And paradise is here, too.

Nach einem brutal schwülen Tag um 20:45 Uhr, zeitgleich mit dem heiß ersehnten Wolkenbruch, im Lieblingsbad eintreffen.

Alle gehen gerade oder stellen sich irgendwo unter.

Das Becken ist leer, beim Kraulen prasselt es einem auf den Rücken, in Rückenlage ins Gesicht.

Plingplingpling, dazu der Atemrhythmus (auf jeden dritten Zug) und das Platschplatschplatsch der Arme und Beine.

So frei und ungehindert schwimmen zu dürfen, das ist ein Segen. Und welch Luxus, dass das Bad diese Möglichkeit bis 23 Uhr bietet!

Der neue Badeanzug (von den vorgestrigen Kaufqualen berichte ich Ihnen bewusst nicht: ich hasse Shoppen ja eh schon, aber Badeanzugkauf ist die Steigerung davon) fusselt nicht, sitzt prima und passt gut zu den Kacheln.

Und der MNS passt gut als Fliegenschutz aufs Weißbierglas.

Jetzt heim und das Dackelfüßchen neu verbinden und dann ins Bett.

Gute Nacht aus München!

Paradise is here.

Für mich ist es das Paradies: Das stundenlange Bergaufgehen, diese einzigartige Stille, der grandiose Weitblick, das beruhigende Gebimmel der Kuhglocken, die saftiggrünen Almen, die wunderbare Bergwelt ringsum, die innere Einkehr, der äußere Frieden.
Felix Austria, felix Natascha.

Gehzeit: 4 Std. 10 Min.
Pausen: 1 Std 45 Min.
Strecke: 18 km, 1.280 Hm bergauf, 420 Hm bergab.
Konsumation: 1 Hollerschorle, 1 Kaffee, 1 Kuchenstück, 2 Weißbier, 1 Gemüsestrudel.
Ausgaben: 28€ zzgl. 10€ Nächtigungsgebühr.

Die Highlights:
1. Nahe der Blaubergalm haben wir zwei Murmeltiere getroffen.
2. Das Dackelfräulein, nun achteinhalb Jahre alt, hat sich so unglaublich wacker geschlagen, dass ich vor Stolz/Freude/Liebe platzen könnte.
3. Für Menschen wie mich, mit langer dermatologischer Vorgeschichte (und Gegenwart) plus drei Autoimmunerkrankungen (plus diverser anderer Komplikationen) potenziert so eine Dusche auf der Hütte das Paradiesgefühl.

Soweit für heute.
Muss den kleinen, sonnigen Hügel hinter der Hütte – die einzige Stelle hier mit Empfang – verlassen, weil: Alpenglühen auf dem kalkweißen Guffert…

Gute Nacht aus den Tiroler Bergen!

Himmel der Bayern (81): Zeit für einen Grenzgang.

[Wir nennen den Beitrag diesmal bewusst nicht „Staubl_auszeit Nr. xy“, aber das nicht etwa, weil die Psocoptera den Haushalt verlassen hätten, sondern lediglich, um so viel Abstand wie möglich nötig zu dieser Thematik zu halten.]

Das Juliglück dauert noch an, zumindest weitgehend und im Rahmen des hier Berichtbaren.

Heute in einer Woche brechen das Dackelfräulein und ich in die steirische Landeshauptstadt auf und freuen uns auf die Grazer Grandezza in all ihren Facetten.
Reiseroute und Zwischenstopps sind nun geplant, die Unterkunft ist gebucht, der Termin mit dem Tourismusverband vereinbart und mit dem Online-Reservierungssystem der Auster habe ich mich auch schon mal vertraut gemacht. Die Auster ist ein Grazer Schwimmbad mit zwei 50 Meter-Becken, in dem ich im März 2011, kurz nach seiner Eröffnung (und im Rahmen einer Tagungsreise des Gatten, die mich damals nach Graz führte) meine Bahnen zog, und dessen topmoderne Schwimmbadarchitektur und Farbgestaltung mich schwer begeistert haben!
Überhaupt bietet Graz ja so Einiges in Sachen Design und Architektur. Weil ich ja überwiegend in Sachen Dog & the City unterwegs sein und mir die Stadt mit einem mittlerweile routinierten Hundumblick ansehen und erlaufen werde, muss ich mal gucken, was da zusätzlich noch für mich abfällt – außer Austernschwimmen.

Zur Einstimmung auf das Österreichische (und um Material für andere Projekte zu sammeln und den Psocoptera zuhause weder beim Krabbeln noch beim Krepieren zusehen zu müssen) verziehen das Fräulein und ich uns heute in luftige und (hoffenlich) lausfreie Höhen. Der triftigste Grund für diese Stadtflucht sind aber die für heute prognostizierten 28 Grad (und für morgen sogar 30), das brauchen wir nun wirklich nicht.

In den ausgeschilderten fünfeinhalb Stunden, die wir freilich auf vier bis viereinhalb verkürzen werden, um dann wiederum die Gesamtzeit des Unterwegsseins durch großzügige Pausen und Jausen auf mindestens sechs Stunden auszudehnen, geht’s von Kreuth aus über Gaiß- und Königsalm hinauf auf den Blaubergkamm, den wir entlangwandern werden (evtl. mit Abstecher zur Blaubergalm) bis wir von dem Grat, auf dem zugleich die Grenzlinie zwischen Bayern und Tirol verläuft, ein paar Meter zur Gufferthütte absteigen, die den nördlichsten Ausläufer des Rofangebirges markiert (in groben Zügen können Sie die Tour bei Interesse hier nachgucken).

Auf der Gufferthütte (auf 1.475m und in Tirol gelegen) ist der Winterraum für uns reserviert (falls noch jemand spontan Lust hat: wir hätten noch drei Schlafplätze frei!), denn als Bergsteiger mit Hund wird man ja immer in die Abstellkammer gesteckt (Ausnahme: Otto-Mayr-Hütte – mannomann, wenn ich diesen uralten Beitrag überfliege, fällt mir v.a. eines auf: wir haben noch immer keinen Dackelschlafsack, das ist eine Schande!!!) oder eben in den Winterraum, nun gut, wenigstens wird man da von niemandem vollgeschnarcht, hat einen eigenen Eingang und muss seine Schlafstatt nicht über Sprossenleitern erklimmen (und für 10€ Mitgliedernächtigungsgebühr sollte man eh über nichts meckern).

Das Highlight wird neben der Dusche, über die die Hütte verfügt (1€ für 2 Min. – ich werde es vielleicht krachen lassen und glatt das Doppelte investieren), die Mega-Aussicht von der Hüttenterrasse auf Schneidjoch und Guffertspitze sein (und auf weitere herrliche Berggipfel mit so herrlichen Namen wie Hochunnütz, Voldöpperspitze und Zunterköpfl).

Sofern wir ein wenig mehr Schlaf abbekommen sollten als neulich auf der Tutzinger Hütte und ich nachts nicht erfriere, weil so ein Dackel ja nicht ganz so viel Heizfläche bietet wie ein Labradoodle, und ich nach wie vor nur diesen mitteldicken Schlafsack dabeihabe (in dem ich natürlich nächtens meine Skiunterwäsche trage), weil ich nicht gewillt bin, mir coronabedingt noch einen Drittschlafsack zuzulegen, steigen wir morgen über eine andere Route wieder hinab nach Kreuth und laden uns – weil’s auf dem Weg liegt – gleich noch auf das übliche Dusche-Terrasse-Abendessen-Programm beim Papa am Tegernsee ein, der dank des Canasta-Treffens seiner Lebensgefährtin erfreulicherweise allein daheim sein wird.
Ich sag’s ja: das Juliglück.

Ihnen auch einen guten Wochenbeginn & (je nach Empfang) bis später oder die Tage!

Juli.

Ganz unerwartet ist er mir dieses Jahr ein solch geballtes Glückspaket, der Juli: die Traumtour, die Freunde, die Begegnungen, die Bewegung, die Feiertage, meine kleine Familie, mein kleiner Hund, die Seen, die Berge, die Heimat, die guten Aussichten auf die kommenden Wochen – wirklich eimerweise Glück!

(Wieso nur? Und warum ich? Und lauert da nicht schon der Dämpfer im Uferschilf? Oder soll man sich kopf- und bedenkenlos hineinstürzen in diese Julitage, so wie heute in den weichen, weiten See?)

Sogar die Staubläuse Psocoptera hüpfen mittlerweile vor Freude, was wahrscheinlich daran liegt, dass sie sich etwas legaler fühlen in ihrer lausigen Untermieterexistenz, sie zahlen jetzt nämlich Miete, der kleine Rechtsstreit hat sich also gelohnt, nun bräuchte ich nur noch einen neuen Badeanzug, weil die drei vorhandenen allesamt durchgeschwommen sind, so dass ich mich heute im Strandbad beinahe ein wenig schämte wegen der weißen, sich kräuselnden Gummifäden, die überall aus dem zerschlissenen Gewebe herausguckten. Probleme, wie ich sie gern öfter hätte, weil man zu ihrer Beseitigung weder große Geduld noch viel Geld noch einen Kammerjäger braucht.

Beim Hinausschwimmen an die Tour mit den Freunden gedacht, im See ständig die Benediktenwand im Blick, heute Strandbad Tutzing, vor einer Woche Tutzinger Hütte, so schließt sich ein Kreis, unglaublich, dass das schon erst 7 Tage her ist, dass wir dort oben waren, die Zeit rennt, wenn das Glück ihr Motor ist, und sie kriecht, wenn sie von Quälendem durchtränkt ist, ein fieses Phänomen, und umso mehr Grund, sich mitreißen zu lassen, sich diesem Juliglücksgalopp einfach mal anzuvertrauen.

Bene.

Mit zwei Hunden an meiner Seite, was nicht nur wegen der nächtlichen (fast) null Grad und zu dünnem Schlafsack ein Segen war, schlief ich in der Tutzinger Hütte meiner alljährlichen Alterung entgegen.

Ein mehrstimmiges Geburtstagsständchen um 7:13 Uhr vor der Bergkapelle und ein hübsch dekorierter Frühstückstisch trösteten perfekt über das mit Kümmel versetzte Hüttenbrot, die coronabedingt geschlossene Dusche und den allgemeinen Schlafmangel hinweg. Von der Tour rund um diesen Berggeburtstag berichten wir ein andermal, das Bildmaterial muss noch sortiert sowie Falten und Schweiß retuschiert werden.

Nur so viel: Beinahe auf die Geburtsminute genau standen wir bei perfektem Wetter und Weitblick zu viert mit unseren beiden Hunden in 1.801 Meter Höhe auf dem Gipfel der Benediktenwand und waren ebenso glücklich wie fix und fertig – drei Stunden Schlaf kommen in meinem Alter einem Genickbruch nahe, zumindest wenn am Tag drauf anderthalb Stunden Aufstieg, vier Stunden Abstieg und abends noch eine Party mit mehr als 2 Teilnehmern/Präsenten ansteht.

Künftig werde ich mich bei der Begrüßungsansprache für die Gäste eigenständig mit der Ziach begleiten können, sofern der mir zugedachte Akkordeonlehrer dieses Vorhaben nicht als aussichtslos einschätzt.
Auch jenseits der musikalischen Karriere kann einer Zukunft im Spätsommer des Lebens (oder dieses Jahres) nun mit noch mehr Optimismus begegnet werden: an unterstützender Lektüre besteht jetzt keinerlei Mangel mehr und in (beinahe beängstigender) Kürze winkt bereits ein Coaching durch einen echten Österreicher!

Mental health allein ist ja wenig seligmachend. Dank eines umfassenden architektonischen und kulturgeschichtlichen Führers kann ich ab sofort endlich in der Schweiz zum Schwimmen gehen (auch die Vignette traf schon ein), mich vorher und nachher mit edler Seife reinigen, im Anschluss einen Film über schwimmende Männer angucken und dabei in die Genusswelten eines der 12 Weißbiere eintauchen (winziger Kritikpunkt: warum waren in dem Karton nicht gleich 13 drin und wozu soll das eine alkoholfreie Flascherl gut sein?).

Die anderen 11 Halben werde ich mir während der viertägigen Springsteen-Klausur (DVD des letzten real erlebten Konzertes plus zig CDs anderer, legendärer Live-Perlen von Bruce) reinpfeifen. Zwischendurch wird der Blutzuckerspiegel mit bestem brandenburgischen Quittengelee und den einzigen Kirschen, von denen mir nicht der Hals zuschwillt, bei Laune gehalten.

Wenn mir dann mal nicht mehr nach New-Jersey-Flair, sondern nach schick & hip ist, schwinge ich mich mit sommerlich lackierten Zehennägeln (exakt in Schwimmflossenfarbe!) in einen roten Alfa Spider und lasse mich zum Eisessen chauffieren. Weil einem diese sommerlichen Cabriofahrten ja selbst die noch so kurze Frisur zerzausen können, hat man mich mit einem teckelverzierten Kosmetikspiegelchen für die Handtasche, die ich nicht habe, bedacht (überhaupt nehmen ja die schönheitsbezogenen Geschenke von Jahr zu Jahr zu, und ich wage nicht, mir auszumalen, wie der Gabentisch zum nicht allzu fernen 50. oder gar nach der nächsten durchlebten Dekade aussehen wird).
Und von den sieben Brücken, über die man angeblich gehen muss, ziert nun schon die zweite den Flur, und da wohl noch fünf folgen, habe ich offenbar noch ein paar weitere Geburtstage vor mir, was mich grundsätzlich eher hoffnungsfroh stimmt.

So sperre ich also rundum zufrieden, zuversichtlich und vermuskelkatert die Tür zum neuen Lebensjahr auf, am Schlüssel baumelt ein neuer Anhänger (raten Sie mal, welches Tier!) und all der vergangene Käse interessiert nicht mehr – denn den kann ich ganz elegant und diskret unter dem hübschen Almwiesen-Käseglöckchen verschwinden lassen und mich auf all das vor mir Liegende fokussieren konzentrieren freuen.

All den lieben, treuen und wohlmeinenden Gefährtinnen und Gefährten ein ganz herzliches: Danke, danke, danke!

Reiseträume oder: A long, long time ago.

A long, long time ago, I can still remember how that island used to make ears fly…

Schweden ist ja derzeit nicht gerade eine der Top-Destinationen in Sachen Ferien, aber falls Sie mal ein bisschen träumen wollen von Zeiten, in denen das wieder anders sein wird, oder Sie sich einfach nur reif für die Insel fühlen, oder Sie die Verlagsbranche und ihre Autoren ein wenig unterstützen wollen, oder Sie ein aufrichtiger und treuer Pippa-Fan sind, dann spazieren Sie doch dieser Tage mal zu einem gut sortierten Kiosk und schlagen Sie zu:

25 Seiten Dackelfräulein für nur 5,90€, das wird Ihnen nicht mal auf diesem Blog hier geboten!

Und das ist ja nur die Kurzfassung unserer letztjährigen Reise ans Ende der Welt…

…die Sleepless-Nights-Edition finden Sie unter dieser Internetadresse (geschätzte Lesedauer: 13 Stunden).

Gönnen Sie sich also nach Belieben Ihre persönliche Prise Gotland – und zwischendrin ist natürlich auch mal ein Nickerchen erlaubt.

Frau Kraulquappe & Fräulein Pippa wünschen allseits ein schönes Sommerwochenende; bereits in Kürze melden wir uns mit neuen Sensations-Storys aus der nächsten Staubl_Auszeit – diesmal selbstverständlich wieder in trauter Zweisamkeit (nachdem bei der Mittenwald-Serie ja schon Kritik laut wurde, wo denn der Dackel geblieben sei)!

Song des Tages (55).

Es müsste eigentlich „Song von gestern“ heißen, aber wie klänge das denn?!

Zumal die Musik von gestern ja auch heute wieder mit hoher Wahrscheinlichkeit aus dem CD-Player ertönen wird, wenigstens für zehn Minuten oder wie lange es halt dauert, zum Wertstoffhof zu fahren, den man nun wieder kennzeichenunabhängig an allen Wochentagen aufsuchen darf, falls es mir zuvor gelingt, trotz des kleinen Muskelkaters und einer gewissen Ganzkörpermüdigkeit vom gestrigen Ausfliegen ins sonnige Oberland die paar auszusortierenden Trümmer aus dem Keller hochzuschleppen und in den Kombi zu verfrachten, was eine gute und auch überfällige Sache wäre, die ich nun zweieinhalb Monate lang vermieden habe, weil ja ständig in der Tagespresse zu lesen war, dass gerade coronabedingt ganz München seine Keller ausmistet, was zu regelrechten Staus vor den Entsorgungsstätten führte (absurde Geschichten: manch ein Münchner fuhr schon um 8 Uhr vors Tor und wartete dort schlappe 2 Stunden, um zur Öffnung um 10 Uhr der Erste zu sein, der dann staufrei seinen Sperrmüll abliefert – fast schon bewundernswert, dieser Langmut und diese Disziplin), aller Voraussicht nach dürften die Keller nun leer und die Schlangen wieder kürzer sein, auch unabhängig von dieser Entsorgungsfahrt heute großer Schreibtisch- und Werkeltag in der Wohnung, ideal, denn draußen eher grau, kühl und regnerisch.

Gestern milde Temperaturen, Sonne satt und kein Wölkchen am Bayernhimmel, allein die Fahrt hinaus schon ein solcher Genuss, potenziert noch durch eine der CDs, die ein Freund dieser Tage im weltschönsten, weil dackelsilhouettenselbstbemalten Kuvert geschickt hatte, beim Anhören wieder nah am Wasser gewesen (dem körpereigenen Salzwasser), dann mit Dauergänsehaut über die Autobahn (die A95 ist ja ab Seeshaupt wie das Blättern in einem Hochglanz-Bayern-Bildband, erst recht an so einem Bilderbuchtag), dazu diese unerwartet glasklare Springsteen-Stimme von 1990 (als sein Organ eigentlich noch nicht die Tiefe und Reife hatte, die es in späteren Jahren zunehmend erreichte) und so schöne Versionen mancher Lieblingslieder (allein die Betonung einzelner Worte oder plötzliche Pausen an Stellen, an denen er sonst nie innehält oder einfach mal Klavier spielt statt Gitarre), dass das in Summe fast schwer zu ertragen war und mich bereits in emotional recht aufgeweichter Verfassung den Kochelsee erreichen ließ.

Am Zielort wartete schon der hübsch Bewimperte mit seiner federleichten Gefährtin, allmählich nervt das Umarmungsverbot wirklich kolossal, vor allem wenn man dann noch zugucken darf, wie die beiden Hundefräuleins sich total distanzlos und liebevoll aufeinander stürzen und später, auf einem Vorgipfel aus einem Napf trinken und sich dann erschöpft nebeneinander ins halbschattige Gras kuscheln und ein kleines Nickerchen machen.

Nicht dass ich mit dem hübsch Bewimperten kuscheln müsste, aber ein bisschen mehr Tuchfühlung wäre manchmal schon stimmiger als immer diese zwei Meter breiten Abstände – so viel Platz ist auf manchen Gipfelwiesen ja gar nicht.

Umso näher dafür die Gespräche, die wir führen, und auch schweigend baden wir in Glück an diesem Tag, weil wir uns so freuen, dass wir am Berg ähnliche Steige bevorzugen und dasselbe Tempo haben, und beim Gipfelbier, das der hübsch Bewimperte für uns aus seinem Rucksack holt, erzählt er mir von einem Hundehotel in Tirol und den dortigen Wiedereröffnungsangeboten und fragt, ob wir da nicht mal zusammen hinreisen wollen mit unseren beiden Hundemädels, und ich freu mich über diesen Vorschlag und willige ganz spontan ein, obwohl ich ja sonst übervorsichtig bin, was das Verreisen mit anderen Menschen betrifft, weil ich a) nicht allzu unkompliziert und b) auch nicht allzu kompromissbereit bin beim reisenden Unterwegssein, weshalb das für mich nur mit manchen entspannt machbar ist, denn es soll sich ja niemand meinetwegen verbiegen müssen (und ich bin eh nur schwer verbiegbar, genau das ist ja das Problem).

Die heißgelaufenen Füße anschließend in den See getunkt, zu kalt noch, um drin zu schwimmen, die Bergluft und die Sonne ausgekostet, bis letztere im See versank, anschließend wieder mit einer der „Springsteen, L.A., Shrine Auditorium, 1990“-CDs im Ohr gemütlich heimwärts gefahren, ein so reicher Tag, innen wie außen.

Tiefe Dankbarkeit, große Zufriedenheit, schwere Beine, wohligwarme Badewanne und schließlich Seit‘ an Seit‘ mit dem Dackelfräulein, das sich in ganz ähnlichem Zustand zu befinden schien, ins Reich der Träume verabschiedet.

Als ich die Augen schließe kurz der Gedanke: Wozu eigentlich in Urlaub fahren, wenn ab und an so ein Tag drin ist?

Freischankflächen- und Frisurfeiertag.

Tatsächlich ein Gefühl wie Geburtstag und Weihnachten zusammen (so rein gabenmäßig betrachtet):

Erst der überfällige Friseurbesuch (drei Monate ohne sind für Kurzhaarfrisuren eine lange Zeit!), dann den runderneuerten Pixie-Cut spazieren geführt (zum behutsamen Dran-Gewöhnen erstmal über Münchens schönsten Ruhe-Ort) und danach ein Straßencafé (!) angesteuert (krasse Sache: Draußensitzen, Cappuccinieren und Rhabarberisieren – beinahe verlernt, nach 9 Wochen Kaffeehaus-Askese).

Die Freischankflächensaison ist eröffnet!

Und weil mitten in diesen Glückstaumel noch eine Hammer-Mail hineinploppt (eine Versicherungsleistung, die ich im Leben nicht in der Höhe erwartet hätte), gleich noch einen Hugo obendrauf, den aufzusaugen das Kuchenstück definitiv viel zu klein war.

Aber wurscht. Man muss die Feste feiern wie sie fallen, gefühlt ist da ja jetzt länger nix mehr gefallen (außer ein paar Groschen), diese Woche kommt’s nun offenbar knüppeldick.

Daheim ist Lolek am Werkeln und morgen ist dann auch die letzte Fuge dicht, alles Ramponierte neu lackiert und gestrichen. Nur die Staubläuse, die kennt und sieht er nicht. Mei, auch Lolek ist halt nur ein Mann.

Es könnte, wenn das so weitergeht, die beste Woche seit Februar werden, also seit den Nachbarn über uns der Spülkasten platzte, womit ja einst die Wasserschaden-/Sanierungs-Ära begann, die dann nahtlos in die Corona-Pandemie überging.

Prost!

Himmel der Bayern (76): Die Geierwaldi und ich.

…und im Traum sprach der bemooste Baum zu ihr:

Sobald dich morgens der Dackelbleschl im Ohr die Sonne im Gesicht kitzelt, springst du aus dem Bett, bewegst dich mit der Kaffeetasse an den Schreibtisch, arbeitest dort bis zur Mittagszeit, setzt danach dein Hündchen und deinen Pandemie-Popo ins Auto, fährst in die Berge und gönnst euch einen Nachmittag voller Sonne und Bewegung und guter Aussichten, fern der bellizistischen Sprachdeformationen in den Medien und fern der Texte, an denen du selbst gerade herumwürgst – das wird dir den Kopf wieder freipusten!“

*****

Erste Maiwoche in Bayern.

Die Ausgangsbeschränkungen wurden aufgehoben und durch eine neue Variante der Kontaktbeschränkungen ersetzt. Das erschwert sogleich die Arbeit an meinem akutellen (Neben-)Projekt, dem Wanderführer „Panoramaschleichwege durch die Pandemie“ (wir berichteten HIER und auch DORT).

Denn: es wandern und bergsporteln jetzt wieder alle. Es herrscht nämlich Nachholbedarf. Sehr großer Nachholbedarf. Die Wanderparkplätze sind voll. Sehr voll. Und das sogar mitten unter der Woche.
Das bedeutet: die Zielkoordinaten für weitgehend kontaktlose Bergausflüge müssen erneut gründlich angepasst werden.

Weil die Tour erst um 14 Uhr beginnt (bis der halbe Arbeitstag absolviert und die Anfahrt erfolgt ist), daher nicht zu weit/hoch/lang.

Wir parken auf einem coronaleeren Schwimmbadparkplatz ( 😦  ) und schleichen uns über einsame Frühlingswiesenpfade bis zum Einstiegspunkt in den Wanderweg…

… Fräulein Pippa immer glücklich voraus, weil sie von der Tourleitung genau die Wege serviert bekommt, die sie liebt: dackelbreite, halbschattige Trampelpfade, katzen- und fliegenfrei, links das Bächlein, rechts die Kuhfladen – ja, so muss es sein, das Hundeleben!

Wir begegnen auf dem Bergsteig niemandem, machen auf einer friedlichen Waldlichtung Brotzeit, und ich bilde mir ein, am Rande dieser Lichtung jene Stelle wiederzuerkennen, an der vor einer gefühlten Ewigkeit der Kanadier, der mich während meiner damaligen Sommerferienarbeitswochen hier im Ort besuchte (was für sich genommen ja bereits der Höhepunkt des Sommers war, weil dieser Kanadier aus dem Isartal nämlich nicht nur eine Gitarre und ein Motorrad besaß, sondern auch noch aussah wie einer, der Gitarrespielen und Motorradfahren kann – und es auch tatsächlich konnte, Freundin H. aus der Schweiz wird es noch wissen und beim lesenden Erinnern, so sie denn trotz Homeoffice und ihrer Jungs dazukommt, ein schmachtendes Stöhnen von sich geben) und mich an einem verregneten Nachmittag überredete, auf genau diesen Berg zu steigen, was nicht gelang, weil es regnete und weil ich damals noch dermaßen aus Zucker war, was sich aber als strategisch äußerst sinnvoll erwies, da der Kanadier sodann zu meinem Schutz vor den Unbilden des Lenggrieser Landregens ein kleines Zelt aus seinem Rucksack kramte und es am Waldrand aufschlug und – jetzt halten Sie sich fest! – mir im Inneren dieser kleinen, dunkelgrünen Polyesterburg ein Yes-Torty kredenzte (ich hoffe schwer, Sie erinnern sich noch an diesen legendären Werbespot?), also nicht, dass mir die labbersüßen, luftigen Dinger je wirklich geschmeckt hätten, es ging da mehr so ums (sagen wir mal:) Atmosphärische und das hätte besser nicht sein können, nur eine Ukulele hätte er noch mitnehmen können, denke ich nun, Jahrzehnte später, die hätte locker noch in seinen Rucksack gepasst, aber auch nichts dran geändert, dass wir nach dem Törtchenverzehr triefnass wieder unten in der Jugendherberge ankamen, weil das blöde Zelt nämlich (anders als in der Werbung) undicht war, und der Hammer-Tag dann leider im Keller an der Tischtennisplatte endete (weil wieder mal irgendein Depp den Ballauswurfhebel am Kicker verkeilt hatte, => kein Ball = kein Kickern), und das auch noch mit diesem unerträglichen Rundlauf, bei dem ich erst recht nie einen Ball erwischte, und wie der Besuch des Kanadiers dann zu Ende ging, das habe ich komplett vergessen, meine Erinnerung hat sich irgendwo in diesem unseligen, zerrupften Jugendherbergskellertischtennisplattennetz verfangen und verheddert.

Wo waren wir noch gleich stehen- bzw. sitzengeblieben?
Ach ja, auf einem Baumstumpf auf der Waldlichtung an der Nordwestflanke des Geiersteins, auf der das Dackelfräulein und ich gestern Nachmittag einen Imbiss einnahmen.

Und es war klug, sich dort ordentlich zu stärken, denn im Anschluss stellte sich bald heraus, dass der Maßstab der topografischen Wanderkarte für eine Tourplanung ohne Brille dann wohl doch etwas zu klein war.

Was nach Rundtour über den Geiersteingipfel aussah, war zwar auch eine Rundtour, aber die winzige Kletterpassage war in echt nicht ganz so winzig, und fast wäre ich umgekehrt als wir da plötzlich vor einer Felspassage standen, an der der weitere Weg nicht mehr erkennbar war, außer, er würde direkt und recht weglos über diese Gesteinsbrocken verlaufen, die sich vor uns auftürmten, was aber nicht zu hoffen und zudem eben uneindeutig war.

Karte raus, Rucksack runter, Hund angeleint. Brille aufgesetzt und in die Karte geguckt. Doch, da gibt es einen Weg!
Karte wieder eingepackt, Stöcke an den Rucksack geschnallt, Hund samt Rucksack an einer Wurzel festgebunden. „Sitz und bleib!“ und „Ich komm gleich wieder!“.

Nun erstmal alleine gucken gegangen, d.h. einmal über diese unwegsame Passage geklettert, um zu sehen, ob ich da auch mit Hund rüberkäme. Ja, das würde schon klappen, aber nur ohne Rucksack, weil eine Hand am Fels und die andere am Dackel, das reicht an Konzentrations- und Balanceübung völlig, da kann ich nicht noch ein Glumpp am Rücken brauchen, das mich womöglich nach hinten zieht oder sich irgendwo verhakt.

Schlussendlich dieses Stück dreimal gegangen, 1x zur Erkundung, 1x mit Pippa auf dem Arm und 1x um den Rucksack zu holen.
Wenn ich nicht genau wüsste, dass es Außenstehende langweilt, würde ich über diese Momente mit Hund glatt ein eigenes Büchlein schreiben!
Das ist nämlich der Wahnsinn, wie man da all die Beziehungsjahre und all das, was man in ihnen an Bindung, Vertrauen und Verständigung aufgebaut und erreicht hat, so intensiv spürt! Wie der Hund das weiß, was in solchen Momenten „dran“ ist (totales Vertrauen, totale Folgsamkeit, totale Ruhe), und was man als Mensch für eine Kraft entwickelt, um die kleine Seilschaft sicher über so eine Stelle zu geleiten!

Nach diesem Abenteuer sind es nur noch wenige, felsige Minuten bis zum Gipfel. Spitzenmäßige Aussicht von dort oben, obwohl nur knapp 1.500m hoch, im Osten die Tegernseer Berge und das Mangfallgebirge, im Süden das Karwendel, weiter westlich Wetterstein und Zugspitze und 800 Meter unter uns funkelt die Isar in ihrem Flussbett und zieht ihre Schleifen durch das saftiggrüne Lieblingstal.

Ich küsse das Dackelfräulein auf ihre schwarzglänzende Nase und sage ihr, was für eine unglaublich geländeclevere, mutige und großartige kleine Gefährtin sie doch ist und gebe ihr ein Viertel von meinem Käsebrot ab, woraufhin sie mir sagt, dass sie mich ebenfalls liebt, aber es ruhig die Hälfte des Käsebrotes hätte sein dürfen, weil das dieser extrem großen Sache zwischen uns angemessener gewesen wäre als dieser knausrige Happen.

Ein weiterer Mensch kommt von der anderen Bergseite zu uns hinaufgestiegen, ein kurzes Gespräch ergibt, dass auch er den Plan verfolgte, die beliebteren Ziele der Region zu meiden und es bestätigt desweiteren meine Befürchtung Annahme, dass auch der Abstieg nochmal mit ähnlichen Herausforderungen gewürzt sein würde wie der Anstieg, aber das kann uns jetzt auch nicht mehr erschüttern.

Denn es ist ein guter Tag und wir sind in guter Verfassung.

Beim Hinabsteigen fällt mir einer der Filme ein, die der heimische Serienbeauftragte mir eines Abends während der ersten Corona-Wochen angedeihen ließ: „Nordwand“ (aber auch „Gott des Gemetzels“ und „Shining“ waren durchaus pandemiepassend, vor allem nach „Shining“ wusste man endlich mal, wieso man so schlecht schlief und so mies träumte). Wirklich der krasseste Bergfilm, den ich je gesehen habe und der mich darin bestärkte, auch fortan mit meinen Mikroabenteuern vollauf zufrieden zu sein und vermeintlich verpassten Chancen im Alpinsport keine Träne mehr nachzuweinen.

Unterwegs noch eine kleine Rast auf einer Bank, für eher schwindelfreie Spaziergänger, und unten im Tal angekommen dann fürs Fräulein noch ein Sprung ins kühle Nass des Schlossweihers.

Am Ufer einen Hundegassigänger nach dem schönsten Weg zum Schwimmbadparkplatz gefragt. Der Einheimische entpuppt sich als jemand, mit dem ich damals, in der Zeit jener Yes-Torty-Sommer und Ferienarbeitswochen, also vor rund 30 Jahren, stets unter einem Dach wohnte, weil er der Sohn der hiesigen Herbergseltern war.
Wir tauschen im Schnelldurchlauf die Eckdaten von drei Jahrzehnten aus (Ehen, Kinder, Ausbildungen, Berufe, Eltern, Hunde, Krankheiten, Wohnorte), er lässt den Papa grüßen, ich seine Mutter. Zum Abschied ruft R. mir noch zu, dass wir uns ja in 30 Jahren wieder mal hier am Schlossweiher mit unseren Hunden über den Weg laufen könnten.

Die Welt ist so klein.
Und je älter ich werde, desto mehr wächst das Bedürfnis, sie mir in gewisser Hinsicht auch so klein und überschaubar zu (er)halten, und es stimmt mich überaus froh und zuversichtlich, dass mir das meist auch gut gelingt, denn ich brauch‘ ja nicht viel zu meinem Glück und über die Jahre wird sogar das noch immer weniger (nicht das Glück, sondern die nötigen Zutaten dafür).

Jetzt nochmal 4 Tage Arbeitsklausur – und dann schauen wir mal, wo wir als nächstes unser Glück finden!

Einladung zu einer Joggingrunde!

Lust auf ein bisschen zerebrales Workout?
Dann kommen Sie doch mit auf eine Runde Gehirnjogging (oder sagt man Brainjogging?)!

Und das geht so:

Von meinem coronaren City-Walk (heut heißt ja alles irgendwie auf Englisch, keine Sau sagt mehr Stadtspaziergang oder so) durch die Hood (mein neuestes Hass-Wort) hab ich Ihnen ein paar Pics mitgebracht, zufällig 13 an der Zahl, die echt zu schade für diesen Insta-Quark sind, weshalb ich sie zu einem Quiz verarbeitet habe.
Und zwar extra für Sie, meine lieben vom vielen #stay-at-home geplagten Leserinnen und Leser!

Versuchen Sie Ihr also Glück – ach was: stürzen Sie sich in die Challenge! – und ordnen Sie den 13 Fotos die 13 Begriffe korrekt zu, teilen Sie mir die Lösung (in der Schreibweise: 1g / 2a / 3d usw.) per Kommentar hier im Blog mit (oder, für die „No way! – Ich zeig mich doch hier nicht öffentlich!“-Fraktion, per Mail unter kraulquappe@web.de) und gewinnen Sie – sofern Sie alle 13 richtig haben, versteht sich – einen von drei sensationellen Preisen (denn auch wir nutzen die Pandemie zum Ausmisten, und da sind einige treasures zum Vorschein gekommen, aber hallo), die viel zu schade sind für den Wertstoffhof (der hier in München ab morgen wieder geöffnet hat, zu Zeiten, die nach Endziffer des Autokennzeichens gestaffelt werden, und wer kein Auto hat, der kommt evtl. gar nicht rein, ich muss nochmal nachlesen, wie die sich das genau vorstellen…).

Hier kommen die 13 Bild-Kandidaten:

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

9.

10.

11.

12.

13.

Und hier die 13 den Bildern zuzuordnenden Begriffe, zeitgemäß im to-x-Style and in English, for sure:

a) to give up understanding

b) to look amol

c) to clean up

d) to fake swimming

e) to keep one Springsteen of space

f) to stick together

g) to have no restraint

h) to give up everything

i) to get sth. hot and desired

j) to keep away

k) to stay young and beautiful

l) to dump the to-go’s

m) to kick Corona

*****

Das gesamte Team der Kraulquappen-Redaktion wünscht Ihnen ein helles Köpfchen beim Kombinieren
und ein flinkes Händchen beim Tippen – und überdies natürlich einen schönen Sonntagabend!