Mukiku.

Viel Aufruhr in den letzten Wochen, in etlichen Lebensbereichen.
Ein bisserl viel und anstrengend war’s, wenngleich sich ein Trend zum Beflügelnden abzuzeichnen schien.
Dennoch: Der Akku muss jetzt ein bisschen aufgeladen werden, die Birne braucht Ruhe und neue Impulse, der Körper ebenso.

Wir sind dann mal für ein paar Tage weg – Richtung Berge, eine Art Crash-Mukiku (kurze Mutter-Kind-Kur) – und sollte uns danach sein, melden wir uns von unterwegs mal mit ein paar Ein- oder Aussichten (also einem Bild aus dem Schnee oder vor großen Kuchenstücken sitzend oder faul aus den Kissen hervorlinsend).

Bis bald & ein schönes restliches Wochenende!
Die Kraulquappe & das Dackelfräulein.

Ekstrem Turglede oder: Das Vorstellungsgespräch.

Zum gestrigen Tag der Liebe hatte ich mit dem Dackelfräulein vereinbart, dass wir uns diesmal keine Rosen/Knochen schenken, sondern stattdessen lieber was Gscheids für unsere Beziehung tun – etwas, das wir beide lieben.

Also ab in die Berge!
(Merke: Wähle einen Ort, an dem genug Ski-Firlefanz für die Faschingsleichen und Feriengäste angeboten wird und wähle dann den Berg gegenüber, an dem nix los ist.)

Lenggries!

Natürlich nicht das Gebiet rund ums Brauneck, sondern eben die andere Seite.
(Merke: Brich ruhig spät in München auf, dann kommen die paar Tourengeher schon wieder vom Berg runter, wenn du grad aufm Parkplatz eintriffst.)

Wenn es mich jemals aufs Land verschlägt, dann wohl hierher, in dieses Tal.

So sehr ich das Tegernseer Tal auch mag – in erster Linie mag ich es, weil der Papa dort lebt. Ein paar nette Berge dort, prima Loipen auch, schöne Ufer zum Baden, aber letztlich ist es mir dort zu eng (die Berge enden ja quasi im See) und in den Orten zu bonzig (Pelzmantelpublikum, teure Geschäfte, noble Lokale).

Biege ich hingegen von Tölz auf die Bundesstraße nach Lenggries ab, geht mir einfach – beim Gucken! – das Herz auf. Die Rückseite der Benediktenwand lugt hinterm Brauneck hervor, neben der Straße plätschert die Isar in ihrem breiten Bett dahin und auf den 9 km zwischen Tölz und Lenggries klebt beinahe an jedem Kilometer eine Erinnerung.
Alles dabei: vom Per-Anhalter-Fahren zum Tanzen nach Tölz über den Motorradunfall eines Jugendfreundes über Lagerfeuer auf Isarinseln mit Gitarren, Bierkästen und Küssen bis hin zum Kentern mit dem Kajak, damals, als ich an den freien Tagen meines Sommerferienjobs in der Jugendherberge die Zivildienstleistenden bei ihren Wasserausflügen begleiten durfte.

Dieses unerklärbare Gefühl, wenn ein Ort, eine Gegend, eine Landschaft einfach passt, wenn etwas in einem aufatmet und eine innere Stimme einem den Slogan der kurzen Spots im Bayerischen Fernsehen zuflüstert: „Da bin i dahoam.“ (in dem Fall mehr ein „Da kannt i dahoam sei.“).

Wir starten im Ortsteil Hohenburg bei bestem Bayernwetter und schönstem Schnee …

… und nehmen diesmal nicht den Sulzersteig, der überwiegend im Schatten liegt …

Blick bis ins Vorkarwendel.

… sondern den Grasleitensteig Richtung Seekarkreuz, auf dem der Blick nach vorn genauso schön ist wie der Blick zurück ins Tal, treffen keine Menschenseele …

Blick aufs Brauneck und nach Lenggries.

… und das Einzige, was ein bisserl beschwert, ist der spürbare Verlust der Kondition durch den Virus, so dass ich gar nicht anders kann, als die eine oder andere zusätzliche (Foto-)Pause einzulegen, damit wir die 650 Höhenmeter bis zur Hütte ohne Kreislaufkollaps schaffen (naja, das „wir“ ist gelogen, denn das Hündchen hat keine Schwierigkeiten und schaut dauernd von drei Serpentinen über mir hinab, wo ich denn nur bleibe) und auch die Marterl am Berg drosseln eher das Tempo, als Flügel zu verleihen …

… aber irgendwann guckt sie endlich hinter den Schneemassen hervor, die Hütte, das Ziel!

Wir richten uns ein: Die Matte fürs Dackelfräulein wird ausgebreitet, ich geh‘ mich – klitschnass geschwitzt! – erstmal Umziehen, dann wird das DAV-Mitglieder-Essen bestellt, ein Hohentanner dazu und erstmal gradaus geschaut, geruht und gegessen.

Ein Blick über die Schulter hinüber zum Seekar (Gipfelkreuz links neben der mittigen Tanne) – nein, das wird heut‘ nix mehr, das pack‘ ma nicht (zumindest ich nicht)!

Und dann, nach dem Essen, die Hütte leert sich schon, der Wirt hat jetzt etwas Zeit, da gebe ich mir einen Ruck, gehe zum Tresen und sprech‘ den Aushang im Hüttenflur an: „Mitarbeiter gesucht“.
Immer schon wollte ich das ja mal machen, seit der Jugendzeit, aber immer sprach ‚was dagegen: der Papa, die Lebensphase, das Studium, der Job, der Partner, die Karriere, das Geld, die Gesundheit, der Zeitmangel, die Umstände.
Nun, da manche dieser „Hindernisse“ sich in Luft aufgelöst haben (der Job, die Karriere, das Geld, der Zeitmangel), ist da plötzlich diese Freiheit, einfach mal nachzufragen.

Der Wirt gibt ein Getränk aus und setzt sich zu mir. Wir bereden das. Ob, wie, wann, warum.
Es ist das entspannteste Vorstellungsgespräch meines Lebens: mit verklebten Haaren, rotgefrorener Nase, Pippa zu meinen Füßen, Bergstiefel offen, Bier in der Hand sitze ich da und fühl‘ mich prima. Kein „Was sind Ihre Stärken und Schwächen“-Schwachsinn, sondern die Ansage „Es sollt‘ scho oana sei, der wo si do herobn auskennt, falls mal a Gast frogt, wie die Berg‘ do heißn oder wo’s obi geht“.
Letzte Saison hat er eine gehabt, die „ned mal an Scharfreiter oder die Zugspitz kennt hod“, also das geht gar nicht! Zupacken können sollte man auch, und dann strahlt er, als ich von den Lenggrieser Sommern erzähle, von der Großküche (und dem anderen Gewurschtel) unten in der Jugendherberge und von all den Touren hier in der Gegend.

Zwischendrin kommt Hüttenhündin Tessa angeschwänzelt und will gekrault werden, wir reden über die Hunde, wie alt und woher und welche Macken, beide heißen sie „Mäuschen“, was eigentlich nicht sein kann, denn die Entlebucherin ist eine recht Stämmige („vom Nibelungenblut“) und das Dackelfräulein im Vergleich ja so zart (und nur eine „vom Schwindauer Land“).

Ein paar späte Skitourengeher betreten die Stube und wir unterbrechen unser Gespräch, der Wirt muss rüber zum Tresen und in die Küche. Während er den Eintopf für die Neuankömmlinge erhitzt, schaut er aus einer Luke neben dem Kachelofen nochmal rüber in den Gastraum und ruft mir zu: „Hosd an Dudn?“
„Äh, ja, daheim hab‘ ich einen Duden.“
„Also dann kannst ein Wort da drin gleich streichen: „Hüttenromantik“. Des gibt’s da herobn ned!“.
Er grinst breit, ich nicke zustimmend, proste ihm mit dem Noagerl zu und wir verabschieden uns bis demnächst oder bis zum Saisonbeginn – dann probier’n wir das vielleicht tatsächlich mitanand, so tageweise zwischen meinen Schreibarbeiten und einfach mal für eine Saison, da herobn.

Aschermittwoch 2018: Ekstrem Turglede (= außergewöhnliches Tourenglück)!

Ganz neue Aussichten jedenfalls!

Himmel der Bayern (34): Queen of the mountain.

Nach 4 Wochen Bergpause, 1 Läufigkeit, 1 verschluckten Knochen und 1 elenden Norovirus geht’s nun endlich wieder aufwärts!

Sitzt!

Liebe D.,

zum Morgengassi bei minus 6 Grad war es nun soweit!

Die Madame zwar wenig begeistert, als ich ihr die Pelle drüberzog, aber draußen dann ohne Zittern emsig und fröhlich vorausgedackelt.

Dank deines Näheinsatzes verrutscht da jetzt nichts mehr, die Morgentoilette lässt sich gut eingepackt – aber ohne eingeschnürt zu sein (die neue, dehnbare Lasche, eine wunderbare Idee!) – verrichten und auf dem Rückweg heimst man gleich noch ein paar Komplimente ein.

Schwänzchen stolz und munter in die Höh‘, keckes Popowackeln und ein kurzer Blick, aber dann zack, zack, heim zum Morgennapf!

Das hast du toll gemacht, wir danken dir sehr (und denken ernsthaft drüber nach, im Herbst ein maßgeschneidertes Schutzhöschen…, weil das jetzige, naja, das ist eher Model „Stringtanga“ und hat so seine Tücken…, die nächste Läufigkeit erwartet uns jedenfalls mit dem Nikolasstiefel) und wünschen dir einen sonnigen Tag!

Natascha & Pippa.

Song des Tages (16) oder: Eine Ode an das Wasser.

Es gibt ja so Tage, da wachst du auf, sofern du überhaupt geschlafen hast, und fühlst dich schon um 7:13 Uhr, als hätte dir jemand einen Hammer über den Kopf gehauen, gedankenschwer, bleierne Glieder, trüber Blick. Draußen greller Sonnenschein und Faschingsdienstag, tätärä, krasser könnte der Kontrast kaum sein. Alles geht schwer von der Hand, die Tagespost bedrückt, das Tagwerk überfordert.

Und dann gehst du hinein ins Wasser, unerklärlich leer das Feiertagsschwimmbecken, so schön und weich und weit, du kloppst es raus, ohne „es“ genauer benennen zu können oder zu wollen, kletterst nach einer Stunde aus dem Becken, und hast eine Idee, zwei Ideen, drei Ideen, jedenfalls ein freies Gefühl im Kopf und in der Brust, und so fährst du wieder heim, zurück an den Schreibtisch.

Packst etwas Neues an, triffst einfach eine Entscheidung, let’s get things going!, und während du das gerade tust, passieren parallel und ganz ohne dein Zutun noch ein paar Dinge, die dem Tag schließlich eine Wendung geben, die du morgens für ganz und gar undenkbar gehalten hättest, müde und bleigrau wie es da begann.

Wasser ist für mich neben dem Hinaufgehen auf den Berg das Belebendste, Erfrischendste und Rettendste, das es gibt, das vornehmste und reinste Element von allen, die tragende Basis für meine kleine Barke, in der ich durchs Leben schippere oder auch nur durch einen seltsamen Faschingsdienstag (immerhin ein 13.).

Beim abendlichen Kochen nach Langem mal wieder aus voller Kehle gesungen, auch so ein Wohlgefühl.

You can go all around the world
Trying to find something to do with your life, babe,
When you only gotta do one thing well,
You only gotta do one thing well to make it in this world, babe.

(…) verweile doch, du bist so schön!

Momentan habe ich eine ganz gute Phase, was unsere Wohnungssuche angeht.

Gut ist sie nicht etwa, weil es irgendwie voranginge oder sich ein Licht am Ende des Tunnels abzeichnen würde, sondern nur insofern, da ich mir einen gewissen Sarkasmus als Grundhaltung zugelegt habe, der mich nun viel heiterer mit Maklern und Eigentümern kommunizieren und auch Besichtigungstermine mit einer bisher nie gekannten heiteren Gelassenheit (oder ist’s Galgenhumor?) und eloquenten Freundlichkeit absolvieren lässt.

Außerdem haben wir dank des Titels des Gatten, den wir in unseren Anschreiben nun stets an prominenter Stelle platzieren, mittlerweile eine recht gute Quote: In den wenigen Fällen, in denen wir durch unsere gründlichen Vorrecherchen zu dem Schluss kommen, dass wir die angebotene Wohnung tatsächlich besichtigen sollten, werden wir in 4 von 5 Fällen eingeladen und in die heiligen Hallen vorgelassen.
Natürlich nicht alleine, wo denken Sie hin!
Man schiebt sich da mit 4-5 anderen Paaren durch die Wohnung und muss schon auch mal hie und da ein bisserl schubsen, um sich in vorderster Reihe (mit Maklerblick) zu behaupten.

Zum Wochenausklang möchte ich Sie, werte Leserinnen und Leser, gern an meinen drei Highlights der Woche in puncto Wohnungssuche in unserer schönen Stadt teilhaben lassen.

Das Erste belegt Platz 1 in der Kategorie „Perlen der Offertenprosa“, das Zweite hat mühelos die Bestplatzierung in der Rubrik „Du Brunzkachl, du ogsoachte, du g’hörst ja mit der Scheißbürscht’n nausghaut!“ geschafft und das dritte Highlight fällt in die in diesem Haifischbecken Terrain vom Aussterben bedrohte Sparte „Ehrlich währt am längsten“ und landete dort sogleich auf dem obersten Siegertreppchen.

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[Inserat in Immoscout]

Wohntraum in Schwabing – komplett sanierte 3-Zimmer-Wohnung!

Lage: Schwabing-West
Baujahr: 1955
Wohnungstyp: Etagenwohnung
Etage: 4 von 5
Wohnfläche: 84m²
Zimmer: 3
Badezimmer: 1
Bezugsfrei ab: 15.02.2018
Personenaufzug: nein
Keller: ja
Einbauküche: ja
Stellplatz/Garage: ja

Kaltmiete (zzgl. NK): 1.780 €
Nebenkosten: 150 €
Heizkosten: 120 €
Gesamtmiete: 2.050 €
zzgl. Stellplatz/Garage: 120 €

Das Objekt liegt in Bestlage im Herzen Schwabings, welches bekannt ist für sein pulsierendes, urbanes Flair.
Fußläufig erreichen Sie die Geschäfte des täglichen Bedarfs und gute Restaurants, in denen man gerne verweilt. Der nahegelegene Englische Garten lädt zum Erholen ein.
Zugleich ist man durch die zentrale Lage hervorragend angebunden (4 Min U-Bahn Hohenzollernplatz).

Ein historisches Treppenhaus ohne Lift führt hinauf in das 4.OG, in dem sich Ihr neues Zuhause befindet.
Die Wohnung ist lichtdurchflutet mit modernem Grundriss und wurde mit Liebe zum Detail kernsaniert.
Durch den Flur betritt man in die Wohnräume, Küche, Bad und WC erreicht man ebenfalls durch den Flur.
Vom großzügigen Wohnzimmer aus gelangen Sie auf den schönen Südbalkon, der zum Verweilen einlädt.

Alle Wohnräume sind mit Eichenparkett in Fischgräten verlegt.
Küche, Flur und Badezimmer verfügen über graues Feinsteinzeug.
Das neuwertige Badezimmer (6m²) ist modern gefließt mit Regenschauerdusche und Fenster.
Die Wohnküche (10m²) ist mit einer hochwertigen Einbauküche ausgestattet, die vom Vormieter übernommen werden muss (Ablöse: 7.500€) und keine Wünsche offenlässt.

Zur Wohnung gehört noch ein Dublexstellplatz, der mit angemietet werden muss (120€).

Die Wohnung wird nicht an WG’s vermietet und ist vermieterseits nicht erwünscht.
Der Eigentümer bevorzugt ein solides Paar ohne Kinder. Keine Haustiere, Juristen und Musiker.

Bitte Anfragen nur per Email mit ausführlicher Selbstauskunft, Schufa, den letzten 3 Gehaltsnachweißen und Steuerbescheid.

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[Inserat in der Süddeutschen Zeitung]

4-Zi.-Whg, Mü-Neuhausen, sehr zentr., 96m², Blk., ab 01.03., 1.600€ zzgl. 350€ NK, von priv.

Sehr geehrte Frau Kraulquappe,

besten Dank für Ihre Email und Ihr Interesse betreffend die Anmietung der 4-Zimmer Wohnung in München-Neuhausen zum 01.03.2018.

Die Wohnung befindet sich in der xxx-straße 6 im 3. Stock. Der Balkon geht nach Süden, zur xxx-straße. Nächste Woche werden noch einige Arbeiten in der Wohnung durchgeführt (neue Armaturen im Bad, Erneuerung Stromkasten mit FI-Schalter, Rauchmelder), so dass die Besichtigung der Wohnung frühestens am 17. Februar 2018 möglich ist.

Vom Mieter müssten ein paar Renovierungsarbeiten bzw. Schönheitsreparaturen selbst durchgeführt werden, es handelt es sich im Wesentlichen darum:

  • Tapeten entfernen, Wände und Decken streichen; evtl. Zargen und Fensterrahmen streichen
  • Parkett im Wohnzimmer und in der Diele abschleifen und neu versiegeln
  • in einem Zimmer (12,92 qm) den Bodenbelag (Laminat) und den alten Küchenboden (PVC) zu erneuern
  • Die Wohnung wird ohne Einbauküche vermietet.

Der Vorteil für den Mieter besteht darin: Es sind bei Auszug keine Schönheitsreparaturen zu leisten und die Wohnung kann bei Einzug nach Ihrem eigenem Geschmack gestaltet werden. Ich bin an einem langfristigen Mietverhältnis interessiert. Da ich alleinstehend bin bzw. meine 87jährige, pflegebedürftige Mutter bei mir wohnt, haben Sie keine Kündigung wegen Eigenbedarf von mir zu befürchten.

Vorab sende ich Ihnen einen Plan der Wohnung sowie eine ausführliche Mieterselbstauskunft.

Bitte kontaktieren Sie mich, wenn Sie am Samstag, den 17.02.2018 die Wohnung besichtigen möchten, so dass wir eine Uhrzeit vereinbaren können.
Mit freundlichen Grüßen
xxx

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[Inserat in Immowelt]

Lage: Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt
Baujahr: 1882
Wohnungstyp: Etagenwohnung
Etage: 3 von 4
Wohnfläche: 80m²
Zimmer: 3
Badezimmer: 1
Bezugsfrei ab: sofort
Garage: nein

Kaltmiete (zzgl. NK): 1.650 €
Nebenkosten: 150 €
Heizkosten: nicht in NK enthalten €
Gesamtmiete: 1.700 € zzgl. Heizkosten

Da das Haus 1882 erbaut wurde, unterliegt es den Bestimmungen des Denkmalschutzes. Daher ist es auch noch mit originalen Holzfenstern ausgestattet, was den Nachteil hat, dass diese teilweise recht luftdurchlässig sind.
Es befindet sich nur noch teilweise Stuck an der Außenfassade, da diese leider größtenteils im Krieg zerstört wurde.

Ausstattung:
abgeschliffene, breite, helle Holzdielen
im Bad rechteckige, große, sandfarbene Fliesen, Badewanne vorhanden,Waschmaschinenanschluss
große, helle Fenster, getäfelte Türen mit Messinggriffen
Durchgangszimmer Küche mit Balkon/ Blick auf den begrünten Innenhof, Ausrichtung Süd/West, dort großer, sehr alter Kastanienbaum im Garten, mit Baumschaukel
überdachter Fahrradunterstand, Korbsitzecke, Tischtennisplatte, Grill

Sonstiges:
Da im Haus größtenteils Mieter jüngeren bis mittleren Alters wohnen, die gerne mal feiern, u. a. im Sommer im Garten und sich unten auch eine Galerie befindet, in der regelmäßig Parties, Vernissagen etc. veranstaltet werden, kann es durchaus des Öfteren lauter werden. Zumal das Haus auch schlecht isoliert ist. Deshalb ist die Wohnung eher ungeeignet für Familien mit Kindern oder Personen, die gerne ihre Ruhe haben möchten!!!
Außerdem ist das Viertel aufgrund der zahlreichen Bars stark frequentiert!
Nicht geeignet für lärmempfindliche Menschen!!!
Gerne Homosexuelle, die sich hier wieder mehr etablieren möchten!
Keine Maklerprovision! Auch keine Makler erwünscht!!!!
Wohnung von Privat.
Bei Interesse bitte keine E Mails, sondern unter der angegebenen Telefonnummer anrufen.

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Impressionen aus einer Unterführung in München. Bei dem Künstler handelt es sich vermutlich um einen Langzeit-Wohnungssuchenden.

Ein Versuch über die Liebe: Clean, brush, love.

Zum Frühstück blätterte ich das gestrige Magazin der Süddeutschen Zeitung durch, da der Woody-Allen-Stil des Covers nahelegte, dass sich das Heft mit Sex beschäftigen würde – und so ein Thema schmeißt man schließlich nicht ungelesen ins Altpapier, nur weil die nächste Ausgabe der Tageszeitung schon bereitliegt.
Beim Lesen stellte ich dann allerdings fest, dass es in dem Magazin ausschließlich um die Liebe ging (was mir frühmorgens ohnehin das angenehmere Thema ist). Rührende und teils amüsante Geschichtchen rund ums Finden und Verlieren kleiner und großen Lieben waren darin zu lesen.

Jedes dritte Wochenende ist bei uns Hausputz angesagt.
Was bedeutet: Der Gatte lässt für eine Weile von der samstäglichen Schreibtischarbeit ab und klinkt sich in die Niederungen der gemeinen Wohnungsreinigung ein. Nach über 10 Jahren sind wir da längst ein eingespieltes Team, die Choreografie sitzt bis ins kleinste Detail, man schwebt fast aneinander vorbei, der eine mit dem Staubsauger bewaffnet, der andere mit Putzeimer und Schrubber in der Hand, jeder vertieft in sein Tun, bestenfalls ab und an einander einen Satz zuwerfend („Warst du da schon?“ / „Kann ich dort schon wischen?“ / „Steckst du mal bitte den Staubsauger um?“ o.ä.) – und nach knapp zwei Stunden ist der Spuk auch schon vorbei und die Hütte glänzt wieder.

Zwei Stunden, in denen man bei allen Routinetätigkeiten >2 Minuten so vor sich hindenken kann.
Als ich mein Bettlaken mit der Polsterbürste gründlich von den Hundehaaren der letzten Nacht befreie, wandern meine Gedanken zurück zu meiner Morgenlektüre, dem Liebesmagazin. Das tun sie deshalb, weil ich immer wieder darüber staune, mit welchem Stoizismus ich diese tagtägliche Haarklauberei betreibe. Seit 6 Jahren enthaare ich morgens mein Bett, kann an der haarigen Ausbeute die Qualitiät des Nachtschlafs meiner Dackeldame und den nahenden Fellwechsel ebenso ablesen wie die Anzahl der nächtlichen Schmuseeinheiten und Traumphasen. Wenn alles gut geht, was ich inständig hoffe, werde ich noch weitere 10 Jahre Morgen für Morgen in völliger Gelassenheit, und ohne daran auch nur das Geringste grotesk oder absurd zu finden, dunkelsaufarbene (und später einmal auch graue) Hundehaare von meiner Matratze klauben.

Heute fällt mir bei diesem Tun plötzlich K. ein, die große Liebe aus Wien, damals, als es den Schilling noch gab und Telefonieren noch ein Vermögen kostete, was die Generation Flatrate sich heutzutage ja gar nicht mehr vorstellen kann, so dass ich vor lauter Liebe und Telefonieren nur noch Dosenfutter in meiner winzigen Studentenbudenküche aufwärmen konnte.
Als K. mir in einem schummrigen Wiener Beisl seine Aufwartung machte, war das dummerweise mein letzter Abend in Wien, es reichte gerade noch zum Austausch von Basisinformationen (Name, Alter, Familienstand, Studienfach, Herkunft, Lese- und Musikgeschmack), Adressdaten und ein paar unvergessenen Blicken.
Zwei Wochen später stand K. am Münchner Hauptbahnhof, der Papa hatte uns freundlicherweise den Schlüssel zu einem Wochenendhäusl überlassen, mit meinem kleinen roten Fiesta fuhren wir dorthin, 12 Betten zur Auswahl, aber wie erhofft landeten wir gemeinsam in nur einem davon.

Am Morgen nach der ersten Nacht, K. war gerade unter der Dusche und verwendete zu meinem Entsetzen ein Duschgel, das nach Kümmel roch, den ich ebenso hasse wie Marzipan oder Sellerie (war es der Wiener Schmäh, ein Härtetest oder einfach nur schlechter Geschmack? – ich weiß es bis heute nicht!), ich räkelte mich noch liebestrunken in den cremefarbenen Laken, stand dann aber auf, um uns ein Frühstück zuzubereiten und klappte nach dem Aufstehen, ordentlich wie ich bin, die Bettdecken zurück, damit der süße Dunst der Nacht ihnen entweichen könne.

Und was sah ich da? Unendlich viele dunkle Haare auf dem Laken! K. trug zwar beileibe keinen Ganzkörperpelz, aber die behaarten Partien reichten offenbar aus, um das Betttuch so aussehen zu lassen wie es eben aussah, so dass ich kurz in Erwägung zog, den Staubsauger zu holen. Gottseidank bewahrt einen das Frischverliebtsein aber vor solch schnöden, unromantischen Aktionen, zumal am frühen Morgen.
Mit einem Hauch Kümmelduft in der Nase verließ ich also das verhaarte Schlafzimmer, begab mich in die Küche, bereitete liebevoll das erste Frühstück für uns zu und beschloss, weiterhin ungestört in K. verliebt und über die läppische Störung durch ein paar Haare und Gerüche erhaben zu sein.

Drei oder vier Besuche später gefiel mir die Sache mit den Haaren aber schon spürbar weniger, und im nachfolgenden Semester, in dem wir beide unter Prüfungsstress standen, verstärkte sich diese Empfindung nur noch. Auch das Kümmelduschgel hatte sich nicht als Probepäckchen entpuppt, sondern war immer noch im Einsatz.
Letztlich ging diese Liebe aber nicht an Haaren oder Kümmel zugrunde, sondern an der Tatsache, dass ich irgendwann kein Geld mehr hatte, um in Wien anzurufen oder gar nach Wien zu reisen und K. mitten in der Famulatur auch keine Exkursionen mehr in meine Studienstadt unternehmen konnte, so dass das Ganze mit einem Paar Lammfellhandschuhe (und einem blasslilafarbenen Kärtchen anbei), die mir K. nach Würzburg schickte (und die ich heute noch habe, obwohl sie mir schon damals zu klein waren) kurz vor Weihnachten ein jähes, tränenreiches Ende fand.

Beim der morgendlichen Matratzenenthaarung stellte ich heute fest, dass das Dackelfräulein ja manchmal pro Nacht mehr Haare auf meinem Bettlaken verliert als K. sie jemals und auch bei noch so angeregten Schlafzimmeraktivitäten in einer ganzen Besuchswoche hinterlassen hätte.
Außerdem riecht so ein Dackelhund zwar nicht nach Kümmelduschgel, dafür steckt zugegebenermaßen gelegentlich doch ein Hauch Kuhfladenduft, Pferdeäpfelodeur oder Hasenpipimief in seinem borstigen, haareverlierenden Fell…

… und während ich all das so denke, beim stoischen, minutenlangen Polsterbürsten, die Morgenliebeslektüre noch in mir nachwirkend, frage ich mich, wieso man von einem doldenblütlergeduschten, dezent haarenden Wiener Medizinstudenten schon nach einem halben Jahr dermaßen genervt war, hingegen in sechs Jahren kein einziges Mal von dem kleinen, reizenden Rauhaardackelchen, das einem das Zehnfache an Aufwand beschert (nicht nur die Matratzensache betreffend), und zwar täglich, und ich merke, dass ich mal wieder kein bisschen verstehe, wie das mit der Liebe eigentlich war und ist und sein wird.

Winterschläfchen.

Hundemüde. Wenn Menschen zu früh aufstehen.

Wallberg im Nebel. Weiter oben auch nicht besser.

Hundeleben. Im Tal kann man auch Spaß haben.

Bei der Irmi. Endlich mal ein paar Stunden allein.

Bräustüberl und Tegernsee im Nebel. Die Faschingsseppln ebenso.

In der Irmi. Zum Hirschberg gucken oder ein Nickerchen machen?

Vom Suchen und Finden.

Liebe A.,

kurz bevor du in deinen Urlaub entschwunden bist, hatten wir ja mal begonnen, uns übers Suchen und Finden auszutauschen, und du erinnerst dich sicher: unser Gespräch dazu war noch lange nicht zu Ende.
Es kam mir heute wieder in den Sinn, was kein Zufall war, sondern daran lag, dass ich beschlossen hatte, einfach mal deinen Geburtsort aufzusuchen (auch das kein Zufall heute) und dort einen Spaziergang zu machen. Daher warst du mir beim Gehen und Schauen die meiste Zeit präsent und so fiel mir dieses Thema wieder ein.
Da zunächst der Nebel und später dichter Schneefall den Blick auf die Berge nicht freigab, die Felder aber dafür umso mehr Mäuselöcher boten, die Pippa fesselten, hatte ich zwischendurch mauselochweise Zeit, meinen Gedanken nachzuhängen.

Du wirktest ja erstaunt und interessiert zugleich, als ich dir sagte, dass ich mich nicht als Suchende bezeichnen würde, sondern mehr als Findende sehe. Ich möchte das nochmal genauer zu erklären versuchen, was ich damit gemeint habe.

Es wird ja unendlich vieles gesucht: Das wahre Ich, das große Ganze, der Sinn des Lebens, das Glück, die Wahrheit, der Traumpartner, der Traumjob, die gesündeste Lebensweise, das wirksamste Heilsversprechen, die Erfüllung im Glauben oder Aberglauben, um spontan nur ein paar Objekte der menschlichen Suchbegierde zu nennen.
Vor ungefähr 10 oder 15 Jahren (bis dahin war ich auch eine Suchende!) habe ich allmählich eingesehen, dass das nichts für mich ist: Brauch‘ ich nicht, glaub‘ ich nicht dran, hilft mir nicht, macht mich nicht froh, dieses Rumsuchen. In die eine oder andere Richtung hab‘ ich natürlich schon mal reingeschnuppert – hier ein bisschen Zen, dort ein Achtsamkeitsretreat, anderswo ein wenig Körperarbeit oder irgendeine kluge „Predigt“, der ich lauschen wollte. Mit dem Ergebnis, dass ich nirgends dabei geblieben bin, nichts davon intensiver oder länger verfolgt habe.
Es gab Zeiten, da hab ich mich fast mies gefühlt, weil ich nicht zu der Heerschar der Suchenden gehörte! Hätte auch gerne etwas gehabt, wonach ich unbedingt suchen könnte, denn wenn die meisten um einen herum mit brennendem Eifer suchen und geradezu abtauchen in ihre ewigen Suchgründe, steht man schon etwas blöd da als bekennender Nicht-Sucher. Man wird oft schief angeguckt: Spinnt die? Meint die etwa, sie hätte schon gefunden? Was hat die denn schon vorzuweisen? Hält die sich etwa für „fertig“? Oder ist die einfach nur faul, borniert oder arrogant (oder alles auf einmal)?

Nichts von alledem trifft zu. Weder hielt ich mich je für erleuchtet, noch für hinreichend erkennend, schon gar nicht für all_wissend, und ebensowenig für eine, die einen Jackpot nach dem anderen knackt oder der es glückt, ein superduper Leben zu führen. Ich habe Fragen ohne Ende: an mich und andere, an die Welt, die Geschichte, die Wissenschaft, ich bin meistens aufgeschlossen, vielem gegenüber neugierig und ständig damit beschäftigt, Ideen auszubrüten, zu verfolgen, auszuprobieren und zu verwerfen. Aber ich habe auch etliche Phasen, in denen es mich nach keinerlei Optimierung oder Erneuerung dürstet, und das nicht etwa deshalb, weil alles so perfekt wäre, sondern weil ich vielleicht einfach mit dem zufrieden bin, was gerade da ist – ganz egal, ob das „viel“ oder „wenig“ ist (nach wessen Maßstäben auch immer) – und tatsächlich zu müde oder lustlos bin, mich um „anders“ oder „mehr“ zu bemühen und dabei auch keinerlei Leidensdruck empfinde. Wir leben ja leider in Zeiten, in denen man sowas nicht zu laut sagen darf: so ein müßiggängerisches, gemütliches „passt scho“, ohne resignierten Unterton, aber auch ohne Drang nach der nächsten „challenge“ oder „task“.

Ich habe also eines Tages aufgehört, mich zu denen zugehörig zu fühlen, die sich ständig für defizitär halten und meinen, wenn sie denn nur dies oder jenes gefunden hätten, wäre ihr Leben endlich schön, richtig und frei von Last und Leid, und die sich so lange verteufeln oder zumindest nicht mögen können, bis sie das erreicht haben. Also nahezu immer. Denn abgesehen von den wenigen Erleuchteten oder erfolgreich die Suche abgeschlossen Habenden halten sich die meisten vermutlich für (noch) nicht dauerhaft fündig geworden – und damit taugt das Ganze zum Lebensprogramm (worüber ich kein Urteil fällen möchte, sondern nur für mich feststelle, dass das lifelong searching eben nicht mein Programm ist).
Was folgt daraus? Es wird fleißig weitergesucht, denn der Glaube daran, dass die Suche doch zu was führen muss, vielmehr: dass es überhaupt etwas zu finden gäbe!, der ist unerschütterlich. Genauso wie die Überzeugung, dass es an einem selbst läge, wenn man nicht fündig wird oder sich mit dem Gefundenen gar nicht wie erhofft langfristig besser fühlt oder endlich näher dran ist an sich, dem Glück, der Wahrheit, dem Sinn oder an was auch immer.
Das Fazit ist immer dasselbe: Diese Erfahrung, (mal wieder) nichts gefunden zu haben, wird nicht einfach entspannt abgehakt wie z.B. ein fades Essen oder ein bedeutungsloser Film, sondern man bauscht die Sache auf, hält sich für (vorerst) gescheitert oder gleich für einen Versager, und beschließt sodann, weiter zu suchen, gründlicher zu suchen, gezielter zu suchen. Irgendwann muss es doch klappen, andere schaffen es ja auch (mit einem Schielen hinüber zum Mitmenschen, von dem man ja gern denkt, er hätte es besser erwischt als man selbst) – also weiter geht’s.

Ich suche also tatsächlich nach gar nichts außer nach Antworten, aktuell nach einer Wohnung, manchmal nach einem Job und gelegentlich nach Parkplätzen und Wegen. In der Fülle der Argumente, Begriffe und Worte, in der teuersten Stadt der Republik, als Neuling in einem Berufsfeld oder an den überlaufenen Ausflugszielen ist das ja schon zäh genug.
An diesen Suchen bleib‘ ich aber dran! Was die Antworten angeht, bestimmt mein Leben lang, was das Übrige angeht, so hartnäckig ich eben kann, manchmal auch entmutigt und ohne jeden Elan, aber dennoch mach‘ ich weiter und versuche, nicht zu resignieren. Und genau das ist’s übrigens auch, was ich am Suchen nie leiden konnte: dieses Zähe.
Die einzigen Suchen in meinem Leben, die ich als spielerisch und schön erlebt habe, sind das Ostereiersuchen (die Roten von Lindt), das Muschelnsuchen am Strand und das Pilzesuchen im Wald. Da ging’s nie um die Wurst, eigentlich ging’s um gar nichts, es gab keine Gewinner und Verlierer – und das hat mir immer Spaß gemacht.

Alles andere finde ich (oder es findet mich) oder eben auch nicht.
Mal freu ich mich, wie es läuft, mal bin ich verzweifelt darüber, mal gelingt mir was, mal hab ich das Gefühl, alles verkackt zu haben und wünsche ich mich weit, weit weg. Manchmal rackere ich mich ab und erreiche trotz Wollens und Könnens gar nichts, manchmal zahlen sich Einsatz und Beharrlichkeit aus. Ein ewiges Auf und Ab, Hin und Her, Vor und Zurück, Links und Rechts, Für und Wider, Plus und Minus, Top und Flop. Das Leben ist kein Wunschkonzert, das Glück ist einem nicht immer gewogen, das Pech aber gottseidank auch nicht.

[Und beileibe kann niemand umfassend oder überhaupt seines Glückes Schmied sein, denn manch einem fehlt das Werkzeug oder die Kraft oder die Kenntnis der Schmiedekunst oder schlicht das Geld fürs Eisen. Vor langer Zeit habe ich mal einen humorvollen, durchaus klugen und wohlhabenden Mann ziemlich abrupt verlassen, weil er mir ganz locker-flockig in einer Diskussion über das berufliche Auf-der-Stelle-Treten eines gemeinsamen Bekannten (der gut ausgebildet war und sich brav abmühte, was aber aufgrund ungünstiger Umstände leider nichts brachte, im karrieristischen Sinne) diese Losung als seine Quintessenz zu derlei Lebenssituationen in den Nacken blies. Wir gingen damals passenderweise gerade treppabwärts, um den Müll wegzubringen. Nachdem er den Tonnendeckel zugeklappt hatte, ließ ich ihn in seinem schwarzen Audi von dannen ziehen, zurück in seine eingebildete Glückschmiede, trug fortan meinen Mist wieder allein die Stiegen hinunter und schmiedete neue Pläne.]

Alles, was mir im Leben etwas bedeutet hat oder noch von Bedeutung ist, habe ich nicht gesucht, sondern eines Tages gefunden.
DAS war es, liebe A., was ich neulich gemeint habe, und da wir leider noch nicht allzu bald wieder bei Birnen- und Käsestückchen nebst Weißbier (für dich: Weizenbier) an deinem Tisch sitzen werden, um bis tief in die Nacht zu diskutieren, habe ich dir diesen Nachtrag zu unserem Thema nun hier notiert, so als Absacker nach deinen diversen Geburtstagsdrinks oder als Zeitvertreib während du dir den Ostseesand aus den Haaren kämmst (oder dem großen Braunen den Seetang zwischen den Zehen herauspulst) oder als Einschlafhilfe, falls die Brandung vor eurem Fenster so verflixt laut tost.

Das war’s dann für heute.
Mein Glas ist leer, das Dackelfräulein muss raus und es hat 10cm Neuschnee in der Stadt.

Einen schönen Ausklang deines Tages wünscht dir
Deine Natascha.

PS: Für den Fall, dass du völlig entnervt bis hierher runtergescrollt hast und enttäuscht warst, nichts als Buchstaben vorgefunden zu haben (nicht mal einen Ton von Bruce!),  kommt hier – in wilder Reihenfolge – noch was fürs Auge:

Ein Gruß aus deiner Heimat.

Startpunkt meiner Penzberger Rundtour: Die Huberweiher. Grau, zugefroren und gänzlich unspektakulär.

Erstes Highlight am Wegesrand: Der Penzbär. (Wie ich solche Wortspiele liebe!)

Wir haben natürlich gleich die Schuhe ausgezogen und sind barfuß weitermarschiert.

Und auch sonst tobt hier der (Penz-)Bär, wie du siehst (sind die nicht mega-debil, die vier?!).

Im Café mit dem schönen Namen „Freudenberg“ gibt’s sogar Windbeutel (mein Magen war aber noch nicht fit genug für den Test).

Und direkt gegenüber vom Café wurde deine Geburt heute vor xx Jahren beurkundet.

Hätte ich mehr als 10€ dabei gehabt, hätte ich dir ein Andenken gekauft. Ehrlich!

Gedenkminute vor dem ehemaligen Elektrogeschäft, in dem mir der Papa vor 30 Jahres mein erstes Bügeleisen kaufte (heute ein Kamingeschäft).

Wärst du geblieben, hätte es tolle Möglichkeiten der Freizeitgestaltung gegeben, aber du wolltest ja raus in die weite Welt!

Zum Abschluss haben wir noch ein kleines Gebet für dich gesprochen, bei minus 4 Grad. Amen.

St. Rway.

There’s a sign on the wall, but she wants to be sure
Cause you know sometimes words have two meanings
In a tree by the brook, there’s a songbird who sings
Sometimes all of our thoughts are misgiven

Bauruine im Loisachfilz bei Penzberg.

Aus der Serie „Innen & Außen im Einklang“.