Tossing & turning.

Wasser, Sand, Wiese, Freilauf. Wir lieben diese Isarspaziergänge!

Der Rusticus (2).

Testtour in Sachen Teckelträgheit (vom Juni/Juli). 700 Höhenmeter hinauf, kleine Rast, 700 Höhenmeter hinunter.

Mit geradezu beglückendem Fazit: Der Rusticus (resp. die Rustica) läuft wieder freudig mit (von der üblichen Forststraßenunlust mal abgesehen), zumindest so eine kleinere Tour – und das ist ja schon mal wunderbar.

Mir fällt nicht nur ein Stein vom Herzen, sondern ein ganzer Felsen.

Haben wir’s sogar noch pünktlich zurück in die Stadt geschafft, wo mich nun der Physiker zum zweiten Teil des Foto-Workshops mit der neuen Kamera erwartet.

Denn man möchte ja in Gotland einen professionellen Eindruck machen, aber die beste Technik nützt halt nix, wenn man sie nicht gscheid bedienen kann.

Liquor amnii.

Heut im Supermarkt:

Hä? Ja, geht’s noch?

(Keine Zeit gehabt, genauer zu gucken, was das für Schmarrn ist, für 6,99€ – will mein Wasser eh nicht befruchten. Und auch sonst nix.)

Der Rusticus (1).

Unser Beitrag zum heutigen „Spiel-im-Sand-Tag“.
Mit Erläuterungstext aus der längst vergangenen Dackelausstellung im Münchner Valentin-Musäum (und leiser Vorfreude auf den recht wahrscheinlich hierzu folgenden Kommentar meiner Freundin A. aus B. von der Anti-Jagd-Trainingsfront 😉 )

Zivilisatorisch unberührt? Unbeeindruckt von dekadenter Schmeichelei? Hm. Ungeheurer Eifer und Draufgänger – aber ja doch!

Wir wünschen einen schönen, verspielten Sonntag!

Watering the Wiesn.

Feierabend. Die Bauarbeiter haben die Arbeitswoche beendet und verkriechen sich in ihre abgedunkelten Wohncontainer.
Jetzt stehen sie alle, die großen Zelte, auch am Augustiner prangt nun Schriftzug der Brauerei, alle anderen hatten das längst erledigt.

Flirrende Hitze über der Theresienwiese. Der durch das emsige Gewurschtel tagsüber aufgewirbelte Staub legt sich allmählich nieder, genau wie seine Aufwirbler.

Ich sitze mit meinem Feierabendweißbier auf meiner Bank in der Abendsonne und proste der Bavaria und dem Wüstenkönig zu, der das Gelände von seinem Turm aus bewacht. Lasse die Woche Revue passieren. Viel Schönes erlebt, aber auch etlichen Ärger.

Versuche, mich nicht mehr über die stundenlangen Telefonate mit den sogenannten Service-Hotlines von Vodafone und 1&1 und dem daraus resultierenden Nicht-Service aufzuregen, und auch nicht mehr darüber, dass mir ein Paket gestohlen wurde, das der DHL-Bote gerade mal für ein schlappes Viertelstündchen auf der Fußmatte abgestellt hatte. Einen Verdacht hab ich zwar, wer’s mitgehen ließ, aber beweisen kann ich’s nicht. Daher versuche ich angestrengt, nicht an die diversen Tricks und Kniffe zu denken, die ein Typ wie Saul Goodman für eine Situation wie diese parat gehabt hätte und die ich mir durchaus auch zutrauen würde (in mir hausen nämlich ein halbseidener Advokat, ein beherzter Kleinganove und unerschrockener Rächer, die in solchen Momenten rauswollen und es kostet etwas Disziplin, die drei Halunken in ihrem Zwinger zu belassen).

Langsam kehrt Ruhe ein, drinnen wie draußen. Und während ich da so sitze, an meinem Säbelzahntigerglas nippe und vor mich hin grüble, wird nach und nach das ganze Festgelände von dieser speziellen hochsommerlichen Trägheit befallen, wie sie einem noch aus den Wochen vor den Aufbauarbeiten so vertraut ist.

Aber hoppla – was ist das denn? Wie’s scheint haben noch nicht alle Wiesn-Arbeiter Feierabend gemacht!
Der Schlauch, dieser alte Schlawiner, beginnt auf einmal, eine After-Work-Party zu feiern! Wie von einem unsichtbaren Schlangenbeschwörer animiert führt er plötzlich ein munteres Tänzchen auf, das zur reinsten Schaumparty ausartet. Ein paar Vögel nutzen die unerwartete Duschgelegenheit, flattern aber schnell wieder davon, weil der Schlauch sich doch ein bisschen zu ekstatisch geriert und das ist den gefiederten Kameraden zu unberechenbar und zu wild.

Ich gucke diesem unverhofften Spektakel zwanzig Minuten lang zu.

Das hat was Meditatives und Tiefenentspannendes – und hätte ich mich nicht gerade geduscht gehabt, wäre ich am liebsten durch diese Wasserfontäne gesprungen.

PS: Wenn Sie sich das ansehen, dann bitte unbedingt im Full-Screen-Modus.

Die schöne Münchnerin oder: Ein Mäusefilm zum Weltkatzentag.

Öha – Weltkatzentag ist heut!

Und der Metzger packt auch noch aus, und das hiesige Traditions-Fotogeschäft verlost einen Workshop für schöne Münchnerinnen. Holla!

Hier ist unsere Antwort auf diesen spektakulären Schlagzeilen-Dreiklang der Abendzeitung:

1. Ab zum Choiffeur, damit man auf dem Bewerbungsfoto für den Workshop auch ausschaut wie eine schöne Münchnerin.

2. Nachfrage der Hundefriseuse bejahen: „Griaß di, Mausi, mogst a Wurschti?“ – Ja. Mausi mag jederzeit ein Wurschti. Auch zwei. Oder drei. Oder alle. Das sollte die liebe Sabine nach vier Jahren eigentlich langsam mal wissen.

3. Frisch getrimmt drehen wir dann einen MausiMäusefilm (*). Achten Sie bitte auf diese selten schöne Silhouette und die Geschmeidigkeit in den Bewegungen! Und bitte auch auf das inbrünstige Grunzgeräusch: das kriegt keine Katze niemals nicht hin.

Mit einem Prosit von unserer Beamtenrunde am See, die aus genau 7 Ritualen besteht (3x Wässerung, 2x Grabung, 1x Wälzung und 1x leichtes Weißbier nebst Streuselkuchen), in der immer gleichen Reihenfolge, worauf das Fräulein noch größeren Wert legt als ich, grüßen wir Sie recht herzlich und wünschen Ihnen einen sonnigen Feierabend 😎🐕👍

(*) Hinweis: Bei den Dreharbeiten kam kein einziges Lebewesen zu Schaden. Auch vorher und nachher nicht. Bestenfalls wurden ein paar Grashalme umgeknickt und das Erdreich hie und da etwas aufgelockert.

Song des Tages (37).

Like a bird on the wire
Like a drunk in a midnight choir
I have tried in my way to be free

Für D.
Danke für den gemeinsamen Tag.

Anybody alive out there? oder: Zwölf Tage im Zeitraffer.

Bevor sich die Nachfragen häufen oder die Sorgen intensivieren: Jaja, wir leben noch.

Nach all der alpinen und mentalen Erhabenheit folgten der Abstieg ins Tal und die Erkenntnis, dass es erstmal nichts mehr zu sagen gibt, weil für den Augenblick das Sagbare tatsächlich gesagt war, und das Unsagbare ja sowieso ein solches bleiben würde, zumal uns zu Tale bereits nach kurzer Zeit ein paar Unsäglichkeiten ereilten, die zu überstehen waren und mittlerweile auch überstanden sind.

Zu guter Letzt noch eine erfreuliche Serie an sagenhaft schönen Begegnungen und Unternehmungen, die viel Zeit gebunden und Aufmerksamkeit gefordert hat – und schon waren zwölf Tage ins Land gegangen (oder ins Wasser) und nun sind wir wieder da, wobei wir ja nie weg waren, nur eben nicht hier.

*****

In Bildern ausgedrückt war’s ungefähr so (chronologisch sortiert, aber unter Auslassung diverser Lowlights & Details & misslungenen Bildmaterials):

Big sisters are watching you! – der Abstieg aus dem Wettersteingebirge…

…und direkt danach ins Alpspitz-Bad: 70er Jahre Charme, wettgemacht von einem traumhaften 50m-Außenbecken mit Alp- und Zugspitzblick.

Wieder daheim gings dann los mit den Begrenzungen und dem Bierzeltaufbau…

…und den Versuchen, der Hitze zu trotzen & Nachfragen zu verneinen („Ui, haben Sie das nasse Handtuch für den Hund bewusst in Bierbankfarbe mitgenommen?“)…

…und schließlich testet das Dackelfräulein Ende Juli bei 33 Grad und mit kühlem Frottee umwickelt noch sein neues Front-Körbchen (mittlerweile haben wir uns auch beide an das Ding gewöhnt, sind nun in 7 Min an der Isar statt vormals in 15 – und damit noch schneller im Wasser und weg vom Asphalt, falls der wieder mal zu heiß werden sollte)…

…und dann kam (unter anderem) das hier: nennen wir’s einfach mal die „Nachwirkungen“ der etwas speziellen Hüttentoilette oder des abgestandenen Wassers aus der Zisterne oben auf 2.400m…

…jedenfalls taperte ich zitternd und delirierend und mit der bangen Frage durch die Wohnung, ob der Hund womöglich zum Geodreieck mutiert ist oder einem der fiese Virus den Blick so vernebelt…

…derweil im benachbarten Frankreich the Boss himself M&M’s kauft, so dass man gleich nochmal ins Grübeln kommt, ob man nicht doch zu voreilig den Freunden die Silvesterreise in die Bretagne abgesagt hat.

Naja, und dann kam noch das hier: Sie sehen’s ja am Pfötchen…

…aber kaum waren wir wieder am Wasser angelangt, tauchten die Sorgen gleich ein bisschen unter…

…und das Fräulein und ich all unsere Flossen in den See…

…was eine wahre Wohltat war: mal wieder einen See komplett zu durchschwimmen, sogar mit Berg- und Klosterblick (schwer zu erkennen, Pippa übt das Fotografieren mit dem Smartphone noch).

Baden in Bayern, aber richtig und züchtig!

Anschließend auf Wasserwegen durchs Moorgebiet gewandert…

…hinüber nach Reutberg auf ein Feierabendbier aus der Klosterbrauerei (eine der vielen tollen Touren aus dem beliebten Buch „Wanderungen für Leib und Seele 😉 )…

… und am Tag drauf noch Besuch von der Freundin aus Braunschweig, die einen in allen Hundesorgen so gut versteht, weil sie selbst einen hat…

…und gemeinsam einen herrlichen Spazier- und Sprechmarathon am Starnberger See absolviert, mit der schönen Aussicht, sich schon in Kürze wiedersehen zu können.

In der Hoffnung, hiermit die meisten Nachfragen beantwortet zu haben, grüßen herzlich  –
die Kraulquappe & das Dackelfräulein.

Song des Tages (36) & Himmel der Bayern (63): Grenzgang.

Gestern und heute einen lang gehegten Traum realisiert: Ins Wettersteingebirge gegangen (eines der zwei heimatlichen Lieblingsgebirge), Übernachtung auf der Meilerhütte und kurz nach Sonnenaufgang hinauf auf die Westliche Törlspitze. Seit Jahren davon geredet und geträumt. Wirklich seit Jahren!

Beim gedanklichen Ausmalen dieser Tour immer das Dackelfräulein als meine treue und erprobte Bergkameradin mit mir dort hochlaufen sehen. Mit etwas Geschick hätte man das Zweierzimmerchen schon bekommen, in dem brave Hunde nach Absprache erlaubt sind.

Schweren Herzens, aber leichten Verstandes nun Abschied genommen von dieser Idee. Zu lang und zu steil der Weg für unsere kleine Hundedame, momentan zumindest, und bei dem Wetter eh völlig undenkbar, da auf der Hälfte des Weges ja nicht mal mehr ein Baum oder Strauch Schatten spendet.
Vor ein, zwei Jahren wär’s wohl noch problemlos gegangen, woraus mal wieder die Lehre zu ziehen ist, dass die paar Lebensträume, die man hat, nicht zu lang aufgeschoben werden sollten.

Catch your dreams before they slip away, wie die Stones schon 1967 sangen – schließlich wird man weder jünger noch beweglicher (wer weiß, wie lang Schulter, Ellbogen und Knie solche Aufstiege noch gut mitmachen und die Trittsicherheit noch in dem Maß vorhanden ist, wie diese Tour es ab und an erfordert).

Besser also nicht weiter vertagen, dachte ich, denn eines Tages kommt evtl. nicht nur Pippa nicht mehr hinauf, sondern auch ich nicht mehr – und damit stand der beste Zeitpunkt fest: jetzt.
Das Wetter ist mir grad recht, denn so weit oben ist es herrlich frisch und luftig, man schwitzt halt ein bisschen, um hinaufzukommen. Auf rutschignasse Felsen kann ich, vor allem abwärts, gut und gern verzichten, da nehm ich lieber das Hochsommerwetter wie’s ist.

Das ist schon eine Wucht da heroben: diese Steinriesen, soweit das Auge reicht, und es reicht bis ins Zugspitzplatt und den Schneeferner hinein und wenn man sich umdreht bis tief ins Karwendelgebirge. Und diese Hütte, die sich wie ein Adlerhorst auf 2.374m Höhe (exakt auf den Landesgrenzen) an den Fels schmiegt, von Dohlen umkreist und von Murmeltieren bepfiffen. Atemberaubend ist das! Zweitausdendreihundertvierundsiebzig Meter, was sagen Sie dazu?!? Und zu dem Panorama?

Mich befiel Sprachlosigkeit und Demut, als ich da gestern am frühen Nachmittag stand und schaute (war eh niemand da, mit dem man ein Wort hätte wechseln können oder müssen, nur ein Steinbock im Kar unter mir).

Nirgends sonst ist Erhabenheit für mich so greif- und spürbar wie auf solchen Gipfeln oder Graten – und ich bin sicher: auch Schiller hätte seine Freude daran gehabt, hier zu stehen, zu schauen und vor sich hin zu fühlen.

Wenn sich der Morgennebel auflöst und den Blick freigibt auf den Wettersteinkamm und die Dreitorspitzen ist das nicht einfach nur eine schöne Aussicht. Es ist ein ernster, ein erhabener Anblick.

Man hat ihn im Visier, den Felskamm, der hinauf zur Törlspitze führt, und von neuen Kräften belebt (nach einer vergleichsweise passablen Nacht im oberen Einzel-Stockbett – merke: wähle immer den Lagerplatz mit dem größtmöglichen Abstand zu den Mitschläfern und dem kleinsten Abstand zum Fenster), steigt man wieder sicheren Schrittes voran. Der Rucksack wartet unten bei der Hütte (nichts irgendwie Belastendes möchte ich mit hinaufnehmen auf diesen letzten Metern), er lehnt windgeschützt neben der eigenen, kleinen Alltagsexistenz an der steinernen Hüttenwand (gestern, bei Ankunft, alles abgelegt).

Das Erhabene ist mehr als Natur – es ist Herausforderung und Übung zugleich. Das Gebirge ist so viel stärker, größer, gewaltiger als wir, und als kleiner Wicht, als der man oft auf Erden umherirrlichtert und dennoch meint, das meiste im Griff zu haben oder zumindest emsig daran zu arbeiten (denn man muss ja heutzutage an allem arbeiten), muss man einsehen, wie ohnmächtig man doch den Gewalten der physischen Welt gegenübersteht, wie sehr man ihnen als Wesen der sinnlichen Welt im Grunde ausgeliefert ist.

Eine Übermacht, gegen die wir uns nur behaupten können, indem wir als Wesen der geistigen Welt, die wir nicht auch, sondern vor allem sind, uns auf unsere eigene Freiheit besinnen (keine Sorge: das hab ich von Schiller, und vor Urzeiten, in meiner Abschlussarbeit, sicher auch mal treffender formulieren können, ich musste nur gestern Abend, durch diese krasse Stille und Steilheit um die Hütte streifend, nach Langem mal wieder dran denken). Der Mensch, sagt Schiller, ist immer schon mehr als Natur: Er ist freier Wille, und das Erhabene fordert ihn gerade in jenen Momenten, in denen es ihn physisch vernichten könnte, dazu heraus, dieses Mehr auch zu sein.

Eine Art vorübergehender Nullpunkt der Existenz und zugleich ihre ganze Möglichkeit und Fülle. Das sag ich jetzt mal so, ganz unschillernd.

Was dieser pathetische Exkurs soll, fragen Sie sich? Hat Frau Kraulquappe einen Sonnenstich? Oder einen Höhenkoller? Oder ticken die Hormone mal wieder aus?
Nein, nichts von alledem, glaube hoffe ich. In den Bergen kann ich machmal einfach freier herumdenken als unten im Tal. Und den Schiller hab ich damals wirklich gern und mit großem Interesse gelesen.

Genug geschwafelt. Nun mal zurück in die Niederungen, die Hälfte des Abstiegs liegt ja noch vor mir.

Und wissen Sie, worauf ich mich jetzt schon am meisten freue? Auf eine ausgiebige Dusche und frische Kleidung am Leib. Auch das wird sich erhaben anfühlen, für so einen verzärtelten Großstädter. Das Alpspitzbad wartet!

Stood alone on a mountain top
Starin‘ out at the Great Divide
I could go east, I could go west
It was all up to me to decide

Just then I saw a young hawk flyin‘
And my soul began to rise
And pretty soon
My heart was singin‘

Roll, roll me away
I’m gonna roll me away tonight
Gotta keep rollin‘, gotta keep ridin‘
Keep searchin‘ till I find what’s right

And as the sunset faded I spoke
To the faintest first starlight
And I said next time
Next time, we’ll get it right