So that was Christmas (II).

Am Morgen nach dem Fest.
White Christmas in the Valley of Kreuth (near Sevenhuts).
Man beachte den dezenten Partnerlook.
Wildbad Kreuth: Jahrzehntelang die Tagungsklause der CSU, demnächst ein „Mental Retreat“.
(Merke: Willst Du über 200€ fürs Zimmer verlangen, muss Dein Hotel einen englischen Namen bekommen
oder einen Artikel davor oder einen Punkt dahinter.)

Nach dem Winterspaziergang geht’s zurück in die Stadt.
Auto ausladen, alles in Nullkommanix aufräumen. Feldsalat waschen. Erwähnte ich hier, glaube ich, noch gar nicht, dass ich seit Wochen süchtig bin nach Feldsalat. 3x die Woche eine Riesenportion davon, mindestens! Ich begrüße und bestaune diesen Trend, denn Zeit meines Lebens war ich ausschließlich süchtig nach Nahrungsmitteln, die zu fettig, zu salzig, zu süß oder aus anderen Gründen ungesund sind.
Wahrscheinlich bin ich jetzt erwachsen oder vernünftig oder sonstwie auf dem absteigenden Ast.
Der Gatte macht lecker Nudeln dazu und hat endlich mal Urlaub.

Nach dem Essen beginnt unser persönliches Weihnachtsfest.
Wir sinken zum Serienmarathon tief in die Couch, und ich freue mich, dass ich den neuen Smart-TV tatsächlich zum Laufen gebracht habe (der alte Fernseher gab doch glatt vier Tage vor Weihnachten den Geist auf, einen dämlicheren Zeitpunkt hätte er sich wirklich nicht aussuchen können, was sich der DHL-Bote auch gedacht haben wird, als er das neue Monster bis zu unserer Tür schleppte).

Wo der Lindwurm tobt.

Sofern Sie zu den Vernünftigen gehören, die sich gerade nicht an den letzten Ladenöffnungsminuten laben, haben Sie ja vielleicht ein wenig Zeit und Muße für ein kleines Filmchen, das Ihnen anschaulicher als jedes Gerede oder Geschreibe meinen Gemütszustand nahebringen wird (bitte drehen Sie für einen möglichst authentischen Eindruck zuvor die Lautstärke an Ihrem PC/Laptop/mobilen Endgerät voll auf):

Nun soll dieser Helikopter-Höllenkrach aber nicht nur eine schnöde Metapher für mein etwas aus den Fugen geratenes inneres Gleichgewicht sein, nein, nein! Sondern aktuell vermag auch nichts unsere häusliche Situation in dieser ohnehin schon an Besinnlichkeit kaum zu überbietenden Vorweihnachtswoche trefflicher zu beschreiben als so eine Bell UH-1 während der Startphase.

Gestern Morgen, ich war noch im Nachtgewand, läutet Lolek bei uns. Vertraut wie wir ja nach diesem intensiven gemeinsamen Jahr längst miteinander sind, öffne ich ihm selbstverständlich trotz dieses Outfits die Tür.
Heute werden ganze Tag sehr laut“ , krächzt er nach einem schnellen Morgensalut (= riesiger Werkzeugkoffer knallt auf Treppenhaussteinboden) unter seinem Schirmmützchen hervor. Ich lächle müde und entgegne ihm mild: „Aber Lolek – es war doch schon die letzten beiden Wochen fast jeden Tag sehr laut!„. Mein Lieblings-Pole senkt den Blick und meint: „Aber heute sehr, sehr laut – mussen fräsen Estrich. Hoffen, fertig in drei Tage.
Ich nicke, weil mir keine andere Reaktion einfällt, wir wünschen uns jeweils einen guten Start in die Woche, ich schließe die Tür und schlurfe in die Küche zurück. Mein Morgenhorizont reicht gerade mal bis zum Toaster und unter „Estrich fräsen“ kann ich mir spontan und um diese Tageszeit noch nichts Konkretes vorstellen.

Keine fünf Minuten später ändert sich das schlagartig. Lolek und Bolek werfen die Höllenmaschinen in der Wohnung über uns an, die Wände unserer Wohnung vibrieren, wir fürchten um die schweren, gerahmten Bilder und plärren uns zu, ob und wie wir das nun ganztags aushalten sollen (geschweige denn bei dem Lärm arbeiten), das Fräulein kreucht verschreckt durch den Flur und guckt uns hilfesuchend an.
Man hätte es ahnen sollen: Spricht der Pole von einem Arbeitstag, ist damit schließlich keine poplige Nine-to-five-Schicht gemeint, sondern ein Einsatz, der sich mühe- und pausenlos von 7 Uhr morgens bis 20 Uhr abends hinziehen kann, wenn zwischendurch nicht die Zementsäcke oder die Sobieskis zur Neige gehen. Analog verhält es sich offenbar mit der Ankündigung, es würde „sehr, sehr laut“ werden.

Dem Gatten, dem an diesem Vormittag noch ein Zoom-Meeting und eine Vorlesung bevorstehen, platzt der Kragen und er ruft umgehend und mitten aus dem Hubschrauberlärm den Vermieter an.
Es ist ja in Zeiten von Homeoffice und Lockdown-light schon ärgerlich genug, dass eine mehrwöchige Renovierung mit keiner Silbe vorher bekanntgegeben wird, aber diese Beschallung schlägt dem Fass nun endgültig den Boden aus und die Aussicht auf mindestens drei solcher Hubschraubertage in Folge bringt den Kreislauf binnen Sekunden vermietertelefonattauglich in Schwung.
Ja, das ist blöd, aber da müssen wir halt jetzt durch“ , lautet die Devise des Hauseigentümers – dabei ist der Punkt doch der, wer von uns ganz praktisch betrachtet eigentlich da durch muss und ob dieses Da-durch-Müssen nicht (s)einen Preis hat und wenn ja, wer den zu bezahlen hat.

Nach einigem Hin und Her und etlichen, in und bei brüllender Lautstärke absolvierten Telefonaten, ziehen wir mit Sack und Pack (Laptops, Netzkabeln & Co., Verpflegung bis zum Abend, Hundekörbchen & dazugehörigem Hund etc.) in ein fußläufig entferntes Hotel, das seine Zimmer tagsüber an heimatlose Homeoffiziere vermietet. 30€ pro Zimmer, 10€ für den Hund, gratis Kaffee, Wasser und WLAN.
Kann man nicht meckern, im Gegenteil: ist durchaus ein toller Tipp für all die, denen zuhause die Decke auf den Kopf fällt, sei es renovierungsbedingt oder weil einem der eigene, energiegeladene Nachwuchs oder die klavierklimpernde, kurzarbeitende Nachbarin auf den Keks geht.

Das Hotel um die Ecke kennen wir schon, da wir hier die letzte Nacht vor dem Ende der großen Wasserschadensanierung zugebracht hatten. Hello again!
Zur Begrüßung gibt’s einen Formularberg (zur Dokumentation, dass sie auch ja nicht zu touristischen Zwecken vermieten), es folgen zwei nebeneinander liegende Zimmer (damit es sich auch ja anfühlt wie zuhause und man den Partner z.B. bei technischen Problemen wie gewohnt fluchen hören kann), zwei nicht auf Anhieb funktionierende Türkärtchen und zwei aus der guten Togobohne frisch aufgebrühte Heißgetränke – und schon geht’s auf in den Tag!

Geschmeidiger könnte eine neue Woche kaum starten!, denke ich ganz kurz bei Betreten meines in erheiterndem Dunkelgrau gestrichenen Zimmers, aber es bleibt gottseidank keine Zeit für weiteres verdrießliches Vertiefen in dieses Zwischenfazit, weil ich schon wieder meinen Rucksack umpacken und mich auf den Weg machen muss. Zum Tierarzt.
Ein Termin, den ich ursprünglich deshalb vereinbart hatte, um mir zu der beim Dackelfräulein diagnostizierten Umfangsvermehrung eine Zweitmeinung einzuholen. Dann aber bekam der Termin am dritten Advenstssonntag eine neue Dimension, als wir feststellten, dass der Umfang der Umfangsvermehrung sich binnen einer Woche spürbar vermehrt hatte – und, was uns einen noch viel größeren Schreck einjagte, auch noch Gesellschaft bekommen hatte von einer zweiten, zwar kleinen, aber ebenfalls merklichen Umfangsvermehrung in der Nähe der ersten (Advent kommt ja bekanntlich von advenire).

Quer durch die Stadt also zu der Praxis, das Fräulein gar nicht begeistert, als es kapiert, wohin die Reise geht und meine Wenigkeit (ein Begriff, den ich selten als passender empfand, u.a. aufgrund der Entdeckung, dass trotz enger geschnalltem Gürtel die Jeans wirklich arg locker sitzt) ebenfalls gar nicht begeistert, als ich kapiere, dass meine Einschätzung erneut korrekt war.
Mit zwei kleinen Tumoren und einer großen Beratung verlassen wir beide reichlich bedrückt die Tierärztin, draußen im Park drückt es die restlichen Tränen, die ich mir im Behandlungszimmer verkniffen hatte, auch noch hinaus und die Stimmung sinkt trotz ein paar erster wärmender Sonnenstrahlen seit Tagen unter den Gefrierpunkt.
Auf dem Nachhauseweg, der nun nicht mehr nachhause, sondern zum Hotel führt, schicke ich dem Gatten eine Nachricht, dass ich vor Hunger sterbe, was den ersten guten Moment dieses Tages zur Folge hat – bei Ankunft im Hotel erwartet mich eine köstliche Pizza, die genau so ist, wie ich Pizza liebe: dicker, krosser, mit ein paar leicht angekokelten und aufgeplatzten Blasen versehener Rand, wenig Belag, schön warm und in verzehrfreundliche, ordentliche Achtel vorgeschnitten.

Nach dem gemeinsamen Mittagsmahl im neuen Homeoffice des Gatten ziehe ich nach nebenan um, telefoniere in Sachen Mammatumoren mit der Freundin und falle anschließend auf dem Hotelbett in ein Kurzkoma.
Bis Anfang Januar brauche ich Klarheit, wie viel wir da nun operieren lassen werden. Von vier Optionen, die mir die Veterinärin erläutert hat, scheidet für uns lediglich eine ganz klar aus. Das Kopfzerbrechen, das die übrigen drei noch bescheren werden, dürfte die Energie, die noch via Weihnachtsgebäck einverleibt werden wird, deutlich übersteigen.
Ich habe eh noch nie verstanden, wie Menschen in Kummerphasen zunehmen können, mir schnürt es da von jeher den Magen zu.

Was ich auch nicht verstehe und mir seit Monaten immer mal wieder Kopfzerbrechen beschert: Wie kann das eigentlich sein, dass Asien manch einem Deutschen (oder Europäer?) nur dann als Inspirationsquelle taugt, wenn es drum geht, sich ein bisschen Zen-Zauber in den eigenen Garten zu holen, selbstgetuschte Haikus über den Futon zu hängen, Reizdärme in der TCM-Klinik behandeln zu lassen oder daheim auf dem Kapokkissen kauernd das blockierte Wurzelchakra im Dufte der räucherstäbchenbestückten Buddhafiguren wegzuatmen?
Wenn das doch so anregend, beglückend und heilsam ist, wieso dann nicht auch mal nach Asien schauen, wie sie dort mit so einer Pandemie umgehen? Und sich da was abschauen?! Da mault keiner herum, was die Maskentragerei angeht (oder wähnt sich deshalb gar dem Erstickungstode nahe), die sitzen bereits wieder in Großgruppen gemeinsam im Kino und Lokalen (dazu hier ein Lektüre-Tipp).

Und sonst so?
Nicht allzu viel, reicht ja auch so schon.
Der Papa zerbricht sich den Kopf übers Weihnachtsessen und seine Lebensgefährtin weint dem Schäufele nach, das es sonst immer gab, mit uns aber nicht geben wird. Wie früher (fast schon vergessen) ist Weihnachten die Zeit der familiären Kontroversen.
Die Jugendliebe wurde tagelang mit Sauerstoff versorgt, hat das Wiener Spital zwischenzeitlich wieder verlassen, hängt nun daheim in den Seilen und hofft auf baldige Rekonvaleszenz. Mit dem in Aussicht gestellten Erbe wird es also gottseidank nichts.
Der hübsch Bewimperte hat edlen Loden bestellt und möchte unseren Hundedamen was auf den Leib schneidern, im Gegenzug werde ich ihm meinen Fugenhai vorführen, d.h. wir begeben uns wohl an den Feiertagen mal zusammen in Klausur und werkeln ein bisschen.
Der Gatte ist nach nur einem Tag Hotel-Homeoffice aufgrund diverser technischer Imponderabilien, auf die näher einzugehen ich mir und Ihnen erspare, heute Morgen nach Frankfurt gereist, um dort seine letzten Dienstgeschäfte und Vorlesungen für dieses Jahr ohne Störung und in einer mehr oder weniger menschenleeren Universität zu erledigen. Das Bahnticket werden wir, wie alle anderen Sonderausgaben dieser Helikopterwoche, dem Vermieter zur Erstattung weiterreichen.
Vor den beiden Friseurläden in der belebten Lindwurmstraße, in der auch das Homeoffice-Hotel liegt, sind ganztags lange Schlangen zu verzeichnen. Dutzende Männer stehen an, um sich das Haupthaar ein letztes Mal in diesem vertrackten Jahr stutzen zu lassen. Und sie stehen eng beisammen, ratschend und rauchend.

Mein Handy klingelt.
Lolek ruft an und teilt mit, dass für heute Ruhe an der Fräsfront ist und wann morgen Früh der Hubschrauber wieder starten wird.
Das kleine Hündchen und ich spazieren durch die dunkle Lindwurmstraße heimwärts. Von irgendwoher dringt Gehupe und Geschrei in meine Ohren. Als wir uns unserem Wohnhaus nähern, erklärt sich dessen Ursache: Auf der Theresienwiese findet unter Mordsgetöse eine Demo statt.
Es gibt keine Katastrophe, weil es keine Krankheit gibt. Die Krankenhäuser sind genauso belegt wie jeden Herbst und Winter. Wir lassen uns nicht verarschen. Dieser Lockdown ist ein Verbrechen an den Menschen und der Menschheit. Wir lassen uns nicht in Ketten legen.
Ein Großaufgebot der Polizei umkreist das Spektakel und wird die Versammlung in Kürze auflösen, da die meisten ohne Abstand und Maske unterwegs sind.

Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, einen guten Abend und mir, in sofortigen, tiefsten Winterschlaf zu fallen, nichts mehr zu hören und zu sehen, und erst dann wieder aufzuwachen, wenn das Dackelchen tumor- und die Theresienwiese dummheitsfrei ist.

Song des Tages (54).

Eine neue, andere Etappe der Selbstquarantäne hat begonnen.
Neben dem obligatorischen MNS möchte man da draußen nun manchmal auch Ohrstöpsel und ein Klappvisier tragen.

Schon nach einer Woche kann ich das Krakeelen an lauen Abenden hier auf der großen Freifläche vor der Haustür nicht mehr hören: „F*** Corona!“ plärren sie – und dazu ein lautstarkes, scherbenklirrendes Prosit der Ungemütlichkeit, weil man ja leider in Scharen und dicht gedrängt auf den Steintreppen zu Füßen der Bavaria herumlungern und sich dort zulöten muss, weil die F***-Politiker die Kneipen nicht aufsperren wollen.
Ja, manches ist durchaus unlogisch in dem sogenannten Lockerungsfahrplan (die Abfahrtszeiten wirken oft ungünstig und wenig abgestimmt, auch die Gleiswechsel und Umstiege holpern ziemlich), manches auch unsinnig, aber beileibe nicht alles.
Und die Demokratie ist genauso wenig abgeschafft worden wie die Grundrechte und auch Bill Gates befindet sich nicht auf der Zielgeraden, um übermorgen die Weltherrschaft zu übernehmen.

Ich wünschte mir Hygieneregeln für die mediale Überschriftengestaltung, denn wenn ich noch einmal irgendwo lesen muss „War’s das mit dem Sommerurlaub 2020?“ oder „10 Überlebensstrategien zwischen Homeoffice und Homeschooling“ oder „Widerstand ist Pflicht!“, dann… – tja, was dann?
Raus zur Gegen-Demo oder doch besser Flucht nach vorn bzw. nach oben, hinauf auf den Berg, wo das ganze Gebrodel und Geschwurbel zu Tale nicht mehr zu hören und zu sehen ist?

Vermutlich Letzteres, und beim Gehen ein bisschen drüber nachdenken, wie das alles wohl weitergeht und wie man sich besser abschotten könnte, wenn man spätabends Gassi geht, und parallel dazu das arme, der häuslichen „Kriegsgefangenschaft“ für ein paar Stunden entfleuchte Volk wahrnimmt, das voller Wut oder Ignoranz oder zu viel Bier auf der Wiesn abhängt und seinen Widerstandswohlstandspartymüll in die ohnehin schon überfüllten Mülleimer schmeißt (oder gleich daneben, so dass die Krähen die Burger- und Pizzakartons nicht erst mühsam zwischen den Pfandflaschen herauspicken müssen aus den Metallkübeln, sondern gleich bequem in der Wiese sitzend die Verpackungen zerhacken können, damit der Niedriglöhner am Tag drauf noch ein paar Stunden mehr niedergebückt niedriglöhnen kann, bis er alles aufgeklaubt hat aus den nassen, erdigen Grünstreifen).
Besser noch, man denkt beim Gehen gar nicht allzu viel über sowas nach, nicht dass es einen zu sehr beschwert, weshalb ich auch a priori ein Freund des Hinaufgehens bin, und zwar des beschwerlichen, schweißtreibenden Emporsteigens, weil das, wie es so schön heißt, den Kopf frei macht, denn auf manch steilem Pfad lässt man besser den Gedanken fallen als dass man sich selbst zu Fall brächte.

Ich beschränke also weiterhin meinen Ausgang auf das Notwendige, ergänze das gelegentlich um das Wohltuende und halte bei all dem Abstand, völlig freiwillig und ein Stück weit auch als emotionale und mentale Hygienemaßnahme.
Verzicht ist blöd, schon klar, jeder vermisst gerade etwas oder jemanden (ich könnte drei Seiten dazu verfassen, was mir momentan fehlt und „was das mit mir macht“, aber wozu soll das gut sein?) und hat mit Entbehrungen (mehr oder weniger) zu kämpfen, aber ist es wirklich ein Problem, wenn jetzt einmal (!) der Sommer- oder gar der Jahresurlaub ausfällt bzw. im eigenen Land verbracht werden muss (!), zumal wir von zwei Meeren über etliche Heidelandschaften, Seenplatten, Mittelgebirge bis hin zu prächtigen Bergen so ziemlich das ganze Spektrum an landschaftlicher Schönheit zur Verfügung haben?
Vertreibt einem das nur die Instagram-Follower, wenn man bloß lauter öde Fotos mit Untertiteln wie „Sonnenuntergang am Sylvensteinsee“ oder „Picknick am Pilsumer Leuchtturm“ oder „Wastl auf dem Watzmann“ posten kann oder macht das ernsthaft unglücklich?
Könnte man nicht einfach mal die Kirche im Dorf lassen – und sich diese vielleicht sogar einmal genauer ansehen, anstatt immer nur das, was weit weg ist, interessiert betrachten zu wollen?

Der winzige Ort Bichl zum Beispiel, der soll eine sehr sehenswerte kleine Dorfkirche haben, St. Georg heißt sie, wie mir der Papa neulich berichtete, als er seine erste kurze Ausfahrt seit drei Monaten wagte, um eben jenes kunsthistorische Kleinod zu besichtigen.
Leider hab ich’s nicht so mit Kirchen, zumindest nicht übers Architektonische und die Orgelmusik hinaus, er ja eigentlich auch nicht, aber da er nunmal nicht mehr gut zu Fuß ist, weil ihn Mr. Parkinson gnadenlos seiner Bewegungsfreiheit beraubt hat, schaut er halt, was noch geht und wofür er nicht zu viel gehen muss, um noch ein bisschen was von der Welt zu sehen, und richtet sein Interesse, was dem Wortstamme nach auch „dabei sein“ bedeutet, eben auf die Dinge, zu denen er noch gut hingelangt – und das sind ja auch gar nicht so wenige.

*****

Apropos Papa. Ein Besuch am Tegernsee steht nun an, und mir kommt es so vor, als stünde der sogar recht dringend an. Weil am Telefon ging es in letzter Zeit auffallend oft um – wie soll ich’s ausdrücken? – final anmutende Tätigkeiten, mit denen sich der Papa über die Coronawochen hinweg zunehmend zu befassen schien.
Listen hat er sich angelegt, in denen aufgeführt ist, wo er welche Versicherung oder Mitgliedschaft abgeschlossen hat, mit welcher Nummer und wer der Ansprechpartner ist.
Alle seine Ordner hat er ausgemistet und neu beschriftet, „(…) damit du weißt, wo du was findest“.
Aber ich suche doch gar nichts, Papa!
Und da ist sie wieder, seine Formulierung: „Ist ja nur für den Fall der Fälle.“
Auf die Nachfrage hin, von welchem Fall wir denn nun genau reden, meint er schnörkellos: „Ja wenn mich dieses Virus erwischt und vielleicht außer Gefecht setzt oder ganz hinwegrafft, dann hab ich sicher nicht mehr die Zeit, das alles zu ordnen.“ – wo er recht hat, hat er recht, der Herr Vater.

Trotzdem weiß ich nicht, was ich davon halten soll, dass er mir zwei Umzugskartons „mit Sachen“ angekündigt hat, die er ebenfalls aussortiert hat und mir nun gerne zur weiteren Verwendung oder Verräumung übergeben möchte: die Familienfotos, alle Fotos aus seinen 40 Berufsjahren, etliche sogenannte „persönliche Gegenstände“, ein paar Bildbände, Schallplatten und andere Habseligkeiten (was für ein schönes Wort, denke ich gerade, wenn ich das so tippe: Hab_selig_keiten – war der Papa selig, weil er sie hatte?).
„Du musst doch jetzt nicht dein ganzes Leben auflösen wegen eines Konjunktivs bzw. diesem Fall der Fälle“, sage ich zu ihm und weiß schon beim Aussprechen dieser Bemerkung, dass ich darauf keine Antwort erhalten werde, weil… (und diese Antwort, die versage ich mir nun selbst, zumindest heute).

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Ob die Gesellschaft sich nun (noch mehr) spalten wird, und wenn ja, wie und warum und in welche „Lager“, gehört ebenfalls zu den momentan intensiv und kontrovers diskutierten Themen.

Ins Politische möchte ich jetzt nicht abdriften, allein wenn ich die letzten zwei Monate hier in meinem kleinen Orbit so Revue passieren lasse, dann stelle ich fest, dass ich (teils recht erstaunt) feststellen durfte, mit wem ich diese Wochen wirklich geteilt habe und mit wem ich sie nicht teilen konnte oder wollte (oder der/die das mit mir nicht konnte oder wollte).
Zwei Freundschaften, von denen die eine noch im Entstehen und die andere längst schon abgestanden war, fielen Corona zum Opfer. Gar nicht mal so wenig, für nur zwei Monate!
Was natürlich totaler Humbug ist (überall liest man das ja derzeit: was alles „Corona zum Opfer fiel“ und damit sind zumeist nicht die Erkrankten oder Toten gemeint), denn nicht etwa das C-Virus hat diese mitmenschlichen Bande zerfressen, sondern die Infektionen schwelten da jeweils schon länger und sind nun einfach eskaliert-explodiert-erodiert, „dank“ dieses Brennglaseffekts. Eine Verdichtung, ein Aufplatzen von Eiterherden, eine Sezierung, das ist es, was diese C-Krise mit sich bringt.

Es gibt einige Tage, die fühlen sich ein bisschen so an wie sonst die paar Stunden, die ich jährlich am 31.12. mit gewissen „Bilanzen“ und „Überträgen“ zubringe: ich mache eine Bestandsaufnahme dessen, was so war (Berge, Bäder, Begeisterungen, Befreiungen, Begegnungen, Beschlüsse und ihr Scheitern u.v.m.) und ein Fortschreiben dessen, was auch weiterhin sein kann-darf-soll (welche Adressen nehme ich mit ins neue Jahr – und meist steckt ja hinter einer Adresse auch ein Adressat -, welche Vorhaben notiere ich neu oder erneut, was schreibe ich ab, weil es nicht mehr passt oder noch nie gepasst hat…, um nur ein paar Beispiele zu nennen).
Dabei haben wir erst Mitte Mai und normalerweise ist das die Jahreszeit, in der ich mich eher auf meine Wunschliste für den Geburtstag fokussiere, was natürlich arg übertrieben, aber offen gestanden auch nicht völlig untertrieben ist.
Die fällt nun dieses Jahr erstaunlich kurz aus, einzeilig gar, das gab es eigentlich noch nie, aber der Gatte freut sich, weil es die Angelegenheit schließlich sehr vereinfacht und ich sonst ja schon kompliziert genug bin (was jetzt ebenfalls ein klein wenig übertrieben ist).

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Beim Laufen im Park (an dieser Stelle und bei dem Thema muss ich mir mein Gejammere über das nach wie vor geschlossene Schwimmbad übrigens am meisten verkneifen, weil ich es beim Laufen seltsamerweise am meisten spüre, wie sehr mir das Schwimmen fehlt) treffe ich mittlerweile nicht mehr gelegentlich J. (der wird längst wieder durch die Berge laufen, wo uns der Zufall eher nicht regelmäßig zusammenführen wird), dafür jedesmal den alten, einäugigen Hund.

Manchmal sitzt er vor einem Baum und guckt mit mildem Interesse den Eichhörnchen zu. Völlig entspannt ist er dabei, weil er weiß, dass es sich mit der Jagd für ihn erledigt hat und er schon froh sein kann, dass sie ihm nach dem üblen Unfall nur ein Lid zugenäht haben und er deshalb neben seiner guten Nase noch ein winziges Restaugenlicht hat, um sich zu orientieren in seinem kleinen Ausschnitt der Welt, in dem er zuhause ist und wo er gelernt hat, mit dem zufrieden zu sein, was er hat: Seinem Menschen, seinem Auslauf, seiner Wiese und ein paar munter umherflitzenden, unerreichbaren Eichhörnchen hoch droben in den Wipfeln der schönen, grünen Kastanien. Ein Stoiker ist er, und ein Epikureist.

Bewundernswert, wie er das macht.
Und wie er einfach unerschütterlich ist.

*****

Nothing unusual, nothing strange
Close to nothing at all
The same old scenario, the same old rain
And there’s no explosions here

Then something unusual, something strange
Comes from nothing at all
I saw a spaceship fly by your window
Did you see it disappear?

Amie come sit on my wall
And read me the story of O

And tell it like you still believe
That the end of the century
Brings a change for you and me

*****

In vier Schritten zum perfekten „Homeoffice“.

Schritt 1: Suchen Sie sich in Ihrer Wohnung einen angenehm ruhigen und aufgeräumten Ort aus, der sich gut zum Denken und Arbeiten eignet und Ihrer Tätigkeit auch unter ergonomischen Gesichtspunkten dienlich ist.

Schritt 2: Gestalten Sie sich Ihren Arbeitsplatz so, dass Sie es dort bequem haben und bis zur Mittagspause nicht mehr aufstehen müssen können wollen.

Schritt 3: Platzieren Sie nun Ihre Arbeitsutensilien. Seien Sie dabei achtsam und spüren Sie genau hin, ob alles harmoniert und atmosphärisch stimmig ist. Sie sollen sich ja schließlich gern an Ihrem Arbeitsplatz aufhalten.

Schritt 4: Wenn sich für alles die passende Position und Betriebstemperatur gefunden hat, beginnen Sie mit der Arbeit. Lassen Sie sich in Denkpausen nicht von den plötzlich erscheinenden Fotos auf Ihrem Bildschirmschoner ablenken und ignorieren Sie auch die Hüftstarre, die sich nach ungefähr zwei Stunden unweigerlich einstellt. Genießen Sie stattdessen die wohlige Beheizung Ihrer Innenmenisken und Waden sowie das sanfte Beben Ihrer Laptoptastatur, das davon kündet, dass soeben in einem maximal weit von Ihrem Arbeitsplatz entfernten Sektor der Wohnung vom Briefträger ein Bußgeldbescheid und eine Südtirol-Wanderurlaub-Werbung eingeworfen wurden.

Von allerhand Strukturen.

Guten Abend aus der Corroventenhölle und vorweg gleich mal eine kleine, gute Nachricht: Seit heute Morgen um 8:11 Uhr pusten und dröhnen hier nicht mehr vier Trocknungsgeräte, sondern nur noch drei.
Das ist immer noch blöd und belastend genug, aber wir wollen jede – wirklich jede! – Verbesserung sehen und würdigen, uns an jedem Strohhalm hochziehen, den man uns in unser Aquarium steckt!

Der Serienbeauftragte hat dankenswerterweise dafür gesorgt, dass die in der Wohnung zu verbringenden Abende der letzten Tage einfach komplett und ganz wunderbar zugeofczarekt waren („ofczareken“, Verb, ugs.: „sich an Filmen überfressen, in denen Nicholas Ofczarek möglichst in der Hauptrolle zu sehen ist und wenn nicht, zumindest dialektal, akustisch oder wampenmäßig präsent ist, was in jedem Fall besser ist als gar kein Ofczarek“), auch das eine wohltuende Ablenkung von der Baustelle direkt vor unserer Wohnzimmertür.
Immerhin ja noch zwei unversehrte Räume hier herinnen, in denen man die DVD oder die CD so laut stellen kann, dass man das Brummen aus dem Rest der Wohnung nicht hören muss (dennoch langsam eine Tendenz zu Kopfweh und Ohrensausen, wenn man länger als 4 Std hier verweilt, um endlich mal wieder dieses Hasswort zu verwenden).

Ebenfalls wunderbar ist, dass sich jeden zweiten Tag oder Abend ein anderer Freund oder eine andere Freundin erbarmt aufschwingt, mich auszuführen und zum Essen einzuladen (und das Fräulein gleich mit).
Letzten Donnerstag ein köstliches Thai Curry mit B. hier ums Eck, am gestrigen Montag mit dem Physiker auf ein Risotto ins Westend, heute mit D. im ehemaligen Heimatviertel tolle Spinatknödel gefuttert – gute Nahrung hält einen ja innerlich zusammen in solchen Phasen, in denen äußerlich alles irgendwie auseinanderfällt, und überdies ist es ja auch schön, mal wieder ein paar neue Lokalitäten kennenzulernen und viele Stunden mit Menschen zu verbringen, die man gern hat.

Passend dazu purzelt heute noch ein tröstendes und Mut zusprechendes Kärtchen von A. aus dem fernen B. durch den Briefkastenschlitz…

…für das ich hiermit ganz herzlich danke!
Der Spruch auf der Kartenvorderseite hinten ergänzt um die Fußnote, dass damit selbstverständlich auch anderer Kuchen gemeint sei – und Weißbier ebenso).
Sehr gerührt hat mich das, weil ich mich nicht nur verstanden, sondern auch erkannt fühlte, was ja ohnehin eng miteinander verknüpft ist, denn nur was man wirklich erkennt, vermag man auch wirklich zu verstehen.

All das ist mir ein großer Anker in diesen Wochen. Sie müssen nämlich wissen, dass meine innere Strukur eine ist, die von Verhau, Schäden, zu vielen Provisorien und Baustellen im eigenen Zuhause unverhältnismäßig stark erschüttert wird. Andere Menschen sind da viel cooler, rationaler und gelassener, sagen „Mei, sowas passiert halt“ oder „Wird schon wieder“, was ja auch alles stimmt.
Aber für mich ist das nichts Rationales, sondern mir geht’s da brutal ans Eingemachte: schon Umzüge, bei denen ja immer irgendwas schief- oder kaputtgeht, sind ein Alptraum für mich (all das Gewusel, all das Durcheinander), und wenn meine Abstellkammer zusammenbricht, ist das, als hätte mir jemand die Milz rausgerissen, und wenn – wie nun der Fall – die halbe Wohnung von einem Wasserschaden heimgesucht wird, kommt das folglich einem ziemlich umfassenden Ausweiden gleich, und zwar am lebendem Objekt.
Nur ein Brand oder Erdbeben träfe mich noch krasser (oder ein Einbruch mit Totalverwüstung oder eine Sturmflut).

Das kommt – und das ist jetzt keine faule Ausrede! – aus frühester Kindheit und dass ich damals ohne meine Struktur in meinem kleinen Zimmerchen wohl eingegangen wäre. Der kleine Raum war meine Burg, meine Festung, mein Halt, dort spielte ich, dort schrieb ich, dort bastelte und musizierte ich, dort fand ich Ruhe und Muße. Draußen vor der Zimmertür tobte einfach zu oft das Chaos oder der Wahnsinn, ich zog mich also zurück, schloss die Tür und befand mich in meinem kleinen, geschützten Ausschnitt der Welt, in dem ich den Dingen und Ereignissen eine Struktur geben konnte, die mich gleich mit ordnete oder mich zumindest vor dem Auseinanderfallen bewahrte, was freilich nur so lange währte, so lange die Mutter meinen kleinen Ausschnitt der Welt unversehrt ließ, ihn also nicht betrat oder zertrat (vielleicht berichtet ja eine der Matrjoschkas noch von dem Tag, an dem ich es wagte, mich einzusperren oder auch von dem Tag, an dem die Mutter sich einsperrte, ich bin noch unschlüssig, welcher der beiden mitteilbarer wäre).

Dummerweise hat sich dieses Verhaltensmuster im Laufe meines Lebens von einem kleinen Zimmer auf eine ganze Wohnung ausgeweitet und hat selbst vor Ferienwohnungen und Hotelzimmern nicht Halt gemacht: wo auch immer ich mich länger als ein oder zwei Tage aufhalte, muss ich herumräumen, bis sich der Raum nach „Zuhause“ und nach „Struktur“ anfühlt, sonst komm ich dort nicht an oder kann mich dort nicht aufhalten oder muss – wenn es sich gar nicht umstrukturieren lässt oder per se gegen jedes ästhetische Empfinden verstößt – sogar abreisen.
Es hat Jahrzehnte gedauert, bis ich wirklich Freude am (Ver)Reisen empfinden konnte und nicht ständig insgeheim dachte, dass ich mich zuhause ja eigentlich viel wohler fühlen würde als in der relativen Unbehaustheit, in der ich mich nun dort in der Fremde befand.
Aus dem Koffer leben, im Zelt hausen, wochenlange Rucksackreisen oder mit mehr als nur mir in einem Camper unterwegs – undenkbar für mich, bis heute, weil ein einziges gruseliges Baustellengefühl wäre das und ein elendes Dauerprovisorium, dem ich nicht den geringsten Genuss abringen könnte.

Seien Sie aber bitte gänzlich unbesorgt, falls ich mal zu Ihnen zu Besuch käme und über Nacht bliebe: ich bin als Gast äußerst pflegeleicht, schmutze nicht, helfe jederzeit in Ihrem Haushalt mit und benötige nicht mehr als ein Handtuch ohne Weichspülergestank, eine saubere, nicht zu weiche Schlafstatt und neben dieser ein Nachttischlämpchen, das auf halbwegs staubfreiem Untergrund steht und ein Leuchtmittel zwischen 2700 und 3000 Kelvin enthält, meine bescheidenen Frühstückswünsche teile ich gern mit einem Vorlauf von ein paar Tagen mit, damit Ihnen der Einkauf keinerlei Umstände beschert, Sie vor allem nicht zu viel besorgen, wo ich doch nur wenig brauche, und sowieso bliebe ich keinesfalls länger als ein bis drei Nächte.

So. Nun nochmal 9 Tage mit den verbliebenen Corroventen und sofern Atlacoya, die holde Göttin der Trockenheit, uns gnädig gestimmt sein sollte, sind dann alle Wände gelbgrünbraun und durchgetrocknet und harren dem kühlenden Nass der frischen, weißen (und rauchgraublauen) Isolier- und Wandfarbe, die Lolek in absehbarer Zeit auf sie draufpinseln wird, auf dass sie wieder erstahlen in vertrautem Glanze.

Wenn alles gut geht, haben wir nach dem Abbau der Corroventen und vor dem Beginn der großen Badzerstörung sogar 3 (in Worten: d-r-e-i ) Tage vollkommene Ruhe hier daheim, die wir schon im Verlauf des dritten Tages wieder werden eintauschen müssen gegen die Dauerbeschallung durch die Lebensgefährtin des Papas, das ist das große Manko am Tegernseer Ausweichquartier, aber vermutlich immer noch erträglicher als täglich 10 Stunden Fliesenabschlaggeräusche und Gestaube von Lolek und seiner Mannschaft.

Ab morgen teste ich erstmal das Ausweichquartier zum Ausweichquartier, denn die Lebenserfahrung lehrt: Du sollst immer einen Plan B haben!

Himmel der Bayern (65): Wieder daheim.

Eine Tafel von der Ettaler Klosterbrauerei in Sichtweite, ein netter Verschreiber drauf.
Über der Krone der leichten Weißen der Zugspitzgipfel, etwas weiter links der Fernblick bis in die kleinsten Zacken des Wettersteingebirges, irgendwo noch weiter links ein paar Karwendelspitzen.

Jetzt spür ich’s definitiv: wir sind wieder daheim.

Und ich spüre ebenfalls die 820 Höhenmeter in den Hax’n, immer wieder überraschend, dass sich ein paar Wochen Bergpause sofort bemerkbar machen und man doch fast ein Stündchen braucht, bis man wieder drin ist im Bergaufgehmodus.

Das Dackelfräulein heut von Anfang an besser unterwegs als ich, stets 20 Teckelmeter vorneweg, wie in alten Zeiten. Die Sonne strahlt, es ist wenig los, es ist herrlich still, es ist Zeit und Gelegenheit, das in den letzten Wochen Erlebte noch Revue passieren zu lassen, sich zu sortieren und zu rüsten für all das nun Anstehende.

Schweigend laufen wir hinauf auf den Laber – ein hübscher Kontrast, nicht wahr? -, auf der Panoramaterrasse des Gipfellokals wird eh schon genug gelabert. Erstaunlich viele mopsige Amerikaner hocken da heut herum, aber klar, es geht ja auch eine Gondel hinauf, sonst säßen die hier nicht an ihrem „Wiesn-Break“-Tag, wie ich den Gesprächsfetzen entnehmen kann. Das bestätigt mal wieder meine Abneigung gegen Berge, auf die eine Bahn hochfährt, so gegen Ende der Saison geht’s dann wenigstens mit dem Andrang und auf dem Weg selbst trifft man die Bahntouristen ja auch nicht.

Ziehen wir also bald Leine, um das schöne Gefühl des Wiederangekommenseins nicht zu (zer)stören. Das wird ja drunten im Tal schon von genug Dingen gestört: ein möglicherweise kaputtes Radlager (ein Dröhnen, das seit Dänemark immer lauter wird und dem es dann nächste Woche hoffentlich nicht zu kostspielig an den Kragen geht), der allherbstliche Horror vor der Steuererklärung (viel Verwirrendes und Neues diesmal, ohne meinen großen Freund S. werd‘ ich wohl nicht durchblicken) und – allem voran – der erschütternden Nachricht, dass Lurchi nicht mehr läuft.

Ja, so hat er’s formuliert, der Herr Papa, als wir miteinander sprachen. Nachdem ich zunächst lange von Schweden erzählt und seine Fragen beantwortet hatte, fragte ich natürlich nach, wie es ihm in den letzten Wochen ergangen war und wie seine Reise gewesen sei.
„Der Lurchi läuft nicht mehr“, antwortete er einleitend, vielleicht um irgendwie Distanz herzustellen, denn der Lurchi, das ist schließlich er selbst, wenngleich ich zu den wenigen gehöre, die ihn nicht so nennen. Er habe die zu bewältigenden (kurzen!) Laufstrecken auf seiner Reise nicht mehr geschafft, habe dauernd die kleine Gruppe aufgehalten, mehrfach sei er fast gestürzt. Mit dem Rollstuhl, den man ihm sehr fix organisiert habe, sei es dann gegangen, aber da ihm die Kraft in den Armen fehle, um den Rollstuhl selbst zu voran zu bewegen, musste ihn immer jemand schieben.

Eine Information, die eine neue Ära einläutet.
Er will es noch nicht wahrhaben und versucht sich an abwiegelnden Scherzen zu dem Thema, aber mir ist schmerzlich sonnenklar, dass damit eine neue Ära begonnen hat, selbst wenn er derzeit seinen Radius auf Haus und Garten beschränkt und daher rollstuhlfrei „unterwegs“ sein kann.

Und sonst so?

Der Fünfer-Looping rattert täglich 12 Stunden vor der Tür, unaufhörlich seine kreischenden Insassen durchrüttelnd. Wenn man abends vors Haus tritt, schwappt einem ein Schwall Gebrannte-Mandeln-Duft entgegen. Insgesamt ist die Lage vor Ort viel harmloser als befürchtet. Bei Sonnenschein ist es tagsüber sogar so nett, dass man da mal auf eine Mandel oder zwei rüberspaziert, ist ja kein Aufwand.

Man staunt halt beim Blick aus dem Fenster hinunter auf die Straße über so Einiges: Menschen, die samstags vor 8 Uhr bereits Schlange stehen für den Einlass ins gelobte Wiesn-Land ab 9 Uhr (was um alles in der Welt, will man samstags um 9 Uhr in einem Bierzelt?) oder die Massenkostümierung, die mittlerweile ein so flächendeckendes Ausmaß erreicht hat, dass man das Ende der Einheitsuniformen schon kommen sehen kann (die Hingucker sind bald die, die ohne Tracht dort herumlaufen, da alles andere in einen großen optischen Brei ineinanderfließt).

Nächstes Jahr, so überleg ich, könnte ich an die morgendlichen Warteschlangenleute Kaffee und Muffins verkaufen und damit bestimmt ein gutes Geschäft machen, ohne viel Arbeit zu haben. Das noch bessere Geschäft würde man freilich mit der Vermietung eines Matratzenlagers im Wohnzimmer machen, da würde schon das Italiener-Wochenende reichen, aber die anschließend nötige Renovierung zu betreuen, danach dürstet uns gar nicht, zu nah noch all das schauerliche Gehandwerke nach dem Umzug hierher.

Gefühlt ist unsere Straße eine der sichersten und saubersten der ganzen Stadt: mindestens 3x täglich reinigt eine Putzkolonne alle Straßen, Wege, Grünstreifen, Gebüsche. Die Polizei patrouilliert ab Nachmittag permanent die Allee auf und ab. Abends fahren die Sanitäter die Straße entlang und leuchten mit Scheinwerfen in die Rabatten, ob da irgendwo ein Patient herumröchelt.

Man hat jetzt hier einen Wiesn-Sonderausweis für Anwohner und gehört neben der Polizeiflotte und den Sankas zu den einzigen Fahrzeugen, denen die Zufahrt zu dieser verkehrsfreien Hochsicherheitszone gestattet ist (jeweils nach Kontrolle an den zwei Checkpoints, versteht sich). Das hat irgendwie was.

Fast möchte man beim Entlangfahren (bei derzeit Tempolimit 10km/h) alle Fenster herunterkurbeln und wie einst Jackie Kennedy sonnenbebrillt, mit Pillbox-Hütchen und im Fahrtwind flatterndem Seidenschal lässig und mit einem mildem Lächeln dem ehrfürchtig guckenden Volk („Boah, wer darf denn hier herumfahren?“) zuwinken, das sich in der schönen Lindenallee tummelt und sich die Beine wartend in den verdirndelten oder lederhosenbelatzten Bauch steht und der langsam anrollenden Limousine Platz macht.

Ich habe aber weder Hütchen noch Seidenschal noch eine Hand frei zum Winken, da ich zumeist allein am Steuer der Nicht-Staatskarosse sitze.
Dafür beschalle ich sie alle mit Springsteen, Dylan und Forenbacher.

Schön, wieder zuhause zu sein.

Suburbia (5): Dum dum dee dum (The moving dachshund’s theme).

Suburbia – 5. und letzter Akt (ganz unklassisch: ohne Katastrophe)!

Alle Schlüssel fürs neue Zuhause sind seit gestern übergeben, (fast) alle To-Do-Listen im alten Zuhause abgearbeitet (sind ja noch 18 Std. Zeit, bis die Jungs von der Umzugsfirma hier aufschlagen), alle anstehenden Bau- und Renovierungsarbeiten in Tabellen gegossen und zur Vorbereitung ins Allgäu geschickt, alle Hassbriefe an Vodafone versandt (den hierzu angekündigten Beitrag bekommen Sie erst zu Gesichte, wenn das Drama überstanden ist), alle Ellenbogen dank Spritzen für die kommenden Tage geölt, alle Bier- und Weinvorräte ausgetrunken, alle Alpträume des nachts geträumt (zuletzt: Umzugswagen hatte einen Unfall und unser gesamter Hausstand ging dabei kaputt)…

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Morgen um 8 Uhr kommen die Jungs von der Spedition und legen hier los.

Hoffentlich ist mal wieder auf das gute „nomen est omen“ Verlass und sie bringen nicht nur weitere 100 hübsche Löwen-Kartons, sondern auch die Kraft mehrerer Löwen mit, so dass wir unsere lädierten Pranken ein wenig schonen bzw. deren klägliche Restenergie fürs Auspacken aufsparen können.

Der Gatte, ein eingefleischter FC Bayern-Fan (wenngleich „eingefleischt“ für einen Vegetarier ein zweifelhaftes Attribut ist), hat ein bisserl gezuckt, dass ihm hier ausgerechnet Löwen in seine Arena einmarschieren, aber mei. Wir hatten die Spedition schon letztes Jahr in die engere Auswahl genommen, uns dann aber dummerweise für die preiswertere Scheißfirma entschieden, mit deren Versicherung wir uns im Anschluss schlappe 4 Monate rumgekloppt haben, bis endlich alle Schäden ersetzt waren.

Dabei waren wir damals wie auch heute sogleich vom Charme des Ober-Löwen eingenommen. Herr A. hat sich ein kleines, feines Familienunternehmen aufgebaut, ist selbst bei jedem Umzug mit dabei (stets frisch geduscht und deodoriert, bestens gelaunt und in Strahlemannoptik, das blitzsaubere Firmen-Shirt stramm über die Muskeln gespannt), alles läuft sehr individuell und persönlich ab (Herr A.: „So ein Umzug besteht zu 50% aus Psychologie!“ oder „Ihr Lieben, entspannt euch, alles wird gut!“).
Ein Profi, der sofort die neuralgischen Punkte seiner werten Kundschaft erspürt und so geschickt darauf eingeht, dass man sich beinahe auf den Umzug mit seiner Firma zu freuen beginnt (was seit heute Morgen auch meine Devise ist: mache man sich doch einfach mal einen Spaß draus, falls möglich…, ich werd‘ Fotos schießen und das Ganze als Artikel „Wohnungswechsel mit Waldi“ an irgendein Magazin verkaufen, Herr A. hat zudem bereits Interesse an Fotos vom Dackelfräulein als Kartonmodel bekundet).

Überhaupt wäre der nette Herr A. einen eigenen Beitrag wert.
Falls wir unerwarteterweise von Vodafone noch vor Weihnachten wieder ein funktionierendes Internet zur Verfügung gestellt bekommen, reiche ich die Story gerne nach.

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Es gibt übrigens keine Lebenslage, zu der der Boss nicht den passenden Song beisteuern könnte – man muss einfach nur alle Songs kennen!

Und wenn ich es schon sonst zu nicht allzu viel gebracht habe in meinem Leben, so doch immerhin dazu, ein wandelndes Springsteen-Songbook zu sein (sollte „Wetten, dass“ nochmal neu aufgelegt werden, könnte das glatt mal eine Einnahmequelle sein: anhand einer (!) beliebigen Textzeile den Song zu erkennen, alternativ könnte ich auch mit einer anderen, etwas bajuwarischeren Nummer auftreten und nach je einem (!) mit verbundenen Augen genossenen Schluck Weißbier aus insgesamt 27 Gläsern treffsicher die Schneider Weiße, TAP7, „Ein Bier wie daheim“, identifizieren, beides immerhin auch Wetten, bei denen man sicher nicht im Rollstuhl landet).

Eigentlich wär‘ dieser Beitrag auch was für die Rubrik „Song des Tages“ oder „Soundtrack meines Lebens“ gewesen. Aber dann fand ich, die Chefin des Hauses sollte nochmal ganz im Vordergrund stehen:

Ein Löwe zieht um!

The moving dachshund’s theme
(aka „Lion’s den“ by Bruce Springsteen)

You broke my heart, tore it apart
Thought it was cute, thought it was smart
But now I’m back and I’ve got the strength of ten
So I got a message for you my friend

I’m Pippa waiting in the lion’s den
Dum dum dee dum dum dee dee dum dum

That old lion’s mean and long in the tooth
And like you, baby, he’s out on the loose
Messing hearts up time and time again
Well it’s the time for that messing to end

I’m Pippa waiting in the lion’s den
Dum dum dee dum dum dee dee dum dum
Here we go!

At night I hear you out prowling around
Tearing guys up, scaring ‚em down
Now all that growling’s gonna come to an end
‚Cause I’m just biding my time, my little friend

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Ja, liebe Leserinnen und Leser, unsere Zeit in Suburbia neigt sich nun dem Ende entgegen.

Auf 371 Tage haben wir es hier am Stadtrand gebracht, 137 wären mir lieber gewesen, aber immerhin ist es überhaupt auf eine Kombination der Lieblingszahlen hinausgelaufen. Da bin ich abergläubisch – und zwar im positiven Sinne!
Und es hätte uns schließlich auch ärger erwischen können, wenn es 713 Tage geworden wären, wonach es ja zwischenzeitlich, als wir noch knöcheltief durch den Morast des Münchner Wohnungsmarktes wateten, fast aussah.

Nun aber flink weiter gewerkelt, damit wir nachher pünktlich zur Arrivederci-Pizza mit unserem Lieblingsnachbarn beim Suburbia-Italiener eintreffen.

Ein schönes Wochenende noch und drücken Sie uns und den Löwen die Daumen, liebe Leserinnen und Leser!

Bleiben Sie dran, bleiben Sie uns gewogen & bis bald – dann von gegenüber der Bavaria!

Hund haben (11).

Wenn es draußen minus 11 Grad hat und einem Nase und Kinn nach spätestens einer Viertelstunde einfrieren, kürze man den Spaziergang radikal ab, nehme drinnen in der warmen Wohnung ein Kirschkernkissen zur Hand, binde ein Stück Kletterseil dran…

…locke das gelangweilt schlummernde Fräulein aus dem Haifisch – dem peinlichsten ihrer Körbchen! – hervor…

…animiere sie zu einem munteren Kissenparkour quer durch die Wohnung…

…erweitere die Übung durch Hinzunehmen der Hunde-Rampe vor Sofas und Betten…

…und lobe & belohne das Dackelchen wie wild, wenn das Kirschkernkissen schließlich auf dem Bett landet!

Mit besonders herzlichen Grüßen an den derzeit in Frankfurt weilenden Gatten, der durch unermüdliches Üben und viele didaktische Kniffe den soliden Grundstein legte für „Zieh!“ und „Rampe!“ (und die Kombination von beidem).

Zum „Tag des Eisbären“ die wärmsten Wünsche –
Die Kraulquappe, auf dem Weg ins Winterwarmfreibad.

Bright spots.

Schöne Aussichten tun sich auf und verschwinden ebenso plötzlich.
Gefrieren in weißgrauer Kälte über Nacht zur Erinnerung.
Oder nehmen – gerade noch im Fluss und voller Dynamik – während ihres langsamen Zerrinnens die Gestalt eines Eiszapfens an.

So warten wir aufs Frühjahr, wenn es wieder zu tauen und zu fließen beginnt, wenn Temperatur und Licht den Widerfahrnissen einen anderen Anstrich geben.

Ein jahreszeitlich passendes Zitat aus dem ZEIT-Magazin fällt mir da ein:

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Immerhin doch drei gute Gefühle/Zustände in dieser Woche:
1. die Heimfahrt mit Musik
2. ins Wasser eintauchen und schwimmen
3. die warme Mahlzeit samt kühlem Hopfengetränk

[Höre plötzlich die längst verblichene Mutter, wie sie zu sagen pflegte: „Hopfen ist gut für die Nerven, heiße Milch mit Honig ist gut für den Schlaf, Lindenblütentee ist gut gegen Erkältung“ – nur Ersteres konnte ich ohne Würgereiz an- und übernehmen.]

*****

Heimat, das ist dort, wo sich der Anblick eines am Straßenrand vorbeihuschenden Landkreis-Schildes (durch Witterung und abblätternde Farbes so verblichen wirkend) anfühlt wie ein warmes, beruhigendes Streicheln über deine müden, geröteten Wangen.

Du passierst diese unsichtbare Grenze, durchbrichst die äußerste Schicht deiner Zwiebel, spürst sofort den Trost im Schoße dieser Landschaft, die schon immer dein Zuhause war und es immer sein wird, denn mein Radius ist überschaubar – nicht jeder ist dafür gemacht, „in der Welt zuhause zu sein“.

Tränen schießen dir in die Augen und verschleiern deinen Blick auf die winterliche Straße (mehr als es deine abgewetzten Wischerblätter erlauben).

Was für ein guter Moment – trotz allem anderen, was gerade ist oder nicht ist oder viel zu vage ist.

Noch 30km bis nachhause, du wechselst die CD, hörst zum vielleicht 100. Mal in den letzten Wochen diesen Song, von dem du die Finger ebenso wenig lassen kannst wie von warmem Toast mit Nutella als Seelenpflaster in trüben Phasen, weil sich die Lyrics so schön mitsprechen lassen, ein bisschen monoton, einem kindlichen Auszählreim gleich (und noch verstärkt durch den simplen Takt): „you were the only one I ever had, the only bright spot in a life that went bad“.
Vor allem fühlt sich das so weich an, auf der Zunge und den Lippen (sprechen Sie’s mal nach, am besten mehrfach), eben wie samtweiches Nutella am Gaumen (das oder die Nutella? Wurscht.).

Und ein paar Strophen später dann „when they flip the switch I hope all I can see“ und wie sich’s zu dem schlichten, anrührenden Jahrmarktmusikgeplätscher auflöst in „is you in my arms dancing with me“
So weich, das alles, obwohl hier ein Todgeweihter seine letzten Verse von sich gibt.

Werde das vielleicht noch 100x mitsprechen müssen, bis ich mit dem Lied und dem Gefühl, das es erzeugt oder an dem es sich abarbeitet (denn wer weiß das schon, was zuerst da war), fertig bin und es zum normalen Repertoire der SD-Speicherkarte „Automusik“ gehören wird.

Vielleicht komme ich auch nie über diese Zeilen hinweg, so dass „baby, tie your hair back in a long white bow, meet me in the fields out behind the dynamo“, „I got this guitar and I learned how to nake it talk“, „and if you say hide, we’ll hide“ und „with charcoal eyes and Monroe hips she went and took that California trip“ (und an was man halt sonst noch so hängengeblieben ist nach fast 4 Jahrzehnten Hinhören & Rückenschauern) weitere Gesellschaft bekommen.

Ach, diese Zeilen aus Songtexten, die wegen ihrer Betonung oder ihres Rhythmus ein Leben lang so zuverlässig eine Gänsehaut bescheren, wie es früher, in den Studienjahren, stets der Anblick des Olympiaturms vor der föhnigen Alpenkulisse vermochte – an dieser einen Stelle auf der A9, von Würzburg nach München heimfahrend, um das Wochenende oder die Semesterferien beim Papa oder in dem kleinen Haus am Moorsee zu verbringen (wo manche der geliebten Tiere unter Begleitung der passenden Musik zu ihrer letzten Ruhe gebettet wurden).

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War nicht so meine Woche.
Insgesamt auch nicht mein Monat.
Aber zur Prognose oder Gesamtsumme sollte man’s jetzt auch nicht aufbauschen (erst recht nicht zur Bilanz), das lehrt die Lebenserfahrung.
Und der Gatte bekräftigt es auch, dass dem so sei.

Darauf vertrauend also weiter.
Vielleicht wirklich mal wieder einen Sprung ins kalte Wasser wagen?
Denn Schwimmen, das kann ich doch?!

Einen möglichst warmen Start ins wohl kälteste Wochenende des Jahres wünscht –
Die Kraulquappe.