Atmosphären des Sports.

Milan über dem Tölzer Land.

Die Regelung der vielfältigen väterlichen Angelegenheiten kostet Einiges an Energie, die – wann immer möglich – andernorts nachgetankt werden muss, um nicht zu sehr aus der Balance zu geraten. Schließlich hat man da jetzt noch eine gehörige Strecke vor sich (und steht ja erst ganz am Anfang).
Und auch der vorerst letzte Vorfrühlingstag (>15 Grad) mahnt dazu, ihm ein paar sonnengetränkte Freiluftstündchen abzutrotzen: schauen wir also die Welt nochmal von oben an und verbinden das mit einer weiteren Gelegenheit zu einem Frühjahrsbad fürs Fräulein.

Eine dreieinhalbstündige Rundtour (falsches Schuhwerk, falsche Jacke, überflüssigerweise die Grödeln im Rucksack, aber wenigstens die Kamera dabei) entpuppt sich als wunderbar herausfordernd für Konzentration und Kondition, so dass an Anderes gar nicht mehr gedacht werden kann.

Wobei mir diesmal nicht nur der Weg Konzentration abverlangt, sondern dass ich parallel zum Aufstieg dem Gatten beim Arbeiten zuhöre. Der sitzt 500 km entfernt allein in seinem Büro und hält seinen ersten Online-Vortrag auf einer Tagung und weil das Thema so schön passt und ich den Zoom-Link dabeihabe, probiere ich dieses Wunder der Technik doch glatt mal aus, trete nach dem Schultern meines Rucksacks dem Meeting bei, überprüfe mehrfach leicht panisch, ob ich auch ja Mikro und Kamera deaktiviert habe (nichts peinlicher, als wenn plötzlich ein energisches „Pfui, Pippa, was frisst du denn da schon wieder?“ durch seinen Vortrag schallen würde oder die ordentlich gekleideten Tagungsteilnehmer mich schwitzend und schnaufend auf dem Wanderweg sähen), klemme mir das Smartphone zwischen Pulli und Hüftgurt, zurre es gut fest und marschiere los.

Der Gatte referiert 30 Minuten lang zu „Atmosphären des Sports“ , lässt sich darüber aus, worin der Unterschied zu Situationen besteht, inwiefern soziales Handeln und soziale Ordnung vom Phänomen der Atmosphäre geprägt werden und wie der Sport davon durchdrungen ist.
Umgeben vom Bergwald und seinen Düften, die gleichermaßen auf das Dackelfräulein und mich einwirken, umfangen von der milden Luft und dem funkelnden Licht, das durch die Tannen fällt und leuchtende Muster auf unseren Pfad malt, all das eingebettet in eine auf jeder Tour sich neu und anders findende Stimmung sowie in ein Gefühl von Rhythmus und Gleichklang, in dem wir uns fortbewegen (stets gemeinsam und aufeinander bezogen und doch auch jeder für sich), so vor mich hingehend und dem Vortrag lauschend denke ich: coole Sache, denn solch eine perfekte Verschränkung von Theorie und Praxis lässt sich wirklich selten erleben (und: wie glücklich ich mich doch schätzen kann, den praktischen Part dieser Verschränkung zu verkörpern!).

Weil es eine extrem wenig frequentierte Bergtour ist, störe ich damit allenfalls die Ruhe des Waldkauzes oder der Wühlmaus, was man für eine halbe Stunde schon mal riskieren kann, finde ich.
Das Kopfschütteln kommt dann aber weder von Waldkauz noch Wühlmaus, sondern von zwei kernigen Kletterern, die uns entgegenlaufen und ein paar Sätze des Gatten über irgendein denkwürdiges Spiel zwischen dem FC Liverpool und dem FC Bayern aufschnappen, das irgendeine These – ich hab‘ leider schon wieder vergessen, welche – illustrieren soll, aufschnappen und mich einigermaßen erstaunt angucken.
Aus einem Gefühlsmix zwischen Ertapptwordensein und Scham rechtfertige und erläutere ich ungefragt das von mir verursachte Schreddern der heiligen Bergstille, woraufhin die beiden verschmitzt grinsen und ihrerseits bekennen, auch sie befänden sich gerade mehr oder weniger im Homeoffice und hätten erst eine Viertelstunde zuvor auf einer Lichtung rastend schnell noch ein paar Emails beantwortet, so sei das eben nun in Zeiten wie diesen und man müsse halt derzeit solche Unternehmungen unbedingt wochentags machen, weil die Leute, diese suspekte Spezies, zu der man sich selbst ja grundsätzlich nicht zugehörig fühlt, an den Wochenenden mittlerweile jeden noch so abseitigen Weg bevölkern würden.
Die Zukunft liegt wohl defintiv im flächendeckenden, stabilen und schnellen Internet, wetterfesten Laptops und federleichten mobilen Endgeräten, hintergrundgeräuscheliminierenden Mikrofonen und Kameraprogrammen, die selbständig Schweißtropfen und Stirnband rausfiltern können.

Das Fräulein ist gut in Form, saust wie in alten Zeiten stets ein Stück voraus, dreht sich gleichwohl alle paar Meter brav nach mir um, die ganze Tour ein weitgehend stummer, eingespielter Dialog, ein einziger Blick oder Pfiff genügt (sofern es nicht um Fremdkot geht oder um einen Artgenossen, der einem nicht passt), die eine achtet auf die andere, an den heiklen Passagen wird aufeinander gewartet, ein beinahe meditativer Gleichschritt trägt uns so hinauf zum Gipfelplateau, und dort oben auf der sonnenwarmen Erde beieinander sitzend, immer mit Körperkontakt, versteht sich, bin ich plötzlich atmosphärisch nah an den Freudentränen.
Dieses kleine Wesen neben mir haben zu dürfen, meine Güte – was für ein großes Glück.

Himmel der Bayern (92): Eine etwa vierstündige Rast erhält die Kräfte ungemein.

Vorgestern, am Tegernsee. Zwischen Einkäufen, Küchenarbeiten, Abendessen und einem thematischen Potpourri, das von Treppenlifteinbau über Pflegestufenbeantragung bis hin zu Seniorenresidenzwartelisten reichte (die Stimmung des Papas dabei erstaunlich gelassen, ja vielleicht beinahe froh, dass ich das alles ganz direkt anspreche, nicht drumherum rede und mir Notizen mache, was wann und vor allem von wem zu tun sei), wackelt der Papa zum Sekretär, um aus der obersten Schublade ein zerfleddertes kleines Büchlein hervorzuholen. Trägt es zum Esstisch, legt es mir mit seiner leicht zitternden rechten Hand hin und sagt: „Guck mal, ich miste ja immer noch aus, und bei dem hier dachte ich an dich und ob du das vielleicht haben magst.
Seine Stimme spricht keine Fragezeichen mehr, auch keine Ausrufezeichen, sie hebt und senkt sich nur noch selten, ihre Amplitude ist ebenso in sich zusammengeschrumpft wie der gesamte stattliche und starke Mensch, der er früher mal war. Ich blicke auf den abgewetzten, kastanienbraunen Ledereinband, drauf steht in Goldlettern: „Meyers Reisebücher. DEUTSCHE ALPEN. Erster Teil.“
Die Ursprünge und Grundlagen meiner Bergliebe habe ich ja dem Papa zu verdanken, so wie die Dackel- und Heimatliebe wohl auch, also ergreift mich sogleich große Rührung als ich die mufflige Kladde aus dem Jahre 1886 aufklappe und das Vorwort zu lesen beginne: „Leicht Gepäck ist eine der Vorbedingungen für eine angenehme Reise, besonders im Gebirge.“ – so lautet der erste Satz. Wie wahr!, denke ich, und: Wie sehr das doch auch jenseits des Gebirges zutrifft.

Später am Abend, wir alle sind etwas erschöpft vom mentalen und verbalen Herumwuchten schweren Gepäcks, konkret: vom Um- und Einkreisen der vorletzten Dinge und dem schließlich vorsichtig geäußerten Beschluss, dass eine Übersiedelung vom Haus in eine Seniorenresidenz (der Begriff Altenheim kommt keinem über die Lippen, Pflegeeinrichtung schon gar nicht) sinnvollerweise in nicht mehr allzu ferner Zukunft anstünde („so lange wir das noch selbst entscheiden können“ sagt die Lebensgefährtin, der Papa hingegen fasst es unter „so lange ich meinen letzten Koffer noch alleine packen kann“ zusammen), sitzen still und müde in den Sesseln, jeder mit seinem lauen Getränkerest und seinen ungeäußerten Gedanken beschäftigt, schlage ich das Alpen-Büchlein erneut auf.
In dem einleitenden Kapitel „Einige Wander-Regeln“ findet sich unter anderem die wunderbare Weisung: „Das Gehen in der Mittagswärme ist unangenehm, eine etwa vierstündige Rast (11-3 Uhr) erhält die Kräfte ungemein.“ .

Am darauffolgenden Tage probieren wir das gleich mal aus – und rasten während der Mittagswärme. Gelingt uns auf Anhieb. Sehr gut sogar.
Ich lasse mich auf einer Bank am See nieder, deren Standort ich in Zeiten wie diesen lieber nicht verraten möchte, das Fräulein schnorchelt im Flachwasser herum und ruht nach dem Bade im sonnigen Strandkies (kaum zu glauben: grad mal zwei Monate nach Weihnachten und der Hund nimmt schon ein erstes Frühlingsbad!).
Dank des Krapfens genügt auch eine anderhalbstündige Rast, um die Kräfte zu erhalten bzw. wiederherzustellen (außerdem hat man ja auch noch was anderes zu tun), den Durstlöschhinweis aus Meyers Reisebuch beherzige ich wohlweislich nicht („Wer empfindlich beim Kaltwassertrinken ist, vermische das Wasser im Lederbecher mit etwas Kognak aus der Feldflasche.“ ), denn so in der prallen Sonne sitzend würde das die eben erst erhaltene Kraft womöglich wieder gefährden, außerdem besitze ich keine Feldflasche, sondern nur so ein neumodisches Aludings (wenngleich solides Schweizer Fabrikat).

Der frisch vererbte Schmöker geleitet mich quer durchs bayrische Hochland, ausführlicher widme ich mich dem Isarthale, der Region Tegernsee-Schliersee sowie der Gegend, in der ich gerade raste.
Ich erfahre, dass das Schloss, an dem ich just vorbeispazierte, damals keine ferienfreizeitwütigen Protestantenfamilien beherbergte, sondern dem Grafen Ferdinand von Rambaldi gehörte, der dort residierte, wann immer es seine Amtsgeschäfte als königlicher Regierungsrat in München zuließen. Absurderweise besaß der Herr Graf nur einen Steinwurf vom seinem Schloss entfernt noch ein Sommerhaus (auch jenes nicht gerade winzig und ebenfalls mit herrlichem Seeblick), um sich, wie es heißt, „dem turbulenten Treiben der Schloßanlage entziehen zu können“ .
Wie beneidenswert, wenn man binnen weniger Minuten von einer Ruheoase zur nächsten schlendern kann!
Man selbst ist ja heutzutage schon heilfroh, wenn man an dem fast gänzlich von Privatbesitztümern zugepflasterten Ufer irgendwo ein Loch in einem Zaun entdeckt, hindurchzuschlüpfen wagt, um dann klammheimlich kostbare 90 Minuten vor einem verspinnwebten Bootshaus zu verbringen. Freilich geht das eh nur, weil Februar ist und es außer ein paar Hunden noch niemanden ins Wasser drängt.

Vor mir der See, hinter mir das Bootshaus, mit einer beachtlichen Bevorratung an Poolnudeln und anderem Schwimmzubehör, linkerhand eine blau leuchtende Badeinsel, zu meiner Rechten der einladende Holzsteg, mit kleiner Stiege hinab ins schmerzlich vermisste Element.
Ich lege das Buch beiseite und google zum ichweißnichtwievielten Male nach Neoprenanzügen. Wie immer überfordert mich das nach wenigen Minuten und beschert mir dasselbe Gefühl, das mich früher stets in Kaufhäusern (Sie erinnern sich? – diese mehrstöckigen Konsumtempel, die Sie einst aufsuchten, wenn Sie das Haus verließen, um mal etwas anderes als nur Lebensmittel oder Klopapier zu besorgen…) befiel: ein Zuviel an Angebot sowie ein Zuwenig an Kenntnis oder Wollen radierte schon nach kurzer Verweildauer jede Kauflust in mir schlagartig aus – ich will dann gar nichts mehr (außer raus aus dem Laden und sofort meine Ruhe).

So knöpfe ich mir abermals Meyers Reisebuch vor, streife durch die Kapitel über Garmisch und Mittenwald (staune, dass das Karwendel früher Karwändel hieß und dass der Oberbayer als ein Menschenschlag geschildert wird, der sich „durch Biedersinn und Ehrlichkeit“ sowie „durch kernhaftes Wesen, Kraft, Humor und Phantasie“ ausgezeichnet haben soll) und bleibe schließlich bei „Ratschläge für bergsteigende Damen“ hängen, die ich Ihnen hier keinesfalls vorenthalten möchte:

Das Haupterfordernis für bergsteigenden Damen ist zunächst ein fester Bergschuh (…). Beim Maßnehmen dieser Schuhe ist darauf zu achten, daß beide mit starken Strümpfen bekleidete Füße fest auf der Erde stehen und nicht, wie meistens der Fall, frei in der Luft hängen. Man trete die Schuhe zu Hause ein und lasse sie erst im Gebirge nageln.
Besonderes Gewicht ist darauf zu legen, daß der Körper als erste Bekleidung nur Wolle erhält. Von dunklem, nicht zu schwerem Wollstoff angefertigte weite Beinkleider und darüber ohne Jupons das Kleid von dunklem Wollstoff, welches derart einzurichten ist (durch Aufknöpfen), daß es (bei Touren) entsprechend kurz oder lang gemacht werden kann. Der Stoff zum Kleid muss ein dauerhafter englischer Wollstoff sein.

(…) Ein warmes Plaid ist unerläßlich bei der Rast auf dem Gipfel, auch ein kleines Tuch für den Hals ist sehr erwünscht, wildlederne Handschuhe sind vortrefflich. Als Kopfbedeckung für in unbewaldetes Gebirge führende Touren diene ein starker Strohhut, der innen warm gefüttert ist, und dessen nach unten gehende Ränder das Gesicht schützen. Ein blauer Schleier ist unerlässlich.

Und 135 Jahre später ist das Einzige, was davon noch geblieben ist, der robuste Stiefel und bei der Oberbekleidung (heute Funktionswäsche oder Baselayer genannt) ein Merinoanteil von bestenfalls 70%.
Tja. The Times They Are A-Changin‘ .

Es ist das vollkommen Zweckfreie und ganz und gar Gegenwartsferne dieser Lektüre, das mir in der Seele so gut tut bei dieser Mittagsrast am Tag nach dem Ausflug in die geriatrischen Gefilde.

Mit Spaziergang, An- und Abfahrt habe ich es dann übrigens doch noch auf die empfohlenen vier Stunden gebracht, wenn man „Rast“ mal in einem weiteren Sinne fassen möchte: nämlich als „Absenz von Alltag“ .

Kurt knurrt.

Sie erinnern sich bestimmt: Kurt Kister ist mein erklärter Favorit unter den hiesigen Journalisten, ich erfreue mich jede Woche mindestens an seiner Kolumne, meist noch an einem weiteren Artikel.

Hier und heute zwei Kisters für Sie, wie sie kistriger nicht sein könnten.
Ersterer ist schon von letzter Woche und wurde daher bereits vom sehr geschätzten Bonner Blognachbarn zitiert, ich erlaube mir, ihn hier in Gänze hineinzukopieren. Kister spricht mir darin absolut aus der Seele, was das Sterben und unseren sprachlichen Umgang damit angeht.
Ich möchte ganz unbedingt eines Tages auch gestorben sein dürfen und keinesfalls verstorben sein. Und erst recht nicht verschieden! Und geschieden natürlich auch nicht, das hatte ich schon mal und das war eher doof (das Procedere, nicht das Ergebnis).

Meine Lieblingspassage im Erstkister ist der einleitende Absatz, dicht gefolgt von dem Halbsatz über Günter Grass. Und dass Lucy Jordan erwähnt wird, ist auch super. Wir könnten vermutlich eh gut zusammen Musik hören, der Kurt und ich (sogar Springsteen).

Aber lesen Sie selbst:

16. Februar 2021
Sehr geehrte Frau Kraulquappe,
es war eine dieser Nachrichten, die man mit doppeltem Erschrecken hört: Chick Corea ist tot. „Unerwartet verstorben“, wie es so schön heißt, wobei man sich fragt, woher die unheimliche Karriere des Verbs „versterben“ rührt, das eigentlich nur „sterben“ heißen sollte, auch weil man die Vorsilbe „ver-“ nicht braucht, um tot zu sein.

Nein, dass so häufig verbalbürokratisch von „versterben“ gesprochen wird, hat nichts mit Corona zu tun, sondern eher damit, dass immer mehr Menschen, auch solche, die keine IT-Gebrauchsanweisungen schreiben, über einzelne Wörter und Sätze, die in der richtigen Art zusammengefügt, die Verständlichkeit und im allerbesten Falle die Schönheit unserer Sprache ausmachen, nicht mehr nachdenken. Gestorbene auch als Verstorbene zu bezeichnen, ist das eine. „Versterben“ aber ist, wie ich früher in der Volksschule gelernt habe, kein schönes Tu-Wort, auch wenn in Grimms Wörterbuch darauf verwiesen wird, dass schon Goethe die Zeilen schrieb: „Ein junger Mann, ich weiß nicht wie, verstarb an der Hypochondrie.“ Sie wissen ja, quod licet Jovi, non licet bovi.

Ludwig Anzengruber, ein hierzulande und heute nicht mehr sehr rezipierter österreichischer Schriftsteller und Stückerl-Schreiber, machte sich jedenfalls Gedanken darüber, welche Beziehung „versterben“ zu „sterben“ respektive „tot“ hat, indem er schrieb, „wenn einer verstorben (gestorben) ist, da ist er wohl ganz und gar verstorben (tot)“. „Verstorben“, heißt es in dem Wörterbuch der Gebrüder Jacob und Wilhelm Grimm, bezeichne „bisweilen den Augenblick des Abscheidens, manchmal aber auch die abgeschlossene Handlung“. Sterben ist da wohl die Handlung, also das Tun, „verstorben“ ist der Zustand, nachdem die Handlung vollendet wurde. Sterben, um verstorben zu sein – was für eine vielfältige Sprache, was für ein schönes Deutsch, das man nicht immer sprechen oder schreiben muss, aber mit dessen Kenntnis man auch keine 29-schrittigen Prozessanleitungen zur Neuanmeldung des Diensttelefons verschicken würde.

Ich blättere hin und wieder im sehr umfangreichen Grimm, dem Wörterbuch, von dem zwischen 1854 und 1961 sechzehn Bände erschienen sind. Zwar schreibe ich „blättern“, obwohl ich das fast ausschließlich online tue, auch wenn das Blättern online eigentlich ein Widerspruch in sich ist. Die Geschichte der Wörter ist eben auch die Geschichte der Menschen – oder vielleicht ist es auch umgekehrt. Der verstorbene Günter Grass, der 2015 starb und seitdem tot ist, brachte 2010 als eines seiner letzten Bücher „Grimms Wörter“ heraus. Grass sollten Wörterliebende nicht vergessen, obwohl er auch manches krude Zeug geschrieben hat. Nehmen Sie einfach sein „Grimms Wörter“ in den nächsten Urlaub mit, den es wieder geben wird, ganz bestimmt, trotz Mutationen und Mutanten. Den Grass gibt es als Taschenbuch für ein paar Mark fuffzich (ja, liebe Schlussredaktion, ich weiß, dass man jetzt in Euro zahlt).

Nun bin ich sehr von dem abgewichen, worüber ich eigentlich schreiben wollte, auch wenn eine Funktion dieser Kolumne darin besteht, grundsätzlich von dem abzuweichen, was man eigentlich schreiben will. Variety is the spice of life, sagte der englische Dichter William Cowper, was ungefähr heißt, dass Vielfalt, also auch Abweichung, das Leben interessant macht. Also: Eigentlich wollte ich schreiben, warum mich der Tod von Chick Corea doppelt erschreckt hat.

Chick Corea habe ich bewusst zum ersten Mal in den Siebzigerjahren wahrgenommen, als er 1976 seine Doppel-LP „My Spanish Heart“ herausbrachte. Zwar hörte ich damals eher das, was man bei Spotify heute ProgRock nennt, hatte aber keine Vorurteile gegenüber Jazz oder seinen Verwandten. Je älter ich wurde, desto mehr hörte ich auch Jazz. Corea war in seinen vielen verschiedenen Musikphasen immer einer meiner Begleiter; als ich mir es leisten konnte, besuchte ich auch das eine oder andere Konzert. Leider habe ich nie seine fantastische Band Return to Forever live gehört, aber ihn selber doch in diversen Formationen gehört und gesehen. Ich hatte und habe seine Musik auf Platten, auf Kassetten, auf CDs, auf diversen Pods, und seit geraumer Zeit fließt sie auch aus der Großen Wolke über das Telefon in den Verstärker. Chick Corea war immer da – so wie Thelonious Monk, Keith Jarrett oder, andere Baustelle, Leonard Cohen. Tja.

Das ist der eine Grund für das Erschrecken:  Ein wichtiger, vielleicht genialer, großartiger Musiker ist tot.(SZ Plus) Der andere Grund: Er, oder zumindest seine Musik, hat jahrzehntelang zu meinem Leben gehört. Das ist jetzt zwar nicht vorbei, aber so wie für manche Klassikhörer mit dem Tod von Mariss Jansons oder Enoch zu Guttenberg etwas zerbrochen ist, höre ich jetzt Light as a feather über Scherben, die man nicht sieht, aber spürt. Und die Melancholie wegen Coreas Tod ist natürlich auch Melancholie über das, was man selbst alles verloren hat im Leben oder verloren zu haben glaubt, oder was zumindest unwiederbringlich vorbei ist.

Im Oktober 1993 zum Beispiel war ich bei einem Konzert von Chick Corea in Virginia vor den Toren Washingtons. Es war mir ziemlich egal, dass man sich damals in Deutschland gerade darüber aufregte, dass Corea Scientologe war, auch wenn ich nicht verstehen kann und konnte, wie sich halbwegs vernünftige oder gar halbwegs geniale Menschen einer so obskurantistischen Religion mit totalitären Zügen anschließen können. Andererseits sind die meisten Religionen … aber diese Abweichung hebe ich mir für eine andere Kolumne auf. Jedenfalls war es ein großartiger, warmer Herbstabend, und als ich nach dem Konzert nach Washington zurückfuhr, wollte ich nirgends anders sein als dort und nichts anderes erlebt haben als das, was ich gerade erlebt hatte. Dieses Gefühl stellt sich mit zunehmendem Alter seltener ein, und deswegen macht auch der Tod von Chick Corea doppelt traurig.

Es gibt diesen Song von Marianne Faithfull, den ich gerne zitiere, in dem es über die depressive Titelheldin Lucy Jordan heißt, sie habe mit 37 erkannt, dass sie niemals in einem Cabrio durch das sommerwarme Paris fahren würde. Was soll man sagen: Ich war damals 36, hatte ein Cabrio und fuhr nach Washington, das Pianospiel von Chick Corea im Ohr.

Und heute? Draußen hat es fünf Grad minus, es schneit leicht, und man sitzt am Computer, um melancholisches Zeug zu schreiben, weil Chick Corea gestorben ist. Man kann nirgends hingehen, es hat nichts offen, und das meiste, was real ist, ist auch irgendwie künstlich. Der Kerl auf dem Bildschirm, mit dem man dienstliche Absprachen treffen muss, sieht so aus, als befände er sich auf der „emotionalen Tonskala“ – der Begriff stammt aus dem Scientologen-Gedöns – ungefähr bei „covert hostility“, also versteckter Feindschaft. Selten war es so sehr Zeit, dass es endlich wieder Sommer wird.

Kurt Kister
Kolumne mit dem Titel: „Gestorben um tot zu sein“. Von Kurt Kister, 16.02.2020.

*****

Der zweite Artikel, in dem Kurt kräftig knurrt, erschien gestern Abend.
Der Gatte leitete ihn mir umgehend nach Veröffentlichung weiter (ich saß ja am Tegernsee, war tief in das Tauchbecken der Seniorenthemen gesprungen und hatte folglich keine Zeit und keinen Kopf für Zeitungslektüre) und dieser Text war wirklich eine erfreuliche Ergänzung zu den ungefähr 5-6 Messenger-Nachrichten von Freunden und Freundinnen (ich kann das mit dem * noch nicht), die mich gestern über den Tag verteilt auf den neu erschienenen Podcast von Bruce Springsteen & Barack Obama hinwiesen, mit dem die beiden Chiefs nun die Menschheit (oder auch nur sich selbst) beglücken wollen.

Verstehen Sie das bitte nicht falsch: ich möchte unbedingt auch weiterhin auf jeden Pups aufmerksam gemacht werden, der durch die Lüfte von Colts Neck, jenem Kaff im Monmouth County im US-Bundesstaat New Jersey, in dem der Boss seinen Ruhestand auf dieser kleinen Ranch verbringt, weht. Unbedingt!
Aber wie das eben mit Pupsen (Püpsen?- wie lautet der korrekte Plural dieser Winde?) so ist: nicht alle ziehen sie angenehm geruchs- oder geräuschlos vorüber, manchmal poltern oder stinken sie auch ganz erheblich. Und dieser hier, der mieft nach Selbstbeweihräucherung, nach einem saturierten Sermon zweier (weitgehend) Zufriedener, die sich zum nachmittäglichen Genuss eines edlen Eisteegesöffs aus zirbenkugelverschlossenen Karaffen auch noch ein Stück Rebellionsküchlein genehmigen wollen, das sie – jeder für sich und doch irgendwie gemeinsam – verzehren und zuvor entsprechend (age-appropriate) gründlich zerkauen. (Nebenbei: Obama hat übrigens fast den gleichen Thermostrinkbecher (travel mug) wie ich.)
Das einzig (nachhaltig) Erfreuliche daran: er (der Pups bzw. der Podcast) lieferte Kister die Munition für einen weiteren wunderbaren Kommentar, hier der Link zum Artikel.

Meine Lieblingsstellen: die mit der Harman-Kardon-Anlage im BMW und natürlich der Schlussteil mit Alois & Susi.

[Werde nachhher mal im Keller nach diesen Kassetten stöbern gehen. H. und ich nahmen in den 1980er-Jahren bergeweise solche Unterredungen auf, ich hab die selbstverständlich alle aufgehoben und archiviert, und da H. nächste Woche Geburtstag hat, bestünde noch eine reelle Chance, dass ich unsere Werke bis dahin digitalisiere und der Freundin als Podcast zukommen lasse.
Sollte mir das technisch nicht so fix gelingen, kann ich ja immer noch eine Glaskaraffe mit Zirbenkugel schenken
.]

*****

Time of transition.

Wenn der Winter sich entschlösse, nicht nochmal zurückzukommen – ich wäre ihm nicht böse. So schön er auch war, so sehr wir das Weiße und die Weite auch genossen haben – einen dauerhaften Wechsel zu mehr Farbe und Wärme würde ich nun willkommen heißen.

Es ist still geworden hier.
Die vergangenen zwei Wochen innerlich ein Abbild des Wetters: von frostig bis frühlingshaft alles dabei. Teilweise war’s sogar schon Zeit für die sogenannte Übergangsjacke, bloß ärgerlich, dass es dieses Kleidungsstück nur für die äußere Hülle gibt.

Meine Krapfendiät neigt sich langsam ihrem Ende zu und hat keine nennenswerten Spuren hinterlassen. Ausreichend Bewegung und unzureichender Schlaf fallen offenbar mehr (bzw. weniger) ins Gewicht als wochenlanger Schmalzgebäckkonsum. Angereichert um ein paar gesundheitliche Beeinträchtigungen und die diesjährige Faschingsmaskerade – ein lumpiges Nervenkostüm -, hätten es vielleicht auch zwei Krapfen pro Tag sein dürfen. Bedauerlich, dass ich das nicht ausprobiert habe.

Der Tod des Vaters der Freundin beschäftigt nicht nur die Freundin sehr, sondern geht auch mir ziemlich nahe. Neben viel Mitfühlen und Mithelfen wohl vor allem deshalb, weil mir die mit diesem arg plötzlichen Abschied verbundenen Ereignisse und Emotionen vorkommen wie eine Vorschau zu einem in Kürze erscheinenden Film, bei dem dann ich in der ersten Reihe sitzen werde.
Dazu passt, dass ich während eines Telefonats mit dem Papa ganz beiläufig erfahre, dass er einen schweren Gichtanfall hatte und sich ein Wochenende lang nicht mehr von der Stelle rühren konnte.
Seit wann hast du Gicht?“ frage ich ihn reichlich verdutzt und er sagt mit derselben tonlosen Stimme, mit der er seit Wochen über nahezu alles spricht: „Ach, das war ja jetzt erst das zweite Mal.
Der von Mr. Parkinson eh schon sehr begrenzte Radius des Papas war vorübergehend auf Null geschrumpft: ein Gang ins Erdgeschoss des Hauses ein vormittagsfüllendes Vorhaben – da bleibt man besser gleich im Bett, was zwar naheliegend erscheint, aber letztlich nicht besser ist.
In Kombination mit der Tatsache, dass die Lebensgefährtin, die für ihr Alter bislang recht agil und aktiv war, auf einmal heftige Probleme mit Rücken und Hüfte hat, ist die Lage nicht wirklich rosig. Im Gegenteil: wenn das so weitergeht, bricht die Versorgung dort bald zusammen.

Als diese Vorstellung sich in mir zu einem opulenten, düsteren Wandgemälde verdichten will, ergreife ich sofort die Flucht nach oben. Was ich nicht wegschwimmen kann, das muss ich weglaufen, und damit’s vom Ergebnis her halbwegs dasselbe ist, muss es dabei möglichst bergauf gehen, wahrscheinlich, damit in Kopf und Körper dieser ganz besondere Rhythmus entsteht, der den vollgelaufenen Empfindungstank auf diese so wohltuende Weise klärt und leert.
Die Strecke erfordert zudem Einiges an Konzentration und Klamottenaktion: Frühlingsmilde auf der zum Berg führenden Forststraße (hochgekrempelte Fleecejacke, und sogar das noch viel zu warm), auf dem schattigen Weg durchs Hirschbachtal dann Anorak-Mütze-Handschuhe, kurz drauf die Grödeln über die Sohlen gezogen (dicke, spiegelglatte Eisschicht auf dem steilen Pfad), oben aus dem Bergwald tretend dann alles wieder ausgezogen (geschlossene Schneedecke, wolkenloser Himmel, Sonne satt), auf der pandemieleeren Hüttenterrasse sitzend schließlich noch Stiefel abgelegt, Hosenbeine abmontiert und ins T-Shirt geschlüpft (Sonnencreme vergessen, Gesicht nun passend zur Mützenfarbe).

Mehr und mehr spielt sich sowas wie ein Lockdownlebensrhythmus ein.
Zwischen Homeoffice und Haushalt immer wieder Ausflüge in die Berge, an Seeufer und ins Münchner Umland einflicken, abwechselnd alleine sowie in Begleitung des Gatten, der Freundin oder des hübsch Bewimperten, Letzterem neuerdings auch sonntags begegnend (ein handverlesenes Grüppchen kommt nun via Zoom zu einer vom Freund angeleiteten Yogastunde zusammen), regelmäßig Telefonate oder Textnachrichten mit all denen, die man nicht treffen kann – das näht die von der Seuche zerschnittenen Sphären wenigstens vorübergehend wieder (scheinbar) zusammen.
Durch das ständige Selbstkochen und Nirgends-mehr-Einkehren einiges an Geld gespart, auch die neue Friseurschere hat schon fast einen Hunderter wettgemacht. Das Fräulein und der Gatte können sich sehen lassen, zumindest so lange ich noch was sehe, denn an meinem Kopf hat sich bislang keiner ausgetobt, dort schaut’s aus wie ein Experiment namens „In drei Monaten vom Pixie-Cut zur Dixie-Hut“ , das kann jetzt nur noch ein Fachmann beheben.
Wobei ich nicht zu denen gehöre, die meinen, ein Friseurbesuch bedeute ein Stück Freiheit oder hätte was mit Würde zu tun.

Die Tasche für den heutigen Tag ist gepackt, das Fräulein sitzt startklar daneben. Machen wir uns also auf den Weg an den Tegernsee, während der einstündigen Autofahrt bleibt noch Zeit, sich weiter den Kopf zu zerbrechen über das, was dort zu tun, zu fragen und zu sagen ist.
Das Hirn will emsig Listen anfertigen (man muss was tun!), das Herz klopft an, um vor zu viel Aktionismus zu warnen (man kann das jetzt nicht alles planen!).

Eine Gemengelage, die dazu führen könnte, hastig eine Hypothek auf ein Haus aufzunehmen, das längst im Abriss begriffen ist.

Song des Tages (65), für D.

12.02.2021: Lebensbaum im Wintertraum.

*****

Wir sprachen über Lebensträume und übers Loslassen.
Irgendwann legten wir die Löffel beiseite, auch die Pannacotta war nun restlos verzehrt. Der Freundin klebte noch ein kleiner Tupfen Himbeermark im Mundwinkel, ich trank den letzten Schluck von meinem Weißbier, dann räumten wir den Tisch ab.

Wir waren heiter, es war ein schöner Abend, das gemeinsame Essen und die Gespräche hatten uns gewärmt.
Plötzlich läutete mein Handy, die Tochter der Freundin rief an: ihr Opa sei völlig überraschend gestorben. Es dauerte einen Moment, bis ich begriff, dass damit ja der Vater der Freundin gemeint war.

Wir weinten zusammen und eine Viertelstunde später standen wir unten auf der winterlichen Allee. Ein eisiger Wind blies uns ins Gesicht, dann wurde die Freundin von der Tochter abgeholt und ich sah dem davonfahrenden Auto hinterher, bis es ganz in der Dunkelheit verschwunden war.

*****

Heute vor einer Woche, als ich über den Isarwinkel blickte, kam mir dieser Song nach Langem mal wieder in den Sinn. Weil in ihm ein Kalvarienberg vorkommt. Weil er die Toten auferstehen lässt. Weil sein Text so ehrlich ist, und so lebensfroh.
Es ist keines meiner Lieblingslieder, mir gefallen nur sein Anfang und sein Ende, mit dem Mittelteil habe ich immer gehadert.

Dafür enthält er einen meiner Lieblingsverse, eine der schönsten Zeilen, die Springsteen je über die Vergänglichkeit und das Sterben geschrieben hat: „It’s only our bodies that betray us in the end„.

Let your mind rest easy, sleep well my friend
It’s only our bodies that betray us in the end


I awoke last night in a dark and dreamy deep
From my head to my feet, my body gone stone cold


There were worms crawling all around me
Fingers scratching at an earth black and six foot low


And alone in the blackness of my grave
Alone I’d been left to die


Then I heard voices calling all around me
The earth rose above me, my eyes filled with sky


We are alive
And though our bodies lie alone here in the dark
Our souls and spirits rise
To carry the fire and light the spark


To stand shoulder to shoulder and heart to heart

12. Februar 2021: Kleiner Jagdhund vor großem Jochberg.

Strohwitwenabend (Lockdown-Version).

Nur die Gischt, Herr Störtebeker und ich. Krasse Sache.

Selbstverständlich mit Maske, wo denken Sie hin?!

Wie ein Mops den Klops suchte und dabei das Ei des Kolumbus fand. A kitchen story about the loop of life & love.

Ein Hund kam in die Küche
und stahl dem Koch ein Ei.
Da nahm der Koch den Löffel
und schlug den Hund entzwei.

Da kamen viele Hunde
und gruben ihm sein Grab
und setzten drauf ’nen Grabstein,
darauf geschrieben stand:

Ein Hund kam in die Küche
und stahl dem Koch ein Ei.
Da nahm der Koch den Löffel
und schlug den Hund entzwei.

*****

Das Lied:
Jeder kennt es, ein Endlos-Song, eine Dauerschleife, ein zumindest vordergründig heiteres Liedchen.
Für mich eine Erinnerung an Kindheitstage, in denen ich morgens im Bad mit dem Papa zu singen pflegte, allerdings hieß das Lied bei uns „Ein Mops kam in die Küche“, was aber nichts zur Sache tut, denn Hund ist Hund, und ob nun ein Mops oder ein Dackel in die Küche kommt, das mag im Auge des Betrachters oder Besitzers zwar einen erheblichen Unterschied machen, verhaltensbiologisch aber läuft’s aufs Selbe hinaus: der allzeit verfressene Vierbeiner klaut etwas aus der Küche – schon allein der Titel des Liedes verweist ja quasi auf die Quintessenz des Haushund-Seins.
Bis hierhin ist die Geschichte gut nachvollziehbar, dann aber nimmt sie eine absurde Wendung, die ich schon damals nicht verstehen konnte und die bis heute zwei zentrale Fragen unbeantwortet ließ:
Wieso handelt es sich bei dem Diebesgut nur um ein schnödes Ei?
Und weshalb bringt der Koch den Hund für diese harmlose Tat gleich um?
Um uns nicht in Nebenpfade oder Sackgassen zu verirren und dabei den Faden zu verlieren, wollen wir uns hiermit trösten: der so unfair und brutal Erschlagene bekam von einer Schar Artgenossen umgehend eine ordentliche Beisetzung organisiert und durch eine das grausame Widerfahrnis gnadenlos enthüllende Grabinschrift wurde ihm nicht nur ein ehrendes, sondern ein immerwährendes Andenken bewahrt. Dazu die posthume Genugtuung, dass seine Nachfahren ihn rächen würden, indem auch sie wieder in räuberischer Absicht in die Küche tapsen… (wodurch das Drama leider von vorn beginnt, das Schicksal aller Beteiligten sich wiederholt und eben zur Endlosschleife wird).
Eines ist jedenfalls sicher: Hätte ein Mops einen Klops gestohlen oder der Hund nur einen Klaps bekommen, hätte es dieser Song womöglich niemals in den Kanon des deutschen Liedguts geschafft.

Das Hundeleben:
Eine endlose Polonaise zwischen Küche und Körbchen, zwischen Napfleeren und Nickerchen. Eine ewige Wiederholung von Widersprüchlichem: ja/nein, komm/bleib, hinaus/hinein, lecker/pfui, Mäuschen/Mistvieh.
Beobachtung in der Wortewelt: Ein Kleinkind sagt meist nicht Hund, sondern Wauwau. Bemerkenswert, dass der allerersten Bezeichnung dieses wunderbaren Wesens, die uns über die Lippen kommt, bereits die Wiederholung innewohnt.
Das repetitive Moment als Mittel zur Annäherung ans Wesenhafte oder gar zur Reduktion aufs Wesentliche.
Was aber ist das Wesentliche?
Was treibt einen Hund an, nicht nur unentwegt in die Küche, sondern auch in sein Revier und zu seinem Menschen wiederzukehren, ist es bloßer Instinkt oder ist da noch mehr im Spiel? Was bestimmt den besonderen Rhythmus dieser auf zig Regeln und Ritualen basierenden Lebensgemeinschaft von Mensch und Hund? Was ist nicht des Pudels, sondern des Rudels Kern?
Wenn man nicht gerade ein kaltherziger Koch mit Mordgelüsten ist, lautet die Antwort: Es ist die Liebe, the loop of love, sie gleicht einer Nadel, die auf einer Schallplatte hängengeblieben ist und fortwährend dieselbe Rille herunterleiert, forever and ever, egal, was uns das Tier alles raubt (und wir ihm).

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Der Grazer Musiker und Komponist Matthias Forenbacher hat sich für sein jüngst veröffentlichtes Werk ebenso kühn wie kreativ in den Kosmos der Kaniden hineinbegeben.
Schnappt sich den altbekannten Klassiker „Ein Hund kam in die Küche“, betätigt sich gleichermaßen als Chef de cuisine und Chef de chien und variiert das vertraute Volkslied.
Verfremdet, verfeinert, verquirlt und verwandelt es, verleiht ihm unerwartete Stimmungsfarben und verpflanzt es in unerhörte Sphären.
Fünfzehnmal würzt er es dezent und sparsam, werkelt mit nur wenigen Zutaten, lässt sich Zeit und Raum, um jeweils etwas Eigenes und Neues daraus zu zaubern, filetiert und flambiert es, und schlussendlich fügen sich all die Einzelteile zu einem schmackhaften, stimmigen Menü, was mir offen gestanden erst auffiel, als ich mir das zwanzigminütige Album neulich mal im Repeat-Modus anhörte, während ich am Herd stand und eine Dreiviertelstunde lang das Risotto rührte (eine in ihrer Zubereitungweise übrigens angenehm repetetive kulinarische Komposition).

Es war Anfang Januar, als eines sonnigen Mittags Forenbachers neue CD mit dem Titel „dogs“ dem Dackelfräulein direkt vor die Nase fiel.
Die Postbotin warf sie durch den Briefkastenschlitz in unseren Flur und wurde für diese rüde Störung des Schönheitsschlafs postwendend verbellt. Nebenan in der Küche warf ich gerade die Kärntner Kasnudeln in den Topf und einen Schimpfer in Richtung Hund, als ich dessen Gebell vernahm: Jeden Tag derselbe Radau, ja, lernt sie es denn nie!?
Aber was für eine Freude, als ich das Kuvert dann der Hundeschnauze entwand, es öffnete und ein handsigniertes Exemplar der „dogs“ zum Vorschein kam!

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Vergangenen Freitag hat Matthias Forenbacher seine Hunde nun offiziell von der Leine gelassen. Einen Hundeführerschein, wie er sonst ja leider vielerorts in Österreich verpflichtend ist, benötigen Sie nicht, um mit ihnen Gassi zu gehen – obwohl die 15 Vierbeiner in Temperament und Charakter doch ziemlich unterschiedlich und daher nicht so leicht im Zaum zu halten sind.

Geben Sie also gut Acht, spitzen die Ohren und genießen Sie diesen nicht alltäglichen Spaziergang, der Sie in die Welt der Soundschleifen und des Storytellings entführen wird. Und planen Sie dafür ruhig mehr als zwanzig Minuten Zeit ein, denn wenn Sie die erste Erkundungsrunde gedreht haben, werden Sie vielleicht gleich wieder loswollen. Da capo, so steht es schließlich unter der Namensliste der Dogs, auf der Albumrückseite.
Al fine ist in dieser Looposphäre (oder Luposphäre) freilich nicht vorgesehen, aber ein al dente dürfen Sie sich durchaus gönnen, falls Sie gerade am Herd stehen und – wie ich es gleich tun werde – Ihre Nudeln ins sprudelnde Wasser werfen, woraufhin – wenn alles so ist wie es immer ist – il cane folgen wird, weil Ihr Hund – wie könnte es anders sein? – in die Küche geflitzt kommt, für den Fall, dass es dort eine Nudel zu mopsen gäbe.
Da capo – und so beginnt die Geschichte wieder von vorn, the loop of life, es geht weiter und immer weiter, sofern Ihnen nicht die Nudeln ausgehen oder Ihrem Dieb die Luft oder Ihrem CD-Player der Saft.

Da capo!, eine Anweisung, die momentan wie ein Innuendo anmutet. Ein Zufall? Oder hat der Künstler uns seine Loops vielleicht ganz bewusst genau jetzt gesandt, damit der monotone Murmeltiermodus unseres Lockdownlebens endlich den adäquaten Soundtrack verpasst bekommt?
Ein Soundtrack, der zugleich als Erinnerung an den unverwüstlichen Kreislauf des Lebens aufgefasst werden darf sowie als Ermutigung zum Durchhalten und Weitermachen.
Und natürlich nicht zuletzt auch als Hommage an den Hund, diesen treuen Gefährten, der so gelassen und geduldig mit uns zu Hause hockt, Tag für Tag, Nacht für Nacht, Woche für Woche, Monat für Monat, sein ganzes Leben lang, völlig gleich, ob da draußen eine hartnäckige Seuche wütet oder ein laues Lüftchen eine Papiertüte übers Trottoir trudeln lässt.

Mit dieser Gedankenschleife wollen wir die kleine Rezension nun beschließen, damit sie sich nicht noch bis ins Unendliche fortspinnt, schicken herzliche Grüße hinüber ins frisch gelockerte Österreich, wünschen Matthias & seinen Hunden einen guten Lauf und freuen uns auf ein Wiedersehen und -hören, hier oder dort.

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Die 15 Streuner, Schoßhunde und Schlawiner aus der Steiermark können Sie hier einzeln oder im Rudel streamen & feeden:
https://songwhip.com/matthias-forenbacher
https://matthiasforenbacher.bandcamp.com/album/dogs

Von Pandemie-Pornos und anderen Träumen.

Die Technik läuft wieder.
Und auch ich laufe noch: tagein tagaus bin ich mit dem Fräulein anderthalb bis zwei Stunden unterwegs, so gut es geht im Wechsel zwischen den gewohnten städtischen Routen und ländlichem Lustwandeln auf neuen Wegen, ab und an gönnen wir uns auch eine winterliche Bergtour.
Man kriegt ja sonst einen Knall, wenn man immerzu die gleichen Kulissen sieht. Das war schon vor Corona so, hat sich aber irgendwie noch intensiviert, vielleicht weil Verreisen und manch Anderes momentan flachfällt.

Ausnahmsweise mal am Wochenende einen Ausritt ins Umland unternommen, üblicherweise vermeiden wir das ja, weil die Lebens- und Arbeitssituation es uns erlaubt, auch uu weniger frequentierten Zeiten auszufliegen.
Seit Tagen war mir schon danach, des Schädels Ort aufzusuchen, den Calvariae locus zu Bad Tölz, weil ich da nämlich noch nie war, was ziemlich absurd ist, wenn man bedenkt, wie oft ich bereits unmittelbar in dessen Nähe war.

Pandemie-Proviant: Alles dabei für Hund & Mensch.

Dieser Kalvarienberg lässt sich recht bequem und dackelrückenfreundlich, d.h. treppenfrei erklimmen und noch dazu mit einer schönen, ausschweifenden Spaziertour drumherum verbinden: Isarstausee, Wiesen, Wälder, Uferpromenaden, der malerische Stadtkern von Tölz – und eben die vielen verschlungenen Wege rund um die kleine Nachbildung Golgathas selbst.

Animiert hatte mich zu diesem Ausflug eine TV-Sendung, die das Tölzer Land und den Isarwinkel mal nicht nur von seiner Schokoladenseite zeigt, jener, die man als Städter so gern sieht bzw. sehen möchte: der ungezähmte Gebirgsfluss, der kanadisch anmutende Stausee, die wunderschöne Bergwelt, die (aktuell zur bloßen Erinnerung zerronnenen) Hütten und Almen, auf denen man einzukehren pflegt(e). Stattdessen wirft der Beitrag einen Blick (und ein Ohr!) auf die Einheimischen, auf ihre Sitten und Bräuche, auf Sprache, Speisen, Kultur und Tradition, wie sie im Oberland gepflegt wird.
Diese Einblicke dürften so manch einem Städter, der verklärt das Voralpenland durchstreift, den Zahn ziehen: ob man dort als Zugroaster leicht Fuß fassen und wirklich Anschluss finden würde (außer zu anderen Stadtflüchtlingen oder Zweitwohnungsbesitzern), darf stark bezweifelt werden. Ohne Zither, Ziehharmonika oder Zugehörigkeit zu irgendeinem Verein geht hier nämlich gar nix (do dad da Stodara mid am Ofarohr, weil er koan gscheidn Zuaba-Ziager ned hod, schee bled ins Gebirg einischaugn, des sog i Eana).

Jedenfalls steht die etwas hasenzähnige, aber durchaus nicht unsympathische Moderatorin Susi (die wo den Zuschauer durch den Film begleiten und dabei einen Dialekt sprechen tut, dass es nur so kracht) in dieser sehenswerten (weil informativen und geradezu aufklärerischen) Reportage mehrfach mit ein paar ortstypischen Mannsbildern von der Tölzer Stadtkapelle auf der Aussichtsterrasse des Kalvarienbergs, zwischen Leonhardikapelle und barocker Kreuzkirche, und schaut hinab ins schöne Isartal oder hinüber ins Karwendelgebirge – und das war natürlich der Moment, der für mich den Ausschlag gab und zu dem Beschluss führte: Da musst du dringend auch mal hin (und zwar gern ohne die Jungs vom Blasorchester)!

Auf Nebenwegen pirschen das Dackelfräulein und ich uns an, denn in Zeiten wie diesen kann man an Wochenendtagen, selbst wenn sie noch so grau und verhangen sind wie der vergangene Samstag, den wir just wegen seiner Grauheit für diesen Ausflug auserkoren hatten, auf Hauptwegen sein pandemieplebejisches und aerosoles Wunder erleben. Leider gilt das zwischenzeitlich auch immer häufiger für vormals völlig trubelfreie Trampelpfade. Dank des Abstandwahrens und Langsamgehens bemerke ich eine Infotafel, die ich andernfalls vielleicht übersehen hätte, wenn wir im Stechschritt dem „Gipfel“ entgegengeeilt wären, und die mein Heimatwissen um ein weiteres Filetstückchen ergänzt: Thomas Mann ist hier mal den verschneiten Hang hinabgerodelt, potztausend!

Das architektonische Ensemble auf dem „Berg“ hätte wahrlich eine ausgiebigere Betrachtung verdient, doch die gut zwei Dutzend Personen da heroben – jede von ihnen aussstaffiert mit Travel-Mug, Togo-Sweets & Smartphone (manch eine zusätzlich noch mit Hund/Kind/Partner/Gehhilfe an/in der Hand) – bewirken, dass ich meinen Krapfen und Tee erst in einem menschenleeren Hinterhof unten im Städtchen zu mir nehme. Auch dort wieder: Thomas Mann (ich muss spontan an einen Artikel aus der Süddeutschen Zeitung denken, viele Jahre ist’s her, den mir der äußerst betagte, gebildete und sprachlich hochinteressierte Nachbar und Freund, Gott hab ihn selig, seinerzeit mit einer Mischung aus Amüsement und Entsetzen, in seiner Altherrenrecamiere sitzend und unter Zuhilfenahme seiner beleuchteten Leselupe vorlas und dazu meine Meinung hören wollte).

Wir werden uns den Kalvarienberg jedenfalls nochmal wochentags und bei besserer Witterung zu Gemüte führen, uns dann eine Bank suchen, auf der wir in Ruhe sitzen, den Proviant genießen und uns mit Blick auf das Vorkarwendel bis nach Österreich hineinträumen können, mindestens tief in die verschneiten Flanken des Juifen, dessen Aussprache noch immer nicht so flutscht wie sie sollte (im 14. Jahrhundert hieß der Berg noch Jeufenspitz und man fragt sich, warum eine Umbenennung nötig war).

Am späten Nachmittag auf der Heimfahrt ganz erfüllt von all den neuen und den wohlvertrauten Impressionen, dennoch innerlich klar, dass die Option „Landleben“ gründlichster Abwägung bedarf. In regelmäßigen Abständen (ausgelöst z.B. durch Wasserschäden, Bauarbeiten, Vermieterkontakt, Schädlingsbefall, Nachbarschaftliches etc.) ertappt man sich ja bei der Überlegung, dem deprimierenden Mieterdasein der teuren Großstadt zu entfliehen und anderswo sein Glück zu suchen versuchen finden, mit besserer Luft und mehr Natur- resp. Bergnähe.
Die Stadt jedoch hat auch viele Vorzüge, selbst wenn momentan etliche davon nicht zugänglich sind. Eines Tages werden sie es wieder sein, obwohl der Impfterminrechner im Netz mir als persönliche Prognose ein Datum im Frühjahr 2022 (!) auswirft, offenbr unbeeindruckt von der Tatsache, dass ich bei „Autoimmunerkrankungen“ ein fettes Häkchen gesetzt hatte.

Als ich zurück in München aus dem Luki-Tunnel herausfahre, ist das Grau des Himmels und jenes des Asphalts exakt dasselbe, übergangslos verbinden sich die beiden Sphären in der einsetzenden Dämmerung zu einer großen Leinwand, ganz im Norden ragt der Olympiaturm wie eine Kompassnadel auf, im Westen erstrahlen die oberen Bürohochhaus-Etagen des ehemaligen Arbeitgebers im Türkisgrün des Firmenlogos und im Rückspiegel sehe ich noch die roten Signallichter der Tunnelinnenwände flackern – ein visueller Gesamteindruck, der mich (warum auch immer) in dem Moment emotional total erwischt (möglicherweise ist diese Aufwallung auch dem Song geschuldet, der gerade läuft, oder zumindest davon verstärkt: „It’s lonely out in space / On such a timeless flight / And I think it’s gonna be a long, long time…„).

Sonntags ziehe ich alleine meine Laufrunden durch den nahegelegenen Park und träume anschließend im warmen Wannenwasser von Zeiten, in denen ich von den derzeit drei absolvierten Läufen pro Woche mindestens zwei zugunsten der Ausübung des geliebten Schwimmsports wieder gestrichen haben werde.
Weil mir die Bewegung im Wasser tatsächlich nach dreieinhalb Monaten so furchtbar fehlt, träume ich neuerdings auch nachts vom Schwimmen, allerdings nicht mit mir in der Hauptrolle, sondern mit richtigen Helden, die ungefähr so aussehen:

Vermutlich liegt das daran, dass ich mit dem hübsch Bewimperten in letzter Zeit zu viele Fotos von Eisschwimmern begutachtet und durchdiskutiert habe (Mütze/Vollbart: ja oder nein, Brusthaar/Muskulatur: wie viel ist zu viel usw.). Diese pandemische Pseudoalternative zum Schwimmen wird ja derzeit von allen Zeitungen gefeiert und mit ihr die Tapferen, die diese Sportart, die keine ist, ausüben. Mit Wassersport hat es schließlich nicht das Geringste zu tun, wenn sich jemand überwindet, bei Minusgraden in Badehose oder Bikini in Isar/Eisbach/Tümpel/See zu steigen (oder gar zuvor die Eisfläche des Teichs aufzumeißeln, um sich ein Einstiegsloch zu schaffen), dort ein paar Atem- oder sogar Schwimmzüge zu machen, ein bis zwei Minuten später rot und gekrümmt wie eine Krakauer wieder herauszukommen und hernach auch noch steif (sic!) und fest zu behaupten, sich wie neugeboren zu fühlen.
Naja, erfrischend mag das wohl sein, ohnehin vergönne ich jedem das Seine – und gottseidank widmet sich die Presse ja auch noch anderen, nicht minder relevanten Themen, um den Lockdown etwas aufzulockern.

Wo die Dackeldichte am höchsten ist, wird allerdings erst noch verraten, wo es die besten Krapfen gibt, wusste ich schon vorher und von der Schmerzsache wird hier im Blog bei Gelegenheit noch zu schreiben sein, nun, da ich diese Pein wahrscheinlich in absehbarer Zeit hinter mir habe.

Der Lieblingskonditor wird die diesjährige Krapfensaison übrigens entgegen der Tradition über den Aschermittwoch hinaus verlängern, wie ich heute zu meiner großen Freude erfuhr.
Die Nachfrage nach dem süßen Siedegebäck steigt momentan täglich, die Konditorin und ihre Crew stehen nun um 3 Uhr statt um 4 Uhr auf, um den Bedarf einigermaßen decken zu können, weshalb ich sicherheitshalber für morgen eine Reservierung vorgenommen habe, da ich eine Unterbrechung meiner äußerst erfolgreichen Hopfen-und-Krapfen-Diät jetzt auf gar keinen Fall gebrauchen kann (habe mir erst gestern eine neue Jeans bestellt).

Ebenfalls zu meiner großen Freude dieser Tage:
Eine überraschende Postsendung, bei der mich Umverpackung und Inhalt nahezu gleichermaßen begeisterten sowie eine Meldung im Info-Display des Cockpits, die mir eine vernünftige Kaufentscheidung oder Fahrweise (oder beides) bescheinigte.

Soweit für heute. Kommen Sie gut durch die Woche und lassen Sie sich nicht unterkriegen – von Schneemassen, Hochwasser, Kalorienbomben, Arbeitsbergen, Budenkoller, Februarfrust oder wovon auch immer Sie gerade am heftigsten heimgesucht werden.

Bei Laune? Und wie!

Könnte ein klein wenig dauern, bis hier wieder ein paar Zeilen folgen.