom Nachbarn kennengelernt, ein erstes Date zu zweit (bzw. zu viert, denn die beiden Hundedamen waren natürlich mit von der Partie), ebenso wohltuend wie die Erstbegegnung, Erzählen und Nachfragen in wunderbarer Balance und überhaupt keinerlei Hakligkeiten oder Fremdheiten (schon lang nicht mehr erlebt: so schnell eine solche Nähe und Verbindung, und beide sind wir ganz beglückt darüber).
Am Tag drauf abends Besuch vom Physiker, monatelang nicht gesehen, auch deshalb lieber daheim verabredet als in einer Kneipe (zu laut/voll/teuer), für zwei zu kochen fällt mir eh leichter als tagelang nur für mich alleine was zu brutzeln, Pippa freut sich über jeden, dem sie nacheinander ihre vier Spielsachen vor die Füße schleudern kann und der immer brav auf alles eingeht, und bevor er nachts aufbricht, heilt er noch die neueste Macke des Canon-Druckers, die ich ihm entnervt vorführe, durch völlig physiker-untypisches Handauflegen.
Freitags noch mit T., die sich den Tag ab Mittag freischaufelt, eine sonnige Hunderunde am Starnberger See gedreht, offene Jacke + Sonnenbrille = Frühling?, Kaffee und Kuchen, Seeblick aus der Gaststube und ein zufriedener Hund unterm Tisch, ein Nachmittag wie aus dem Bilderbuch, wenn nicht gar aus dem Klischeelexikon (dort zu finden unter „Münchnerin, die“).

Der Gatte erschöpft von zwei Wochen Frankfurter Uni-Alltag (und Sondersperenzchen wie Blockseminar und Vortragsreise in die Hauptstadt) heimgekehrt, schnauft samstags mal kurz durch, sinkt zumindest für ein paar Stunden mit seinen beiden Damen auf die Couch, arbeitet schon sonntags wieder weiter, das aber glücklicherweise nur, um sich den gestrigen Montag freizunehmen, denn irgendwelche Vorteile und Freiheiten muss dieser strapaziöse, zeitfressende Job ja auch mal mit sich bringen: schon seit Jahren fahren wir bei gutem Wetter am Wochenende möglichst nirgendwo mehr hin, weil halb München die Autobahnen oder Züge gen Süden verstopft und am Zielort nur Horrorwandern in Horden droht.

Von den zwei Ausflugszielen wählt er beherzt das deutlich ambitioniertere, während ich von den zwei Rucksäcken den deutlich faderen wähle, aber so ein Rucksack ist ja auch eine Entscheidung für die nächsten zehn Bergjahre, das muss nach den Geboten der Vernunft entschieden werden und nicht nach Stimmung oder strahlender Optik oder weil ein violettes „for women“-Schildchen dran baumelt. Trage ich halt das Männermodell, fühle mich ja sonst hinreichend „for women“ seit die Hormonlage einen noch mehr beutelt als sie’s die letzten dreißig Jahre schon tat.

Gestern also gemütlich, staufrei und ohne Parkplatznöte an den Spitzingsee, die Grödeln aufgezogen, die Rucksäcke geschultert und los geht’s – hinauf zur Rotwand!
Die Sonne scheint, der Schnee glitzert, das Dackelfräulein friert diesmal nicht und flitzt munter voraus, ich marschiere mittelmunter in der Mitte unserer kleinen Kompanie (wg. Muskelkater von den neuen Flossen), der Gatte zieht den Aufstieg mit Zähigkeit durch und frohlockt erst oberhalb der Baumgrenze, wo die Aussicht ein Traum und die Hütte in Sichtweite ist.

Oben angekommen Spaß und Spiel im Schnee, Gipfelraten und Großglocknergucken, und schließlich tolle Spinatknödel und noch tollerer Schokokuchen im Rotwandhaus, erbaut vor 114 Jahren von der Münchner Sektion „Turner-Alpen-Kränzchen“ – ein Sektionsname, der mir absolut unmittelbar gute Laune machen würde, wenn ich die nicht bereits gehabt hätte.

(Zum Vergrößern der Bilder & zum Lesen der Bildunterschriften einfach draufklicken!)